Taugt das Altenheim? Was für Alternativen möglich?

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9 Antworten

Hallo adavan, du könntest die Frage auch gleich an Herrn Bahr schicken, aber ich weiß nicht ob er es auch so sieht, denn der Pflegenotstand ist schon längst Einzug gehalten. Das Hauptproblem ist zu wenig Personal, alles zu Teuer und es fehlt auch eine vernünftige Organiesation des Personals. Man kann auch bei dem Teuer sagen, zu wenig Geld zur verfügung. Aber die Kosten sind Emens gestiegen, gegenüber, was der kleine Rentner da zu bekommt. Das Ganze ist nach wie vor zu Ungerecht verteilt, manche haben viel zu viel Geld und manche sind Arm wie eine Kirchenmaus. Aber es ist immer das gleiche, wo es vom Gesetzlichen geregelt werden muß, keiner will mal den Nagel auf den Kopf schlagen und denen mehr belaßten die schon viel haben. Die bekannte Schere geht immer mehr auseinander und keiner will sich beschmutzen, aber alle halten ihre Hände auf. Und im Pflegebereich geht langsam die Sonne unter, daß ist die Wirklichkeit."

Der Staat hat am wenigsten davon. Denk dir mal, alle Senioren würden künftig von Anverwandten gepflegt. Da könnten einige Heim dicht machen. Und die Verwandtschaft, nun ans Haus gebunden könnte nicht arbeiten und keine Steuern zahlen. Examinierter Altenpfleger ist was was man gelernt haben sollte. Und auch angemessen bezahlt kriegen sollte.

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@adavan

Hallo adavan, da bin ich doch voll auf deiner Seite, solche Arbeit wird zu wenig bezahlt, denn es ist unter uns gesagt manchmal harte Arbeit und es wird von allen nicht so gesehen, besonders die Vorgesetzten nicht und die Politik trägt viel dazu bei."

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Ich glaube, dass "Omma" in einem schlechten Heim ist. Kannst du möglicherweise eine Verlegung erreichen? Alle Heime sind chrionisch unterbesetzt und die Pflegerinnen haben viel zu tun. Aber es muss organisatorisch möglich sein, die Heimbewohner sauber zu halten und ihnen das Essen und Trinken in der gewünschten Form zu reichen (Das ist ja wohl die Mindestanforderung). Da meine Mutter auch in einem Heim ist, kann ich beurteilen, dass es auch anders geht: Vormittags Beschäftigungstherrapie mit den alten Leutchen, nachmittags ist meine Mutti dann froh, dass sie ausruhen und schlafen kann.

Wir haben uns im Vorfeld verschiedene Heime angesehen. Ist ja immer so ne Sache mit den "Führungen" durch die Heimleitung. Wie es dann in der Realität aussieht, merkt man erst später. Ich hörte auch schon von besseren Heimen, dass da die Verwandten zum Füttern kommen müssen, weil sonst das Essen unangetastet wieder abgeräumt wird. Oder keine frischen Getränke da oder in Reichweite sind.

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@adavan

Dann ist vielleicht die Lösung mit den privat engagierten Pflegerinnen eine Option. Ist "Omma" geistig noch fit? Dann ist die Pflege vielleicht auch mit Nachbarschftshelferinnen zu organisieren. Einen Teil können ja auch Familienmitglieder übernehmen.

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@Schuhu

Geistig leider im Abbau begriffen. Dazu kommt ne Portion Starrsinn (früher schon) und Misstrauen. Sollten wir uns für private Pfleger entscheiden, wird das nicht einfach.

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@adavan

Ich habe meine Mutti, die inzwischen völlig dement ist, eine Zeit zu Hause versorgt. Das ist sehr anstrengend - und die Verwandte, die mit der Pflege beschäftigt sind, müssen sehr aufpassen, dass sie nicht "aus der Liebe fallen". Es gibt, auch wenn man doch weiß, wie es um den alten Menschen steht, auch Streit und Gefühlsausbrüche (auf beiden Seiten). Man muss sich überlegen, ob man die Kraft hat, dies über Jahre auszuhalten.

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@Schuhu

Du brauchst aber jemand zweites in petto. Ich bin alleine. Hab außerdem Hund und einen großen Garten. Was, wenn ich selber krank werde? Einkaufen gehe oder andre Termine wahrnehmen muss? Meine Schwester ist gesundheitlich angeschlagen und mein Bruder wohnt nicht hier. Ich würde sie pflegen keine Frage, aber wie?? Wie kann man eine lückenlose Pflege am besten organisieren?

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@adavan

Lückenlos geht das wirklich nur mit Profis. Tagsüber kann sie in die Tagespflege (ca. 7 Stunden). Kann sie nachts noch allein sein? (Mit Notfallknopf am Bett?) Dann könnte es sein, dass das Engagieren einer Pflegerin reicht.

