Teelichter im Weckglas im Kindergarten erlaubt?

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6 Antworten

In einem Forum für Kindersicherheit habe ich folgenden Beitrag auf eine ähnliche Frage gefunden:

"Wir raten stets dazu, brennende Kerzen im Auge zu behalten. Wird ein Zimmer von einem Erwachsenen verlassen, muss die Kerze gelöscht werden. Kinder sollten nicht mit offenem Feuer allein gelassen werden. Die zahlreichen Unfälle mit Verbrennungen und Brände, die sich unkontrolliert ausbreiten, zeigen, dass Neugier und Abenteuer Kinder reizen, mit dem Feuer zu spielen! Sie tun das, obwohl sie immer wieder auf die Gefahren hingewiesen worden sind und ihr Versprechen gegeben haben, es nicht anzurühren. Sie sind Kinder! 

Richtig ist es, Kindern ab einem entsprechenden Alter den Umgang mit Streichholz und Kerzen zu zeigen und ihnen zu vermitteln, wie das Feuer sich ausbreitet und wie wichtig deshalb Vorsicht und Aufmerksamkeit sind. 
Wichtigste Regel: Feuer anzünden ist nur in Anwesenheit von Erwachsenen erlaubt! 

Weitere Regel: Erwachsene sollten mit gutem Beispiel voran gehen und einen verantwortungsvollen Umgang vorleben. 


Kerzen im Kindergarten sollten nicht eben mal so brennen, sondern mit den Kinder bewusst angezündet und danach wieder gelöscht werden! Allein schon im Gruppenraum ist eine besondere Aufsicht notwendig. Dass Kerzen außerhalb des Aufsichtsbereich der Kindergärtnerinnen brennen und Kinder Zugang dazu haben, stellt ein großes Risiko dar."

Hier ist noch eine Seite zum Thema:

http://www.kindersicherheit.de

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Teelichter in einem Glas sind und bleiben offenes Feuer.

Offenes Feuer sollte in jeder öffentlichen Einrichtungen in der gültigen Brandschutzordnung verboten sein. Ausnahmen können lediglich im Einzelfall gestattet werden, wenn eine ständige Aufsicht gewährleistet ist.

Ich kenne aus eigenem Erleben sowohl die Arbeitsbelastung in einer Kita, als auch die Gefahren die von Feuer ausgehen. Ich bilde auch Brandschutzhelfer aus. Als Brandschutzbeauftragter würde ich hier keine Ausnahme genehmigen. Niemand kann 100% sicher sein das nicht Kinder irgendwelchen Unsinn mit den Kerzen anstellen.

Um im Advent eine weihnachtliche Stimmung zu erzeugen bedarf es nicht zwangsläufig offenen Feuers. Seid kreativ und lasst auch eine entsprechende Raumgestaltung, ohne Feuer, einfallen.

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Kommentar von FeeGoToCof
20.11.2015, 10:50

Dankeschön Nomex...eine absolut vernünftige Antwort. Unglaublich, welche Anfeindungen hier vorherrschen, wenn man sich einfach nur an den gesunden Menschenverstand hält. "Helikoptermütter"? Sehr spannend fände ich die Vorstellung, wenn hier so manche Erzieher namentlich bekannt wären, in ihrer Meinung über Eltern. Ich spreche bewusst von "ELTERN" und nicht nur von Müttern.

