Suizid in Finnland - Suche Hintergründe, Quellen etc. zum Thema

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9 Antworten

In "Focus" gab es nach dem Möllemann-Tod 2003 ein Interview mit Prof. Ulrich Hegerl, der behauptet, die Finnen und die Ungarn hätten ähnliche genetische Wurzeln und damit könnte die höhere Suizidrate in diesen Staaten zusammenhängen.

Ich weiß nicht, ob es Veröffentlichungen von diesem Psychiater gibt und ob er seine These darin irgendwo aufgreift.

Ich persönlich verknüpfe "Finnland" und "Suizid" nicht miteinander, wohl Finnland und Natur - eher als zu Schweden oder Norwegen auch in trübem, dunklem Wetter, etwa wie eine traurige Romantik. Vorurteil, klar, ich weiß aber nicht, ob das mit meiner langjährigen Brieffreundschaft zu einer jungen Finnin zu tun hat. Sie hatte so eine Mischung aus Lebensfreud und Traurigkeit.

Suizid ist für mich die Sehnsucht, eine unerträgliche Lebenslage möge zu Ende gehen - zugleich das Problem, dass alle Menschen mit "tu das nicht" reagieren statt zu sagen "ja, das darfst du ... es gibt mehrere Möglichkeiten ...".

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Kommentar von ereste
12.10.2010, 12:23

huch, bitte nicht missverstehen: mehrere Möglichkeiten bezieht sich nicht auf Selbstmordarten, sondern auf "unerträgliche Lebenslage beenden" ;)

An genetische Ursachen glaube ich nur sehr bedingt (vielleicht gibt es zu den Thesen des genannten Prof. auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung). Ich denke eher, dass diese Theorie immer dann Aufwind bekommt, wenn man sie politisch und wirtschaftlich so braucht (Sozialkassen usw - andere Ursachen zu erkennen hieße, dass man mehr tun könnte und stärker in der Verantwortung wäre).

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hallo ich habe einmal gehört das man in finnland am besten leben kann, also das dort die beste lebensqualität vorliegt Was ich von Suizid halte? als christ wäre suizid verboten, da man so gegen das gebot "Du sollst nicht töten" verstößt auf der anderen seite sollte jeder einen freien willen haben und wenn man z.B. sein ganzes leben fußball gespielt hat und fußball der lebensinhalt von einem menschen war und man plötzlich im rohlstuhl sitzt oder das bein sogar amputiert werden musste und diese person somit keinen lebenssinn mehr hat kann ich es sehr gut verstehen man hielft zwar sich selbst jedoch ist es sehr schwer für die familie zu verkraften

Ich selbst wohne neben einer Brücke (ich glaube die zweit größet spannbetonbrücke der welt) und dort sind schon einige menschen heruntergesprungen die meisten personen alleine jedoch gab es auch einen fall das eine frau mit ihrem kind runtergesprungen ist ein anderer sprang herunter überlebte es und sprang darauf hin nochmals herunter

einmal war ich leider "live" dabei als jemand von der brücke springen wollte und es waren wie stunden als ich in auf der brücke sah wir wollten natürlich gleich die polizei anrufen jedoch dan sprang er wir wussten nicht wer er war ob mann ob frau wie alt wir wussten nur das er jetzte sprang jedoch ging plötzlich sein fallschirm auf jedoch glaubte ich die ganze zeit das er selbstmordbegehen wolle und es war ein sehr dumofes trauriges gefühl zum glück suchte er nicht den tod sondern nur einen "adrenalin kick" schlussendlich kann ich jedoch nur sagen das man vorher mit einem psychologen kontakt aufnehmen sollte und mit freunden darüber sprechen jedoch wenn er sich umbringen will dan kann man das überhaupt nicht verhindern

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Kommentar von lalewau
17.10.2010, 17:22

Wow. Im gesamten Absatz ist kein einziger Punkt! ;)

Vielen Dank aber für deinen Beitrag!

