Sumerer - Aus dem Nichts erschienen, ins Nichts entschwunden

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Zum Teil mangelt es an deutlichen Quellenbefunden. Theorien, die aufgestellt werden, sind nicht sicher belegt.

Ich empfehle eine Annäherung an die Fragen über Bücher. Einen Einstieg nach dem gegenwärtigen Forschungsstand bietet:

Gebhard J. Selz, Sumerer und Akkader : Geschichte - Gesellschaft – Kultur. Originalausgabe. 2., durchgesehene Auflage. München : Beck, 2010 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2374). ISBN 978-3-406-50874-5

1) Herkunft der Sumerer

Die Sumerer treten im ausgehenden 4. Jahrtausend und im 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien in Erscheinnung. Möglicherweise sind sie aber nicht eingewandert, sondern waren schon viel länger da. Ein Zuwanderung aus fernen Gegenden gilt als unwahrscheinlich und diese Annahme verliert in der wissenschaftlichen Diskusion an Unterstützung. Dietz Otto Edzard, Geschichte Mesopotamiens. 2., verbesserte Auflage. München : Beck, 2009 (Beck's historische Bibliothek), S. 29 – 30:
„Wir sind nun bei der «sumerischen Frage» angelangt. Woher stammt dieses Volk, dem die Welt soviel zu verdanken hat? War es seit Jahrtausenden bodenständig, ursprünglich womöglich noch im Flußtal des späteren Persischen Golfs ansässig? Oder sind die Sumerer zu einem für uns nicht mehr rekonstruierbaren Zeitpunkt in Babylonien eingewandert: Aus dem unermeßlichen inneren Asiens – oder etwa aus Afrika? Wir können die zweitgenannte Möglichkeit leicht von der Hand weisen: Syrien, Palästina, die Arabische Halbinsel auf asiatischem Boden und Ägypten, das spätere Somalia, Äthiopien und der Sudan wie auch Libyen in Afrika sind seit Urgedenken Siedlungs- und Wandergebiet von Sprechern aus der sog. Afro-aiatischen Gruppe von Sprachfamilien (sie wurde früher auch «semito-hamitisch» genannt), d. h. von Sprechern semitischer Sprachen, des ägyptischen, der kuschitischen, tschadischen und Berbersprachen. Das Sumerische hat in diesem gesamten Raum und in den genannten Sprachgruppen keinerlei Spuren hinterlassen, es sei denn in der Form sumerischer Lehnwörter, die dann ganz eindeutig als Kulturgut Mesopotamiens vererbt worden sind. Dagegen ist Asien im IV. Jahrtausend v. Chr. eine einzige große Unbekannte, was die dort gesprochenen Sprachen anbetrifft. Hier hat vieles Platz und zwar – ganz theoretisch gesagt - auch eine Sprachfamilie, von der sich irgenwann ein Zweig abgespalten hätte, der das «Protosumerische» darstellte.

Erwägungen dieser Art sind völlig abstrakt und unverbindlich, da eine derartige hypothetische Sprachfamilie für uns keine Realität hat. Dabei läge es zwar im Bereich des Möglichen, daß ein später «Nachfahre» einer solchen Sprachfamilie, zu der das «Protosumerische» gehört haben könnte, noch heute geprochen würde. Es wäre uns aber nicht möglich, dafür den Beweis zu liefern. Sprachen pflegen im Verlauf der jahrtausende ihre Identität stark zu wandeln: Jahrhundert für Jahrhundert wird ein bestimmter Prozentsatz des Vokabulars «umgesetzt», d. h. manches Sprachgut wird obsolet, und zunächst verpönte Neuerungen rücken zum Standard auf. Auch nahmen Sprachen Vokabular von den Nachbarn auf und machen es sich zueigen. Die grammatische Struktur von Sprachen kann sich völlig verändern, wofür das heutige Englisch eines der lebendigsten Beispiele ist. Mit anderen Worten, eine Sprache, die sich auf eine hypothetische Familie im V. oder VI. Jahrtausend v. Chr. zurückbeziehen könnte, wäre in ihrem Vokabular, in ihrer lautlichen Erscheinungsform und sogar in ihrer grundlegenden Struktur derart verschieden von ihrer hypothetischen Urahnin, zu welcher – nehmen wir den Fall an – auch das Sumerische hinaufblicken würde, daß eine Identifizierung ausgeschlossen ist. Alles dagegen, was an einzelnen Wörtern in einer heutigen Sparche gleich oder ähnlich klingt, ist allerhöchster Wahrscheinlichkeit nach das Ergebnis des Zufalls – ein Gleichklang, dessen Sirene wir nicht folgen dürfen. So gesehen sind alle möglichen Versuche, das Sumerische mit heute noch lebenden Sprachen in Beziehung zu setzen (man hat u. das Türkische, Ungarische, die sinotibetanische Ursprache als Kandidaten bemüht) von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen.“