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@Schuhu

Tagespflege geht nicht wegen des dritten Stockes (altes Haus ohne Aufzug)

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@adavan

Umziehen wird wohl unumgänglich sein. Aber sie wäre in ihren Möbeln und die Räume wären nach ihrem Geschmack gestaltet.

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Noch was: Du schreibst, man sagte Dir, es sei nicht erlaubt, dass du den Hintern abwischt und eine Einlage einlegst.

Da reden die Richtigen: Also, ich habe als Zeitarbeitskraft in verschiedenen Altenheimen gearbeitet und vor allem zum Schluss hin (ich habe nur eine 2 monatige Crashausbildung) wurde ich genötigt, Behandlungspflege zu machen (Medikamente, Spritzen, Wundversorgung, etc...). Als ich mich weigerte, wurde ich vom Heim abgemeldet und bekam die Kündigung.

Was ich damit sagen will: Wenn du jemanden im Altenheim hast, musst du schon fast damit rechnen, dass die Angehörigen von jemanden versorgt werden, der gar nicht die nötige Ausbildung und über das nötige Wissen verfügt.... Und das Tollste: Wenn etwas schiefgeht haftet die Pflegehilfskraft mit dem Privatvermögen, denn keine Versicherung zahlt.... und strafrechtlich drohen dann auch viel härtere Strafen, als wie wenn eine Fachkraft etwas vergeigt hat... Es ist nämlich so wie beim Straßenverkehr: Grundpflege = waschen, Essen eingeben, lagern, mobilisieren ist vergleichbar mit Fahrradfahren. Dafür braucht man keine Fahrerlaubnis... Irgendwann in der Grundschule wird eine Fahrradprüfung abgenommen, wer sie nicht besteht, darf trotzdem weiterhin mit dem Fahrrad unterwegs sein. Behandlungspflege = Spritzen, Medikamente, Infusionen, Absaugen, Trachelekanüle auswechseln, etc.... ist vergleichbar mit Autofahren: Dafür brauchst man unbedingt einen Führerschein. Wer mit Führerschein einen Unfall baut, für dem zahlt die Versicherung und wird mit einer Geldstrafe, im Worst-Case mit einer Bewährungsstrafe davon kommen. Wer aber ohne Führerschein einen Unfall baut, dem nimmt die Versicherung in Regress. D. h. der zahlt den Schaden privat und strafrechtlich drohen eine Freiheitstrafe, die evtl. auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wird. Das interessiert aber die Heime nicht und meine ehemalige Leihbude hat das auch nicht interessiert.

Also, du hast du Möglichkeit, eine polnische 24-Stunden-Betreuung zu organisieren. Die kostet dich ca. 1.200 Euro netto plus Verpflegung und Übernachtung.... und natürlich die Miete für die Wohnung. Die polnische Dame ist also rund um die Uhr bei deiner Mutter und nur für deine Mutter zuständig und sonst für niemanden und fährt dann nach 6 Wochen wieder heim nach Polen. Dann kommt eine andere polnische Dame und die bleibt dann wieder 6 Wochen und die wechseln sich halt dann ab..... Wenn du eine deutsche Dame haben möchtest, zahlst du wesentlich mehr als im Heim. Ich glaube aber, dass da die Pflegekasse nichts dazu zahlt. Aber wenn du für eine Dame 1200 - 1500 Euro zahlst, dann dürfte das auch nicht mehr sein, als wenn du sie in ein deutsches Heim gibst und die Pflegekasse zahlt dazu.

Hi, das so pauschal zu beantworten ist immer schwer. Wie bereits beschrieben, gibt es eine Fülle an Alternativen. Vom Betreuten Wohnen bis hin zu ausländischen Betreuern. Hier findest Du vielleicht noch ein paar nützliche Tipps: www.alten-pflegeheim.org

Wenn es dir möglich ist, hol deine Oma nach Hause.

Wir haben keinen Pflegenotstand. Es ist nur so, dass die Heime sich Geld sparen wollen und niemanden einstellen.

Einen Katheter darf man nur legen, wenn man selbst nicht mehr Wasser lassen kann. Wenn man inkontinent ist und sich die Blase vollständig entleert, ist es Körperverletzung einen Katheter zu legen. Es ist unangenehm und kann zu Blasenentzündung führen. Das ist eindeutig Körperverletzung!!!!!!

Diese Zustände wirst du in fast jedem Heim vorstellen....

Pflegenotstand: Ja.

Schuld des Personals: Nein.

Es ist schon seltsam, daß sich immer die Angehörigen massiv beschweren, die ihre "Alten" zu Hause nicht haben wollen (oder auch nicht haben können).

Das Personal in Altenheimen leistet schier Unfassbares. Offene Stellen werden aus Kostengründen nicht besetzt, die Pfleger/innen haben viel zu viel Patienten, um die sich zu kümmern ist.

Hast du eine Alternative anzubieten?

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@adavan

Es gibt durchaus Alternativen.

Wenn man nicht berufstätig ist, kann man zu Hause pflegen.

