Teamleiter verlangt das Kundengeschenke an einzelne für alle aufgeteilt werden

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20 Antworten

Hallo Monmary,

wenn in einem Raum mit mehreren Leuten 2 davon Geschenke bekommen und der Rest leer ausgeht, gilt zu klären, ob das Geschenk an alle gerichtet war. In deinem Fall gehe ich nicht davon aus.

Mit Verlaub ist es dann dreist, von dem Beschenkten ein Haltung einzufordern, die dem freien Willen, dem freiwilligen Geben unterliegt: Teilen des eigenen Geschenkes. Ergeben sich dann auch noch Nachteile aus diesen Verhalten, dann wird es eng. Ich schlage das klare Gespräch vor. Dass das Geschenk persönlich übergeben wurde/gemeint war und man über ein Teilen bitte selber entscheiden möchte. Was macht der andere Kollege? Sieht er das wir du/dein Mann?

Ansonsten eine Tür weiter gehen. Wehre den Anfängen …

Viele Grüße

Taimanka

Leider ist die rechtliche Bewertung eine andere: Der Arbeitgeber kann sehr wohl diese Haltung einfordern, ganz im Gegenteil, er kann dies sogar als Kündigungsgrund nehmen...

Es ist nicht ein Geschenk, dass Du persönlich erhalten hast, sondern ein Geschenk, dass Du in der von Dir an den Arbeitgeber verkauften Tätigkeit (Arbeitsleistung gegen Arbeitslohn) erhalten hast.

Das mag ungerecht erscheinen, gegen den Willen des Schenkers und dem Moralempfinden des Beschenkten, das Moralempfinden des Arbeitgebers, dem Du Dich verpflichtet hast, sieht es anders. Und der Gesetzgeber auch.

Vorsicht Taimanka, nicht dass Dein Tipp die Kündigung verursacht!

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@Nebajoth

@Nebajoth

Du hast natürlich Recht. Es gibt ein Gesetz.

Das EStG regelt hier Freigrenzen (Freibetrag oder aber kompletter Wegfall des Betriebsausgabenabzuges, § 4 Abs. 5. ).

Und: Auch können Unternehmen die Regelung der Annahme von Geschenken von Geschäftskunden an ihre Mitarbeiten regeln, wie z.B. " Dem Arbeitnehmer ist es untersagt, Geschenke oder Vergünstigungen Dritter anzunehmen". Oder Geschenke bis zu einem bestimmten Wert. Oder Geschenke, die innerhalb eines Tages konsumiert werden können.

Dies ist der rein steuerrechtliche Aspekt bzw. die betriebsinterne Regelung. Und dies war nicht das Anliegen des Fragestellers.

Du führst hier den Gesetzgeber, also ein Gesetz an, welches bei Nichtbeachtung zur Kündigung führen kann.

Hmm, es wäre sehr hilfreich - erst mal für den Fragesteller und ich bin selbstverständlich auch neugierig auf dieses Gesetz - deine wichtige Warnung auch entsprechend eindeutig zu belegen.

Magst du dieses bitte nachreichen?

Danke und Gruß

Taimanka

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Na teilen, wo liegt das Problem? Wegen ein paar Flaschen Wein zu streiten bringst ja nicht. Abgesehen davon ist das ja nicht ein Geburtstagsgeschenk oder so sondern ein Geschenk für eine Leistung während der Arbeitszeit.

Inwieweit ist es relevant, dass der Teamleiter "Zeuge Jehovas" ist?

Ich würde bei der versteckten Drohung "wenn Ihr nicht macht, was ich sage, dann XY" mal (zusammen mit anderen Kollegen) seinen Chef fragen, ob dieses Verhalten dem Firmenkodex entspricht.

Schwierige Sache. Ich darf hier .z.b keine Geschenke annehmen, die den Wert von 5€ übersteigen. Ausnahme nur, wenn die Auifmerksamkeit an das komplette Team gerichtet ist! Wenn ich dann doch etwas erhalte, nur für mich persönlich und es 5€ übersteigt, muss ich es der Teamleitung übergeben und die Geschäftsleitung muss zustimmen! Andernfalls wird es zurück gesendet wenn man es nicht "aufteilen" kann.

Da muss im Betrieb unbedingt eine Regelung getroffen werden. Wie es nun gesetzlich aussieht, kann ich nicht genau sagen. Ich denke mir aber, das der Betrieb ein Wörtchen mitzureden hat, da dein Mann dieses Geschenk ja immerhin in seiner Funktion als Arbeitnehmer und nicht als Privatperson erhalten hat!

Ich habe schon häufig Päckchen von sehr zufriedenen Kunden erhalten. Und auch die Begleitschreiben waren explizit an mich gerichtet: "....Vielen Dank für.... Problembehandlung... freuen uns.. Weiterhin... sehr gute.... Zusammenarbeit.."

