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7 Antworten

Hallo Josse Ein Vorschlag zu Deiner Aufgabe wäre:

Die leeren Antworten der etablierten christlichen Kirchen auf die Religionskritik

Religionskritik ist ja nichts Neues, allerdings fällt rückblickend auf, dass die Religionskritiker ihre Angriffe gegen Ende des 19. Jahrhunderts deutlich verschärften.

Sie gaben sich von da an nicht mehr damit zufrieden, auf das Versagen der Kirchen hinzuweisen, sondern zweifelten auch die eigentliche Grundlage der Religion an.

Es wurden Fragen aufgeworfen wie: Was ist Gott? Warum soll es einen Gott geben? Oder, wie hat der Glaube an Gott die menschliche Gesellschaft beeinflusst?

Leute wie Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Sigmund Freud und Friedrich Nietzsche waren die Vordenker und brachten ihre Argumente vom philosophischen, psychologischen und soziologischen Standpunkt aus vor.

Theorien wie „Gott ist lediglich eine Projektion der Einbildung des Menschen“, „Religion ist das Opium des Volkes“ und „Gott ist tot“ klangen in vielen Ohren und Köpfen so aufregend neu - besonders im Vergleich zu den uninteressanten und unverständlichen Dogmen und Traditionen der Kirchen.

Die damals zunehmenden wissenschaftliche Kenntnisse stellten viele Lehren der Kirche in Frage, die auf einer falschen Auslegung gewisser Bibeltexte beruhten !!

Beispielsweise waren die astronomischen Entdeckungen von Kopernikus und Galilei eine scheinbar nicht zu bewältigende Herausforderung an die geozentrische Lehre der Kirche, nach der die Erde der Mittelpunkt des Universums sein sollte. Nicht das, was die Bibel wirklich lehrt, sondern die kirchlichen Dogmen kamen ins Wanken.

Der schwerste Schlag für die Religion war zweifellos die Evolutionstheorie. Gott und die Religion kamen vielen plötzlich veraltet vor, und einige, die modern sein wollten, kehrten Gott sogleich den Rücken und strömten der Anbetung der heiligen Kuh zu, das heißt der Wissenschaft.

Auf sehr viel Menschen wirkten diese neuen Ansichten gleichsam als neues Evangelium. Hatten und haben sie seitdem doch endlich eine Möglichkeit gefunden, die Zweifel und Bedenken, die sie „schon immer hegten“, die also in ihrem Innern schlummerten, in überzeugend klingende Worte zu fassen.

Vor diesem Hintergrund der faule Kompromiss der etablierten Kirchen:

Anstatt für das einzutreten, was die Bibel wirklich lehrt, gaben sie dem Druck der Wissenschaft und der Philosophie nach und machten sogar Zugeständnisse in Bezug auf fundamentale Glaubensartikel wie die Schöpfung durch Gott und die Glaubwürdigkeit der Bibel.

Die Folgen werden seitdem von Tag zu Tag deutlicher. Die Kirchen der Christenheit werden immer unglaubwürdiger, und viele Menschen verlieren langsam aber stetig ihren Glauben oder erleiden sogar totalen „Schiffbruch“ - ein Entwicklung, die von der Bibel bereits vor 2.000 Jahren, beispielsweise in 1. Timotheus 1:19, vorhergesagt wurde.

Das Versäumnis der etablierten Kirchen, sich erfolgreich zu verteidigen, hat den Massen die Türen und Tore geöffnet, durch die sie ihren Glauben verlassen konnten.

Für sehr viele war und ist die Religion nur noch ein gesellschaftliches Überbleibsel, das die Höhepunkte im Leben eines Menschen kennzeichnete: Geburt, Heirat und Tod. Viele gaben die Suche nach dem wahren Gott so gut wie völlig auf.

Und unsere schöne Welt versinkt zunehmend in Ungerechtigkeit, Sittenlosigkeit, Brutalität und Blutvergießen.

Jesus Christus selbst sagte diese unheilvolle Tendenz voraus - und es ist äußerst interessant, in welchem Zusammenhang er sich dazu äußerte:

„. . . und wegen der zunehmenden Gesetzlosigkeit [auch in Bezug auf Gottes Gesetze] wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden."

