Teilchenmodell, warum "modell"?

5 Antworten

Ein Modell ist ein Bild oder ja, eine Vorstellung, eine Ansicht, wie etwas aussieht oder funktioniert.
Der Begriff Modell hat sich halt vor allem im deutschen Sprachgebrauch dafür etabliert. Englisch gibt es das nicht, da sagt man z.B. view (Ansicht).

"Gesetz" hingegen wäre falsch, denn das wäre eine bewiesene Wirklichkeit.
Ein Modell ist nicht zwingend eine Wirklichkeit.

Ein Modell ist nicht wahr oder falsch,
sondern brauchbar oder unbrauchbar.

In der Wissenschaft ist ein „Modell“ ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Das Modell muss nicht gegenständlich sein (wie z. B. ein Architekturmodell aus Pappe), sondern ist meist theoretisch, das heißt man beschreibt es z. B. mittels Mathematik, physikalischer bzw. chemischer Gesetze, Theorien usw.

Das Teilchenmodell heißt auch darum nicht „Teilchen-Gesetz“, weil das Teilchenmodell mehrere physikalische u. chemische Gesetze enthält.

„Vorstellung“ wäre in der Wissenschaft eine Hypothese, also einen Aussage, für die man noch keine/-n Beweis(e) hat.

Für das Teilchenmodell gibt es aber Beweise, z. B. die Aggregatzustände, die mechanische Festigkeit von festen Körpern, die Wärmeleitung, die Brownsche Bewegung in Flüssigkeiten und Gasen, die Komprimierbarkeit von Gasen, den Druck usw.

In der Wissenschaft bezeichnet man Systeme, für die es wissenschaftlich Beweise gibt, als Theorien. Darum heißt es z. B. auch Quantentheorie und Evolutionstheorie.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung

Die Physik spricht ganz grundsätzlich nur über selbst erdachte Modelle dessen, was wir uns als Wirklichkeit vorstellen.

Niemand weiß, wie die Wirklichkeit — in dem Fall Elementarteilchen — wirklich beschaffen ist.

Jedes physikalische Modell definiert seine eigene Vorstellung von dem, wie man sich Elementarteilchen vorzustellen hat.

  • Nach dem Standardmodell der Elementarteilchenphysik stellt man sich jedes Elementarteilchen vor als einen ausdehnungslosen Punkt.
  • In der Quantenfeldtheorie stellt man sich jedes Elementarteilchen vor als wellenförmige Feldanregung, letzlich also nur als mathematischen Ausdruck.
  • In der Stringtheorie stellt man sich jedes Elementarteilchen vor als Schwingungszustand eines Strings.

All das sind letztlich nur gedankliche Krücken: mathematisch formulierbare Konzepte, die etwas vertreten, das wir nicht sehen können, wohl aber seiner Wirkung nach im Rahmen geeigneter Experimente beobachten können — stets nur in Form von Antworten unserer Messgeräte.

Gut formuliert!

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