Tabu-Thema: Lehrer "ärgert" Schüler, wie soll man sich als Eltern verhalten?

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7 Antworten

Unterrichtsverweis und dann wiederholtes Aufschreiben eines Satzes? Ist das nachweisbar? Leider hast Du nicht das Bundesland genannt, was eine Antwort schwierig macht (ein Rektor hat andere Befugnisse als ein Lehrer).

Dennoch, selbst in Bundesländern, in denen der Ausschluß von Unterricht erlaubt ist, sind "Strafarbeiten" der Form, Verhaltensregeln X-mal abzuschreiben, nicht zulässig, da anerkanntermaßen keine Verhältnismäßigkeit und kein pädagogischer Erfolg damit verbunden ist, d.h. solche "Erziehungsmaßnahmen" sind längst in allen Ländern gerichtsseitig als ungeeignet eingestuft, dazu gehört auch das Lächerlichmachen vor der Klasse. Das Verlassen des Raums stellte zudem eine Verletzung der Aufsichtspflicht dar.

Hier sollte man sich ernsthaft Schritte überlegen, ggf. zusammen mit anderen betroffenen Eltern. Die Aussage "Verleumdung" ist dabei fragwürdig, denn Verleumdung setzte das Treffen einer unwahren Tatsachenbehauptung wider besseren Wissens gegenüber Dritten voraus. Sollte man sich an die Schulbehörde wenden, wäre es mithin allenfalls Üble Nachrede, aber es wäre nur sinnvoll, wenn man hier Zeugen anbringen kann.

Normalerweise bin ich für einvernehmliche Lösungen, aber ein solcher Rektor gefährdet die psychische und soziale Entwicklung der Kinder, da sehe ich härtere Geschütze als durchaus legitim an.

Kommentar von Leandara75
10.11.2016, 09:24

Danke für Deine Antwort. Wir kommen aus Sachsen-Anhalt, wo es tatsächlich noch erlaubt ist, Kinder vor die Tür zu schicken (Unterrichtsausschluss) und es nicht unüblich ist, dass Kindern die Hofpause untersagt wird und sie stattdessen Sinnlos-Bestrafungen über sich ergehen lassen müssen.

Ich kenne solche Lehrer auch nicht, sprich: dieses Lehrerverhalten ist nicht nachvollziehbar, egal, ob jemand etwas getan hat oder nicht.

Das Wort Verleumdung sprach besagter Lehrer aus, als ich nachfragte, was an der Bestrafung und seinem Verhalten gegenüber meinem Kind dran wäre. Ich würden ihn verleumden.
Wogegen mein Kind nach absitzen der Strafe gehört hat, wie der Lehrer andere Lehrer, Schüler, vielleicht auch Eltern, vom angeblichen Fehlverhalten meines Kindes erzählt habe. Auf dem Dorf nennt man das Dorftratsch - Schlechtmachen eines Menschen.
Heute früh musste ich mein Kind regelrecht dazu überreden, wieder in die Schule zu gehen, weil ich ja den Lehrer anrufen wollte und dies auch getan habe.

Ich glaube, ich werde dann doch mal alle Hebel in Bewegung setzen und den Lehrer / Schulleiter zu einem Termin sprechen. Aber es wäre nicht zum ersten Mal, dass dieser sich dann kurzfristig entschuldigen lässt oder e jemand anderen schickt.

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Als ehemaliger Schulleiter einer kleinen Grundschule möchte ich auch etwas dazu beitragen:

Im Verhältnis zum Werfen von Kleidung in einen Mülleimer ist die Folgegeschichte von den Lehrern viel zu aufgebauscht worden. Meine Zeit: Bestimmt ist das Kleidungwerfen absolut abzulehnen, aber daraus gleich eine Statsäffäre zu machen, kann ich nicht nachvollziehen. Das 10-Mal-Schreiben ebenfalls nicht, vor allem, wenn man nicht 100 %-ig weiß, wer der Übeltäter ist. Das Alleine-Lassen ist zumindestens in Hessen nicht erlaubt und untragbar! Die RS-Fehler kann man registrieren und dann dem Deutschlehrer  mitteilen oder ihm mit freundlichen Worten sagen: "Schau mal, hier sind ein paar Fehler, die Du bestimmt demnächst nicht mehr machen willst. Hier hast Du ein paar Übungskärtchen, mit denen du zu Hause übst, dann wird es beim nächsten Mal besser sein."

Alles andere ist in der Tat recht fragwürdig und Thema für einen dringenden Gesprächsbedarf.

Hallo,

natürlich ist eine Entschuldigung des Schulleiters beim Kind fällg - ohne Einschränkung. Ihr begleitet euren Sohn hierbei. "Lieber XX, ich entschuldige mich bei Dir dafür, dass ich der unberechtigten Anschuldigung gegen Dich geglaubt habe, ohne sie angemessen zu überprüfen, und dafür, dass ich dich zu Unrecht für das angebliche Fehlverhalten bestraft habe."

Kommt diese nicht, kannst Du über eine Dienst-Aufsichts-Beschwerde nachdenken, die gegenüber dem Schulamt gestellt wird.

Erschwerdend kommen zwei Aspekte hinzu:

  1. Die Lehrer sind als Autoritätspersonen mit einer umfassenden Machtfülle gegenüber den Kindern ausgestattet. Der Missbrauch der Macht führt bei den Kindern zu einem Vertrauensverlust und damit zum Infragestellen der Lehrer-Autorität. Diese ist Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.
  2. Unser Rechtssystem basiert auf der Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Schuld. Der Schulleiter hat sein Urteil lediglich auf der Grundlage von Anschuldigungen gefällt. Er schmälert damit das Vertrauen des Kindes in unser Rechtssystem.

