Tauglichkeit auch bei FF?

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"Muss man dort auch vor der Aufnahme eine Tauglichkeit ablegen?"

Jein, es gibt FF die eine Tauglichkeitsuntersuchung verlangen. Anderen ist das relativ egal. Die Feuerwehrgesetze der Bundesländer geben aber m.W. jedem Träger Brandschutz die Möglichkeit eine Tauglichkeitsuntersuchung zu fordern.

Hallo Zoe2907,

wie so oft bei der Feuerwehr als kommunale Einrichtung: Das regelt jede Wehr so, wie sie es für richtig hält.

Bis vor einigen Jahren war im Bereich der Feuerwehr oftmals lediglich die Arbeitsmedizinische Untersuchung "G 26.3" bekannt, welche die Voraussetzung für das Tragen von schwerem Atemschutz ist. Einige Feuerwehren haben das Bestehen dieser Untersuchung bei allen (jüngeren) Neueinsteigern vorausgesetzt (O-Ton eines ehemaligen Vorgesetzten von mir: "Wenn ein 18-, 19- oder 20-jähriger, junger Bursche diese Untersuchung schon nicht schafft - dann habe ich große Zweifel daran, dass er langfristig überhaupt diensttauglich ist...").

Andere Wehren, vor allem solche mit eh schon zu wenig Personal, haben die G 26.3 nicht als Voraussetzung betrachtet und auch sonst keinerlei ärztliche Untersuchung gefordert. Da wurde dann quasi alles genommen, was halbwegs gesund aussah und laufen konnte...

Heute sieht man das ein wenig differenzierter. Vor allem die Unfallkassen drängen immer mehr darauf, dass der freiwillige Feuerwehrmann auch ohne besondere Funktion (Taucher, Atemschutzgeräteträger oder Höhenretter) ein Mindestmaß an Gesundheit mitbringt und dieses auch nachweist.
Der zunehmende Personalmangel hat zudem auch in den Wehren, die zuvor die G 26.3 als Mindestvoraussetzung angesehen haben, ein Umdenken herbeigeführt und dafür gesorgt, dass ein Nichtbestehen der Untersuchung nicht zwangsläufig eine Dienstuntauglichkeit darstellt, sondern die Person eben "nur" diese oder jene Aufgabe nicht ausüben kann.

Die Feuerwehr-Unfallkassen haben deshalb vor einiger Zeit eine Broschüre "Entscheidungshilfe für die Praxis: Gesundheitliche Eignung und Funktion in der Feuerwehr" herausgebracht in der aufgelistst ist, welche gesundheitlichen und fachlichen Voraussetzungen für welche Funktion innerhalb der Feuerwehr erforderlich ist bzw. sein sollte: (Infos und Download hier: https://www.hfuknord.de/hfuk/praevention/projekte-und-aktionen/entscheidungshilfe-eignung-und-funktion.php )

Das sind allerdings nach wie vor nur Handlungsempfehlungen der Unfallkassen - d.h., im Endeffekt kann nach wie vor jede Feuerwehr selbst bestimmen, ob und wie sie ihre "normalen" Kameraden/innen (mit Ausnahme von Sonderfunktion wie AGT etc.) untersuchen lässt.


Es gibt eine allgemeine ärztliche Untersuchung, aber die besteht jeder der bei normaler Gesundheit ist.

Einen Tauglichkeitstest wie er z.B. in den USA üblich ist gibt es in Deutschland normalerweise nicht.

Kann man sehr schön daran erkennen, daß bei FFW´s in Deutschland durchaus auch Menschen mit leichten Behinderungen oder körperlichen Einschränkungen anzutreffen sind. Die sind dann zwar nicht für alle Aufgaben tauglich, aber so lange der allgemeine Gesundheitszustand in Ordnung  ist steht dem aktiven Dienst (  möglicherweise eingeschränkt... )  in einer FFW grundsätzlich nichts im Weg.


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