Taufe egoistisch?

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31 Antworten

Hallo Duracraft91,

Du hast völlig recht, die Taufe eines kleinen Kindes ist etwas Aufgezwungenes! Und wenn man sich ein wenig mit der Bedeutung der christlichen Taufe beschäftigt, erkennt man, dass die Kleinkindertaufe in den Augen Gottes keinerlei Gültigkeit besitzt.

Natürlich ist die Taufe ein christliches Erfordernis. Durch sie wird zum Ausdruck gebracht, dass sich der Betreffende Gott vollständig und rückhaltlos durch Jesus Christus hingegeben hat, um fortan seinen Willen zu tun.

Jesus Christus erwähnte die Notwendigkeit der Taufe als er an seine Jünger folgenden Missionsauftrag weitergab: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge.“ (Matthäus 28:19, 20)

Auch wenn es sich bei der Taufe um eine symbolische Handlung handelt, so ist sie wie Jesu Worte hier zeigen, für einen Christen dennoch ein wichtiges Erfordernis. Sogar Jesus selbst ließ sich taufen, wie das z. B. aus dem Bericht im Markusevangelium hervorgeht: "Im Laufe jener Tage kam Jesus von Nạzareth in Galilạ̈a und wurde von Johạnnes im Jordan getauft. Und sogleich, als er aus dem Wasser heraufkam, sah er die Himmel sich teilen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabkommen;" (Markus 1:9, 10) Allerdings hatte seine Taufe eine andere Bedeutung, als die oben beschriebene Taufe. Durch seine Taufe im Jordan stellte sich Jesus dar, um den Willen Gottes zu tun. Wenn man die Taufhandlungen, so, wie sie in der Bibel beschrieben werden, genau betrachtet, so fällt auf, dass der Täufling vollständig im Wasser untergetaucht wurde. Das ist auch in Übereinstimmung mit dem griechischen Wort "baptizin" für "taufen", was soviel wie "untertauchen" bedeutet.

Das Untertauchen bedeutet, dass der Betreffende hinsichtlich seines bisherigen Lebens stirbt und durch das Emporheben aus dem Wasser für ihn ein neues Leben beginnt. Von nun an ist der Täufling bereit, Gottes Willen an die erste Stelle zu setzen.

All das zeigt, dass nach der Bibel keine kleinen Kinder getauft werden sollten, da sie noch nicht in der Lage sind, zu begreifen, was der christliche Lebensweg überhaupt ist und was er alleseinschließt. Die Kindertaufe wurde erst später (nach dem 1. Jahrhundert u.Z.) eingeführt.

LG Philipp

Philipp59 02.11.2017, 13:28

Vielen Dank für den Stern!

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Kessy04 02.11.2017, 22:09
@Philipp59

Das Untertauchen bedeutet, dass der Betreffende hinsichtlich seines bisherigen Lebens stirbt und durch das Emporheben aus dem Wasser für ihn ein neues Leben beginnt. Von nun an ist der Täufling bereit, Gottes Willen an die erste Stelle zu setzen.

Das ist so nicht  richtig! Aber mir ist schon klar, dass du als Zeuge Jehovas Jesus Christus (nicht nur in Bezug auf die Taufe) ausklammerst.

Mit der Taufe bezeuge ich, dass ich MIT CHRISTUS GESTORBEN (untertauchen), BEGRABEN (mit Wasser bedeckt sein) und AUFERSTANDEN (wieder auftauchen) bin zu neuem Leben in Jesus Christus. Das setzt voraus, dass ich Jesus Christus und sein Werk am Kreuz für mich in Anspruch genommen und Ihn angenommen habe als meinen HERRN und HEILAND. Das wiederum setzt voraus, dass ich erkannt habe, ein Sünder zu sein, der bisher ohne Gott und seinen Sohn Jesus Christus lebte und Vergebung und Rettung braucht durch das Blut Jesu Chisti.

Und dadurch erhalte ich ewiges Leben in der Herrlichkeit bei Gott.

Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2. Korinther 5, 17

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Philipp59 03.11.2017, 05:45
@Kessy04

Wie kommst Du denn darauf, dass Zeugen Jehovas Jesus Christus ausklammern? Nach Matthäus 28:19,20 wird auch bei uns die christliche Taufe "im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes" durchgeführt (was nicht notwendigerweise als Taufformel zu verstehen ist).

