Technische Fortschritte im Bereich Musik

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4 Antworten

Na da fällt mir so einiges ein. Im Tontechnikbereich die immer mehr ausufernder "Lodness-war". Hier geht es um den psychoakkustischen Effekt in dessen Zusammenhang die Wahrnehmung eines Songs als besser empfunden wird, wenn er in seiner Durschnittslautstärke (Root Mean Square-RMS-Pegel) höher ist. Hier wurden in den Jahren nach der Bandmaschine und der Kompression durch Bandsättigung digitale und analoge Geräte wie Kompressoren, Exciter, Enhancer etc gebaut die wesentlich stärker verdichten können als eine Bandmaschine oder ein Tape da sie auch eine wesentlich höhere Dynamik zulassen. Durch die Digitalisierung und dem Einzug des Harddiskrecordings sowie der "total recall" Technik hat sich der Aufwand der Aufnahme bis zur fertigen CD/DVD deutlich vereinfacht und zeitlich verkürzt. Früher hatten die Studios 8 Spuren zur Verfügung und jeder Ausrutscher der Band oder der Vocals mußte mühsam geschnitten werden oder neu aufgenommen werden. Heute nimmt man direkt auf 20-30-50 oder sogar mehr Kanälen auf und das in mehreren Takes um später im Studio das beste mit der Maus zusammen zu schubsen. Mono und stereo sehe ich nicht so ganz denn auch Heute noch wird in clubs in mono gespielt und das Audiomaterial das ein Studio verlässt auch auf MONO-Kompatibilität geprüft wird. Heute hat jeder zweite halbwegs ambitionierte Musiker mit einem PC und einer ausgereiften DAW (Digital Audio Workstation) und einem Audiointerface mehr Möglichkeiten als das beste Studio der 50er 60er Jahre. Dank VST müssen Musikinstrumente nicht in real angeschafft werden sondern können als Emulationen geladen werden. Auch Effekte wie EQ´s, Delay, Faltungshall, Flanger, Distortion, Phase uvm. müssen nicht als Rack im Studio stehen sondern können in der DAW als VST plugIn geladen werden. in den 70-80 er Jahren kam auch der MIDI (Music Instruments Digital Interface) Standard der es endlich möglich machte Musiksequenzen geräteunabhängig überall abspielen zu können und es vor allem ermöglichte digitale Instrumente mit einem PC zu steuern. Das wiederum führte zu einer vereinfachten Notation und Notendarstellung da die MIDI Events an sich den Noten und deren Längen etc entsprechen. Es gibt noch so vieles was hier noch erwehnt werden könnte. Vielleicht kannst Du ja etwas genauer eingrenzen was das Thema ist und welche Infos Du genau benötigst.

Grüße Marek

milos94 21.10.2012, 13:36

vielen dank! :)

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Abgesehen davon, dass Funatyc schon ziemlich viel erwähnt hat, will ich noch was zum Loudness War sagen.

Früher wurde darauf Wert gelegt, Musik über High-End-Anlagen zu hören und da Musik noch nicht so schnelllebig war wie heute, konnte man sie auch länger auf sich einwirken lassen. Mit dem Erscheinen der CD ging's dann los mit dem Wahnsinn. Denn die CD als Tonträger öffnete ganz neue Möglichkeiten als die Vinyl. Dementsprechend wurde auch die Musik angepasst - nämlich lauter gemacht.

Das Ganze basiert auf einem psychoakustischen Phänomen, dass lautere Musik eher gehört wird und sich besser verkauft. Nach dieser Facon handeln übrigens auch die Radio- und TV-Sender, v.a. wenn Werbung läuft. ;)

Weil man im digitalen Mastering keine sündhaft teuren röhrenmodulierten Schlag-mich-tot-Geräte mehr braucht, sondern alles als VST-Plugin zur Verfügung steht, vereinfacht sich das Finalizing nicht nur, sondern kann auch direkt völlig übertrieben werden, so nach dem Motto "viel hilft viel". Und das funktioniert so, dass man mit Kompressoren dem Mixdown die Dynamik nimmt ("plattbügeln"), die Lautstärkeunterschiede in den Song-Passagen werden also angeglichen und danach im Pegel angehoben. Normalerweise sollte dann noch was Headroom übrig bleiben, denn bei 0 db ist Schluss und lauter kann man nicht werden (D/A-Wandler in CD-Abspielgeräten schaffen keine Signale über 0 db -> analoges Clipping).