Wenn man es einrichten kann, kann man sich auch für ein Jahr beruflich freistellen lassen.

Man kann sich auch jemand ins Haus nehmen, der die Pflege übernimmt, oder zumindest einen großen Teil der pflegerischen Aufgaben.

Von unseren "Alten" war noch nie jemand ins Heim gegeben worden, auch die Generation, die jetzt in das Alter kommt, wo Pflege absehbar ist, werden zu Hause versorgt.

Ich weiß, daß das unheimlich viel Arbeit ist, viel Geduld kostet, daß man sich total hintanstellen muß und daß es Kraft ohne Ende kostet. Aber das (ich zumindest) ist man seinen "Alten" irgendwie auch schuldig. Als ich klein war, oder krank oder Hilfe bedurfte, waren meine Eltern immer für mich da, auch wenn es ihnen vielleicht zeitlich so gar nicht in den Kram passte.

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wenn es irgendwie machbar ist, dann hol "die Omma" wieder nach Hause. das, was du schreibst, ist leider kein Einzelfall mehr. es ist entwürdigend für die alten Menschen so behandelt zuwerden. Maches so, dass du dir Privatpflege holst . reich Widerspruch beim MDK ein, stell einen neuen Antrag. geh sonst zum sozialverband,falls der nicht schon mit im spiel ist. es ist doch ein grausamer gedanke, einem Menschen so die Würde zu nehmen indem man ihn einfach einen Dauerkatheter legt, aus Zeitgründen!! man bekommt eine wahnsinnige Angst davor ,älter zu werden und selbsgt mal auf "Hilfe" angewiesen zu sein. Holt sie da raus.

Neubeurteilung ist angeleiert.

Rausholen wäre nicht das Problem (sie möchte ja unbedingt wieder in ihre Wohnung, vertraute Umgebung): Nur, die ist in der 3. Etage, kein Aufzug. Klo und Bad nicht seniorengerecht. Türschwellen etc. etc.

Es hat keiner von uns Geschwistern 24h täglich Zeit! Und man möchte sie ja in guten und fachkundigen Händen wissen.

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@adavan

Es gibt eine 24-Stunden-Betreuung. Sie muss ja nicht unbedingt jeden Tag raus....., wenn eine 24-Stunden-Betreuung hat. Und was das nicht seniorengerechte Bad betrifft: Ich hab mal im ambulanten Dienst eine Dame gehabt, die wog 100 kg. Sie konnte kaum laufen. Es war auch kein Aufzug im Haus. Aber sie hatte außer dem ambulanten Pflegedienst noch eine 24-Stunden-Betreuung. Ich habe sie in ihrem sehr engen Bad einmal die Woche geduscht und ansonsten auf dem Toilettenstuhl gewaschen. Das dürfte kein Problem sein. Glaub mir.

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Also, wenn ich gewisse komentare hier lese und auch deine Beschreibung, fallen mir fast die augen raus.

Pflegenotstände haben wir, es werden auch weniger Pflegekräfte eingestellt und dadurch haben Pflegekräfte mehr Patienten /Bewohner. Aber ich persönlich hätte ein total schlechtes gewissen, wenn ich einer 90 Jährigen Zucker unterwerfe oder sie "Stundenlang" auf Toilette sitzen lasse(n muss). Ich geb mir jede mal mühe, ees allen gerecht zu machen und bis jetzt klappt es auch wunderbar.

Ich glaube deine Mutter?Oma? ist im Falschen Heim. Es gibt sollche Heime leider, aber es gibt auch andere. Heimleiter/Pflegedienstleiter reden immer alles schön(nicht nur bei Angehörigen, sondern auch um neue Pflegekräfte zu finden). Was leider in der Realität niccht so ist. Z.B. ein hoher Pflegeschlüssel sagt garnichts aus, da auch Auszubildene mitgezählt werden die z.B. auch garnicht da sind weil sie im Blockunterricht in der Schule sind.

Alternativen wäre natürlich Ambulanterpflegedienst mit erneuten versuch einer Pflegestuffe. (Ist strafbar und bla aber einfach bisschen übertreiben).

Andere alternative ganz klar: anderes Heim suchen, ambesten mit gutem Ruf von bekannten oder soetwas?

Als weitere wäre die Dame nachhause zu hollen und familienangehörige Pflegen lassen, was nict immer einfach ist, Pflege ist sehr "anstrengen" für den Körper und grade für die Psyche, ich als (fast) Altenpfleger könnte niemals! meine Familienangehörigen pflegen. Komisch oder? weil ichs täglich bei 20 anderen "Oma´s und Opas" mache. Aber Familie ist etwas anderes.

Vllt hilft auch einfach nur eine Beschwerde? Wobei ich von vielen Kolgen weiß, dass sie schlecht über angehörige reden weil sie sich ja "immer beschweren und man nie was recht machen kann".

Puh, ja ich glaube mehr kann ich grade nicht helfen, vllt fält mir ja sonst noch etwas ein :)

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