Nach unserer Taufe ist unser ganzes Leben davon geprägt, den Fußstapfen Jesu genau nachzufolgen (1. Petrus 2:21).

Und selbstverständlich erkennen wir an, dass wir zur Vergebung und Rettung das von Jesus Christus vergossene Blut benötigen. Diese Lehre gehört doch zu den Grundpfeilern christlichen Glaubens!

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Kessy04 04.11.2017, 22:41
@Philipp59

Vielleicht seinen Fußstapfen nachzufolgen, ja, aber das machen auch Ungläubige, sich hier und da Jesus Christus als Vorbild zu sehen. Ihr seht in ihm nur einen Propheten oder Engel,

für mich ist er mein HERR und HEILAND, mein Retter!

So seht ihr ihn nicht. Ihr redet nur von JEHOVA, Gott, aber nicht von Jesus Christus, weswegen ihr euch ja auch nicht Christen nennt, sondern Zeugen Jehovas.

Ihr redet nicht von Vergebung aller Schuld und Sünde durch Jesu kostbares, reines Blut, dass vergossen wurde am Kreuz.

Ihr glaubt nicht an ein ewiges Leben im Himmel, in der Herrlichkeit bei Gott, sondern irgendwann mal hier auf der Erde, nachdem ihr eine Weile tot wart. Im Nichts.

Und es sind auch nur 144.000 Menschen, die in diesen Genuss kommen. Wer das sein wird weiß man nicht, alle müssen bibbern und möglichst viele "Wachttürme" und "Erwachtet" verteilen und was weiß ich noch alles leisten.

Mit den 144.000 ist aber das Volk Israel gemeint, und nicht das "Volk" der Zeugen Jehovas!

Jesus Christus selbst sagt:
Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6, 37

und

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Johannes 14, 6

Diese Verse zitiert ihr komischerweise nicht.

Ich muss keine Angst haben, ich weiß, dass ich einmal ewiges Leben und Gemeinschaft mit meinem Herrn und Gott haben werde. Durch Jesu Blut und seine Auferstehung!

Ihr Zeugen Jehovas glaubt nicht an das HEIL IN CHRISTUS!

Es steht aber so geschrieben:

Apostelgeschichte 4, 10-12:

so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kund: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten - in diesem Namen steht dieser gesund vor euch. Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verachtet, der zum Eckstein geworden ist.

Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.
Und das tut mir sehr leid für euch Zeugen Jehovas....
Hier seid ihr blind für die Wahrheit und leider Irrlehrer.

LG Kessy



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Als Säugling kannst Du natürlich nicht darüber entscheiden, ob Du getauft werden willst. Du wächst aber in einer Gemeinschaft auf, die die christlichen Werte lebt.

Deshalb triffst Du bei der Firmung römisch-katholischen Firmung oder der evangelisch-lutherischen Konfirmation als Jugendlicher bewusst die Entscheidung, ob Du dieser Gemeinschaft weiter angehören willst.

Es ist viel leichter, eine Gemeinschaft wie die Kirche zu verlassen, als erst als Jugendlicher oder Erwachsener einzutreten.

Ich kann zwar keine Prognose stellen, kann mir aber vorstellen, daß von den westlichen Jugendlichen, die im Islam eine religiöse Heimat suchen, viele ohne Religion und christliche Werte aufgewachsen sind. Denn auch im Christentum gibt es religiöse Pflichten.

Vom Apostel Paulus stammt der Satz: „Prüft alles und behaltet das Beste“.

Das zeichnet für mich einen mündigen religiösen Menschen jeder Konfession aus.

Auch Glaubensvertreter sind Menschen und nicht immer gute Vorbilder. Dies haben aber die Religionsstifter nicht zu verantworten.

Alles Gute für Dich,

Giwalato 

Ich finde das überhaupt nicht. Im Gegenteil. 

Du wirst damit in eine Gemeinschaft aufgenommen und der Tag wird gefeiert. Was soll daran schlecht sein. Du bekommst etwas vermittelt, von dem du dich ja später auch wieder trennen kannst. Aber bis dahin kann es auch ein Halt sein. 

Ich wäre froh gewesen, wenn meine Eltern das so gemacht hätten. 

