Studium vorbei, irendwie muss das Leben nun finanziert werden?

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6 Antworten

Ich habe ein nicht angemeldetes selbstständiges Kleingewerbe (als
Künstler), mit dem ich zumindest für einen kurzen Zeitraum bis zu 1500€
Brutto im Monat verdienen könnte.

Das versteh ich nicht.

  1. Kleingewerbe gibt es nicht
  2. Betätigung als Künstler ist freiberuflich, nicht gewerblich, es sei denn du führst primär Auftragsarbeiten aus.
  3. Nichtanzeige dieser Tätigkeit beim Finanzamt kann dich in den Verdacht einer Steuerstraftat bringen ist in jedem Fall eine Ordnungswidrigkeit.

Hartz 4 plus Kleingewerbe, welches ich jedoch auf 200-300€ im Monat reduzieren müsste?

Aufstockung nach SGB II steht dir zu, wenn du bedürftig bist. Du darfst dein Einkommen nicht reduzieren, da dies deine Bedürftigkeit erhöhen würde, dann drohen dir Sanktionen.

Du solltest die Stütze ehr nutzen um es ggf. auszubauen dann bist du evtl. nach 6 Monaten wieder raus.

Selbstständigkeit? Wie könnte ich die 1500€ kurzfristig aufstocken, damit genug zum Leben nach allen Abzügen bleibt?

Durch Antrag auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II. Ist doch die gleiche Frage wie davor nur von der anderen Seite gestellt.

Meine Arbeit besteht zu 100% aus Auftragsarbeiten.
Anmelden habe ich wie gesagt fest vor, unabhängig von den anderen Entscheidungen.
Reduzieren ist in diesem Fall relativ, im Schnitt bin ich ja bisher bei etwa 400€ im Monat, wenn man meinen Kontoverkehr auswertet. Das heißt, für die Summe von 1500 Brutto muss ich erstmal mehr Aufträge erledigen, als ich es je im Monat getan habe.

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versuche es doch mal mit arbeiten gehen. also auf und in die spur und arbeitssuchend melden. schreibe bewerbungen bis die schwarte kracht. stelle schon mal einen antrag auf alg2, wenn du meinst dass du anspruch hast.

deine ausgaben von 1000 euro wirst du drastisch einstampfen müssen, da du nur einen anspruch von 409 euro regelsatz u. kosten der unterkunft hast. mehr gibts nicht.

bei einem einkommen von 1500 euro monatlich, gibts kein alg2. die lösung deines problemes ist also entweder zügig dein gewerbe zum laufen zu bringen oder zügig in vollzeitarbeit zu kommen. dazu brauchst du kein brainstorming, dass weißt du auch alleine.

von den 1000€ sind ja fast 400 schon allein für die Unterkunft.

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@Designstudi

wenn 390 euro angemessen sind, wird man die kosten übernehmen. wenn nicht, wirst du angemessenen wohnraum besorgen müssen und ausziehen.

dann kommen dazu noch 409 euro regelsatz, die du bekommst. davon musst du alle anderen kosten bestreiten: lebensmittel, handy, strom, klamotten etc.

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@markusher

Ich wohne in Hamburg, viel günstiger als das geht so gut wie gar nicht.

Strom war in der Rechnung bereits drin - ich zahle 333 kalt an den Vermieter und 52 an meinen Mitbewohner für alle Rechnungen inklusive Internet und GEZ.

Und den Regelsatz würde ich im erlaubten Rahmen mit dem Kleingewerbe aufstocken.

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Nun, Bewerbungen hättest du schon längst schreiben können. Viele deiner Kommilitonen haben das getan und keinen Lehrlauf zwischen Studienende und Beschäftigung.

Du hast grundsätzlich Anspruch auf ALG II, den Antrag solltest du stellen und dann sehen, wie viel du bekommst.

Auf jeden Fall keine 1500,-- Euro. Da musst du schauen, was du für Festkosten hast neben Wohnung.

Deine Krankenversicherung übernimmt das Jobcenter, wenn du von dort Leistungen bekommst. Ansonsten musst du dich, wenn über 25 Jahre alt und kein Student mehr, selbst versichern- Kosten ca. 175,--Euro/Monat. Wenn du jedoch selbstständig bist, und das wärest du mit einem Gewerbe mit einem Einkommen von 1500,-- Euro, dann musst du dich entsprechend versichern als Selbstständiger.

