Suche gute Empfehlungen und Ratschläge für einen Trekkingrucksack. Hat jemand Erfahrungen in dem Bereich?

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3 Antworten

Erstens: Der Rucksack muss zu deinen Bedürfnissen und Fähigkeiten passen. Sprich: Er sollte das Volumen haben das du für deine Tour benötigst, aber möglichst nicht viel mehr. Denn jedes bisschen an Volumen bezahlst du mit mehr Gewicht.

Zweitens: Das Tragesystem sollte möglichst verstellbar sein, um sich deinem Rücken so gut es geht an zu passen. Bist du z.B. etwas kleiner, dann brauchst du auch einen Rucksack der dazu passt. Wenn du keinen findest mit dem Volumen das du willst, bevorzuge den passenden für deinen Rücken!

Drittens: Ein Rucksack MUSS anprobiert werden! Und nicht nur einer sondern mehrere! Damit du die Unterschiede merkst! Rucksack kauf übers Internet ist eine extrem bescheuerte Idee! Anprobieren heißt nicht mal kurz auf den Rücken und gut. Anprobieren heißt Gewicht rein (und zwar das Gewicht das du später auch transportieren würdest) und dann laufen, laufen, laufen. Am besten auch Treppen! Ein Laden der dir das nicht erlaubt ist kein Outdoor Laden und hat keine Ahnung. Umdrehen, raus gehen und ab zu einem seriösen Händler!

Und viertens: Häufig wird die Bebänderung beim Rucksack nicht beachtet. Ein Rucksack sollte sich so einstellen lassen (auch während er auf dem Rücken ist), das sich das Gewicht da hin verschiebt wo man es gerade braucht (denn das verändert sich während einer Tour regelmäßig). Einmal einstellen und für immer gut ist quatsch. In der Regel liegt bei mir am Anfang alles auf der Hüfte. Wird die müde oder es drückt, verschiebe ich das Gewicht auf die Schultern für eine Weile und später wieder zurück.

Nun zu deiner letzten Frage, die ich Recht gut beantworten kann. Mein erster Rucksack war von Decathlon. Er war günstig (ich war noch Schüler) und man konnte Sachen rein tun. Ich habe ihn über Mehrtagestouren (~200km) bis hin zu Urlaub in Spanien für viele Dinge verwendet. Er war immer unbequem und am Ende hatte ich immer heftige blaue Flecken an der Hüfte. Rückenschmerzen sowieso (aber das kann dir auch mit einem gute passieren wenn er nicht richtig sitzt). Ich habe jeden Gramm im Rucksack gespürt und vor allem am Ende des Tages hatte ich Phasen wo ich einfach nicht mehr konnte weil er mir so heftig die Hüfte gedrückt hat das ich am liebsten nur noch geschrien hätte. Möglichkeiten das Ding so einzustellen das er da sitzt wo es vielleicht weniger weh tut gab es kaum.

Heute habe ich einen Osprey. Beim Kauf habe ich auf all die Dinge geachtet die mir bei dem alten auf den Zeiger gegangen sind. Er war schweineteuer (heute kann ichs mir leisten) und 20kg sind immer noch 20kg in dem Ding :-D. ABER: Er passt genau auf meinen Rücken (einstellbar). Die Hüftpolsterung verhindert zuverlässig Blutergüsse an der Hüfte (gute Polsterung). Er hat eine Menge Zugänge so das ich auch schwere Dinge die ich ständig brauche so packen kann das sie nah am Rücken sind. Und er kann in allen Formen und Varianten so eingestellt werden das er da hängt wo ich ihn gerade haben will (Bebänderung). Last but not least ist das Leergewicht geringer als bei meinem alten obwohl er wesentlich mehr Volumen hat. Insgesamt kann ich mit ihm mehr Gewicht tragen (~3-4kg zusätzlich) und es fühlt sich trotzdem wesentlich besser und "leichter" an als bei meinem alten.

Fazit: Gewicht bleibt Gewicht! Trag nicht mehr als du aushältst, sonst wird das eine Tortur! Aber es ist besser etwas Geld in die Hand zu nehmen (so es denn da ist) und dafür weniger leiden zu müssen unter dem Gewicht. So sehe ich das zumindest heute ;-). Man sagt ja immer Menschen lernen nur durch Schmerzen, aber warum nicht einfach von der Erfahrung anderer profitieren ;-)?

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Ich habe gute Erfahrungen mit dem Deuter Aircontact Pro 60+15 gemacht. Der einzig negative Punkt ist, dass der relativ schwer ist, dafür aber auch wahnsinnig gut ausgestattet! Hier habe ich etwas mehr dazu geschrieben und ein kleines Video gemacht: https://www.wanderrucksack.com/trekkingrucksack/deuter-aircontact-pro-60-15-test/

Der Unterschied zwischen günstigen und teuren Rucksäcken liegt meistens in der Qualität, aber auch nicht immer. Ein günstiger Trekkingrucksack hat oft weniger haltbare Reißverschlüsse oder ist etwas weniger gut vernäht. Außerdem sind die Verstellmöglichkeiten nicht ganz so durchdacht und die Belüftungssysteme schlechter. Für einmalige Touren mag das okay sein, aber wenn du einen Rucksack "fürs Leben" haben willst, ist ein hochwertiges Markenmodell oft besser, aber leider aucu deutlich teurer.

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Ich habe den Deuter Aircotact 70 + 10 SL und bin damit sehr zufrieden. Muss aber jeder selber ausprobieren, welcher rucksack zu einem passt. Ich habe mich beraten "Unterwegs" lassen und dort gekauft.  

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