Taschendurchsuchung im Kino?

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11 Antworten

Nein, das darf er nicht.

Allerdings kann er dir verbieten, die Tasche mit in den Kinosaal zu nehemen oder wenn du dich weigerst sie außerhalb des Saales zulassen, auch gänzlich des Kinos verweisen.

Angenommen ich hab jetzt meinen Kinobesuch bezahlt und will ins Kino werde aber beim Karten entwerten aufgefordert meine Tasche zu zeigen & zu öffnen. Ich weigere mich und werde des Kinos verwiesen. Ich habe doch aber schon gezahlt ? Bekomme ich mein Geld nicht zurück und wenn dann die Polizei gerufen wird wer ist dann im Recht ? Ich, weil ich mich geweigert habe meine Tasche zu zeigen oder der Kino-Mitarbeiter, weil er Einblick haben will ?

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@Prinzessin17

Kommt darauf an, wie das in der Hausordnung des Kinos steht. Wenn darin etwas von "Taschen dürfen nicht mit in den Saal genommen werden", "den Aufforderungen des Personals ist Folge zu leisten" steht und "bei Zuwiderhandlung können sie des Kinos verwiesen werden", siehst du dein Geld nicht wieder, da du gegen die Hausordnung verstossen hast. Die akzeptierst du übrigens automatisch mit dem Kauf eines Tickets, denn das steht da in den meisten Fällen auch drinnen.

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Hallo. Hier kommen ja viele verschiedene Meinungen zu Tage. Ich selber habe an der FH Wirtschaftsjura studiert mit dem Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.).

Als erstes kann man sagen, dass keine Privatpersonen deine Tasche durchsuchen dürfen. Der BGH hat dies verneint, da es ein schwerwiegender Eingriff in die Privatssphäre ist.

Sollte dies aber auf der Kinokarte als AGB vermerkt sein, hat der BGH sogar dies verneint mit den Worten: "[Diese]Klausel benachteiligt den Kunden unangemessen, weil sie von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung abweicht, nach der Taschenkontrollen nur bei konkretem Diebstahlsverdacht zulässig sind."

Also ist eine Durchsuchung der Tasche nicht möglich. Sollte der Angestellte beharrlich drauf bestehen, ist u. U. sogar Nötigung gegeben.

Zu beachten ist aber das Hausrecht des Kinoinhabers. Dieser kann dir ohne Grund den Zugang zu seinen Räumlichkeiten verweigern.

Und nochetwas zur Sachkundeprüfung im Sinne des § 34a GewO. Diese Norm bestimmt die Erlaubnis zur Gewerbeführung, wenn der Gewerbetreibende für Dritte Bewachungsaufgaben übernehmen möchte. Sollte ein Kaufhaus/Kino einen Hausdetektiven einstellen, so braucht der Gewerbetreibende keine Erlaubnis im Sinne des § 34a GewO und der Detektiv/Sicherheitspersonal keine Sachkundeprüfung durch die IHK (Kommentar zur GewO, 8. Auflage, Tettinger, Wank, Ennuschat). Auch bei einem Arbeitnehmerüberlassungsvertrag durch ein Sicherheitsgewerbe an ein Kaufhaus/Kino bedarf es keiner Sachkundeprüfung, sollte der Verliehene gänzlich den Weisungen des Kaufhaus- Kinoinhaber folgen müssen.

Auch bei der vorläufigen Festnahme gem. § 127 StPO darf zwar jedermann eine Person festhalten, wenn diese auch bei frischer Tat ertapt wurde, aber selbst dann ist das Bewachungspersonal nicht zur Durchsuchung berechtigt (Kommentar zum StGB; Fischer, 60. Auflage)

Ein Verdacht, du könntest rechtswidrige Sachen (wie z.B. eine Kamera um den Kinofilm aufzunehmen) in der Tasche haben, reichen für eine Durchsuchung wohl kaum aus. Nur die Polizei darf bei Gefahr in Verzug nach eigenem, pflichtbewußten Ermessen eine Tasche durchsuchen.

Mein letzter Absatz ist leider etwas schlecht formuliert. Bei dringendem Tatverdacht, darf er es schon, dazu noch ein Zitat des BGH: " Die Befugnis zu Durchsuchungsmaßnahmen im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren setzt deshalb stets den Verdacht einer strafbaren Handlung voraus; ohne ihn ist die mit einer Durchsuchung verbundene polizeiliche Kontrolle – etwa im Kassenbereich eines Geschäfts – deshalb unzulässig. Auch die Sicherung oder Durchsetzung eines Anspruchs mittels privater Gewalt ist nur unter der Voraussetzung zulässig, daß die konkrete Gefahr einer Erschwerung oder Vereitelung der Durchsetzung eines bestehenden Anspruches droht".

Dazu sei aber auch gesagt, nur weil ein Kunde den Inhalt seiner Tasche nicht preisgeben möchte, ist dringender Tatverdacht gegeben. Heute hörte ich zu diesem Thema noch die Aussage: "Ein redlicher Kunde kann ja guten Gewissens seine Tasche öffnen." Das ist richtig, muss der Kunde aber nicht.

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Nein, er darf die Taschen nicht kontrollieren, das darf ausschließlich die Polizei. Er kann dich allerdings im Rahmen des Hausrechts ohne Erstattung des Eintrittsgeldes aus dem Kino werfen.

du musst ihn nicht riengucken lassen, dann muss er dich aber auch nicht rienlassen,da er das recht hat zu bestimmen wer ins kino darf.

Auf keinen Fall! Aber wenn er berechtigte Gründe hat, darf er Dir den Zugang schon verweigern.

Nein, wenn du das verweigerst, dann darf er es nicht, er hat aber Hausrecht dort und kann dich des Kinos verweisen, wenn du dich weigerst. Aber ein Recht darauf hat er definitiv nicht.

**Nur das Gesetz darf in deine Tasche gucken und niemand anders! Sie können dir höchstens wenn du das nicht willst den Zutritt zum Kino verbieten weil sie Hausrecht haben... **

Genau diese Frage kam vor kurzem bei "Rechtsirrtümer" (so ne Sendung - glaub im RTL)

Und die haben gesagt, dass man das NICHT darf. Weil eine Tasche Privateigentum ist

Meines Wissens nach darf er das nicht!

Danke für eure Antworten. Haben mir schonmal weitergeholfen.

nein, aber er muß dich auch nicht reinlassen, wenn du dich weigerst den Inhalt vorzuzeigen

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