Südafrika alleine mit Kindern bereisen?

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7 Antworten

Hallo Anette,

Lass dich von der Paranoia die viele Touristen und leider auch nach wie vor viele weiße Südafrikaner verbreiten nicht verunsichern. SA ist ein tolles Land, dass man sehr gut als Individualtourist bereisen kann. Die Infrastruktur befindet sich weitestgehend auf europäischem Niveau. Wie in vielen Ländern mit großen Einkommensunterschieden gibt es ein paar Grundregeln zu beachten. Aber auch wer in Italien ein Auto mit Badesachen in einer Seitenstraße abstellt um Parkgebühren zu sparen darf sich nicht wundern, wenn die Scheibe eingeschlagen ist. Diebstahl ist dann auch das größte Problem mit dem man es für gewöhnlich in SA zu tun hat. Hinzu kommt, dass man in Großstädten (egal wo auf dieser Welt) eben nicht nach Anbruch der Nacht in Gegenden herumlaufen sollte, die man nicht kennt, schon gar nicht, wenn sonst keine Leute auf der Straße sind. Das sind aber alles Dinge, die jemandem mit gesundem Menschenverstand klar sein sollten.

Ich bin in SA mit 16/17 zur Schule gegangen und bin seit dem beruflich fast jedes Jahr dort. Es erschreckt mich immer wieder welch vorgefasst Meinung viele Touristen haben. Wie wolltet ihr denn reisen und auf welcher Route? Mit Mietauto seid ihr natürlich sehr unabhängig und das sollte sich bei eurer Gruppengröße auch preislich gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln lohnen. Wobei die Langsteckenbusse z.B. Intercape und Greyhound sehr gut sind.

Falls deine Große nicht die ganze Zeit Lust auf Familienurlaub hat, dann schaut euch mal das Angebot des Bazbus an. http://www.bazbus.com/ Da der Bus einen direkt von den Backpackern abholt, kann sie nicht verloren gehen und sie trifft mit Sicherheit viele in ihrer Altersgruppe. Der Bus wird bevorzugt von FSJlern und Volunteers verwendet. Da wird sie bestimmt Spaß haben, wenn sie das möchte.

Was ihr euch nicht entgehen lassen solltet ist ein Abstecher nach Soweto. Falls ihr in Johannesburg landet, verbingt doch die ersten Nächte dort. Das hilft um mögliche Berührungsängste anzubauen. Und nein, im Township wird man nicht umgebracht. ;) Es gibt dort einen sehr netten Backpacker (Lebo's Soweto Backpacker) für den ich immer wieder gerne Werbung mache, weil die Besitzer sehr aktiv im Bereich des fairen Reisens sind. Macht auf keinen Fall eine dieser organisierten Bustouren in die Townships. Die haben große Ähnlichkeit mit Safaris, nur dass man leider Menschen anschaut.

Sooo.... lange Rede, kurzer Sinn ;) Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei der Planug und natürlich bei eurer Reise.

PS: Achtet auf die Jahreszeit. Der südafrikanische Winter (unser Sommer) kann unangenehm kalt sein. Nicht, dass die Reisestimmung wegen mangelnden Badewetters leidet. ;)

Ich reise zwar nicht mit Kids, war aber schon zum wiederholten Mal in Südafrika zu zweit als Individualreisende unterwegs. Klar gibt es in jedem Land SAchen, die man lassen sollte.. aber weshalb soll einen das von einer schönen Reise abhalten?

Aber da erkundigt man sich ja vorher und weiss deshalb bescheid. Wie gesagt, ich war jetzt 2mal jeweils 3-4 Wochen in der Gegend von Kapstadt unterwges.. Cederberge, Atlantikküste, Walküste, Garden-Route.. ich habe nicht ein einziges Malw as komisches erlebt.Eher im gegenteil, als wir uns auf Piste im Niemandsland nen Platten holten, kamen aus dem NIx diverse Leute.. und boten uns Hilfe an. Von "Telefonieren?" über "bleib drin sitzen, wir machen das " über "wir können Euich mit unseren Eseln abschleppen".

Klar sollte man z.B. als goldbehängte Touri nicht unbedingt allein nachts nackig durch ein Township flanieren... aber das würd ich an bestimmten Orten in Berg Fidel/ Münster oder Südstadt/ Nürnberg ja auch nicht machen?

Gewaltkriminalität ist verbreitet und in den grossen Städten besonders hoch (Johannesburg, Kapstadt, Durban und Pretoria). Die Kriminellen sind häufig bewaffnet und gehen oft brutal vor: Raubüberfälle, Diebstahl von Autos unter Androhung oder Anwendung von Gewalt, Sexualdelikte, Entführungen und Mord. Es kommt auch zu gewaltsamen Übergriffen gegen schwarzafrikanische Ausländer. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen: http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/afri/vzaf/rhsaf.html#0001

In meinem Freundeskreis hab ich Berichte von beiden Seiten gehört: Ein junges Paar haben sich über www.erlebe-suedafrika.de eine Tour zusammenstellen lassen und sind mit dem Mietwagen alleine unterwegs gewesen. Das war jedoch noch vor der WM. Und sie hatten schon diverse solche Touren durch China und Südamerika gemacht.

Und ein Arbeitskollege ist mit 3 anderen auf eine organisierte und geführte Safarie-Rundreise und war ebenfalls begeistert. Er sagte jedoch, er hat durch den lokalen Guide und die "Mini-Gruppe" bedeutend mehr gesehen, als wenn sie es auf eigene Faust gemacht hätten.

Es gibt sicher Gruppen die außergewöhliche Routen haben, ich würde in SA nicht allein reisen.