Henry W. F. Saggs, Völker im Lande Babylon. Mit einem Beitrag von Jürgen Bär. Stuttgart : Theiss, 2005, S. 33 – 38 (möglicherweise Verbindung der ältesten Sumerisch sprechenden Bevölkerungsgruppe zum Südwestiran)

Barthel Hrouda, Mesopotamien : die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. Unter Mitarbeit von Rene Pfeilschifter. Originalausgabe. 5. Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2030), S. 20:
„Der Name der Sumerer geht auf eine wesentlich jüngere, aus dem 21. Jahrhundert stammende Herrschaftsbezeichnung zurück, als sich die Vertreter der Ur III-Dynastie Könige von Sumer und Akkad, das heißt von Nord- und Südbabylonien, nannten. Die Sumerer selbst bezeichneten sich als Bewohner des Landes Kengi(r). Die Frage ihrer Herkunft ist bis heute in der Forschung umstritten. Die Theorie von der Einwanderung stützte sich früher vor allem auf die inzwischen überholte Annahme der geologisch späten Entstehung des südlichen Mesopotamien […]. Die Befürworter können sich aber auch auf die Zugehörigkeit des Sumerischen zur agglutinierenden Sprachfamilie berufen. Das heißt, der Wortstamm wird nicht gebeugt, sondren an den Stamm werden Vor- und Nachsilben angehängt (agglutiniert), wenn grammatische Formen ausgedrückt werden sollen, beim Substantiv etwa die verschiedenen Fälle. Zu den agglutinierenden Sprachen zählen beispielsweise auch das Mongolische, das Japanische, das Türkische, das Ungarische und das Finnische. Die Völker, die sich der zuletzt genanten Sprachen bedienen, sind aus dem Osten in ihre heutigen Siedlungsgebiete eingewandert. Daher hat man die Heimat der Sumerer im Mittleren und sogar im Fernen Osten gesucht. Ferner sind die meisten Namen der in vorgeschichtlicher Zeit gegründeten Städte nicht sumerischen Ursprungs. Wenn vor den Sumerern andere Völkergruppen anzusetzten wären, würden sie als Ureinwohner ausscheiden, und man müßte sich die Frage nach einer eventuellen Einwanderung erneut stellen. Wir können aber derzeit nicht einmal sagen, ab wann wir die im südlichen Zweistromland lebenden Menschen als Sumerer bezeichnen können, seit der Uruk- oder schon seit der Obed-Zeit.“

2) Sumerische Sprache

Die Sumerische Sprache gilt als isolierte Sprache des Alten Orients, das heißt, es gibt (bisher) keine Nachweise einer Verwandschaft ingesamt mit einer anderen Sprache.

An Resten sind höchstens als mesopotamisches Kulturgut vererbte sumerische Lehnwörter weitergegeben worden.

Nachdem das Sumerische als lebendige Sprache verebbte, blieb es noch längere Zeit Sprache der Literatur, des religiösen Kultes und der Gelehrten. Sumerisch wurde für Aufzeichnungen verwendet. Der letzte Keilschrifttext stammt aus dem Jahr 75 v. Chr.