Ich sehe das so wie du. Ich bin auch der Meinung, dass jeder selbst das Recht haben sollte mit seinem Körper machen zu lassen, was derjenige selbst von sich aus möchte. Genauso sehe ich das auch bei z.B. Beschneidungen die kurz nach der Geburt durchgeführt werden, wobei da der Eingriff natürlich nochmal heftiger ist. Ich bin auch getauft, mir kann es eigentlich ziehmlich egal sein, da ich nicht gläubig bin, aber trotzdem wird einem der Körper "gesegnet" wie gläubige es vermutlich sagen würden, von etwas dass man selbst nicht will und glaubt. Natürlich gibt es dennoch auch Leute die ihr Kind erst später taufen lassen, zu einem Zeitpunkt zu dem es selbst entscheiden kann☺

Es geht ja nicht darum, dem Kind etwas aufzuzwingen, sondern um das Versprechen, es im Sinne der Glaubensgemeinschaft zu erziehen.

Das Kind kann ja auch jederzeit austreten - z.B. dadurch, nicht zur Firmung oder Konfirmation zu gehen.

Ich denke, es geht auch gar nicht so sehr darum, dem Kind für's Leben Dogmen mitzugeben, sondern gewisse Grund-Werte zu vermitteln.

Sicher, das kann man auch ohne christlichen Glauben - es schadet aber auch nicht.

Die meisten Eltern posten heutzutage Fotos ihres Kindes auf Facebook & Co. Das finde ich wesentlich schlimmer, denn das Netz vergisst nichts. Das Kind darf so nicht entscheiden, was es mit den Fotos macht, an denen es das Recht am eigenen Bild hat. Hier gibt's irgendwie keinen Aufschrei. Warum?

Hallo Duracraft91,

wir haben unsere beiden Kinder nicht getauft. Sie haben sich jeweils im Alter von 13 Jahren selbst dafür entschieden.

Mein Mann und ich sind entschiedene Christen, die Grundlage unseres Glaubens ist die Bibel.
Wir gehören keiner Kirche an, wir sind freikirchlich.

In der Bibel wirst du nicht eine einzige Stelle finden, in der ein Säugling getauft wurde. Nirgends.
Umso unverständlicher ist es mir, dass die Kirchen es so praktizieren, sehen sie doch eigentlich auch die Bibel als ihre Grundlage an...

Die Taufe gilt dort als die Aufnahme in die Kirche. Nicht als das, wozu sie gedacht und eingesetzt ist - ein Gehorsamsschritt vor Gott und den Menschen nach der Bekehrung und Entscheidung für ein Leben mit und für Jesus Christus.
Die Taufe ist das Symbol des Gestorbenseins (Untertauchen ins Wasser), Begrabenseins (völlig bedeckt sein mit Wasser) und der Auferstehung mit Jesus Christus (wieder Auftauchen aus dem Wasser), zu neuem Leben in und mit Jesus Christus.

Deshalb tauften die Christen in der Bibel auch im Fluss, und nicht an einem Taufbecken, wie es in der Kirche üblich ist.

Jesus selbst wurde auch im Fluss getauft, und er war kein Säugling mehr. Die Taufe bei ihm geschah, weil er uns IN ALLEM Vorbild war.

In Markus 16, 16 heißt es:

Wer glaubt und getauft ist, wird errettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

Die Taufe ist also nicht heilsnotwendig, sondern allein der Glaube (sonst hätte der reuige Verbrecher am Kreuz neben Jesus auch nicht ins Paradies eingehen können, da er ja nicht getauft war). Ein Säugling kann aber nicht selbstständig glauben, auch kann kein Pate den Glauben stellvertretend übernehmen.

Was die Erziehung angeht: Man kann und soll natürlich die Kinder nach der eigenen Überzeugung erziehen, was anderes ginge auch irgendwie gar nicht. Das ist natürlich, das weiterzugeben, wovon man überzeugt ist.

Aber um christliche Werte weiterzugeben bedarf es keiner Zugehörigkeit zu einer Organisation bzw. die vorherige Durchführung einer Taufe. Das geht auch so, mit dem Wort Gottes, der Bibel, hat man alles, was man dafür braucht.

Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du mich gern persönlich anschreiben. :-)

Gottes Segen für dich!

