Suche Fahrrad für längere Touren?

2 Antworten

Ja, Gravelbikes sind zurzeit "hip". Sie sind quasi schlechtwegetaugliche Rennräder - im Blick hatte man da wohl eher solche Schotterstraßen, als solche Schotterwege. Wobei es durchaus auch Leute gibt, die mit Gravelbikes leichte Singletrails fahren.

Das sind halt wirklich Sportgeräte. Du merkst damit jede Unebenheit, über die du fährst und hast eine sportliche, weniger bequeme Sitzposition. Diese ist dafür aerodynamischer und lässt ein effizienteres Treten zu, wodurch du in Verbindung mit den recht schmalen, hart aufgepumpten Reifen ziemlich schnell fahren kannst.

Gravelbikes haben in aller Regel auch keine Gepäckträger, was ggf. das Mitführen von Kameraequipment erschwert.

Die entspanntere Alternative wäre das Trekkingrad. Es ist prinzipiell für die gleichen Wege ausgelegt, orientiert sich aber mehr an Komfort und Alltagstauglichkeit. Ob man eine Federung und fest montierte Beleuchtung braucht, sei mal dahingestellt. Gepäckträger und Schutzbleche sind bei Trekkingrädern Standard, können aber natürlich auch demontiert werden. Natürlich kann man auch mit einem Trekkingrad sportlich fahren, wird damit aber eben gerne mal 15-20% langsamer sein als mit dem Gravelbike.

Das Zwischending zwischen Gravelbike und Trekkingrad wäre dann noch das Crossrad; das war mal deutlich populärer als jetzt. Man kann es quasi als Trekkingrad sehen, das man durch Demontage von Schutzblechen, Gepäckträger und Beleuchtung auf sportlich getrimmt hat. Der Unterschied zum Gravelbike ist die Sitzposition, die deutlich entspannter ausfällt.

Trekking- und Crossräder gibt es mit oder ohne Federung vorne. In deiner Preisklasse sind das aber recht primitive Federungen, die nur bei tiefen Schlaglöchern o.ä. überhaupt arbeiten und sonst eher der Optik dienen. Dafür erhöhen sie das Gewicht der Fahrräder mal eben um 1,5 kg. Ich würde mir genau überlegen, ob ich so etwas brauche.

Was in meinen Augen nicht die richtige Wahl wäre, ist das Hardtail. Also ein einfaches Mountainbike, das nur vorne gefedert ist. Ja, Hardtails werden gerne mal als ultimative Allzweckfahrräder beworben. Allerdings ist damit eben alles von der Straße bis zum schweren Gelände gemeint - und Hardtails können beides nicht wirklich: Für's schwere Gelände haben sie zu wenig Federung und sind zu leicht gebaut; auf der Straße sollen sie schlecht und sind unnötig schwer. Nun ist aber jede Eignung Gelände-Eignung für dich gar nicht nötig. Warum solltest du also ein Fahrrad wählen, das im leichten Gelände und auf groben Schotterwegen Spaß macht, dafür aber auf Asphalt schon wieder Nachteile mitbringt?

Danke für die ausführliche erklängen und Informationen , aber was genau empfiehlst du mir jetzt ? Kannst du vllt Beispiele hier verlinken ?

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@esser92

Ich empfehle dir, Probefahrten mit Gravelbikes, Trekking- und Crossrädern zu machen und dir zu überlegen, was dir grundsätzlich am ehesten liegt. ;)

Wenn du Links meinst, wo du entsprechende Fahrräder kaufen kannst, dann muss ich dich enttäuschen. Ich halte es prinzipiell für eine schlechte Idee, Fahrräder im Internet zu kaufen. Die Probefahrt ist sehr viel entscheidender als die Frage, welche Komponenten man für sein Geld bekommt. Was nützt es dir, dass das eine Fahrrad zum gleichen Preis die bessere Schaltung hat, wenn du beim Fahren Rückenschmerzen bekommst?

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Geht es dir auch um Maximalgeschwindigkeit? Dann kann eine Rennrad-Lenkung Sinn machen (in Richtung Gravel).

Der Vorteil ist auch der Nachteil. Man sitzt auf solchen Bikes viel unbequemer als auf einem Trekking.

Probier die Sitzpositionen der beiden Typen (Gravel & Trekking) unbedingt einmal in Live aus!

Ok könntest du mir mal nen gutes trkking verlinken ?

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@esser92

Eigentlich nicht, denn gut ist relativ. Ein Rad muss vor allem zu den eigenen Anforderungen passen. Dazu gehört neben den Spezifikationen vor allem, dass man sich darauf wohl fühlt und natürlich auch dass es zum Geldbeutel passt.

Das wäre eines der teureren: https://www.bikesportworld.de/Fahrraeder/Trekkingbikes/Trekkingbikes/Bergamont-Vitess-7-Gent-2020.html?utm_source=googlebase&utm_medium=mc&utm_campaign=gshopping

Ich hab für mein Trekking Bike ca. 800 Euro ausgegeben. Ich fahre im Jahr 8-10.000 km. Und ich bin sehr zufrieden. Mein Fahrrad ist von der Marke KTM. Man kann auch mit weniger und mit mehr glücklich werden.

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