Syrien - Zukunft mit Assad?

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8 Antworten

Ich war mehrmals in Syrien, als Vater und Sohn Assad uneingeschränkt geherrscht haben. Da war Syrien ein ordentliches Land, in dem man leben konnte, wenn man die Verhältnisse akzeptierte. Und die Frauen hatten Rechte und keine Kopftücher.

Jetzt ist ein Chaos entstanden. Warum? Konnte man das Land nicht in Ruhe lassen? Eine Demokratie nach westlicher (US-amerikanischer) Vorstellung wird Syrien nie, genau so wenig wie Afghanistan, Irak, Kuweit, Ägypten, Tunesien usw.

Zu deiner Frage: Am besten wäre eine Regierung unter Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen ohne Rücksichtnahme auf deren Religion. Religion bringt nur Übel, das haben wir gesehen.

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Kommentar von roromoloko
27.05.2016, 12:26

Danke für die Antwort. Und sollte Assad an dieser Regierung teilnehmen? Sollte er vielleicht sogar die Garantie bekommen daran teilzunehmen, damit Kompromisse zwischen ihm und den Oppositionellen erreicht wird?

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Kommentar von Nunuhueper
27.05.2016, 17:21

Die Einbeziehung aller Ethnien unter einer Regierung -das gelang ja Assad. Nur wenn einige Ethnien revoltieren, was dann?

Tito konnte das. Nach ihm kam das Chaos. 

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Hier wurde schon erwähnt, dass Syrien ein Flickenteppich ist. Da es gar zu unterschiedliche Kräfte gibt, die aufeinander einwirken, ist es sehr schwer einzuschätzen, wie es mit diesem Land weitergehen wird. Beim Parallelogramm der Kräfte hat man es meist mit 2 oder höchstens 3 Vektoren zu tun, hier aber sind es mehr als drei, kommt hinzu, dass diese "Vektoren" nicht wirklich in ihrer Stärke einzuschätzen sind. 

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Kommentar von roromoloko
27.05.2016, 11:52

Es wird ja momentan über eine Übergangsregierung diskutiert. Meine Frage lautet also, ob Sie es sich vorstellen können, dass Assad an der Übergangsregierung teilnimmt oder sogar weiterhin der Staatsoberhaupt bleibt?

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Ich stelle zum Nachdenken die Gegenfrage:

Syrien - Zukunft ohne Assad?

Ich glaube kaum, denn das Land ist inzwischen religiös-ideologisch so gespalten, dass nur eine sehr starke Hand, wenn überhaupt noch einmal möglich, das Land zusammenhalten könnte. Ich wüsste dazu keine führungsstarke Persönlichkeit, ähnlich Assad. welcher ich zutrauen würde diese Mammutaufgabe zu lösen.  

Sicher, Assad hat durch den Bürgerkrieg inzwischen auch viel Blut an seinen Händen. Aber denken wir zurück. Unter seinen straffen Führung haben immerhin viele Glaubensgruppen relativ lange relativ friedlich unter einem "Staatsdach" zusammen gelebt. 

Ich kann mir schwer vorstellen, dass dieser Zustand in absehbarer Zeit je wieder erreicht werden könnte. Heute  wütet dort der Islam mit allen seinen überwiegend gewaltbereiten Schattierungen und Vertretern. Damit ist auch eine demokratische Einigung auf einen gemeinsamen Führer oder eine gemeinsame zukünftige Regierung welche das Land wieder in "ruhigeres Fahrwasser" führen könnte, absolut illusorisch.   

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Kommentar von roromoloko
27.05.2016, 15:48

Also sollten die Rebellen sich damit zufrieden geben, dass Assad weiterhin Staatsoberhaupt ist. Würden Sie jemanden als Staatsoberhaupt zulassen, wenn er einige deiner Familienangehörigen getötet hat?

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Assad ist kein Diktator.

Stelen wir das Ammenmärchen doch mal richtig.

Die syrischen Machthaber sind vergleichbar mit europäischen Adelshäuser. Dieser Anspruch leitet sich zudem aus der Religion ab. 

Das Königshaus in Syrien ist der Glaubensgruppe der Alawiten zu zu ordnen. (Bitte nicht verwechseln mit Aleviten). Die Alawiten leiten ihren Anspruch auf die Landesführung aus der Erbfolge Mohammeds ab.

Die Alawiten sind zudem im Glauben verwandt mit den Schiiten.

Und nun kommen wir dem Rätsel mal langsam näher.

Die Sunniten, als erklärte Feinde der Schiiten, haben die Religionsfreiheit der Alawiten dazu genutzt, sunnitische Einwanderer in Syrein zu etablieren, und zwar in einer Bevölkerungsstärke, dass die sunnitischen Einwanderer Regierungsansprüche gestellt haben.

Aus den Ansprüchen der Sunniten ist sodann der Bürgerkrieg entstanden.

Warum sollte man also jetzt den Anspruch der Assad-Familie in Zweifel ziehen ?

Das wäre ja vergleichbar damit, dass den Türken Visafreiheit gewährt wird, diese dann in Deutschland eine neue Heimat begründen, und dann aufgrund einer Bevölkerungsanzahl das deutsche Kalifat begründen.