GlG Kessy

Lazybear 30.10.2017, 17:15

Es stimmt, in der bibel gibt es keine stelle, wo ein säugling getauft wird, jedoch gibt es in der bibel die geschichte vom Hauptmann Kornelius, der seine ganze familie taufen ließ und freunde, also alle im haushalt, dacher ist auch anzunehmen, dass dort kinder waren, die mitgetauft wurden! so wird es zumindest bei den anderen rechtfertigt!

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Kessy04 30.10.2017, 21:07
@Lazybear

Das stimmt, so wird es gerechtfertigt, aber es widerspricht trotzdem der Bibel. Es gibt in der Heiligen Schrift keine Säuglingstaufe, weil dies definitiv Markus 16, 16 widersprechen würde:

Wer GLAUBT und getauft ist, wird errettet werden, wer aber nicht GLAUBT, wird verdammt werden.

Ein Säugling kann nicht glauben, also wird er auch nicht getauft. So einfach ist das. Die Taufe ist ein Gehorsamsschritt vor Gott und der Welt NACH der BEKEHRUNG AUS GLAUBEN. Ein Säugling ist noch nicht fähig, zu glauben, also: keine Taufe nach biblischem Maßstab.

Alles andere ist Menschenwerk, war früher auch teilweise Angstmache, weil es hieß, wenn das Kind ungetauft stirbt dann als Heide.


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marinchen65 31.10.2017, 10:38

Gute Antwort von Kessy!  Kindstaufe ist bibelwidrig, Jesus sagt : " Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden ", also Glaube ist (!!) Voraussetzung für die Taufe. Du kannst nicht für jemand anderen eine Mitgleidschaft unterschreiben, da muß derjenige schon selber machen .

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Ich sehe da kein problem, wenn das kind später den glauben wechseln will, kann es sich nochmal taufen lassen, wenn es garnicht mehr gläubisch ist, dann ist die taufe nichts weiter als ein bischen wasser! Wenn es bei dem glauben bleiben will, dann ist ja alles auch wieder im lot! Die STA zb führen taufen nochmals durch, wenn jemand zb als kind getauft wurde oder nicht bei ihnen, wenn das kind also irgendwann wechselt, ist nichts verloren! Beschneidungen sind da problematischer! Lg

Ich glaube nicht an die so genannte Erbsünde und daher auch nicht, dass eine Kleinkindtaufe irgendwie laut der Bibel erforderlich wäre. Im Gegenteil war es zu Zeit Jesu üblich sogar erst Erwachsene zu taufen. Kinder bedurften nach damaliger Ansicht keiner Taufe.

Von daher habe ich kein Verständnis dafür, wenn Eltern ihr Kleinkind taufen lassen wollen und sozusagen dem Kind die freie Entscheidung damit stehlen. Das Kind sollte zumindest alt genug sein, um zu verstehen, worauf es sich einlässt, bevor es sich selbst entscheiden kann, ob es getauft werden möchte. Je nach geistiger Entwicklung kann dies früher oder später sein, aber das dafür notwendige Verständnis sollte für die Entscheidung des Kindes (die Eltern sollten dazu gar nichts entscheiden), eine Grundbedingung sein.

Meine Eltern haben mir auch ebenso die Wahl gelassen, wie meiner Schwester, und wir haben uns unabhängig voneinander für die Taufe entschieden.

Ich bin nicht getauft, weil meine Eltern wollten, dass ich das selbst entscheide. Finde ich gut.

Aus Sicht besonders christlicher Eltern, die sich auch in der Gemeinschaft engagieren, macht es Sinn das Kind taufen zu lassen, damit es eben symbolisch in die Gemeinschaft aufgenommen wird und durch Gottes Segen "sicher" ist.

Duracraft91 30.10.2017, 13:35

Ok das kann ich nachvollziehen. Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Ist zwar sehr rückständig aber ich kann es verstehen. Danke 

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Ich finde Kindstaufe jetzt nicht an sich schlecht. Es gibt ja noch die Konfirmation (zumindest in der evangelischen Kirche), bei der man selbst sein Ja geben kann. Aber ich sehe es schon auch so, dass man die Kinder lieber selbst entscheiden lässt. Meine Geschwister und ich zum Beispiel sind als Säuglinge getauft worden. Ich finde den Vers, den sie damals für mich ausgesucht haben, richtig gut und hab auch sonst kein Problem damit. Drei meiner Cousins wurden aber später erst getauft, und es war nochmal ganz anders inspirierend, von ihnen selbst zu hören, warum sie sich dafür entschieden haben. Eine Tante von mir hat ihre Kinder auch vorerst nur einsegnen lassen - eine Dank- und Freudenfeier vor Gott, aber noch nichts Verbindliches. Das kommt dann schon später noch dazu.

