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3 Antworten

Es gab in der Antike philosophische Schulen, die alle nach den Orten benannt waren, wo man sich traf. Die Stoa trafen sich auf dem Marktplatz von Athen (Stadtmitte) in der Stoa, meist in der Stoa Poikile, die Epikureer versammelten sich in Epikurs Garten (außerhalb der Mauern im Nordwesten durch das Diplyon-Tor), weshalb seine Schule auch "der Garten" (Kepos) genannt wurde. Nebenan lag die Akademie der Platonschüler, benannt nach dem dortigen Heiligtum, dem Akademeia genannten Hain des attischen Heros Akademos. Beiden diametral gegenüber lag im Südosten der Peripatos, die Schule des Aristoteles in der dortigen Wandelhalle am Gymnasium des Apollo Lykeion, auch außerhalb der Tore am Weg nach Marathon.

http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=672156

Karte unterhalb der großen Karte von Pireus, untere Mitte.

Peaches11 09.06.2014, 15:25

Hallo und danke für die Antwort :) Ich konnte allerdings in deinem Link nichts zu meiner Frage finden; ich suche etwas zu philosophischen Geschichte. Wenn ich das nur überlesen habe, kannst du mir ja nochmal auf die Sprünge helfen :D

LG Peaches

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Es ist wie so oft im Umgang mit Lehren der Antike auch beim Peripatos so, dass die wissenschaftlich-materialistischen Erungenschaften nicht weitergegeben wurden. Mit dem Aristoteles-Nachfolger Theophrast und erst recht dann mit Straton von Lampsakos wendet sich die Schule immer mehr der von Aristoteles begonnenen empirisch-wissenschaftlichen Forschung zu. Es ist zu vermuten, dass ein freundschaftlicher Austausch mit dem Kepos entstand, zumal Straton aus Lampsakos kam, wo der Kepos ebenfalls einen großen Stützpunkt hatte (geleitet vom Epikurfreund Metrodoros) und wo beider Vorläufer Anaximenes wirkte. Kein Wunder also, dass wie bei den zahlreichen Schriften des Kepos auch die Peripatos-Autoren nicht überliefert bzw. vernichtet wurden. Diese Weltsicht passte nicht in die Zeit des Neoplatonismus und des nachfolgenden Christentums. Selbst von Aristoteles sind ja bei weitem nicht alle Schriften erhalten. Welche Rolle Peripatos und Kepos in der frühen Römerzeit noch spielten, ist nicht erhalten, vor allem nicht, welche ökonomischen und physikalischen Erkenntnisse auf sie zurückgehen. Dieser ganze Bereich der wissenschaftlichen Forschung ist als Überlieferung durch das Christentum abgeschnitten worden. Erst in der Renaissance fand man wieder zu dieser Forschung zurück, gestützt auf Fragmente des Kepos und noch weniger des Peripatos. Aristoteles wurde in der Scholastik nur als "empirische Verfeinerung" der Neoplatonischen Philosophie gepflegt, was lange Zeit die Überlieferung des Aristoteles bestimmt hat.

Für solche Fragen eignet sich gottwein.de am besten! http://www.gottwein.de/Eth/philos02c.php Vermutlich bist du schon darauf gestoßen, aber besser wirds echt nicht! Da schau sogar ich als Lateindozentin an der Uni schon mal rein...

wissenschaftlicher schauts natürlich mit Büchern aus! wie z.B. Ian Mueller, Stoic and peripatetic logic, in: Aristotle - metaphysics, epistemology, natural philosophy, 311-325, 1995.

Viel Glück!

Peaches11 09.06.2014, 15:16

Hi und danke für die Antwort :) hast du auch noch eine andere Seite, auf die du, gerade als Dozentin nicht raufgucken würdest? Ich mein, die Seite und die Infos an sich ist sicher toll, aber das wird da so trocken und komisch rübergebracht ... irgendwie so, wie ich es mir an der Uni vorstelle :D

Vorhin hab ich die Seite mbradtke.de entdeckt, die bringt das irgendwie interessanter und verständlicher rüber. Nur leider gibt es da nur Infos zu den Stoa und dem Epikureismus ...

Für ein Buch fehlt mir die Zeit; Danke für die Antwort

Peaches

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Graecula 09.06.2014, 15:24
@Peaches11

So ist das mit der antiken Philosophie. Trocken und komisch ;) Ich fürchte, da musst du durch! Vielleicht hilft dir ja der Wikipedia-Eintrag als Grundlage für die anderen Seiten? Das sollte auch mal okay sein :)

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