Und wenn es Pralinen oder Plätzchen waren, habe ich natürlich mit meinen Kollegen und Kolleginnen geteilt. Aber mit wem sollte ich eine Taschenkalender-Hülle aus Leder mit meinem eingravierten Namen teilen?

Und wenn ich einen seltsamen Chef gehabt hätte, der mir da Vorschriften machen will, würde er keinen Wein bekommen. Er kann sich selbst einen guten Wein leisten.

Außerdem würde ich mich sofort in ungekündigter Stellung weg bewerben. Da wäre mir das Arbeitsklima nicht sauber genug.

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Also, das die Geschenke von einem Kunden an alle verteilt werden, damit könnte ich ja noch leben. Würde mir aber mein Teamleiter sowas sagen das etwas für bestimmte Personen zu gut oder zu teuer ist, würde ich von dem Teamleiter eine Entschuldigung verlangen oder das auf jedenfall an die nächst höhere Instanz weitergeben.

Bei sowas ist mir dann auch komplett egal wo weit dieser Mensch über steht, denn bei solchen Dingen reagiere ich immer sofort ohne nachzudenken.

Ob er nun einer Sekte angehört, Christ oder Moslem ist, ist dabei egal, so eine Meinung ziemt sich nicht, und schon gar nicht für jemanden mit Personeller Verantwortung.

Ich finde das okay, schließlich bekommen fast immer die gleichen Leute Zuwendungen, während andere leer ausgehen. Ich halte es im Restaurant und beim Friseur auch für angebracht, dass es eine Trinkgeld-Spardose für alle gibt, die dann gerechterweise auch auf alle aufgeteilt wird. So bekommt der Koch in der Küche und die Auszubildende beim Friseur, die nur Zuarbeiten geleistet hat, auch ihren Anteil.

bei uns wurden geschenke auch immer an alle verteilt,wurden immer in etwa gleich große sortimente zusammengestellt und mit losen gezogen.es gab immer welche die dann getauscht haben

Ich finde, es gebietet schon der Anstand, dass man Lieferantengeschenke (ich denke, das ist es, was du meintest, Kunden verschenken seltenst etwas) mit den Kollegen teilt, gerade dann, wenn es sich so einfach aufteilen lässt, wie z.B. eine Kiste Wein. Dabei ist es ziemlich egal, was für eine Religionszugehörigkeit der Abteilungsleiter hat.

Allerdings finde ich dann wieder die Aussage, der Wein wäre "zu gut" für die Leute aus der Versandabteilung absolut daneben. Glauben die denn, sie sind Bessermenschen, nur weil sie sich bei der Arbeit nicht körperlich anstrengen müssen? Ich würde an Stelle deines Mannes ehrlichgesagt diese Haltung der Kollegen mal hinterfragen und die Kiste jetzt einfach erst einmal dem Versand überlassen. Zwingen kann ihn tatsächlich niemand dazu, ein Geschenk zu teilen.

Ich würde mit dem Vorgesetzten des Teamleiters und auch mit dem Leiter der Versandabteilung darüber reden. Oder ich würde mir einen Rat beim Betriebsrat einholen. Außerdem würde ich mich über die diskriminierende Bemerkung über die Leute aus der Versandabteilung beschweren.

Wir sammeln die Kundengeschenke immer vor Weihnachten auf einem Tisch. Bei der Weihnachtsfeier werden dann für alle Geschenke Lose gemacht und jeder darf ein los ziehen. Alle freuen sich. Bei der höheren Ebene läuft es schärfer. Die Lose werden auf der Weihnachtsfeier versteigert. So kamen letztes >ahr 5.500€ zusammen. Da hat der Chef noch 4.500€ drauf gelegt und der Scheck von 10.000€ ging an ein Kinder-Sterbehospiz. Das stand sogar in der Zeitung und viele Kunden sprachen uns darauf an und fanden das auch gut. Eben Weihnachten für alle.

frohe Weihnachten und ein fröhliches neues Jahr Dagwyna.

Das finde ich super!!!

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wie ist die Regel im Haus, wie war es in der Vergangenheit? Das wäre für mich eine Richtlinie.

Vorsicht bei Geschenken!

Der Arbeitgeber ist der Geschäftsherr, für den der Mitarbeiter bezahlt arbeitet. Damit ist seine Arbeitsleistung und eventuelle Zulagen für "Freundlichkeit" abgeglichen. Daher kann der Arbeitgeber über den Umgang der Mitarbeiter mit Kunden, Lieferanten etc. bestimmen. Eine Bestimmung ist auch, wie mit Geschenke jeglicher Art umzugehen ist. Er kann sie verbieten oder sie in sammeln und verteilen, und das sogar innerhalb gewisser Regeln willkürlich.