Dietz Otto Edzard, Geschichte Mesopotamiens. 2., verbesserte Auflage. München : Beck, 2009 (Beck's historische Bibliothek), S. 33:
„Die vier bisher genanten Sparchen (bzw. Sprachfamilien): Sumerisch, Elamisch, Semitisch und Hurritisch sind allesamt voneinander unabhängig und in keiner weise – auch nicht entfernt – miteinander verwaandt. Sumerisch ist eine sog. Egativsprache, die das Subjekt eines transitiven vom Subjekt eines intrsnitiven Verbums unterscheidet. Das Sumersiche kann an eine bedingt veränderbare Wortbasis sowohl Präfixe als auch Suffixe anhängen. Es ähnelt- - strukturell – Sprachen wie dem Georgischen, Baskischen oder Buruschaski im Hindukusch. Doch sagt Strukturähnlichkeit nichts über etwaige Verwandtschaft aus. Semitische Sprachen sind «flektierende» Sprachen wie die indogermanischen. Hurritisch und Elamisch gehören zu den «agglutierenden» Sprachen, in denen an eine in der Regel nicht veränderbare Wortbasis Suffixe angehängt werden (keine Präfixe). Dabei ist das Hurritsche auch eine Ergativsprache.“

Barthel Hrouda, Mesopotamien : die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. Unter Mitarbeit von Rene Pfeilschifter. Originalausgabe. 5. Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2030), S. 80:
„Die agglutinierende Sprache der Sumerer steht […] in engem Zusammenhang mit dem Problem ihrer Herkunft. Bis jetzt konnte keine Verwandschaft mit einer anderen Sprache nachgewiesen werden. Die semitischen Akkader brachten eine neue Sprache mit. Es scheint für Jahrhunderte zu einer Art Gleichgewicht gekommen zu sein: Im Süden überwog das Sumerische, im Norden das Akkadische. Beide Sprachen haben sich gegenseitig stark beeinflußt. Erst zu Beginn des 2. Jahrtausendes setzte sich auch im Süden das Akkadische durch, begünstigt durch die Einwanderung der Amurriter, die natürlich das ihrer eigenen Sprache verwandte Akkadisch bevorzugten. Das Sumerische kam aber nicht völlig außer Gebrauch. Ähnlich wie das mittellaterliche Latein blieb es die Sprache der Gebildeten in Literatur und Religion. Diese sogenannte nachsumerische Zeit dauerte fast bis ins 1. Jahrhundert; freilich wurde es im Laufe der Zeit mehr und mehr vom Akkdischen durchsetzt und schließlich fast vollständig verdrängt.“

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Harald Haarmann, Lexikon der untergegangenen Sprachen. Originalausgabe. München : Beck, 2002 (Beck'sche Reihe ; 1456); S. 190 – 193

S. 190 - 192: „Die Anfänge der sumer. Zivilisation sind im südl. Mesopotamien auf das Ende des 4. Jt. v. Chr. anzusetzen. Seit ca. 3200 v. Chr. sind Texte der Verwaltungsbürokratie in den sumer. Stadtstaaten des südl. Mesopotamien überliefert. Bis etwa 1800 v. Chr. wurde Sumer. gesprochen, dann starb es als lebendige Sprache allmähl. aus. Noch lange danach hatte das Sumer. aber Geltung als Literatur-, Bildungs- und Wissenschaftssprache. Erst in den letzten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung verlieren sich die Spuren der schriftl. Überlieferung in Sumer.

Sumer. ist eine isolierte Sprache, das heißt, es kann keine genealog. Verwandtschaft mit irgendeiner anderer Sprache der Welt nachgewiesen werden. Versuche, das Sumer. in eine verwandtschaftl. Beziehung zu kaukas., dravid., sino-tibet. oder altaischen Sprachen zu setzen, haben keine überzeugenden Ergebnisse erbracht.

Über die Herkunft der Sumerer und den Ursprung ihrer Sprache ist viel spekuliert worden. Nach neueren Forschungen hat sich die ethnische Gruppierung, die man in histor. Zeit als «Sumerer» identifizieren kann, im Zuge der Migration von Trägern der Ubaid-Kultur um 4000 v. Chr. aus dem nördl. ins südl. Mesopotamien profiliert. In einem Fusionsprozeß kultureller und sprachl. Elemente hat sich die sumer. ethnische Identiträt herausgebildet. Diese Auffassung steht älteren Spekulationen entgegen, wonach die Sumerer als klar definierbares Volk entweder aus dem Norden oder aus dem Süden in ihre mesopotam. Heimat eingewandert wären.

