Tatbestand eines Verstoßes gegen das AGG in Form einer Diskriminierung erfüllt?

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7 Antworten

Wesentlicher Kernpunkt der rechltichen Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts ist die Frage, ob ein Arbeitsverhältnis begründet wurde. Dies kann durchaus durch die Aufnahme Ihrer Reinigungstätigkeit, für welche die Hebamme Ihnen ja Zugang zu den Räumlichkeiten gewähren musste, angenommen werden (sog. schlüssiges Verhalten).

Ist aber ein Arbeitsverhältnis begründet muss dies ordnungsgemäß gekündigt werden. Weiter kann eine Kündigung auf die von Ihnen geschilderten Gründe selbstredend nicht gestützt werden.

Es bestehen in Ihrem Fall daher durchaus Erfolgsaussichten für eine Klage. Die Klage kann auf Fortbeschäftigung lauten.

Zur Wahrung der Interessen ihrer Freundin rate ich Ihnen, sofern Sie eine Klage erwägen, die Konsultierung eines Rechtsanwalts in Ihrer Nähe an. Da diese ALG 2 bezieht wird Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Beratungsschein beim zuständigen Amtsgericht erhalten. Mit diesem sollte Sie sodann zu Ihrem Rechtsanwalt gehen. Die Klage kann ggf. über Prozesskostenhilfe eingereicht werden. Da für eine Kündigungsschutzklage enge Fristen gelten (3 Wochen ab Kündigungszugang), sollten Sie umgehend handeln.

-juristendeutsch-

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Kommentar von AalFred2
03.02.2016, 12:55

Wobei man durchaus anmerken sollte, dass auch durchaus völlig legal ein Probearbeiten vereinbart gewesen sein könnte, wodurch dann keiner der angeführten Tipps mehr brauchbar wäre.

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Kommentar von Maximilian112
03.02.2016, 17:45

und weiterhin könnte man anführen, das ohne jeden Grund ebenfalls gekündigt werden kann. Aber eben nicht mit einer Begründung die dem AGG widerspricht.

Aber eine Klage auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses ist wohl ein wenig Unsinn.

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Kommentar von juristendeutsch
03.02.2016, 17:47

In der Regel an deutschen Arbeitsgerichten jedoch Gang und Gebe.

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Ich würde sagen,das ist eine Diskriminierung. Das Aussehen,wenn gepflegt sollte da keine rolle spielen und das Alter,erst recht nicht.Diese Person könnte man bei der Kammer melden! Aber eigentlich wäre ich froh,für solche Menschen nicht arbeiten zu müssen !

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Der AG ist unklug. 

Es ist eindeutig ein Verstoß gegen das AGG:

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Hätte er eine fristgemäße Kündigung ausgesprochen, oder eben den Arbeitsvertrag stillschweigend nicht unterzeichnet wäre nix passiert. Und auch keine Handhabe vorhanden. Er bräuchte das ja nicht zu begründen.

Aber er bietet volle Breitseite.

("....teilte die Person mit...." Ich nehme an das dies der AG ist!)

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es war dumm von der Frau, deiner Freundin zu sagen, warum sie den Job nicht bekommt, denn das sollte man in Deutschland nicht mehr tun. Wenn jemand sich bewirbt und eine Tätowierung hat, und diese nicht zum Stil meines Hauses passt, dann kann und darf ich sagen dass er optisch nicht zu "uns" passt. Das selbe gilt für einen Anzugträger der sich in auf der Reeperbahn im Striplokal bewirbt. Das mit dem Alter kann diskriminierend sein. Kann deine Freundin beweisen, dass die Frau das gesagt hat, dann kann sie es ja versuchen, ansonsten soll sie es lassen. 

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Ja, der Verweis auf das Alter ist ein Verstoss gegen das AGG. Wenn das beweisbar ist, könnte man auf Schadensersatz klagen.

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Als Argument, das sich auf einzelne Personen aber nicht anwenden lässt, ist das Diskriminierungsverbot.

Aus wiki:

Adressat des Diskriminierungsverbots ist zuvörderst der Staat in seinem Handeln gegenüber den Bürgern. Insbesondere dient das Diskriminierungsverbot als Abwehrrecht gegenüber Übergriffen des Staates und seiner Organe. Die Bürger selbst unterliegen dagegen keinem allgemeinen Diskriminierungsverbot.
Ihre Privatautonomie ermöglicht es ihnen vielmehr grundsätzlich, frei von staatlicher Reglementierung sich im Alltag auch diskriminierend zu verhalten, ohne dafür einen rechtfertigenden Grund vorweisen zu müssen.




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ja, das ist eine eindeutige diskriminierung.(besonders im bezug auf das alter)  für solche aussagen, mussten arbeitgeber in der vergangenheit bereits vor gericht. wurden entsprechend verurteilt..

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