Und im nächsten Satz kündigt er an, was gleichzeitig zu beobachten sein wird:

Und diese [unverfälschte] gute Botschaft von Gottes Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ (Matthäus 24:12-14)

Ein deutlicher Hinweis also auf die Begleitumstände zu dem Ende einer gottlosen Welt, an deren Untergang sowohl eine gottentfremdete Geistlichkeit als auch die Schar der Religionskritiker gemeinsam als Totengräber mitgewirkt haben werden.


Vielleicht kannst Du einige Anregungen davon verwenden.

Übrigens: „Wissenschaft und Religion werden nicht mehr als unvereinbar angesehen“ (The Daily Telegraph, London, 26. Mai 1999).

Mehr dazu hier:

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/102002403



Enki40 22.10.2012, 15:19

Eine großartige Antwort. Schade, dass Du zum Ende hin mit Bibeltexten kommst, die man, wenn man die Geschichte studiert, wirklich vielfach anwenden kann.

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Daudedutt 22.10.2012, 16:16
@Enki40

Dem ist nichts hinzuzufügen, abundumzu. Besonders bemerkenswert finde ich die Passage: "anstatt für das einzutreten, WAS DIE BIBEL WIRKLICH LEHRT, gaben Sie dem Druck der Wissenschaft.......nach.

Wie schade. Eigentlich interessiert doch nur, was die Bibel WIRKLICH lehrt, nicht, was Menschen daraus gemacht haben, nicht wahr?

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TomBombadil2010 22.10.2012, 16:55
@Daudedutt

Anstatt für das einzutreten, was die Bibel wirklich lehrt, gaben sie dem Druck der Wissenschaft und der Philosophie nach und machten sogar Zugeständnisse in Bezug auf fundamentale Glaubensartikel wie die Schöpfung durch Gott

Oder in Bezug auf fundamentale Glaubensartikel wie die "Geozentrik" des Universums.

:-)

Das war zwar ein paar Jahrhunderte früher, aber ist genau dasselbe.

Was wissenschaftlich bewiesen ist, kann nun mal nicht mehr einfach weg-"geglaubt" werden, ohne dass man sich lächerlich macht --- ach halt, genau das ist ja euer Metier als "Zeugen Jehovas".

Amüsierte Grüße

Tom

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Abundumzu 22.10.2012, 19:17
@TomBombadil2010

Mein(e) liebe(r) Enki40

Danke, dass Du meine Antwort gelesen hast.

Wenn man sich allerdings aufmacht, den Wert der Bibel an den Ergebnissen der Kirchen- oder Weltgeschichte zu messen, dann hat das Ähnlichkeit mit dem Versuch, den Wert oder Unwert der Straßenverkehrsordnung zu beurteilen, indem man das Verkehrschaos auf vielen unserer Straßen „studiert“ und daraus schlussfolgert.

Spätestens der Verkehrsrichter erläutert jedem ertappten Sünder, dass es nicht Auslegungssache war, ob und wie genau die Regeln hätten eingehalten werden müssen.

Das ist zwar ein sehr vereinfachter Vergleich - aber er trifft den Kern Deiner Bedenken, die Du mir entgegenhältst.

Vielleicht hast Du es überlesen, aber ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es gern übersehen wird, was die Bibel wirklich lehrt.

Schade ist also nicht der Hinweis auf das Wort Gottes, sondern wirklich Schade ist die weitverbreitete Neigung, etwas zu beurteilen, was man nicht genau kennt.

Würde sich so etwas der schon erwähnte Richter erlauben, könntest Du sofort und erfolgreich das Urteil anfechten.


Und an den lieben TomBombadil2010, der etwas vorschnell kommentiert:

Als Zeugen Jehovas laden wir alle aufgeschlossenen Menschen ein, sich an der ernsthaften Suche nach Wahrheit, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Bibel zu beteiligen.

Wir fördern in unseren Zusammenkünften den gebührenden Respekt vor der Wissenschaft und deren gesicherten Erkenntnissen. Gleichzeitig sind wir aber auch fest davon überzeugt, dass religiöse Wahrheit nur in der Bibel zu finden ist, zumal sie sich selbst als Gottes Wort bezeichnet und dafür umfangreiches Beweismaterial liefert.

Niemand von uns will das, was wissenschaftlich tatsächlich bewiesen ist einfach - wie Du es nennst „wegglauben" - im Gegenteil.