Typolog. gehört das Sumer. zu den agglutinierenden Sprachen. Grammat. Elemente sowie Formantien der Wortbildung (Präfixe. Suffixe) werden an die unveränderl. «angeheftet». Die meisten Wörter des Sumer. sind einsilbig. Das Sumer. kennt kein grammat. Geschlecht. Substantive werden in zwei Nominalklassen eingeteilt: belebte vs. unbelebte Nomina. Die elementare Wortbildung ist Subjekt-Objekt-Verb. Diese Wortordnung setzte sich auch im → Akkadischen unter sumer. Einfluß durch.

Im Schriftgebrauch des Sumer. werden zwei Varianten unterschieden: eme-gir ‹Sprache der Prinzen› (Hauptdialekt oder Normalsprache) und eme-sal ‹feine Sprache; dünne (?) Sprache› (Sprache der Frauen, Ritualsprache). Eme-sal wurde bevorzugt in der hymnischen Dichtung und in Klageliedern verwendet. Als Ritualsprache fungierte sie in den religiösen Texten, die die «Heilige Hochzeit» (zwischen einer Göttin oder deren irdischer Vertretung, einer Priesterin, und dem König, dem weltl. Herrscher) beschreiben. Die alten Kulttexte in eme-sal sind später immer wieder kopiert und übersetzt worden; davon existieren auch neuassyr. Varianten.

Der Charakter des Sumer. als isolierte Sprache bedingt, daß auch der autochthone Wortschatz keine Parallelen mit anderen Sprachen erkennen läßt. Eine der lexikal. Besonderheiten des Sumer. hat die Identifizierung der ältesten Texte als sumer. ermöglicht. In den Texten aus Uruk wird das Wort ‹zurückkehren› mit einem piktograph. Zeichen geschrieben, das Schilf (Riedgras) darstellt. In keiner anderen Sprache des Vorderen Orients, nur im Sumer., werden die Begriffe (Verb) und ‹zurückkehren› und ‹Schilf› (Substantiv) mit dem gleichlautenden Ausdruck gi bezeichnet.“

Michael P. Streck, Sumerisch. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 11: Sam -Tal. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 1108 – 1109 gibt an, Sumerischs ei kaum von weither importiert worden, sondern eine der autochthonen Sprachen Mesopotamiens. Reste eines phonetisch und lexikalisch differenzierten Soziolekts seien in der „Frauensprache” Emesal greifbar, die fakultativ in literarischen Texten verwendet wird.

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3) eventuelle Nachfahren der Sumerer

Im Mesopotamien ist es schon in der Antike in starkem Ausmaß zu einer Vermischung und Verschmelzung von Völkern gekommen. Vieles spricht für eine längerfristige Vermischung schon von Angehörigen beider Kulturen, der sumerischen und der akkadischen, woraus ein neuer Bveölkerungsbestandteil enstand, der sich jeweils neueinwandernden nomaden und Bergvölkergruppen gegenübersah, die im Lauf der Zeit von den seßhaften Bevölkerungsgruppen absorbiert wurden (Johannes Renger, Sumerer. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 11: Sam -Tal. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 1107 – 1108).

Assyrer, Hurriter, Kassiten und Aramäer erschienen. Das alte Mesopotamien liegt in der Gegenwart im Staatsgebiet des Irak. Es gibt wohl kaum unvermischte direkte Nachfahren, aber ein gewisser sumerischer Bestandteil kann bei Bevölkerungsgruppen angenommen werden, bei denen zumindest teilweise Vorfahren schon lange in der Gegend gelebt haben, zurückgehend bis zum spätbabylonischen (7.- 6. Jahrhundert v. Chr. ) und neuassyrischen (10. – 7. Jahrhundert v. Chr.) Reich.

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Wenn im Internet nichts absolut hilfreiches ist, gibt es immer noch die guten alten Bücher. Zu den Sumerern darf ich dir Götter, Gräber und Gelehrte empfehlen, ein ganzes Kapitel ist dem Zweistromland gewidmet. Klar, einige Tage hat das Werk schon auf dem Buckel, doch es bietet mehr als nur Informationen wie sie im Schulgeschichtsbuch stehen.