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Kommentar von roromoloko
27.05.2016, 11:49

Das sind letztendlich alles sunnitische Syrier und sie haben ein Recht darauf an der Poltik teilzunehmen. Zudem haben die Alewiten Vorteile genossen und der Großteil der Bevölkerung wünschte sich mehr Freiheiten. UND DAS IST IHR RECHT. Assad hat aber gegen sein Volk Fassbomben und Chemiewaffen benutzt und ist somit ein Kriegsverbrecher! Theoretisch ist er der Staatspräsident, dennoch ähnelt sein Verhalten eher das eines Diktators. Wenn sie so denken, dass es die Ansprüche der Adelshäuser sind, dann sollte wohl heute noch der Adel in Europa herrschen !? Auf die Zukunft mit Assad sind Sie gar nicht eingegangen. Das war ja meine Frage.

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Kommentar von atzef
27.05.2016, 12:02

Woher hast du dir denn diesen Quatsch zusammengelutscht? Lies erstmal das Wiki-Stichwort zu Syrien...:-)

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Kommentar von semaram
27.05.2016, 13:07

Soll das ein Scherz sein? Die Sunniten in Syrien bilden 75% der Bevölkerung und du stellst sie hier als unrechtmäßige Fremdkörper dar? Hör auf die Tatsachen zu verdrehen, Syrien ist eine Minderheite- Diktatur und die Alawiten sind eine privilegierte Gruppe in Syrien, die Ursache dafür geht bereits auf die französischen Kolonialisten zurück. Syrien gehört den Sunniten, zu sagen Syrien solle unter alawitischer Herrschaft stehen ist so ähnlich wie zu sagen Muslime sollen Deutschland regieren und alle Schlüsselpositionen besetzen.

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Assad ist Geschichte.

Eine weitergehende politische Lösung wird es mit ihm nicht geben. Über kurz oder lang wird er vielmehr das Bauernopfer geben (müssen).

Syrien ist ein Flickenteppich und unterteilt sich grob in die vom Assad-Regime kontrollierten Gebiete, die vom IS und die Territorien, die die syrischen Oppositionskräfte beherrschen.

Das Assad-Regime wird mittelfristig finanziell ausbluten und auch den Russen auf Dauer zu teuer werden. Das  wird auch innerhalb des Assad-Lagers zur nötigen "Bereitschaft" führen, konstruktiv über politische Lösungen ohne Assad nachzudenken ud sich aktiv an ihnen zu beteiligen...:-)


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Kommentar von roromoloko
27.05.2016, 11:39

Danke für die schöne Antwort :) Ich denke nur nach wann das geschehen soll? Syrien braucht ja endlich eine Lösungen und mit dieser Einstellung ( "Syrien ohne Assad" ) wird es nicht zu Kompromissen kommen.. Es ist also an der Zeit über die jetztige Übergangsregierung und den jetztigen Präsidenten zu diskutieren. Ich denke, dass der Weg ohne Assad für die nächste Zeit nicht möglich ist, zumal Russland, ein wichtiges UN Mitglied, momentan Rebellen Stützpunkte angreift.

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Kommentar von marylinjackson
27.05.2016, 19:17

 Mal einen Anschlag auf Assad verüben, das meinst Du wohl?

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Jeder Regierungschef würde so handeln, wie es Assad tat.

Erdogan ist auch nicht zimperlich, wenn er angegriffen wird.

In Zeiten des Terrors muss er bekämpft werden, das geht nicht mit Zureden. Die Terroristen sind Staatsgegner und setzen sich an keinen Verhandlungstisch. Mit Boykott, Abschottung und Lügen arbeiten sie.

Assad hat viele Syrer hinter sich, die ihn unterstützen.

Nur durch Wahlen mit allen Parteien/Ethnien, einschließlich der Baath-Partei, kann es eine Zukunft für Syrien geben.

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Kommentar von TatyanaIgor
28.05.2016, 19:57

Wie schnell hast du vergessen, dass Assad sein eigenes Volk getötet hat. Chemiewaffen, Luftbombardierungen durch rissche Armee,... Deswegen haben wir eine Flüchtlingskrise! 

Bist einfach unmenschlich.

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Ja, nur mit einer demokratisch gewählten Regierung.

Wir sollten kein Interesse an einer Aufteilung Syriens haben, daher sollten wir die Syrer nicht bei uns integrieren und ihnen einen deutschen Pass geben, sondern ihnen helfen, ihr Land wieder aufzubauen.

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Kommentar von roromoloko
30.05.2016, 01:42

Wieso sei es schlecht Syrien aufzuteilen?

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Es wäre völkerrechtswidrig, wenn man Assad bei Verhandlungen ausschließt.

Assad ist doch der rechtmäßíge  syrische Staatsmann. Unter ihm wurden  keine Ethnien aus religiösem Grund verfolgt, es gab bis 2011 kaum Flüchtlinge, die aus Syrien wegen Assad zu uns wollten. 

In einem quasi Stellvertreterkrieg seit 2011 kämpft der Westen mit dem Osten um die Vorherrschaft in Syrien, weil der Westen gegen Assad, der Osten für Assad ist.

Bis 2011 wurde in den Medien nichts Negatives über ihn gemeldet.

Der "Arabische Frühling" war nur ein willkommener Anlass, diesen Stellvertreterkrieg ausbrechen zu lassen, getarnt als Bürgerkrieg, denn sofort war die Opposition mit fremden Waffen versorgt..

Was in der gleichen Zeit in Bahrein passierte, war ähnlich, jedoch schaute man dort nicht mehr hin:

aus Wiki:

In den Protesten vom März 2011 demonstrierte die schiitische Opposition Bahreins gegen die sunnitische Regierung. Diese ersuchte Saudi-Arabien um Hilfe, das etwa 1000 Soldaten und 500 Polizisten entsandte. Der Iran protestierte scharf dagegen.

Doch darüber regte sich keiner auf.

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