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Hallöchen,

nun muss ich doch meinen Senf zu diesem Thema abgeben. :) Mit begegnet in meinem Erzieheralltag auch immer wieder dieser fehlinterpretierte Sicherheitsauftrag, der in Kitas vorhanden sein soll, und jeglichen gesunden Menschenverstand außer Acht lässt. Die Leute scheinen zu denken, die Aufgabe eines Erziehers ist es, Kinder vor jeder noch so kleinen Gefahr fern zu halten. Nein, das ist nicht richtig und ist schlecht für die autonome Entwicklung eines Kindes! Natürlich sind Kerzen mit Feuer verbunden. Wenn man es richtig drauf anlegt, schafft man es vllt, mit einem Teelicht im Glas (was noch dazu mit Sand befüllt ist!) einen ernsthaften Schaden anzurichten. Aber wenn die Gläser in der Garderobe stehen und da vor sich hin brennen, sind sie ja wohl recht harmlos. Teelichter gehen bekanntlich aus, wenn das Wachs leer ist, wenn sie im Glas umkippen, gehen sie aus und selbst wenn das komplette Glas, mit dem Sand umkippt, was passiert? Das Feuer geht aus. Das schlimmste was passieren kann ist, dass ein Kind sich am Wachs verbrennt oder über die Kerze drüber fasst, und sich auch ein bisschen verbrennt. Wir reden hier nicht von schwerwiegenden Verbrennungen. Und wenn man Kinder darauf aufmerksam macht, sind sie, stellt euch vor, in der Regel auch im jungen Alter schon schlau genug um zu verstehen: Kerze, schön zum Schauen, aua beim Anfassen. Wenn nicht, läuft bei diesem Kind was schief.. Sie sind doch auch nur kleine Menschen... :-D
Das Kind lernt höchstens, das nicht wieder zu tun. In einem komplett unbeaufsichtigten Raum wo die Kinder sich alleine, ohne Erwachsenen aufhalten, würde ich das vielleicht lassen. Aber es handelt sich hier um die GARDEROBE.. Wenn ich das richtig verstehe, brennen die Kerzen hier in der Zeit, in der die Kinder MIT IHREN ELTERN zusammen die Kita betreten. Sie kommen dann, nachdem sie die Schuhe und die Jacke ausgezogen haben, in den Gruppenraum. Und sobald die Bringzeit vorbei ist, und der Raum unbeaufsichtigt ist, werden die Kerzen ausgepustet.. Was soll denn dann bitte passieren?? (Ein "Schlupfloch" könnte hier evtl sein, dass die Kinder in der Garderobe noch in der Verantwortung der Eltern sind, bis sie bei euch "abgegeben" werden, das muss aber vorher so kommuniziert sein denke ich, wobei das versicherungstechnisch wahrscheinlich in den meisten Fällen so hinkommt.) Kinder MÜSSEN FRÜHZEITIG MIT GEFAHREN KONFRONTIERT WERDEN, um den richtigen Umgang damit zu erlernen. Es gibt dafür kein besseres Umfeld als eine Kita, in der es im geschützten Rahmen möglich ist, den Umgang mit Feuer und anderen Gefahren (z.b. auch die scharf diskutierten Klassiker: auf Bäume klettern und mit scharfen Messern etwas zu schneiden) zu erlernen. Das ist ESSENTIELL FÜR EINE GESUNDE ENTWICKLUNG! Und als Schlusswort, was meint ihr, welche Kinder später in der Grundschule anfangen, mit Feuer zu spielen und rumzufackeln? Sicherlich nicht die, die von klein auf gelernt haben, wie man mit Feuer umgehen muss, damit es ungefährlich bleibt. Sondern die, für die das Feuer so spannend ist, weil sie nie damit in Berührung gekommen sind und das jetzt endlich können, jetzt wo sie mal noch 24/7 "bewacht" werden!