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Also ich bin zur Hälfte Finnin und man sagt sich, dass der Grund für die erhöhte "depressive Stimmung" in Finland, die vielen langen dunklen Tage sind.Allerdings ist es wohl ein Gerücht, dass es das Land mit der höchsten Suizidrate ist.Die Anzahl der Selbstmorde ist in den letzten Jahren ziemlich zurück gegangen: http://www.finn-land.net/finnland-news/oktober2009/suizid-1910091.htm

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quelle: yahoo-clever:

Die Finnen sind wie alle nordischen Völker ein sog. "Moll-Volk". Sie lieben die Melancholie, es ist nationales Eigentum, sich in der schweren Seele zu baden. Wir verwechseln das oft mit Depression, aber die Finnen kultivieren ihre Melancholie, haben den Tango zum Nationaltanz gemacht, aber es ist ein Stehtango, ohne das Heißblütige. Das alleine erklärt aber die (ich nehme mal an, dass die Aussage so stimmt) hohe Selbstmordrate nicht. Die Finnen fühlen sich nicht zu Skandinavien gehörig, und es sind auch ethnisch keine, ich glaube, nicht mal geographisch sind sie es, obwohl jeder von uns das glaubt. Meine Freundin ist Finnin und sie hat mal gesagt: "Macht Euch doch nichts vor. Finnland ist für die Europäer unbekannter als Albanien," Wahrscheinlich hat sie sogar recht. Bis vor zwei Jahre hab ich gedacht, Nokia sei eine japanische Firma und nicht der Name einer Stadt in Finnland. Finnland ist von Sprache, Kultur und Landschaft her nicht europäisch. Die führende Nation in der Telekommunikation schweigt lieber. Pro Woche ein Satz ist genug. :-). Wenn Mika Häkkinen in einem Werbespot "Mama" sagt, dann war das wahrscheinlich schon der Wochenvorrat. Dabei ist die Sprache schön, sie haben die Vokalharmonie - sowas kennen wir gar nicht, aber sie haben auf alle Artikel verzichtet. Sie sind überflüssig, weil sie sich immer aus dem Zusammenhang ergeben. So pflegen sie ihre Merkwürdigkeiten und bestehen auf der Isolation. Feige sind sie nicht, erst recht nicht vor dem Leben, mir scheint eher, dass sie lange vor Sartre und Camus den Existentialismus erfunden haben, und das ist nun mal eine Selbstmordphilosophie. Sie verstecken sich gerne und leben in der Welt der Trolle und genießen es, unbekannt zu sein. Sie sind wahrscheinlich das merkwürdigste Volk der Erde und wahrscheinlich Außerirdische. :-). Kaurismäki hat als Kult-Regisseur die Sozialromantik salonfähig gemacht. Verrostete Wellblechhäuser gibt es nur in den Filmen. Finnland ist sauber und modern. Allein die wirtschaftliche Power, die sie mit 5 Mio. Einwohner darstellen, das ist schon gigantisch. Aber die meisten Firmen kennt man gar nicht. Und Alkohol ist sicher das Hauptproblem, wenn man sich isoliert. Die saufen mehr als alle anderen Nationen. Alkohol ist vielleicht das Depressivum, nicht die Kälte oder das fehlende Licht - das haben die Norweger und Schweden auch zu bieten.

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Kommentar von lalewau
12.10.2010, 11:59

danke! den text kenn ich allerdings schon und er ist leider auch nicht wissenschaftlich. aber trotzdem danke.