Womit ich eher ein Problem habe, ist, dass man mit der Taufe Kirchenmitglied wird und dann für den Austritt Geld bezahlen muss. Das ärgert verständlicherweise Viele. Mit dieser Art der Verbindlichkeit macht sich die Kirche nur unnötig unbeliebt.

Dann musst Du konsequent aber auch andere Entscheidungen dem Kind überlassen, z.B.

  • ob und in welche Schule es gehen will
  • ob es in den Musikunterricht / Sportverein gehen will
  • ob es jeden Tag Playstation/PC zocken will
  • wie der Geburtstag gefeiert wird
  • wohin in den Urlaub gefahren wird
  • welche Freizeitaktivitäten unternommen werden
  • was es anzieht
  • was es zu essen gibt

Deswegen nennt sich der Job "Erziehung". Deine Aufgabe ist es, das Kind so zu erziehen, daß es ein mündiger Mensch wird. Und zwar nach Deinen Werten. Kannst Du mit Gott & Kirche eh' nix anfangen, wäre eine Taufe natürlich obsolet.

Duracraft91 30.10.2017, 14:12

Sehe ich anders.  

Warum setzt du bitte so banale Entscheidungen wie " was essen soll" gleich mit "welche Religion muss mein Kind haben?" 

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stefan1531 30.10.2017, 14:34
@Duracraft91

Weil es eben nicht  darum geht "welche Religion muss mein Kind haben" sondern "wie/mit welchen Werten erziehe ich mein Kind"

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Zicke52 30.10.2017, 17:50
@stefan1531

@stefan1531: Natürlich entscheidet man mit der Taufe, welche Religion sein Kind haben muss. Der Gesetzgeber erlaubt ihm, sich erst mit 14 davon zu befreien. 

Mit welchen Werten man sein Kind erzieht, kann man ganz unabhängig von Religion entscheiden.

Und es benötigt keine Taufe, um es nach sogenannten religiösen Werten zu erziehen.

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stefan1531 30.10.2017, 18:16
@Zicke52

Und es benötigt keine Taufe, um es nach sogenannten religiösen Werten zu erziehen.

das ist richtig.

Ein Kind taufen zu lassen ist ein Weg, es in den Christlichen (oder Abendländischen, oder "Deutschen") Werten zu erziehen. Es nicht taufen zu lassen, ist ein anderer.

Beide sind völlig legitim.

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Wieso egoistisch? Was haben denn die Eltern davon? Die Taufe ist für das Kind gedacht. Die Eltern wollen das beste für das Kind und das ist ihrem Glauben nach die Taufe.

Machen wir uns aber nichts vor. Für viele ist die Taufe nicht mehr als Tradition.

guitschee 30.10.2017, 13:17

So habe ich auch mal einen Menschen die Beschneidung rechtfertigen gehört und das ist meiner Meinung nach eine Körperverletzung. Sollte man diese Argumentation also stehen lassen, nur weil in diesem Fall keine Körperverletzung vorliegt, oder generell ablehnen?

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Suboptimierer 30.10.2017, 13:18
@guitschee

Die Beschneidung würde ich genauso sehen wie die Taufe, wenn dabei keine Körperverletzung stattfinden würde. 

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Die Babytaufe würde ich abschaffen. Man kann ein Baby segnen lassen, aber in der Bibel gibt es auch keine Babytaufe. In der Bibel wurden Erwachsenen getauft, die gläubig waren. Vielleicht wird das Kind mit 15 Sikh oder Asatru. 

Das sehe ich eher traditionell bedingt. Dass die Kindstaufe eingeführt wurde ist allerdings volle Absicht der Kirche, um sicherzustellen, alle Schäfchen dann schon einzufangen, wenn sie sich noch nicht wehren können.

Nein, die Taufe des eigenen Kindes ist nicht egoistisch, da Eltern bei der Entscheidung für die Taufe ihrer Kinder nicht selbst den Nutzen daraus ziehen.

