Suizidversuch (Pillen) —> Psychiatrie Einweisung?

10 Antworten

Dem Patienten wird nahegelegt, sich stationär in einer Psychiatrie behandeln zu lassen. Die meisten Patienten stimmen der Behandlung dann auch zu.

Lehnt der Patient dies ab, stellt der Arzt eine Einweisung gegen den Willen des Patienten nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) aus. Diese Anordnung wird dann erstmal durchgesetzt.

Sollte der Patient sich auch in der Psychiatrie am nächsten Tag nicht mit der stationären Behandung einverstanden erklären, muss ein Richter innerhalb von 24 Stunden nach einem persönlichen Gespräch mit dem Patienten die Anordnung bestätigen und einen Zeitraum festlegen. Nach Ablauf dieses Zeitraumes wird erneut geprüft. In der Regel sind das 8-12 Wochen.

Die behandelnden Ärzte entlassen den Patienten natürlich früher, wenn sie keine Suizidgefahr mehr sehen.

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Auch ein Verwaltungsvollzugsbeamter muss die Einweisung nach PsychKG als Staatsvertreter bestätigen. Allein kann der Arzt dies nicht durchsetzen. Dies ist bei uns meistens ein ranghoher Feuerwehrmann.

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Wenn der Psychologe von einer weiteren Gefahr einer Suizidalität ausgeht, würde eine Einweisung in die Psychiatrie erfolgen. Wenn du danach wieder als psychisch stabil eingeschätzt wirst, wird es keine Einweisung geben.

Nach einem Suizidversuch würde man denjenigen immer in die Psychiatrie überweisen. Man lässt doch niemanden einfach nach Hause gehen, wenn der weiterhin suizidal ist.

Das gilt auch dann, wenn der Suizidversuch mit völig "untauglichen" Mitteln erfolgt ist, also mit einem harmlosen Medikament, bei dem man rein körperlich keine Schäden zu befürchten hat.

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