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Anzahl der Suzide Weltweit = c.a.1Millon jährlich.(WHO) Hauptgrund GLOBAL = Depressionen ! Spitzenreiter der Statistiken 2005-2006 Litauen, Russland,Slowenien, Ungarn, Kasahstan,Lettland, Südkorea,Fr.Guyana,Ukraine, Japan, Sri-Lanka,Belgien, Estland,FINNLAND =31,1 Mann+9,6 Frau pro 100.000 EW. Das heißt den 15 Platz! Dagegen steht der 1 Platz mit: 68,1 Mann + 12,9 Frau pro 100.000 EW (=Einwohnern)LITAUEN./DL. Platz 37, wenn jemand sich dafür interessiert./ In Finnland ist Alk` teuer - soviel ich weiß. Von der gesundheitlichen Seite aus gesehen:seit zehn Jahren bis zu acht Bier täglich konsumiert(Mann!)= Langzeitfolgen des Alkohols= DEPRESSIONEN.(auch WHO!)Eine Krankheit folgt aus der anderen.(Litauen-Vodka-Land,Russland -sowieso,SLowenien - auch,Ungarn- Wein- und Obstbrandland,mit dem Rest kenne ich mich eher schlecht aus.)Der nächste Ansatz:Viele Menschen in nördlichen Ländern vermissen lange Sonnentage, und werden depressiv (was ich selber allerdings nicht ganz nachvollziehen kann = Sonnenallergie TOTAL!!:() Sichtbares Licht und die Wärme der Sonne steigern unsere Laune .Es werden Botenstoffe im Gehirn (wie Serotonin) freigesetzt, die uns euphorisch stimmen und entspannen. Serotonin kann nur mithilfe von Sonnenlicht produziert werden und ein Mangel an diesem Hormon verursacht Depressionen. Gelangt nur wenig Sonnenlicht über den Sehnerv in das Gehirn, produziert der Körper außerdem mehr Melatonin, was zu ständiger Müdigkeit und Schläfrigkeit führt. Diese Kombination führt bei einigen Menschen zur typischen Winterdepression.(Aber nicht bei mir!:D) Aber:Åland(FL!) hat die meisten Sonnenstunden in ganz Skandinavien und kann sich auch locker mit mitteleuropäischen Städten messen lassen. Mit seinen 1.880 Sonnenstunden im Jahr liegt Mariehamn sogar noch vor der sonnigsten Stadt in Deutschland, nähmlich Freiburg mit 1.740 Stunden. Fazit: Wie wir die Sache auch drehen und wenden, das mit dem Spitzenreitertum in Sachen Suizid kommt überhaupt nicht hin! Sorry! Aber damit habe ich die 2 wichtigsten Vorurteile zumindest angesprochen. Suizid "erlebe"???? :0 ich gar nicht (denn dann wäre ich "Mäusetot";D), oder wie meinst Du denn die Frage? Ah so! Was ich davon halte? Ich persönlich habe überhaupt kein Verständnis dafür. Es kann doch nicht sein, das jemand KEINEN ANDEREN AUSWEG MEHR WEISS! In der heutigen Welt sind sie irgendwie alle "Opfer", und damit für ihr eigenes Leben nie selber verantwortlich. Immer die Anderen. Eltern,Freunde,Ehepartner,Erzieher,Medien,Umstände,Geburtsort,Horoskop,Arbeitsmarkt,Politik,Vollmond,Schule,Wasserader unter´m Bett u.s.w. Alle und Alles hindern potentiellen Selbstmörder dran aus schädlichen Beziehungen, Verhaltensmustern ausbrechen zu können, das eigene Leben selber zu gestalten - nur sie selber sind immer unschuldig! Selbsterhaltung ist das höchste Naturgesetz, und der Tod ist der große Abtinenz! Von Allem! Sein Leben wegzuwerfen ist einfach Schwach und Inakzeptabel! Hofe geholfen zu haben: Gruß: I.B.

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Kommentar von blunt
12.10.2010, 14:14

Sorry,habe im "Abstinenz" ein S vergessen, wird hiermit nachgeholt:)!

Gruß+Dank: Isa`

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  1. Ich habe Suizid noch nie "erlebt" - sonst würde ich wohl nicht hier schrieben.
  2. Eine gute Einführung in das Thema gibt es in der Beckschen Reihe: "Der Suizid". Für die breitere Analyse: Emile Durkheim: Der Selbstmord. Desweiteren ist das ganze auch Thema bei Platon: Der Schierlingsbecher und Sokrates, sowie bei den Kynikern. Für spezielleres siehe dann die Literaturhinweise.
  3. Empirisch gesehen ist Selbstmord gekoppelt mit: a) Depressionen b) Alkoholismus c) entscheidenden Veränderungen im Leben, die Sicherheiten wegbrechen lassen d) Umzug vom Land in die Stadt und e) der Jahreszeit (Im Frühling gibt es die meisten Selbstmorde). Ein anderes Phänomen ist jugendlicher Suizid. Allen gemeinsam ist es, das sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.
  4. In meinem Leben habe ich einige Selbstmorde mitbekommen (z. B. Klassenkameradinnen, Sprung vom Hochhaus, Alkoholiker, Depressive). Eine wertende Meinung dazu habe ich nicht, allerdings haben sie deutlich gemacht, das sie selbst die Macht über ihr Leben haben wollten und nicht z. B. eine tyrannische Ehefrau, die es nur aufs Geld abgesehen hatte.
  5. Aus der Machtsicht heraus verweigerten z. B. die Nazis den KZ-Insassen einen Selbstmord durch Vorkehrungen, die ihn unmöglich machten (Sprungsichere Fenster, bei hohen Fluren Gitter zum abfedern usw.). Diese Methode wurde auch in der BRD praktiziert, so hatten z. B. Jugendheime bis in die 80er hinein die Toilettenspülung ausserhalb der Toillette um zu verhindern, das der Jugendliche sich selbst tötet.
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Kommentar von lalewau
12.10.2010, 12:09

Natürlich meinte ich "Wie erlebt ihr das Thema Suizid?". Ich dachte das erklärt sich von selbst.

Danke für die Antwort! Mit Durkheim habe ich mich auch schon beschäftigt. Der fünfte Punkt ist sehr interessant, das hatte ich noch nicht berücksichtigt.

Dankeschön!

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