Ich kann dir nur raten, freundlich und offen mit Eltern über solche Themen zu sprechen. Ich finde das immer die bessere Lösung, als sich auf das "Recht" zu berufen. Wenn man den Eltern zeigt, dass man sich Gedanken macht, nimmt das ihnen oft ein stückweit die Angst und auch wenn sie nicht zu 100% zustimmen, können Sie deine Meinung akzeptieren. Wenn es sich nur um eine Mutter handelt, die Bedenken dabei hat, nimm sie in einer ruhigen Minute zur Seite und versuche, das Thema mit ihr vernünftig zu besprechen, ohne sie aber zu "belehren". Frag sie, was sie braucht, damit sie sich beim Umgang mit Kerzen und Feuer sicher fühlen kann, dass ihr Kind in guten Händen ist. Erkläre ihr, warum es dir so wichtig ist, die Kerzen brennen zu lassen. Vielleicht hat sie das ja so noch nie gesehen? Und wenn es mehrere Elternteile sind, hilft vllt ein Elternabend zum Thema "Umgang mit Gefahren in der Kita" oder "Sensibilisierung" oder sonstwas. Da hast du dann auch den Vorteil, dass es bestimmt auch ein paar Elternteile gibt, die das sehen wie du, und die dich dann bei deiner Argumentation unterstützen können. Und bedenke dabei, dass die Eltern in der Regel nicht "gelernt" haben, was Erziehung beteutet, sie handeln oft "nur" intuitiv, was dann auf den ersten Blick "richtig" erscheint, aber in der Pädagogik nicht die beste Lösung ist. Sprich: sie wissen es oft einfach nicht besser. Sie sind die "Experten" für ihr Kind, und du bist der "Experte" für "fachliche Informationen". Mir hilft es, das so im Hinterkopf zu behalten. Und im Grunde genommen wollt ihr ja das Gleiche: das beste für das Kind! Gute, vertrauensvolle Kommunikation ist in unserem Beruf das A und O! :) Ich hoffe ich konnte helfen.

LG,

Neela

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Kommentar von FeeGoToCof
20.11.2015, 10:52

Wie schön, dass es Eltern-Kind-Initiativ-Kitas gibt. Da stellen die Eltern nämlich die Erzieher ein. Dort kann man es sich aussuchen, wer dort arbeiten darf.

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Kommentar von DieFee23
20.11.2015, 11:04

Danke für den schönen Beitrag.  Ich bin ja selbst auch nur mutter dort und nicht ich bin diejenige,  die den Gesetzestext braucht. Ich sehe das GENAUSO  wie  sie.  Die älteren Kinder, die allein auf die toilette gehen kennen den Umgang mit Feuer, und die kleinen sind immer in Begleitung 

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Kommentar von TurangaNeela
20.11.2015, 11:18

Und wie gut dass bei den Elterninitiative nie eine Person alleine entscheidet.
Wenn du in eine Elternini gehst, wirst du in der Regel feststellen, dass da überwiegend Eltern mit einer alternativen Einstellung zur Kindererziehung vorfinden wirst. Die gehen meistens dahin, weil sie einen Erziehungsstil bevorzugen, der nicht mit einem verschachtelten, gradlinigen Denken verbunden ist. Ich würde es lieber bei einer Tagesmutter versuchen, an deiner Stelle. Da bezahlst du die Person, damit sie alles so macht, wie du es willst.

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Kommentar von Nomex64
20.11.2015, 15:18

In vielen Punkten kann ich deinen Ausführungen zustimmen. Als jemand der sich schon 35 Jahre mit Brandschutz und Feuerwehr beschäftigt muss ich dir aber sagen es gibt nichts was ich nicht schon erlebt habe. So dumm kann man nicht denken. Offenes Feuer ist nicht umsonst in so gut wie jeder Brandschutzordnung verboten.

Du hast oben dargelegt wie es nicht zu Gefahren kommen kann. Ich will dir nur ein Beispiel nennen wie was passieren kann. Einfach in dem man eine brennbaren Stoff auf das Glas legt. Uns Menschen ist nun mal zu eigen das wir Fehler machen. Aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit oder was auch immer.

Richtig ist das Kinder an das Thema Feuer herangeführt werden sollen. Dafür gibt es ganz hervorragende Brandschutzfachwarte bei der Feuerwehr (Kontakt über den Kreisfeuerwehrverband). Diese bearbeiten mit den Kindern, auf das Alter abgestuft, den Umgang mit Feuer und das Verhalten im Brandfall. Den Kindern wird der Unterschied zwischen gutem und bösem Feuer vermittelt, sie lernen ein Streichholz anzuzünden, ein richtiges Feuer zu machen und auch wie man ein Feuer löscht. Mal als Beispiel: http://lfv-bb.de/index.php?bse=fachwarte

Ich habe da immer so ein Zitat im Hinterkopf:

"Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss!"

