Studiumsoption IB - Ja oder Nein?

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5 Antworten

Ich denke auch, da liegst Du ganz richtig. So begeistert, wie Du das Studium beschreibst, ist das sicherlich gut für Dich.

Das ist vielleicht ein bisschen wie bei den Leuten, die notgedrungen irgendeinen Beruf erlernt haben, aber Zeit ihres Lebens ein besonderes Hobby ausübten. Ich würde Dir auch raten, fang erst mal mit etwas an, Du musst deine anderen Interessen ja nicht vollständig verdrängen. Gerade im Studium trifft man oft Gleichgesinnte. ;-)

Einer meiner Kommilitonen ist in Maastricht gewesen (Geschichte). Ohne einen haufen Zeit und Geld wirst du da nicht weit kommen. Philosophie kannst du an mehreren Unis studieren. Im übrigen würde ich dir dringend davon abraten Philosophie in einer fremden Sprache zu studieren. International ist im übrigen jede Universität. Solltest du eine analytische Seele sein empfehle ich dir Göttingen oder die FU in Berlin. Schlägt dein hermeneutisches Herz hoch gehe besser nach Köln oder Kassel. Und: Wenn du schon nach Maastricht willst, dann kannst du auch alternativ nach Aachen.

Du solltest dich erst mal genau darüber informieren was man im Philosophiestudium macht und was man damit arbeiten kann. Du hast derzeit ein (vermutlich auf Hörensagen basierendes) Bild der Philosophie was nicht der Realität entspricht. Wer sagt zum Beispiel dass man nach dem Studium nicht gut verdient? Oder keinen guten Job bekommt? Viele arbeiten z.B. später in der Unternehmensberatung und gerade die ganz großen wie McKinsey &Co erwarten Auslandserfahrung, da kommt man nicht drum rum wenn man in der Branche etwas werden will.

Dann gibt es noch jede Menge Mischstudiengänge die Philosophie mit Wirtschaft und Internationalität vereinen, z.B. Cognitive Science in Osnabrück, Management, Philosophy & Economics in Frankfurt, Philosophy & Economics in Bayreuth und diverse Masterstudiengänge wie z.B. Intercultural Humanities in Bremen.

Außerdem kannst du mit nahezu jedem Studium im Ausland arbeiten und du kannst auch in jedem Studium ein Auslandssemester einlegen, das ist heutzutage nichts besonderes mehr. An jeder Uni gibt es zudem die Möglichkeit im Sprachzentrum oder im Professionalisiereung- bzw. Optionalbereich mehrere Sprachen zu lernen, egal was du studierst.

Ich will dir deinen Studienwunsch gar nicht ausreden. Wenn es das ist was du machen willst, dann mach es. Aber du solltest dich vorher vernünftig über möglich Alternativen informieren damit du dich später nicht ärgerst.

TomFraser 25.03.2012, 23:30

Danke für die ausführliche Antwort. Wie ein Philosophie-Studium aussieht, weiß ich; ich hab mich bereits in ein paar Vorlesungen hineingesetzt, hab Infoveranstaltungen besucht, etc. etc. Ich bin kein "ethik-war-ja-in-der-schule-ganz-intressant"-Träumer, ich weiß das ein Philo-Studium vorallem analytisch und mathematisch aufgebaut ist. Nichtsdestotrotz, um einen deutschen Philo-Absolventen, so gut er auch sein mag, reißt sich wohl kaum einer, vorallem im Ausland. Zudem haben die Berufe, die man im Endeffekt damit ausführt, kaum etwas mit Philosophie zu tun. Man sagt ja immer, man solle etwas studieren, was einen intressiert, und in welchem Bereich man sich vorstellen kann, ein Leben lang zu arbeiten. Aber eben das ist bei einem Philostudium eben meist kaum möglich.

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Kristall08 26.03.2012, 12:19
@TomFraser

Ich bin kein "ethik-war-ja-in-der-schule-ganz-intressant"-Träumer

LOL.

Den Eindruck machst Du auch nicht. ;-)

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Mandava 26.03.2012, 13:28
@Kristall08

Es ging mir auch eher um die späteren Berufsmöglichkeiten, weil du gesagt hast dass es dir später mit Philo an finanziellen Mitteln fehlen wird. Das beweist auch wieder diese Aussage

um einen deutschen Philo-Absolventen, so gut er auch sein mag, reißt sich wohl kaum einer, vorallem im Ausland.

Wie ich schon sagte solltest du dich erst einmal vernünftig informieren. Es kommt immer darauf an was man aus seinem Studium macht. Wenn du Philo mit Wirtschaft verbindest, bist du für internationale Firmen genauso interessant als wenn du nur BWL studierst.
Ich hatte übrigens nen Bekannten der Philo studiert hat. Er wurde nem BWLer vorgezogen obwohl der Job eigentlich für einen BWLer ausgeschrieben war. Der Grund lag darin, dass seine Praktika und Soft Skills einfach besser waren und er sich das bisschen Rechnungswesen innerhalb weniger Wochen auch selbst beibringen konnte.

Es stimmt allerdings dass du später kaum noch was mit Philo zu tun haben wirst. Aber das wird dir mit fast jedem Fach so gehen, die technischen vielleicht noch ausgenommen. Da mach dir mal keine Illusionen.

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Hast du dir schon einmal ein paar Vorlesungen zum Studiengang IB angeschaut? Du musst dein Interesse für Philo, Kunst doch nicht ignorieren. Da ich selber Philosophie studiere rate ich dir, schau dir viele Vorlesungen an, wenn du mit der Logik auf kriegsfuß stehst, dann lass es lieber. Denn Aussagenlogik ist sehr wichtig!

Die Erkenntnis: "Ich denke eben, warum nicht International Business studieren, danach hab ich alle Möglichkeiten (wenn ich gut bin) und kann mich immernoch eingehend mit Philosophie und Kunst beschäftigen, wenn ich mal ein festes Standbein habe"

Das klingt sehr vernünftig =)

Das ist das richtige, brotlose Kunst hilft dir auch nicht weiter.

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