Tagesdosis an Nährstoffen: Wie geht das?

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2 Antworten

Die Nährwertempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder sonstigen Personen und Stellen sind nicht mehr als eine sehr grobe Orientierung. Menschen, die sehr verunsichert sind, können das als Richtlinie nutzen, um nicht so viele eigene Entscheidungen treffen zu müssen. Das gibt möglicherweise dem Einzelnen ein gutes Gefühl.

Tatsächlich ist es unmöglich, genaue Angaben dazu machen, welchen Nährstoffbedarf eine Person unter welchen Umständen hat. Da spielen zu viele Faktoren eine Rolle wie Veranlagung, Hormonhaushalt (Puberträt, etc.), Stresslevel, körperliche/geistige Aktivität, Lebenszufriedenheit und so weiter. Ärzte und Ernährungswissenschaftler streiten sich teils darüber, ob etwa ein niedriger oder ein hoher Eisenspiegel besser ist oder bestimmte Vitamine nun vor Krebs schützen oder sogar Krebs begünstigen. Also letztendlich sind das oft kaum mehr als willkürliche Zahlenspiele, ohne wirklich klare Fakten vorliegen zu haben.
Glücklicherweise ist es auch gar nicht notwendig, genaue Werte zu kennen oder seine Ernährung gezielt zu steuern. In einem Industrieland ist es praktisch unmöglich, ernährungsbedingte Mangelerscheinungen zu bekommen. Wer einfach nach Lust und persönlichen Vorlieben isst, bekommt in der Regel alles, was er braucht. Der Körper meldet sich durch Appetit auf bestimmte Lebensmittel von selbst, wenn ihm etwas fehlt. Mangelerscheinungen entstehen im Grunde nur durch Ausnahmesituationen wie bewusster oder krankheitsbedingter Nahrungsverzicht (Magersucht, radikale Ernährungsweise wie Rohkost-Veganismus, Depression, schwere körperliche Krankheit), körperlich bedingte Störung der Aufnahme von Nährstoffen (beispielsweise in Folge einer chronischen Magenschleimhautentzündung) oder multiple Allergien, die ein halbwegs "normales" Essen nicht erlauben. In den allermeisten anderen Fällen muss man sich nicht wirklich mit Vitaminen, Mineralstoffen, essenziellen Aminosäuren oder sonstigen Dingen beschäftigen oder allenfalls im Sinne persönlicher Neugierde und Interesse für das Thema an sich.

Insofern also: Gesund bist du, wenn du dich gesund fühlst. Wenn dir etwas fehlt, dann wirst du es merken.

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Hooks 21.07.2016, 12:44

Depressionen sind bei sehr vielen Vitalstoffen als Mangelsymptom bekannt. Sie sind also meist Folgen, nicht Ursachen!

Der Appetit wird durch etliche Zusatzstoffe fehlgeleitet, besonders schlimm wirken hier Mono-Natrium-Glutamat, Aspartam und Hefeextrakt sowie "Würze".

Deine Tips helfen nur, wenn Du Grundstoffe kaufst und sie selbst verarbeitest.

Zwei gute Tips: Iß wie ein Landmensch vor 200 Jahren, und iß nichts, wofür Werbung gemacht wird.

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igelball 21.07.2016, 16:39
@Hooks

Glutaminsäure (beziehungsweise Glutamat als Salz der Aminosäure) ist einer der wichtigsten Botenstoffe im Gehirn. Daran ist nichts schädlich. Viele Lebensmittel wie etwa Käse, Tomaten und Pilze enthalten von Natur aus hohe Mengen davon. Natürlich kann jemand, der das nicht gewohnt ist, eventuell mit Unverträglichkeiten reagieren, wenn er zum Asia-Imbiss geht, wo Glutamat esslöffelweise in den Reis gekippt wird. Aber im Vergleich zu tatsächlichen Gefahren wie Schimmeltoxinen (werden interessanterweise gerade in Bio-Lebensmitteln oft gefunden) ist das ziemlich unbedeutend.

Menschen vor 200 Jahren hatten eine weitaus geringere Lebenserwartung als heute. So schlecht kann es also um unsere Ernährung nicht stehen. Insbesondere die guten hygienischen Bedingungen bei Lebensmitteln heute tragen dazu bei, dass die Nahrung heute generell viel sicherer ist als früher, aber auch das gezielte Herauszüchten von natürlichen Giftstoffen aus pflanzlicher Kost (etwa Solanin in Kartoffeln oder Bitterstoffe in Auberginen). Vitamine haben damit wenig zu tun.

Jedenfalls ist und bleibt das Thema Ernährung eines, über das man viel streiten und diskutieren kann. Das liegt eben gerade daran, dass es so unwissenschaftlich ist und niemand wirklich sagen kann, was "gesund" ist, ob es so etwas wie "gesunde Ernährung" überhaupt gibt. Also ist dein Beitrag genauso richtig und genauso falsch wie meiner.
Es letztendlich so wie mit Religionen. Man kann nach etwas glauben und danach leben, vielleicht steckt auch ein wenig Wahrheit darin, aber es ist eben doch "nur" Glaube und keine Wissenschaft. Oder man glaubt an sich selbst und daran, dass der eigene Körper weiß und einem mitteilt, was er braucht, auch ohne zu wissen, wieviel Vitamin C im Obstsalat oder wieviel Eisen im Linseneintopf stecken.

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Zwei Infos:

  1. Die DGE nennt viel zu geringe Zahlen.
  2. Menschen sind verschieden. Körpergewicht, Ernährung (Wechselwirkungen, Hinderungen...), psychische Befindlichkeiten...

Du mußt also ausprobieren, was Dir fehlt und wie es Dir bekommt. Wenn D unter Mangelsymptome suchst, findest du einen Anhaltspunkt.

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