Quelle: Oberverwaltungsgericht Münster 10A 363/86 vom 11.12.1987

Für weihnachtliche Stimmung bedarf es nicht notwendiger Weise eines offenen Feuers. Ihr Erzieher seit doch kreativ, ihr bekommt das auch anders hin.

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ehrlich gesagt verstehe ich die frage nicht...led´s zum schutz der kinder werden von vornherein abgelehnt...man sucht nach schlupflöchern... wenn kinder den richtigen umgang mit feuer schon früh lernen find ich das okay,aber ohne beaufsichtigung ist es mehr als fahrlässig... in einem großraumbüro in dem ich gearbeitet habe, voll mit erwachsenen, sind kerzen verboten...

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Kommentar von DieFee23
19.11.2015, 22:34

Es sind ja nur  msximal 5 minuten, in denen sie unbeaufsichtigt sind,  ständig kommt jemand vorbei.  LED wird deshalb abgelehnt weil es Lüge ist, und das geht in der Anthroposophie nicht. Aber ich sehe schon....muss vermutlich einfach das Urteil des Sachverständigen abwarten

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Die Teelichter müssen immer beaufsichtigt werden, genauso wie die Kinder.

Wir haben am Esstisch im Kindergarten auch immer ein Teelicht brennen, aber die Kinder sind nie allein im Gruppenraum.

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Offenes Feuer in einer Kindertagesstätte? Das schließt sich m.E. gegenseitig aus. Daran ändert auch der Waldorf-Kindergarten nichts.

Murphys Gesetzt sieht vor, dass alles, was passieren kann, auch passieren wird.

Wie da die Gesetzeslage ist, weiss ich nicht, habe auch eben nichts Eindeutiges gefunden. Aber ich wäre dagegen.

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Kommentar von DieFee23
19.11.2015, 22:38

Da ist 25 Jahre nix passiert. Aber das eine Muttchen hat den Fluch jetzt schon ins Universum geschickt. ...

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Kommentar von TurangaNeela
20.11.2015, 10:45

FeeGoToCof, wirst du dann täglich von einem Bus überfahren, weil das theoretisch möglich ist?
DieFee23, ich würde darauf schnell reagieren, wenn die Mutter schon andere anstachelt.
Mit Feingefühl, versteht sich.
Sprich mit ihr!
Oder am besten mit allen Eltern.
Mir scheint, als wäre hier bei euch eine Aufklärung zu dem Thema notwendig.

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Kommentar von TurangaNeela
20.11.2015, 10:55

Gehst du dann nicht mehr auf die Straße? ;-)

Und übrigens ist der Umgang mit Feuer seit Jahrzehnten schon ein fester Bestandteil des Waldorf Konzeptes. Ich war selbst als Kind in einem Montessori Kindergarten. Auch da wird Feuer in den Alltag mit einbezogen! Hier haben wir jeden Tag mit Feuer Kontakt gehabt, keinen von uns wäre im Traum eingefallen, irgendeinen Unsinn damit anzustellen, weil wir Respekt  davor hatten.

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Kommentar von TurangaNeela
20.11.2015, 11:04

Kinder sind Menschen. Keine kleine Monster. Und es ist durchaus möglich, Ihnen zu zeigen und vorzuleben, dass Feuer gefährlich ist, ja. Aber dass man es bewusst einsetzen kann. Natürlich würde ich keine zehn Kinder, die noch nie Kontakt mit Feuer hatten, allein mit Streichhölzern und Kerzen in einen Raum schicken. Ich würde sie an das Thema heranführen und das Feuer da einsetzen, wo ich mir sicher bin, dass ich es ihnen zutrauen kann.

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Kommentar von TurangaNeela
20.11.2015, 11:53

Dito. :)
Auch du wirst wohl deine Meinung nicht ändern.
Und das Schöne ist, dass es auch andere, nicht so autoritär ausgerichtete Einrichtungen gibt, wo Kinder als Individuen betrachtet werden, die auch selbst denken können und die ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen.
Und wo Fachleuten bei ihrer Arbeit vertraut wird.

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