Nutznießer ist stets das Kind, sofern bei ihm die Taufe sozusagen "auf fruchtbaren Boden fällt" und ihr später der notwendige Glaube an das Evangelium von Jesus Christus folgt. Ansonsten war die Taufe lediglich ein gutgemeinter aber vergeblicher Versuch dem Kind auf geistlicher Ebene das richtige Rüstzeug oder Startkapital mit auf den Lebensweg zu geben. Materiell ausgedrückt war es dann eine Fehlinvestition.

Die Taufe hinterlässt keine bleibenden Schäden, keine unlösbaren Verpflichtungen und das Kind kann beim Heranreifen selbst bestimmen, ob es auf diesem vorgewählten Kurs bleiben möchte oder nicht.

Aus biblischer Sicht halte ich es allerdings für richtiger einen jungen Menschen selbst über seine Taufe entscheiden zu lassen, nachdem er sich bei vollem Verständnis für den Glauben an Jesus Christus und die Nachfolge entschieden hat. Erst dann macht die Taufe nämlich wirklich Sinn.

Ansonsten erwächst aus der Taufe, wie ich an vielen erwachsenen Menschen ohne tatsächlichen Glauben schon festgestellt habe, oft eine trügerische aber falsche Hoffnung, eine Art Rückversicherung auf das "Wohl der eigenen Seele im Jenseits", weil man sich ja durch die Taufe und Kirchenmitgliedschaft beim "richtigen Verein" wähnt. 

Wenn allerdings aus DIR inzwischen ein "glühender Nachfolger von Jesus Christus geworden ist" dadurch, dass dich deine Eltern haben taufen lassen, dann verstehe ich nicht worüber du dich beklagst, weil du nicht selbst über deine Taufe entscheiden durftest. Hauptsache ist doch, dass du durch ihre Vorentscheidung schließlich überhaupt zum Glauben gefunden hast!

Falls das nicht eingetreten ist und du dich in der Kirche, in der christlichen Gemeinschaft falsch platziert fühlst, kannst du dich höchst einfach von deiner Kirche lösen oder zu einer anderen Konfession wechseln.

Worüber bist du also so enttäuscht? Was war der "schlimme Zwang"? - Erkläre es mir bitte. Ich begreife es nicht. 

Diese höchst unnötige Debatte war schon tausendfach da.

Eine Taufe ist ein höchst unbedeutendes "Wasser über den Kopf" und keineswegs eine Lebensentscheidung.

Jeder kann täglich seine Religion wechseln (am besten gar keine).

Eine Taufe ist keine Vergewaltigung. Es entspricht dem starken Wunsch gläubiger Eltern, schon ihre Kleinkinder mit in die Kirche zu nehmen.

Und die ganzen Kirchendienstleistungen (Kommunion usw.) hängen natürlich in der Luft, wenn keine Kirchenmitgliedschaft besteht.

Weiterhin (stark abhängig von der Wohngegend) kann ein Kind im sozialen Umfeld Nerverei erfahren, wenn es glaubensmäßig nirgends hingehört.


Sehe ich anders.

Es gibt ja, je nach dem ob du katholisch oder evangelisch bist, zahlreiche andere Gelegenheiten, bei denen du dich dann selbst entscheiden kannst: Kommunion, Konfirmation, Firmung etc. Aus der Kirche austreten kannst du sowieso zu jederzeit.

Dazu kommt folgendes: Wenn deine Eltern gläubig sind, dann glauben sie auch daran, dass die Taufe für ihr Neugeborenes wichtig und gut ist und in zahlreichen anderen Fällen entscheiden Eltern auch für ihre Kinder, ohne dass das irgendjemand komisch finden würde. Und zu guter letzt: Wenn du an all das wirklich nicht glaubst, was ist dann eigentlich passiert? Jemand in einem komischen Gewand hat dir ein bisschen Wasser über den Kopf gegossen, wo ist da das Problem?

guitschee 30.10.2017, 13:19

Und man muss irgendwann aktiv dagegen vorgehen, dass man deswegen Steuern zahlen soll...

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Duracraft91 30.10.2017, 13:22
@guitschee

Aber wie soll man denn aus diesem religiösen Zwang ausbrechen wenn die Eltern einen dazu erziehen. Auch wenn man überhaupt nicht möchte. Jetzt sag mir nicht, dass jeder 6 jährige die Kraft hat gegen seine Eltern zu rebellieren und aus der Kirche austreten. Schlimmsten Falls musst du bis zur Volljährigkeit in die Kirche gehen. 