Luft braucht die Musik aber heute nicht, denn heute muss es maximal laut sein. Das Material wird "gebrickwallt", d.h. weiter komprimiert und bis zum totalen Anschlag zusammengequetscht. Dabei werden die Amplituden einfach abgeschnitten und das ist CLIPPING und wiederzuhören in Verzerrungen. Im Wave-Editor sieht derartige Musik wie eine Presswurst aus, es gibt keinerlei Dynamik mehr und beim Anhören klingt sie matschig, unsauber und nur noch nach Lärm.

Man muss hierzu noch sagen, dass man das digitale Clipping sogar noch begrenzen könnte, indem man einfach statt bis zu den heute normalen -6 db RMS, was schon unhörbar laut ist, nur bis -8 db RMS quetscht und / oder einfach sauberer vor dem Limiting komprimiert. Zudem sind heutzutage viele Limiter in der Lage, Intersample-Overs abzufangen. Das sind die Signale, die bei der D/A-Wandlung von CD über 0 db schießen (würden). Macht aber keiner, weshalb heute alle Pop-Produktionen nicht nur gekappte Amplituden haben, sondern auch noch analoge Übersteuerungen. Und das alles nur, damit der Soundbrei auch auf den trendigen iPod-Hörern und Küchenradios präsent klingt. High-End-Anlagen besitzt doch kaum einer mehr. Für die Ohren ist kaputtkomprimierte Musik, wie man sie heute nur noch hört, purer Stress und demzufolge auch wesentlich schädlicher, wenn sie laut gehört wird.

Auch wenn Mastering Engineere predigen, dass die Musik unter dem Loudness War kaputtgeht - es wird weiter alles totlimitiert. Der Durchschnitts-RMS-Pegel lag vor 10 Jahren noch bei -12 db und heute sind -4 (!) db keine Seltenheit mehr.

Die prominentesten Alben, die dem Loudness War zum Opfer fielen und übersät sind mit Verzerrungen (Clipping) sowie aus totem Sound bestehen:

  • Metallica - Death Magnetic (die Guitar Hero-Version klingt besser als die CD!)

  • Red Hot Chili Peppers - Californication

  • Lana Del Rey - Born To Die

sowie die letzten Alben von Wir sind Helden, Amy Winehouse, Madonna, Rihanna, David Guetta, Helene Fischer, Oasis, Muse, Die Toten Hosen, Seeed usw. usf.

Es wird auch nicht aufhören, sondern solange weitergehen, bis der letzte Tölpel wahrnimmt, dass etwas nicht stimmt. Leider wird das ja noch dauern, denn viele finden sogar das Metallica-Album DM noch geil anzuhören. o.O

Jokey24 28.03.2015, 13:29

Ein Beispiel für absolute Brutalität in sachen Klangzerstörung ist der Radiostream von: Extreme 107 FM. Da klirrt und Kreischt es nur noch, von genus kann bei diesem Drecksender nicht die Rede sein.

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Jokey24 28.03.2015, 13:53
@Jokey24

http://radiopartyline.de wäre da noch so ein Beispiel für Brutalität in sachen Tonvergewaltigung!

Da gibt es noch viel mehr Radiostreams die das Audiosignal bis zum geht nicht mehr vergewaltigen, aber der im ersten Kommentar von mir genannte ist das Extremste was ich bisweilen aufgespürt habe.

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E-Bass und E-Gitarre, Verzerrung, elektronisches Schlagzeug würden mir da auch noch einfallen.

milos94 22.10.2012, 21:59

ich wiederhole...

(Vorallem im Bereich des Studios, also Aufnahme der Stimme, und der Instrumente etc) >

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Innenarchitektur, früher Mono, heute Stereo, E-Gitarren noch nicht auf dem Niveau wie heute , tontechnik verbessert (heute Klarer), früher Analog, heute Digital!

mfG

milos94 21.10.2012, 12:52

naja was waren jetz eben bei den aufnahmegeräte wie mikrofon und bandmaschinen wann war das in etwa? und was kam danach?

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milos94 21.10.2012, 12:57
@Br18DRG

sorry aber das bringt mir nichts... ich suche die AUFNAHME geräte...

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milos94 22.10.2012, 22:01
@Br18DRG

da sieht man die entwicklung von ca 50 jahren auch nicht ^^

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