Ihr könnt durchaus alleine reisen. Würde ich euch auch empfehlen, vor allem, wenn ihr nicht die Gruppenreisenden seid. Das machen sehr viele, ob nun Familien, Rentner oder auch Studenten. Und alle sind wieder heile zu Hause angekommen. Allerdings in der Regel infiziert.... Mit dem Afrika-Virus. Denn alle die einmal hier waren, werden mit ziemlicher Sicherheit wiederkommen.

Meisten sprechen jene eine Warnung aus, die sich ihr "Wissen" in "meinungsbildenden" Medien angelesen oder mal eben schnell gegoogelt haben, aber noch nie selbst vor Ort waren. Klar, es gibt ein paar Regeln, die man in Südafrika beachten muss. Aber wenn einem dies bewusst ist, wird man hier einen wunderbaren Urlaub erleben. Die oft angeführte hohe Kriminalität passiert zu 90% in den Armen- und Gangvierteln, die Touristen höchstens im Rahmen einer geführten Tour betreten.

Lies dir mal in Ruhe folgenden Beitrag durch (http://www.suedafrika-forum.org/reise-informationen/6129-sicherheitslage-2013/), da haben viele Südafrika-Kenner ihre Meinung zur aktuellen Sicherheitslage niedergeschrieben. Meine persönliche Meinung findest du unter dem Namen "KapK". Ich werde sie aber auch hier noch einmal reinkopieren (siehe unten der kursive Text).

In dem Forum helfen euch die anderen Forenmitglieder auch gerne bei eurer Planung.

Botswana ist leider sehr teuer. Zum Einstieg würde ich euch daher Südafrika empfehlen. Auch weil es aufgrund der sehr guten Infrastruktur (z.B. mit dem Mietauto) einfacher zu bereisen ist.

Hier nun meine Meinung, die sich auf die Frage bezog, ob man in Südafrika alleine wandern kann, ob es sicher ist, die Überlandstraßen zu nutzen, und ob man sich nachts noch frei bewegen kann (ob mit Auto oder zu Fuß):

Ich gehe fast jeden Tag im Table Mountain National Park alleine joggen oder biken und mir ist noch nie eine dubiose Gestalt begegnet, die mir etwas Böses wollte. Auch wandere ich regelmäßig auf den Tafelberg und das nicht nur über die übliche Route, sondern nutze auch entlegenere Wege. In den wunderschönen und einsamen Cederbergen war ich schon etliche Male und hatte noch nie ein mulmiges Gefühl.

Wenn ich nachts mit dem Auto durch Kapstadt fahre, habe ich im Sommer oft meine Fenster unten, ich fahre nicht über rote Ampeln und selbst das Knöpfchen ist nur selten oben. Oft halte ich an roten Ampeln mit Bettlern an, um ihnen mein Essen zu geben, das ich im Restaurant nicht mehr geschafft habe und mir einpacken habe lassen. Die Freude und das Lächeln im Gesicht der Obdachlosen ist es mir wert, mich dieser "Gefahr" auszusetzen. Zudem schmeiße ich Lebensmittel und auch alte Kleidung nur ungern weg. Es gibt hier genug, die sich über sowas freuen. Natürlich gibt es auch hier "dodgy" Gegenden, in denen ich schonmal eine rote Ampel überfahren habe, wenn ich mich unwohl fühlte. Aber als Tourist wird man diese Gebiete kaum durchqueren müssen, wenn man nicht gerade in Mitchels Plain wohnt ;-)

Die Straßenverhältnisse im Westkap (z.B. entlang der Garden Route) sind äußerst gut, teilweise besser als in Deutschland. Durch kleine Reflektoren sind die Straßenbegrenzungen und einzelnen Spuren gut sichtbar, auch wenn es durch fehlende Lampen teilweise sehr dunkel sein kann. Tiere können hier, wie auch in Deutschland, plötzlich über die Straße rennen, da sollte man natürlich aufpassen. Außerdem sollte man es auf Gravel Roads (Schotterpisten) nicht nur dem Auto zuliebe langsamer angehen lassen. Ich würde jedoch empfehlen, bei mangelnder Ortskenntnis nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit durch unbekanntes Terrain zu fahren, um zu verhindern, dass man sich plötzlich in einem Township wiederfindet. Die Routen also am besten so planen, dass man in jedem Fall noch im Hellen die jeweilige Unterkunft beziehen kann.

Kurz gesagt: Einfach immer auf sein Bauchgefühl und den gesunden Menschenverstand hören! Dazu gehört, dass man nachts nicht alleine durch dunkle und unbekannte Gegenden läuft, dass man keinerlei Wertgegenstände im Auto liegen lässt, dass man nicht unbedingt den unsicheren, reicht bepackten Touristen raushängen lässt, wenn man sich (abends) durch die Stadt bewegt und dass man sich von niemanden beim Geldabheben helfen lässt (auch nicht von vermeintlichen Bankangestellten) und seine Kreditkarte niemals aus den Augen lässt (z.B. beim Zahlen im Restaurant).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meist denen etwas passiert, denen die Furcht vor den ganzen Schauergeschichten, die man so in den Medien hört und liest, schon ins Gesicht geschrieben steht. Und schließlich wollt ihr den Urlaub in Südafrika genießen und euch die Reise nicht durch ständige Unsicherheit und Angst vermiesen lassen.

Würde in so Risikoländern nichts solo unternehmen, bei Reisegruppen gbit es auch Möglichkeiten sich abzuseilen. Geh in ein gutes Reisebüro, die beraten Dich!

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