Sympatrische Artbildung,Polyploidie?

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Zur Allopolyploidie kommt es, wenn zwei meist nah miteinander verwandte Arten, meist Pflanzen, miteinander hybridisieren. Es kann dann vorkommen, dass sich der Chromosomensatz der Nachkommen von dem der beiden Elternarten so grundlegend unterscheidet, dass eine Rückkreuzung der Nachkommen mit beiden Elternarten nicht mehr möglich ist.

Nimm beispielsweise an, es käme zu einer Kreuzung einer diploiden Art A mit einer tetraploiden Art B, dann würde sich in den Gameten der Chromosomensatz bekanntlich jeweils halbieren und der Nachkomme erhielte einen haploiden Chromosomensatz von Art A und einen dilpoiden von Art B, wäre also insgesamt triploid und könnte weder mit Art A noch mit Art B rückkreuzen. In so einem Fall wären dann nur die Nachkommen untereinander miteinander fertil fruchtbar - genau das ist das Kriterium des biologischen Artkonzeptes, welches ja eine Art als eine Fortpflanzungsgemeinschaft definiert.

Auf diese Weise kann also durch Vermischung zweier unterschiedlicher Chromosomensätze ein dritter fremder (die griechische Vorsilbe "Allo" heißt "fremd") Chromosomensatz entstehen und weil diese Nachkommen nur noch untereinander fruchtbar sind, entsteht so durch Hybridisierung eine neue Art. Da die Ausgangsarten im gleichen Lebensraum vorkommen, handelt es sich hierbei um sympatrische Artbildung.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Noch eine Ergänzung bzw. Selbstkorrektur: Allopolyploidie ist sozusagen eine Synthese aus den Chromosomensätzen der beiden Elternarten.

Es gibt z. B. recht häufig den Fall der Polyhaploidie. Wenn beide Elternarten diploid sind, vererben sie an die Nachkommen jeweils einen haploiden Chromosomensatz. Es kann dann vorkommen, dass sich nach der Kreuzung in den Nachkommen die beiden Chromosomensätze verdoppeln, es würde also prinzipiell ein tetraploider Chromosomensatz entstehen. Wenn die Chromosomen der beiden Elternarten aber so verschieden sind, dass sie keine homologen Paare miteinander bilden können, dann bilden die Chromosomen der jeweils verdoppelten Elternchromosomen diploide Paare aus. D. h. also, dass die jweils verdoppelten Chromosomen des einen Elternteils miteinander homologe Paare bilden und die des anderen ebenfalls. Funktionell entsteht dann also wieder ein diploider Chromosomensatz, nur dass die Anzahl der Chromosomenpaare der der Summe der Chromosomenpaare beider Elternarten entspricht. Hat die eine Elternart z. B. einen haploiden Chromosomensatz n=4 und die andere n=5, so hätte dann die neu entstandene Hybridart einen haploiden Chromosomensatz von n=9.

Das geht nur, wenn die Chromosomen der Elternarten hinreichend unterschiedlich sind und keine Paare bilden können. Wenn sie einander zu ähnlich sind, können Fehler bei der Chromosomenpaarung entstehen, die Hybriden sind dann zumeist infertil.

Das ist auch bei tetraploiden Elternarten möglich.

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