Technische Frage zur Fußbodenheizung

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hallo MosqitoKiller,

„…die Frage, inwieweit das Umwelt- und kostentechnisch überhaupt Sinn macht, …“ Die Brennwerttechnik (vorausgesetzt) lebt von niedrigen Temperaturen. Jedoch nicht von abenteuerlichen Versprechungen. Suche Dir namhafte Hersteller heraus, am Ende bleibt:

Bei Vorlauf- / Rücklauftemperatur von 40°/30° liegen die Kessel bei 98% (Hs) bzw. 109% (Hi). Normnutzungsgrad – (bei Fußbodenheizung).

Bei 80°/60° liegen die gleichen Kessel bei 95% (Hs) bzw. 106% (Hi). Normnutzungsgrad – (konventionelle Heizkörper).

(kommt auf ´nen Schnaps – oder Kommastelle - nicht an)

Der Unterschied ist also 3 % - zur Theorie der Normnutzung. Praktisch betreibt so gut wie keiner das erste noch, in einer modernen Anlage, das zweite Temperaturniveau. I.d.R. etwa 45°/35° oder 70°/50° als „Auslegungstemperatur“ bei der Bemessungsaußentemperatur von -10°C (ortsabhängig!!!). Da bleiben von den o.g. 3% nur ca. 2,x % übrig. Die meisten Heizanlagen regeln in Funktion der Außentemperatur die Kessel- bzw. Vorlauftemperatur herunter. Dadurch sinkt das Temperaturniveau in 80-90% aller Betriebsstunden. Die 2,x% werden also nochmals reduziert.

Verbleiben roundabout 1,5-2% Nutzungsgraddifferenz. Oder auch mögl. Primärenergieeinsparung gleich mögl. Kosteneinsparung im Jahresverbrauch. Wie viel bei Dir – kannst Du Dir ausrechnen.

Jetzt zum Heiz(körper). Physik ist klar. Eine Funktion der Fläche und Temperatur. Folge: je niedriger die Temperatur desto größer die Fläche, bei gleicher Leistung. Bei der Fußbodenheizung kein Problem (Verlegeabstand), außer in ungünstig kleinen Badezimmern mit freier Grundfläche im Handtuchformat.

Bei Wandheizkörpern ist es schon dramatisch. Beispiel a) 70/50 gegen b) 45/35 bedeutet etwa: bei einer Leistung von 1.000 Watt im Ergebnis a) 1000 x 500 x 100 mm LxHxT (Typ 22) oder dann b) 2300 x 500 x 100 mm (Typ 22). Also mehr als doppelt so lang, bei sonst gleicher Konstruktion. Letzterer b) ist ca. doppelt so teuer.

Aber selbst wenn Du die größeren Heizkörper des Beispiel 45°/35° einbaust sind sie immer noch preiswerter als eine Fußbodenheizung.

Die FB-Heizung hat ja noch andere „Vorteile“, welche aber nicht mit Umwelt oder Kosten in Zusammenhang stehen. Manch jemand liegt halt gern auf einem gewärmten Bärenfell :-). Aber ich habe auch schon mit einer Hausdame zu kämpfen gehabt, die vehement einen höheren Hausstaub feststellen konnte. Also ein Planungsfehler, weil es ihr vorher ja keiner gesagt hat.

Langsam mal ein Fazit: Kostentechnisch ist eine FB-Heizung teurer als Standard-Heizkörper und holt den Mehrpreis durch eine marginale Nutzungsgradbesserung nicht überschaubar wieder herein. Umwelttechnisch ist es Kaffeesatzleserei, weil der Theorie den Folgen des Nutzerfehlverhaltens entgegensteht. Vor allem durch permanente Optimierungsversuchen an einer „pefekten“ Regelung.

Wenn eine Fußbodenheizung, dann mit Systemtrennung (zumindest sep. Regelkreis mit Pumpe). Extra gedämmte Rohre in den Estrich zu verlegen – kostet auch.

Ich (für mich persönlich) würde keine Fußbodenheizung mehr bauen. Dies aber vornehmlich deshalb, weil mir der „Fußboden als Heizkörper“ viel zu träge reagiert und ich nicht 8 Stunden warten kann (nervlich) bis es 2 Grad wärmer geworden ist.

Die Heizkörper würde ich auf 55°/40 (kleinere Pumpe) oder 55°/45° (bessere Regulierbarkeit) auslegen.

Und das Ganze gilt nur, weil Du geschrieben hast, dass sowieso teilweise konventionelle Heizkörper eingebaut werden. Sonst nicht.

Gruß

ich Habe in zwei wohnungen mit Heizkörpern und in zwei mit Fußbodenheizung gewohnt. Für mich persönlich ist eine Fußbodenheizung immer das beste was man haben kann. Warum? -Nun die Vorlauftemperaturen sind niederieger. -Die Fußbodenheizung ist sparsamer -Die Wäemeverteilung ist viel besser in einem Raum mit Heizkörpern sind 22°C zB. nicht so warm wie 22°C in einem Raum mit Fußbodenheizung. Hört sich doof an ist aber plausibel.Da der Boden warm ist und die Wärme aufsteigt ist es eine ganz andere Wärme.Da Temperaturmessungen meist auf ca. mittlerer Höhe des Raumes hängen hat man bei der Fußbodenheizung nunmal am Boden die meiste Wärme.Also mehr als 22°C und das über die gesammte Raumfläche.Das ist nunmal Wärmer als 22° mit einem Heizkörper. Nachteile sind, daß man verwöhnt wird und empfindlicher.Weil in anderen Wohnungen mit 22°C empfindet man es immer Kälter.Das alles gilt natürlich nur, wenn die Fußbodenheizung auch warm ist.Im Sommer ist es natürlich nicht so. -der Umwelt kommts zugute, da sparsam -Es gibt in meinen Augen keine angenehmere Art zu Heizen. -Der Mehrpreis ist in meinen Augen dem danach entstehenden Komfort das allemale wert.

