Teil A von 5: Wie lange halten diese Lebensmittel – Nudeln, Reis, Kartoffelpüree, Mehl – wirklich?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Man sollte einfach mal bedenken, was das MHD eigentlich ist. Es ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum und KEIN Höchsthaltbarkeitsdatum. D.h. die Sachen haltn in der Regel MINDESTENS bis zu diesem Datum. Sie gehen dann auch nicht mit einem Schlag von heute auf morgen kaputt. Oder denkt jemand, dass eine Sache mit einer Frist von 3 Jahren dann plötzlich innerhalb eines Tages schlecht wird? Der Hersteller kann nicht unbegrenzt garantieren bis in alle Ewigkeit. Also garantiert er für eine Frist, bei der er sich seeehr sicher ist, daß da so gut wie nichts kommen kann.
.
Oft wird das Haltbarkeitsdatum auch in anderem Sinne gebraucht. Der Hersteller muß garantieren, daß zumindest innerhalb einer gewissen Zeitspanne auch das drin ist, was außen draufsteht. Jemand aus der Geschäftsführung von HIPP Babynahrung erklärte mit mal, in einem Gläschen Babynahrung ist dies und jenes drin, auch verschiedene Vitamine. Außen stet dann z.B. drauf Vitamin X 50 mg. Dieses Vitamin zersetzt sich aber langsam unter Licht. Wenn die Gläser dann im Regal stehen, dann ist nach einigen Monaten nur noch 35-40 mg von diesem Vitamin vorhanden. Und damit ist nicht mehr das drin, was angegeben ist. Das ist verboten. Hier bedeutet das MHD einfach, bis zu diesem Datum stimmt alles noch ganz genau, bis zu diesem Datum wird der Inhalt garantiert. Danach kann man das nicht mehr, weil eben die Zusammensetzung nicht mehr exakt stimmt, daher das kurze MHD. Ansonsten von der Qualität her ist der Inhalt auch nach 1-2 Jahren immer noch vollkommen in Ordnung.
.
Wir lassen uns viel zu viel von diesem MHD leiten, indem wir es als Verfallsdatum ansehen. Und das ist eindeutig falsch. Wenn bei Sahne das MHD abläuft, dann ist oder wird sie irgendwann sauer. Dann ist es keine Sahne mehr. Dann darf sie auch nicht mehr so verkauft werden. Die Molkerei dagegen behält Sahne und läßt sie absichtlich sauer werden, denn schließlich wird ja auch "Saure Sahne" für viele Dinge verkauft. Aber jetzt steht das auch so drauf. So werfen viele Leute ihren Becher mit sauer gewordener Sahne weg und kaufen sich evtl dann einen Becher saure Sahne, die in der Molkerei sauer geworden ist.
Man muß nur mal über einige Dinge nachdenken.

Ich käme NIE auf die Idee bei Zucker, Salz und Mehl auf das HD zu gucken: So lange diese Dinge trocken, möglichst kühl und dunkel gelagert wurden, kann da kaum etwas "schlecht" werden. Im Übrigen sind SEHR viele frische Lebensmittel auch noch lange NACH dem "Ablaufdatum" problemlos verzehrbar. Besonders Sauermilchprodukte sind oft noch WOCHEN nach dem Termin "gut". Quark fängt u.U. an, etwas "hefig" zu schmecken, was ich aber sehr gern mag und mich nicht vom Verzehr abhält. Frischfisch und frisches Fleisch kaufe ich NUR bei REWE und die drucken ein "Verfallsdatum" mit auf den Preisaufkleber. Was ich mir bei den erstgenannten Lebensmitteln IMMER ansehe, ist natürlich der Inhalt: Wenn in trockenen Stoffen "schwarze Punkte" herumlaufen, werfe sogar ich mal Lebensmittel weg. Konserveninhalte allerdings erst nach genauerer "Untersuchung": Riechen, Schmecken, Fühlen. Erst vor wenigen Tagen verbrauchte ich gehackte Tomaten, deren MHD schon ein Jahr zurücklag. Wie man jetzt feststellen kann, schreibe ich noch.

Ähnlich wie bei dem Thema Öl, Butter etc. verhält es sich auch hier.

Die Haltbarkeit von Getreide, Hülsenfrüchten, Teigwaren, Kartoffelpüree etc. hängt in erster Linie davon ab, wie sie gelagert werden.

Im Vergleich zu Milchprodukten kann hier jedoch eine wesentlich höhere Haltbarkeit erreicht werden.

Die höchste Haltbarkeit erreicht man z.B. bei Getreide, indem man es sehr stark heruntertrocknet (am besten 10% Feuchtigkeit), dann wasser- und luftdicht verpackt, vorher noch den Sauerstoff entfernt und schließlich so kühl wie möglich lagert. Gleiches gilt für Nudeln, Bohnen, Reis usw.

Bevor ich hier einen Roman schreibe, schau dir mal diese ausführliche Zusammenfassung an: http://shop.conserva.de/epages/es116266.sf/de_DE/?ViewObjectID=14426335

Bei Weizen wurden unter optimalen Lagerbedingungen nachweislich bereits mehr als 30 Jahre Haltbarkeit erreicht, bei Reis ebenso.

Diese Haltbarkeit wirst du jedoch nicht erreichen, indem du einen Sack Weizen einfach in den Keller stellst. Da wirst du nach einem jahr entweder Schädlingsbefall feststellen oder durch zu hohe Feuchtigkeit Sporenbildung, die im übrigen nicht sichtbar sein muss. Ein Freund von mir hat z.B. drei Jahre gelagertes Getreide (mit zu höher Feuchtigkeit 12-14%) ins Labor gegeben. Es war laut Labor nicht mehr essbar. Und das soll was heißen.

Getreide im Korn wird sich grundsätzlich immer länger halten, als Mehl. Also lager vielmehr das Korn und besorg' dir eine Mühle.

Einige Brotbackmischungen sind schon von Schädlingseiern belagert, wenn man Sie im Supermarkt kauft. Da hilft dann auch kein Verpacken, sondern nur noch der Sauerstoff-Entzug.

Ich hatte zum Beispiel einige Brotbackmischungen in Tüten verpackt aufgehoben. Als ich nach drei Monaten ein Brot backen wollte, wimmelte das Mehl vor kleinen Tierchen. Also ich hatte da keine Lust mehr auf diese Mischungen... ;-)

Das allermeiste kannst DU noch lange nach dem Ablauf des MHD essen.

Du mußt einfach mal überlegen, was danach passiert - wenn es nicht giftig wird, kannst Du es gut essen. Bei Fisch- und Fleischkonserven würde ich schnuppern und gut erhitzen, also Vorsicht!

Reis und Nudeln werden muffig (enfach eine Weile offenstehen lassen vor oder nach dem Kochen), Getreide hält sich meines Wissens Jahrtausende - wir haben etliche Zentner hinten stehen.

Du kannst ja auch ab und zu die Sachen austauschen.

nudeln reis und mehl halten ewig wenn sie nicht zu feucht gelagert werden kartoffelpüreepulver mein ich (13)eher nicht aber fertiges eingefroren thzeoretisch ja

Ich habe mal in der Küche meiner Mutter Zimt gefunden, der 10 Jahre alt war. Wir hatten das nicht bemerkt und haben ihn trotzdem zum Backen genommen, gestorben sind wir daran nicht

Bis sie verbraucht sind?

Was möchtest Du wissen?