Ich finde stark, dass du ein wissenschaftliches Rätsel liest, und dann versuchst, es bei GF lösen zu lassen :D

Aber mal was Anderes:

Du erwähnst die indogermanische Sprachfamilie. Die umfasst unter anderem das Deutsche und Nepalesisch (Nepali)... also eine Sprache im südlichen Himalaya. Genetisch sind zwischen Europäern und Nepalesen große Unterschiede. Kein sichtbarer genetischer Unterschied besteht zwischen indogermanischen Europäern und Basken, obwohl auch die Basken eine eigenständige, isolierte Sprache sprechen.

Das heisst: sprachliche und "ethnische Verwandschaft" sind zwei verschiedene Dinge. In Europa läuft es möglicherweise darauf hinaus, dass die heutigen Europäer nicht mit der indogermanischen Sprache eingewandert sind, sondern schon vorher hier waren. Zuvor haben sie vielleicht "Proto-Baskisch" gesprochen, aber dann mit dem Ackerbau und anderen Zivilisationstechnologien auch die Sprache fremder Völker übernommen. So wie die Rumänen heute eine Art Latein sprechen, obwohl die Römer nur ganze 30 Jahre im Land gewesen sind.

Genetisch werden die Sumerer bestimmt auch heute noch in der mesopotamischen Bevölkerung enthalten sein. Ansonsten bleibt dir nichts übrig ausser abzuwarten. Da können noch viele Funde im Sand auftauchen :)

Sumer ist ein aus dem akkadischen abgeleitete Name für den südlichen Teil Mesopotamiens, den die Sumerer selber- erst auf das Gebiet um Nippur beschränkt - Kengir nannten. Wann und woher die Sumerer, die seit dem Ende des 4. Jt v. Chr. in den Gebieten nachweisbar sind, einwanderten, ist nicht klar. Deren wichtigste Städte waren Eridu, Uruk, Ur, Umma, Lagasch und Girsu (heutiger Südirak), Adab und Nippur im mittleren Irak und weiter Norden Kisch, Sippar und Eschnunna.

Die Auseinandersetzungen der sumerischen Städte wurden immer schlimmer unter gleichzeitiger Ausbildung von Großreichtendenzen unbekannten Ausmaßes. Lugalsagesi von Umma (um 2280) konnte schließlich Lagasch unterwerfen und seinen Machtbereich auf Uruk, Ur, Kisch, Adab, Eridu und Nippur erweitern; übernahm den Titel Herr aller Länder. Aber er verlor gegen Sargon von Akkad, der das 1. semitische Großreich Mesopotamiens erschuf.

Die Keilschrift wurde nicht nur zur Aufzeichnung des Sumerischen, sondern auch anderer Sprachen genutzt, in Babylonien für astronomische Texte sogar bis ins 1. Jh n. Chr.

Der südliche Teil des alten Mesopotaniens (Irak), zwischen dem heutigen Bagdad und dem persischen Golf, war als Akkad bekannt, ein flaches Land, durch das Euphrat und Tigris flossen. Es wurde um 4500 v.Ch. von den Sumerern besiedelt, die etwa 1750 v. Chr. endgültig in die semitischen Völker der Gegend integriert worden waren. Der Ursprung der Sumerer ist nicht bekannt. Eine ihrer wichtigsten Städte war Ur das in der späteren Geschichter der Sumerer zur Hauptstadt wurde.

Auch nachdem das Volk nicht mehr existierte blieb ihre Sprache erhalten (noch einige Jhd.) als Sprache der Religion, Wissenschaft, des Handels und der Rechtsprechung.

Sie gelten als Erfinder der Schreibkunst. Seit 3100 v. Chr. gebrauchten sie eine Bilderschrift; später als Keildrücke dargestellt. Aus diesen entwickelte sich die Keilschrift. Spätere Generationen verdanken den Sumerern Entwürfe zur Staatsführung und Rechtssprechung. Ihre Astronomie und Mathematik unterteilte Zeit und Raum in Grade , von denen unsere Stunden, Minuten und Längenmaße abgeleitet sind. Außerdem entwickelten sie die Töpferscheibe und ein Transportrad.

Zu den Nachfahren kann man nur spekulieren. Kurden vielleicht. Aber das sind alles Spekulation, allein der Vermischungen wegen.

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