Fußbodenheizung kann ich nur empfehlen !!!!! Habe 1977 gebaut und schon damals meine 150 m2 als FB-Heizung ausgelegt . Habe 1995 aufgestockt ( für die Tochter ) und auch das OG ganz mit FB-Heizung versehen , jedoch ( sehr wichtig ) jeden Heizkreis seperat regelbar . Mittlerweile habe ich auch den Heizkreisverteiler im EG ausgetauscht gegen einen einzeln regelbaren . Mittlerweile habe ich auch noch , als Krönung , meine Ölheizung komplet durch eine LW-Wärmepumpe ersetzt , war die ertragreichste Investition in den letzten 20 Jahren , rundum sehr zufrieden ! Versuchen Sie soviel als möglich in FB-Heizung zu realisieren , der Aufwand lohnt sich ! Bei den Heizkörpern vor allem auf Niedertempratur-Heizkörper achten . Wichtig ist eine exakte Berechnung von einem wirklichen Fachmann mit genauem Verlegeplan , Esrichqualität , Einzelraumregelung ect . Viel Erfolg.

Zuerst einmal folgendes: Eine FB-Heizung reagiert träge auf Temperaturveränderungen. Du kannst nicht mal eben aufdrehen oder abdrehen, wie beim Heizkörper. Eine Temperaturänderung dauert bei der FB-Heizung bis zu 1,5 oder 2 Stunden - je nach Bauweise. Das heißt, erst wird das Wasser langsam wärmer, dann gibt das Wasser die Wärme ans Rohr und das Rohr die Wärme an den Estrich weiter. Letzterer wird dann langsam durch und durch warm und dann wird es auch im Raum langsam wärmer. 'Beim Abstellen bzw. herunterfahren geht es ebenso langsam. Das macht bei Aprilwetter bzw. im Oktober/November manchen Leuten zu schaffen und die überschüssige Wärme wird durchs offene Fenster nach draußen gelassen. Manche Leute bekommen auch bei Fußbodenheizung geschwollene Füße und haben damit Probleme. Keine Bange, ich will diese Heizungsart nicht schlecht machen, da ich persönlich ein Fan davon bin. Aber es kommt immer darauf an, wie die Anlage berechnet, ausgelegt und montiert wird. Wenn alles passt, wirst Du auch glücklich damit. Weiterhin stellt sich die Frage, wie viele Heizkörper zusätzlich installiert werden sollen. Bei 1 oder 2 Stück lohnt keine zweite Regelgruppe, da sollte man dann lieber auf größere Heizkörper zurück greifen (siehe Ausführung von Dietmar Bakel). Heizkörper würde ich lediglich im Schlafzimmer und eventl. als Zusatzheizung im Bad (auch als Handtuchtrockner) verwenden, ansonsten alles durchgehend mit FB-Heizung. Noch ein Tipp: je enger die Rohrabstände, umso niedriger die Wassertemperatur und umso gleichmäßiger die Wärmeverteilung im Boden. Nichts ist schlimmer, als mit den Füßen zu fühlen, wo ein Rohr ist und wo keins ist. Außerdem achte besonders auf die Qualität des Kunststoffrohres, denn Du willst ja sicherlich nicht nach 5 oder 10 Jahren den gesamten Fußboden rausreißen und nochmal von vorne anfangen. Viel Glück bei der Verwirklichung. Gruß Seniorcamper

Im Mischbetrieb geht das nicht. Die Vorlauftemperatur eines Heizkörpers muß ca. 70C haben, wenn du aber diese Temperatur dann auch in eine Flächenheizung schickst kannst du auf dem Boden nicht mehr stehen und der Raum hat sofort 50C.

Stimmt nicht! Man kann einfach einen Mischer vor die Bodenheizung schalten.

0

Naja, die Raumtemperatur wäre weniger das Problem, da schaltet ja ein Thermostat rechtzeitig ab. Aber die Fußbodenwärme macht mir auch Gedanken und dazu eben auch der Einspareffekt ohne die niedrigere Voraluftemperatur...

In dem anderen Haus soll es gut funktionieren und eine Einsparung von 700 Euro pro Jahr ergeben. Ich muss mir das wohl mal vor Ort anschauen...

0

Moin,

du wirst bei einer Mischanlage um einen geregelten Heizkreis ( sprich Mischer) nicht herum kommen.

Der Zweite Kreis kann ruhig ungeregelt sein.

Damit bekommst du deine Vorlauftemperatur für die Heizkörper UND für die FB Heizung in den Griff!

Gruß Jörg

Was möchtest Du wissen?