Warum das einem Menschen antun? 

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stefan1531 30.10.2017, 13:42
@Duracraft91

Schlimmsten Falls musst du bis zur Volljährigkeit in die Kirche gehen.

  1. man muss ja nicht "ständig" in die Kirche gehen
  2. die wenigsten (Eltern) gehen jeden Sonntag in die Kirche
  3. was ist daran "schlimmstenfalls"?
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Duracraft91 30.10.2017, 13:53
@stefan1531

Ich kann ja verstehen dass du als tiefgläubiger nicht verstehen kannst, dass der Gang zur Kirche eine Qual sein kann. Aber so war es für mich. 

Ich musste nicht ständig in die Kirche. Aber das habe ich ja auch nicht geschrieben. 

Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Leute, die in die Kirche gehen und an Gott glauben. Aber ich Frage mich ob es in Ordnung ist ein Kind in diese Richtung zu drängen. 

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stefan1531 30.10.2017, 13:58
@Duracraft91

ich bin keineswegs tiefgläubig ;-)

Zwar katholisch getauft und gefirmt, mit Anfang 20 ausgetreten, dennoch aber kirchlich geheiratet und meine Tochter ist evangelisch getauft. Weil ich es wichtig finde, ihr bestimmte Werte mitzugeben. Richtig, dazu braucht es die Kirche nicht wirklich - dennoch halte ich es für sinnvoll.

Und mein Kind werde ich keineswegs zwingen, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen.

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BackupBone 30.10.2017, 14:35
@stefan1531

Es gibt soviel was man als Kind tun MUSS. Zum Zahnarzt, In die öffentliche Schule, zum Impfen etc. vieles Streitthemen.

Die Eltern bestimmen nunmal bei der Erziehung IHRES Kindes.

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Zicke52 30.10.2017, 17:56
@stefan1531

@stefan1531: Welche Werte glaubst du denn deinen Kindern mitzugeben, indem du aus der Kirche austrittst, aber kirchlich heiratest?

Heuchelei? Inkonsequenz?

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stefan1531 30.10.2017, 18:22
@Zicke52

@Zicke52 das würde hier zu weit führen.

Grob: ich bin zu Zeiten Johannes Pauls ausgetreten, weil ich mit Vielem nicht einverstanden war. Franziskus hat viele gute Ideen, aufgrund welcher ich in der Tat geneigt wäre, wieder einzutreten.

Aber: ich muss nicht Kirchensteuer zahlen, um zu glauben und christliche Werte als Leitfaden anzusehen. Einem Kind macht es aber meiner Meinung nach die Zugehörigkeit (auch später im Religionsunterricht) die Orientierung leichter.

Dem steht natürlich nichts im Wege, dem Kind trotzdem zu zeigen, was es "sonst noch gibt" und was "allgemeingültig", also unabhängig der christlichen Lehre Bestand hat.

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Zicke52 31.10.2017, 08:51
@stefan1531

@stefan1531: Nein, man muss nicht Kirchensteuer zahlen, um zu glauben. Aber dann sollte man kirchliche Einrichtungen wie die kirchliche Ehe nicht in Anspruch nehmen. Alles andere finde ich inkonsequent.

Die wäre ohnehin nicht möglich gewesen, wenn nicht wenigstens dein Partner Mitglied der Kirche gewesen wäre.

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Außerhalb der evangelischen und katholischen Kirche gibt es frei Gemeinen wie z.B. Baptisten ( Baptist heißt übrigens "Täufer") und Pfingstgemeinden, die nur auf den persönlichen Glauben taufen, keine Babys und Säuglinge.

Ein Täufling kann dann 11,12 oder 80 Jahre alt sein.

Ich empfinde das genauso. Ich wurde nicht getauft und hätte es im Nachhinein auch nicht gewollt. Das ist in weniger krasser Form (weil nicht körperverletzend) die gleiche Frage, die sich viele wegen der Beschneidung von Juden und Muslimen stellen - nur das da viele, die nicht dieser Religionen angehören, einig sind, dass es das nicht geben sollte.

ja, das ist es. Aber es werden immer weniger Kinder getauft. Und die Taufe hat auch weniger Bedeutung, weil die Macht der Kirchen eh zurückgegangen ist. In der Hauptsache wird man zum späteren Kirchensteuerzahler getauft.

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