Allerdings bringen wir soviel Unterscheidungsvermögen mit, dass wir wissenschaftliche Entdeckungen nicht für „wissenschaftliche Schöpfungswerke“ halten.

Was entdeckt werden will muss vorher schon da sein - und je schwieriger sich im Einzelfall ein Erforschen gestaltet, umso mehr Respekt verdient derjenige, der ein solches „Wunder“ vorher erdacht, „gebaut“ und verschlüsselt hat.

Gern zitiere ich hier noch einmal den Molekularbiologe Francis Collins (der hinter dem oben gennannten Link schon zitiert wird)

„Ich stelle fest, dass ich die Wissenschaft durch die Religion sehr viel höher einschätze“ . . . . . „Wenn ich am menschlichen Genom etwas Neues entdecke, dann empfinde ich Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Lebens, und ich denke bei mir: ‚Sagenhaft! Und das hat vor mir nur Gott gewusst.‘ Dieses herrliche, äußerst ergreifende Gefühl ver- hilft mir zu größerer Wertschätzung für Gott und macht die Wissenschaft für mich noch lohnender.“


Und, TomBombadil2010, denke dran: Wer zuletzt lacht, lacht immer am besten . . . .



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DarkSepia 22.10.2012, 20:06
@Abundumzu

Wir fördern in unseren Zusammenkünften den gebührenden Respekt vor der Wissenschaft und deren gesicherten Erkenntnissen.

Quote Mining ist aber nicht respektvoll. Wachtturmartikel über Evolution sind voll davon.

Gleichzeitig sind wir aber auch fest davon überzeugt, dass religiöse Wahrheit nur in der Bibel zu finden ist

Und da liegt schon ein Problem: Ihr würdet nie akzeptieren, dass die Bibel falsch liegt. Das ist so überflüssig und wissenschaftsfeindlich, als würde jemand an der Theorie der hohlen Erde festhalten, aber gleichzeitig behaupten, Respekt vor der Wissenschaft und deren gesicherten Erkenntnissen zu haben.

Niemand von uns will das, was wissenschaftlich tatsächlich bewiesen ist einfach - wie Du es nennst „wegglauben" - im Gegenteil.

Genau das müssen Zeugen Jehovas aber, denn sie glauben, vor 4.000 Jahren hätte es eine weltweite Sintflut gegeben.

Gern zitiere ich hier noch einmal den Molekularbiologe Francis Collins

Soll ich wieder Carl Sagan über Autoritätsargumente zitieren?

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TomBombadil2010 23.10.2012, 11:16
@DarkSepia

Und, TomBombadil2010, denke dran: Wer zuletzt lacht, lacht immer am besten

Ich lache lieber hier und jetzt :-) Wenn du einmal unter der Erde liegst und die Würmer an dir nagen, wirst du leider weder zum Lachen, noch zum Bedauern über dein mit Wachtturmbibel vergeudetes Leben kommen :-)

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Vielleicht hilft dir dieses Essay

Die 10 Gebote des AT, sind die Grundlage der abrahamistischen Religionen, der Juden, Christen und Moslems, die können definitiv und in logischer Weise von Gott sein. Aber alle anderen Gebote, Verbote und Geschichten, die sind von Menschen, den Priestern und Propheten und den Pharaonen, die sich als Götter glaubten und alle wollen von Gott inspiriert worden sein. Mit diesen, angeblich von Gott inspirierten Geschichten, Geboten und Verboten konnten und können die Herrschenden sehr gut leben um so den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen. sie gefügig und in Schach halten, B I S H E U T E.!! Das 5. Gebot, du sollst nicht Töten, wird sogar von den M. umgedreht, da wird das Töten Andersgläubiger sogar belohnt, das ist ein Indiz, dass Töten kein göttliches Gebot sein kann. Lebt die zehn Gebote, jeder Mensch weiß selbst was gut und böse ist und legt die zum Teil unsinnigen religiösen Zwänge ab. .

Du könntest eine Arbeit über Ludwig Feuerbachs Religionskritik machen - hier ein Beispiel:

  1. Wer war Ludwig Feuerbach?

  2. Religionskritik anhand des Buches "Das Wesen des Christentums" darstellen.

  3. Stärken und Schwächen des Buches darstellen.

  4. Eigene Meinung darlegen.

Was hat die Religion der Menschheit gebracht?

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