Taekwondo - Kampfsport? Kampfkunst? Selbstverteidigung? "Lebensphilosophie"?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In einem Satz zusammengefasst würde ich sagen:

Taekwondo ist immer das, was du daraus machst. Taekwondo ist aber auch das, was du es aus dir selbst machen lässt.

  • Übst du Taekwondo beispielsweise vor allem wegen der Wettkämpfe, der Fitness und der sportlichen Herausforderung eben, übst du Taekwondo als Kampfsport.

Das ist gut, denn du lernst Dinge wie Fairness und Geduld. Auch wenn du es nicht merkst, der Sport formt deinen Charakter.

  • Übst du Taekwondo dagegen, weil du die Verbindung von Geist und Körper, die Konzentration und die Werte, die es dir vermittelt magst, übst du Taekwondo als Kampfkunst.

Das ist gut, denn du nutzt Taekwondo als Weg zur Charakterschulung und persönlichen Entwicklung.

  • Übst du Taekwondo, um dich selbst verteidigen zu können, um weniger Angst vor Angriffen zu haben und dich selbst behaupten zu können, übst du Taekwondo als Selbstverteidigung.

Es geht darum, ob du mit dir eins bist, während die rote Fahne des Schiedsrichters hochgeht, oder während du in einem eiskalten Bach stehst. Wichtig ist als Lebensphilosophie, dass du ganz "da" bist.

Die Techniken können absolut identisch sein, werden vielleicht voll durchgezogen, oder auch nur angedeutet - Taekwondo bleibt Taekwondo.

Dazu eine Geschichte aus dem Kampfkunst-Spezial, der Zeitschrift "Connection" (nach dem Gedächtnis zusammengefasst, Fehler vorbehalten).

Ein Aikido-Lehrer wurde einmal in eine Diskussion mit einem seiner eigenen Lehrer verwickelt, ob seine gleichzeitige Übung der Kampfkunst Aikido und die Übung der Zen-Meditation tatsächlich richtig ist. Ob es nicht besser wäre, beides zu trennen.

Er sagte schließlich dazu:

"Schauen Sie, heute morgen habe ich Kaffee getrunken, jetzt trinke ich Tee. Ich werde nicht zu Kaffee, wenn ich Kaffee trinke und ich werde nicht zu Tee, wenn ich Tee trinke. Was ich auf der Matte "natürliche Bewegung" nenne, nennt man im Zen "Alltagsgeist" Ob ich Kaffee oder der Tee trinke - ich bin immer derselbe.

"In diesem Fall, werden sich Aikido und Zen gut verbinden" sagte sein Lehrer

Du schon wieder! :) ne kleiner Scherz ^^ ich fang langsam richtig an dich zu mögen xD du bist ja für deine guten Antworten in der Kategorie Kampfsport/Kunst sehr bekannt. danke für die Antwort :) ...wenn ich darüber nachdenke sehe ich Taekwondo doch eigentlich als alle 4 genannten Dinge. Ich nehme an Wettkämpfen teil (Kampfsport). Ich gehe täglich zum Training und verehre Taekwondo über alles (Lebensphilosophie). Ich lerne im Training Techniken um mich auch auf der Straße wehren zu können (Selbstverteidigung). Ich kann mich beim Taekwondo-Training konzentrieren und meinen Körper und meinen Geist eins werden zu lassen (Kampfkunst). Wenn man also drüber nachdenkt sehe ich Taekwondo als alle in der Überschrift genannten Dinge :)

Danke für deine Antwort

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Kann die Aussagen von Enzylexikon nur unterstützen.

Die einzelnen Begriffe schließen sich gegenseitig nicht aus.

Für Anfänger ist Taekwondo zunächst Sport: man macht Übungen und Wettkämpfe zur körperlichen Ertüchtigung. Sobald ernsthafte Wettkämpfe geführt werden, wird es zum Kampfsport.

Irgendwann verlässt man den reinen Sport und es geht nicht mehr nur noch um körperliche Ertüchtigung oder gute Wettkämpfe, sondern man übt gewisse Techniken und Schattenkampfübungen um ihrer selbst willen. Einfach nur, um das zu können oder eine beeindruckende Vorführung zu Stande zu bringen. Dann wird es Kampfkunst. z.B. ein Drehkick aus dem Sprung an den Kopf...braucht im Leben niemand, aber wenn man es kann, ist es geil. Merksatz: "Kunst besiegt die Kraft". Kunst ist es dann auch, die eigenen Fähigkeiten richtig einzusetzen und die Schwächen des Gegners gezielt auszunutzen...die man natürlich erstmal kennen muss.

Als letzte Entwicklungsstufe kann Taekwondo auch zur Lebensphilosophie werden. Dazu gehören beispielsweise Leidensfähigkeit, Entschlossenheit, Furchtlosigkeit, Gelassenheit, Ablehnung von Gewalt und einiges mehr.

Man kann Taekwondo natürlich auch zur Selbstverteidigung einsetzen und da gibt es auch spezielle Techniken dafür. Die werden allerdings nicht sooo häufig gelehrt.

Insofern wäre es z.B. schon eine Frage, die ins Philosophische geht: lohnt es sich, sich aufzuregen, weil andere "dumm" sind"? Reicht es dir noch nicht, SELBER zu wissen, was du da tust? Wenn du bei einer falschen Einschätzung deiner Umwelt noch Schmerzen verspürst, bist du allerdings, was den philosophischen Teil betrifft, noch nicht sehr weit gekommen. Ziel muss es sein, selbstbewusst über den Dingen zu stehen....und dann wird Taekwondo tatsächlich zur Philosophie.

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Vielen Dank für den Stern. :-)

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Taekwondo ist alles - es kommt immer darauf an, was du daraus machst!

WTF-ler werden sagen, das was die im Traditionellen TKD machen das ist shit - und umgekehrt!

Taekwondo findest du überall in Deinem Leben - jeden Tag in der Arbeit oder in der Schule! Gerade das traditionelle TKD geht eher auf das DO - also wird hier eher dein Geist geschult, wenn du den richtigen Meister hast. 

Und Meister ist das Stichwort! Denn eigentlich kannst du nur so gut werden wie dein Meister ist! Da kommt es dann darauf an, welche Lebenserfahrung hat er - kann er dich führen, welches Alter hat er. Nicht welchen DAN oder welche Urkunde hat er hängen! Denn leider gibt es in vielen Systemen gerade im Traditionellen viele Urkunden die nur vom "Systemleiter" ausgestellt werden und daher nichts bedeuten, da es quasi "Wissensinzucht" ist, und leider oft der Blick über den Tellerrand verloren geht.

Du bist nun 4. KUP - diese Graduierung ist die letzte vor dem fortgeschrittenen Schüler - da solltest du eigentlich schon wissen was TKD ist und was es bedeutet - egal was die anderen sagen! Überlege hier liebe ob du im richtigen Verein bist! Und guter Tipp - die Größe hat nichts mit der Qualität zu tun!

Hoffe ich konnte dich zum Nachdenken anregen. LG

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