Geschenke sind sogar so weit mit Vorsicht zu genießen, da sie sogar gegen § 299 StGB verstoßen können: Bestechlichkeit. In einem Fall des Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Az. 9 Sa 572/08) wurde der Wert des Geschenkes sogar relativ niedrig angesetzt, mehr als eine Flasche Wein reicht: "Da es sich damit um ein Geschenk handelte, was jedenfalls den Wert eines üblichen Gelegenheitsgeschenkes wie zum Beispiel einer Flasche Wein erheblich überstieg, war die Feststellung des genauen Werts der überlassenen Eintrittskarte rechtlich nicht geboten." (Hier an die Führungsebene!) Insofern: Egal, wie teuer das Geschenk war, mehr als eine Flasche Wein muss mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden, und kann nicht einfach angenommen werden.

Für den Arbeitnehmer traurig, denn gerade an die Privatadresse geschickte Geschenke können Probleme verursachen, wenn man in Geschäftsbeziehung steht. Denn hier ist der Verdacht einer Bestechung naheliegend. Was verheimlicht der Arbeitnehmer noch, was er an Geschenken bekommen hat, aber nicht offenlegt?

Das eigentliche Problem, dass sogar eine fristlose Kündigung nach sich ziehen kann, liegt im Folgenden: Der Arbeitnehmer zeigt, dass er bedenkenlos seine eigenen Interessen (Einbehalt eines Geschenkes) in der Geschäftsbeziehung verfolgt, und nicht die seines Arbeitgebers (Abgabe aller Einnahmen aus der Geschäftsbeziehung).

Kurzum: Man wird von einem Arbeitgeber bezahlt, seine Interessen zu wahren, auch in der Geschäftsbeziehung. Daher gehören die Geschenke ihm, er kann damit verfahren, wie er will, unabhängig vom Schenker (oder wollte er tatsächlich den Arbeitnehmer bestechen oder ihm eine Sonderzahlung geben - am Arbeitgeber vorbei). Somit kann schon die Diskussion darüber schwierig sein (Was, der Arbeitnehmer verfolgst seine eigenen Interessen im Bezug auf die Geschäftspartner der Firma). Ich hoffe, der Arbeitgeber schätzt das nicht wirklich so ein, denn dann kann die Diskussion schädlich sein.

Allerdings solltest Du in Deinem konkreten Einzelfall einen Anwalt Deines Vertrauens fragen, da hier auch noch der Arbeitsvertrag und evtl. Regelungen oder Weisungen im Betrieb eine Rolle spielen. Vielleicht kann es Sinn machen, den Vorgesetzten oder Geschäftsführer zu fragen - aber vorsicht, der Schritt sollte überlegt sein.

@Nebajoth

Okay, jetzt verstehe ich was du meinst und stimme dir selbstverständlich zu. Bei einer doch so argwöhnischen Einstellung, sprich der Vermutung, schnell unter die Bestechlichen oder Bestechenden zu gehören, wenn man Geschenke annimmt, würde ich Geschenke auch per se ablehnen.

Das hört sich etwas nach schlechter Erfahrung an, die du vilt. gemacht hast.

Schade, dass die Wertschätzung und Sympathie, die auch mit Geschenken in Geschäftsbeziehungen zum Ausdruck gebracht werden soll, bei so einer Haltung dann gänzlich auf der Strecke bleibt.

Gruß

Taimanka

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was wäre denn bei 1 Flasche Wein gewesen?

Fair wäre es gewesen, das einigermaßen gleichmäßig aufzuteilen - eine Pflicht besteht jedoch nicht.

Hier war die Erwiderung, dass der Wein dafür zu gut/teuer wäre (!!).

So eine Frechheit! Sollte das herabwürdigend auf die Mitarbeiter sein ? Ohne Sie würde die Firma nicht laufen, macht das dein Chef klar.

Bei uns wurden Kundengeschenke gesammelt, dann auf der Weihnachtsfeier per Losverfahren unter allen Mitarbeitern verteilt. Diese Idee halte ich für ideal.

von einem seiner Großkunden hat mein Mann ein Kiste Wein bekommen,

sicherlich als anerkennung ,sodass dein mann den vorschlag,die versandabteilung zu bedenken,umsetzen sollte.

Bei so einer Antwort, dass der Wein zu teuer wäre, hätte ich meine Flasche genommen und sie im nächsten Waschbecken geleert. Ich hätte gesagt, mir war der Wein zu billig.

Wenn die Kundengeschenke an alle verteilt werden sollen, dann auch wirklich an alle, egal, wo sie arbeiten. Wie kann man nur sagen, der Wein ist für diese Leute zu teuer?

Bei uns werden eingehende Geschenke zur Weihnachtsfeier unter der Belegschaft verlost.

Ja, ist auch eine schöne Idee. Aber ich würde mich wohl ärgern, wenn ausgerechnet der Teamleiter eine oder mehrere dieser Flaschen gewinnen würde.

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