Suche objektiven Rat...Pflegefamilie ja oder nein?

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2 Antworten

es kommt darauf an, ob du wirklich zur lösung der konflikte beitragen könntest.. das bezweifle ich. wenn erwachsene probleme haben, dann sind die kinder meist nicht der grund dafür.

ein schlechtes gewissen zu haben, ist wohl ein teil des problems, wenn man die wahl hat. du solltest überlegen, welche chancen du haben könntest, wenn du vorerst aus dem familiären umfeld rauskommen würdest. ich glaube nicht, dass das jugendamt eine solche entscheidung so leichtfertig trifft. es haben sicher auch einige gespräche stattgefunden, in denen ihr alle eure meinungen eingebracht habt. auch entstehen durch die unterbringung in einer pflegefamilie immense kosten - glaub mal: das macht keiner, wenn keine gründe dafür vorliegen würden.

ausserdem muss das ja keine dauerlösung sein. sieh diesen umzug als eine chance für dich, aber auch für deine eltern. du kommst zur ruhe, kannst dich auf die schule konzentrieren, lernst andere menschen kennen, bekommst neue impulse.. das ist spannend. ausserdem können deine eltern die zeit nutzen, um die dinge für sich und auch für dich wieder gerade zu rücken. sie sind ja auch nicht aus der welt - ihr werdet euch auch weiterhin sehen..

die ziele werden für alle im hilfeplan festgeschrieben - dann nach einer gewissen frist kommt ihr wieder zusammen und kontrolliert, wie weit ihr bis dahin gekommen seid. dann werden die ziele neu erarbeitet oder erweitert..

auch wenn der erste schritt sehr schwer ist - es ist eine chance für euch alle

ich wünsche dir und deiner familie alles gute :)

Calimero5 07.07.2011, 18:09

Ja, ich hatte Gespräche mit dem Jugendamt, meine Eltern wissen davon allerdings nichts. Ich wäre einfach plötzlich weg...

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snugata 07.07.2011, 18:22
@Calimero5

das ist natürlich schwer.. nur wenn es nix gebracht hat, dann wird es auch so weitergehen oder noch schlimmer werden.. ich hab mich grad mal auf deinem profil umgesehen und mir deine fragen so durchgelesen..

du kannst deinen eltern einen brief hinterlegen.. schreibe ihnen deine gründe rein und auch, was und wie du empfindest.. sie werden es verstehen. vielleicht nicht sofort, aber irgendwann..

du bist so jung - dein leben liegt noch vor dir. du hast ne menge mitgemacht.. doch jetzt bist du dran. du scheinst ein cleveres kerlchen zu sein.. du musst dein leben leben. die welt steht dir offen..

lg :)

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Calimero5 07.07.2011, 18:30
@snugata

Oh man, Danke für die liebe Antwort! :) Ja das mit dem Brief ist ein gute Idee. Ich kann das nur so schwer benennen. Ich habe gelernt niemals die Meinung und Überordnung meiner Eltern anzuzweifeln und ich kann einfach nicht auf einmal mich gegen alles stellen. Ich habe Angst. dabei will ich ja weg.

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snugata 07.07.2011, 18:43
@Calimero5

dann strukturiere deine gründe.. so wie du die schritte gegangen bist:

du hast mit dir gerungen, bist aber zum jugendamt gegangen

du verletzt dich selbst massiv - bist in die klinik gegangen

du wolltest veränderung - die familientherapeutische arbeit ist gescheitert

jetzt willst du dein leben organisieren und den grundstein für deine zukunft legen.. das ändert doch nichts an den gefühlen für deine eltern. schreib ihnen auch, dass du dich schuldig fühlst. sie können es ruhig wissen. du stellst dich nicht gegen sie - du stellst dich dir selbst. du versuchst dich und auch sie zu retten..

wahrscheinlich wird der erste satz ein wenig problematisch - dann geht es fast von selbst..

alles wird gut :)

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Aus deinem Text lese ich heraus, dass du nicht weg willst.

Innerhalb der Familie gibt es kaum Probleme die man nicht lösen kann.

Mehr kann ich kaum sagen, da ich weder dich noch deine Probleme und dein Umfeld kenne.

Wenn mein Kind in eine Pflegefamilie gehen würde, wäre ich am Boden zerstört. Das ist so wie "Danke, dass ihr es 16 Jahre versucht habt, aber ihr könnt es nich"

Calimero5 07.07.2011, 18:08

Ich möchte schon weg, sonst hätte ich mich ja nicht ans Jugendamt gewendet. Mir geht es zu Hause, nicht gut. Aber jetzt, tatsächlich die Entscheidung zu treffen, fällt so schwer, weil bestimmt auch meine Eltern am Boden zerstört sind. Wir haben, als ich in der Klinik war, über ein halbes Jahr familientherapeutisch gearbeitet, aber es hat sich eben nichts verändert.

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