Versuche den emotionalen Schaden bei Deinem Sohn einzugrenzen. Bestärke ihn in seiner Einschätzung, dass er eine Ungerechtigkeit erfahren hat. Zeige ihm, dass ihr als seine Eltern ihn vor solchen Situationen zwar nicht bewahren könnt, ihn aber vor den Konsequenzen beschützen werdet.

Alles Gute!

Kommentar von Leandara75
10.11.2016, 09:35

Vielen Dank für Deine Antwort. Klingt alles richtig gut, was Du da schreibst. Ich habe bei dem Anruf heute morgen dies auch angesprochen, dass er, als Schulleiter, weder Zeuge dessen war, noch genauer nachgefragt, sondern vielmehr gleich bestraft habe. Jedoch wurde ich mehrfach (wie üblich) unterbrochen.

Ich glaube, die Sache mit dem Termin bei eben diesem Menschen / Lehrer / Schulleiter wäre doch der beste Weg.  Ich werde etwas schreiben und Terminvorschläge machen. Leider kann ich da nur (mit Kind) allein hin, weil ich alleinerziehend bin. Aber ich rechne mit keiner entsprechenden Reaktion durch den Lehrer / Schulleiter.

Wobei ich bereits in der 2. Klasse ein Gespräch mit Klassenlehrerin und Schulleiter wegen der Entwicklung hatte (Eltern jedes Kindes wurden zu bestimmten Terminen eingeladen) und mir dabei nur die negativen Seiten meines Kindes durch den Schulleiter aufgezählt wurden. Aber laut Einschätzung / Art Zeugnis-Ersatz war er so zwischen 2 und 3, manchmal auch sehr viel besser (Sport, Gestalten, Englisch). Also muss da doch auch was Positives bei meinem Kind zu finden gewesen sein.

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Ich bin zwar selbst noch Schüler/Azubi aber es scheint ein Lehrer zu sein der alles sehr genau nimmt und nie zufrieden ist. Das beste wäre ein Gespräch mit diesem Lehrer und das er nicht so voreilig urteilen soll da er (so hoffe ich jedenfalls) seine “Spezialisten“ kennt.

Hoffe ich konnte helfen
Gruß Welli

Da der Lehrer ja auch Direktor ist, wird es wohl nicht viel Sinn haben, sich in der Schule zu beschweren. Du könntest dich beim Schulamt beschweren. Oder du denkst über einen Schulwechsel deines Kindes nach.

Kommentar von Leandara75
10.11.2016, 09:41

Danke für Deine Antwort. Ja, die Tatsache, dass der Lehrer auch gleich der Schulleiter ist, stellt wohl das größte Problem dar. Ich hoffe noch auf die Klassenlehrerin meines Kindes, welche (allein) ganz patent auf mich wirkt, weil sie schon älter ist und die Kinder gern bei ihr Unterricht haben. Mit ihr kann man gut reden.

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Hallo,

ja, das ist allerdings gar nicht schön. Mach bitte einen offiziellen Termin beim Schulleiter, aber nicht allein!

Sollte sich Klärung abzeichnen. so beobachte wie es weiter geht. Leidet dein Kind dann immer noch? Dann ist die nächste Instanz der zuständige Schulrat.Das ist der Dienstvorgesetzte des Schulleiters.

Ich finde es echt ein Unding so ein kleines Kind schlecht zu behandeln. Der soll seine Aggressionen woanders ausleben.

LG von einer in der Schulleitung tätigen Mutter eines Sohnes in der 3. Klasse :-)

Kommentar von Leandara75
10.11.2016, 08:47

Ich hatte in der 2. Klasse einmal einen Eltern-Lehrer-Termin wahrgenommen. Da war sowohl die Klassenlehrerin als auch der Problemlehrer = Schulleiter anwesend. Es ging um die Einschätzung und Entwicklung meines Kindes. Darin meckerte besagter Problemlehrer in einer Tour, nur Negatives... mein Kind würde nie zuhören, ließe sich ablenken (wurde aber genau neben den Klassen-Clown gesetzt), lacht immer wieder, schaut aus dem Fenster, rennt ständig in der Pause herum, spielt im Warteraum der Buskinder (noch mit Lego)...
Als ich dann nach den positiven Seiten meines Kindes fragte, bekam ich keine Antwort. Die Klassenlehrerin beendete das dann, zuckte mit den Schultern, während der Schulleiter weiterhin negative Punkte, welche eigentlich nichts mit den Schulleistungen zu tun hatten, aufzählte.

Kann der Schulleiter allein entscheiden, welche Schule mein Kind nach der 4. Klasse besuchen darf? Oder kann er veranlassen, dass mein Kind beispielsweise in die Förderschule muss? Ein Kind wurde bereits dahin verwiese, was auch einleuchtete, da es ständig andere Kinder verletzte. Es wäre falsch von mir, mich nicht hinter mein Kind zu stellen.

Trotzdem vielen Dank für Deine Antwort.

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Wäre da eine Entschuldigung durch den Lehrer nicht mehr als fällig?


bei dir sicher nicht. höchstens bei deinem kind.

Kommentar von Leandara75
10.11.2016, 08:50

Natürlich beim Kind.

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