Da ist der Betrag deutlich höher, klär das mit deiner Krankenkasse.

Ich bin 23.
Selbstständig wäre ich wohl bei etwa 300-350€. Und ja, Krankenkasse ist bei dem ganzen wohl das größte Fragezeichen bei mir, bzw. das hauptargument für das Arbeitslosengeld.

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Zeitarbeit und nebenbei was "Richtiges" suchen. Selbst mit Mindestlohn kommst du auf deine 1000€, bist komplett sozialversichert, und kannst am Wochenende immer noch selbständig sein!

Die Kündigungsfristen sind dort extrem kurz, dafür ist die Probezeit ziemlich lang - eine Kündigung für einen besseren Job sollte also kein Problem sein!

ja, das wäre tatsächlich eine Überlegung wert...

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Was ich mich spontan frage - wie kommst du denn bitte auf 1000 Euro fixe Ausgaben, wenn du dich gleichzeitig fragst, wie du bei einem Einkommen von 1500 Euro noch "genug Geld zum Leben" haben sollst?

Gefühlt musst du wohl einfach an deinen Ansprüchen arbeiten.

Und dann ist es sicherlich sinnvoll, wenn du dir schlichtweg einen festen Job suchst, oder eben das Kleingewerbe entsprechend hoch bringst.

Ich fürchte, deine Antwort ist an meiner Frage vorbei...
1500 sind es Brutto, ohne jegliche Abgaben. Leider kommen da aber noch Steuern, Versicherungen etc. dazu.

Dass Jobsuche mein Ziel ist, habe ich klar und deutlich geschrieben. Nur muss ich von irgendwas leben, bis ich einen gefunden habe. Selbstständigkeit kommt für mich ausschließlich zur Überbrückung in Frage, nicht dauerhaft.

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@Designstudi

das ist eine ganz klare frage. du lebst weit über denen verhältnissen und mit der jobsuche beginnt man ja nicht erst 5 min. vor ende des studiums.

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@Designstudi

Wie gesagt - dann musst du deinen Lebensstil eben deinen finanziellen Möglichkeiten anpassen.

Wofür sind denn die übrigen 610 Euro deine "fixen Kosten" da?

Und wie viel geht von den 1500 Euro ab? 

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@markusher

Ich hatte vor einigen Monaten schon eine Jobsuchenoffensive gestartet, jedoch nahm die Abschlussarbeit leider irgendwann so viel Zeit ein, dass ich über Monate überhaupt nichts anderes machen konnte. Shit happened. 

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@DieKatzeMitHut

Tatsächlich sind die 1000 sogar etwas überhoht, im Schnitt habe ich 2016 von 879€ im Monat gelebt.
Agesehen von Miete sind da 40€ im Monat Fahrkarte (die aktuelle ist bis Oktober gültig), 20€ im Monat Handy, 200-250€ im Monat Essen, etwa 20-30€ im Monat für meine Hobbies und der Rest sind halt weitere unregelmäßige Ausgaben wie Fernbusfahrten, Konzerte, Kleidung und Medikamente.

Wie viel von den 1500€ bleiben würde, weiß ich nicht, aber soweit ich mitbekommen habe dürfte ich mich von fast der Hälfte verabschieden. Zumindest vorübergehend, bis die Künstlersozialkasse mich annehmen und etwas entlasten würde.

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@Designstudi

Der erste Schritt wäre dann ja wohl sich mal richtig schlau zu machen und zu wissen, wie viel dir von welchem Geld bleibt.

Und dann - auch wenn es schwer fällt - wird dir wohl bewusst werden müssen, dass man als selbständiger freier Künstler wohl gerade am Anfang schlichtweg auf "unregelmäßige Ausgaben" wie Konzerte, Kurztrips, teure Kleidung und Hobbies verzichten muss, wenn man es sich nicht leisten kann.

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@DieKatzeMitHut

Das schlau machen ist ja gerade das, was ich in den letzten Tagen und in diesem Augenblick mache...

Über Anfangszeit hinaus ist die Lage eh uninteressant, da ich wie bereits gesagt nicht selbstständig bleiben wollen würde. Auf teure Kleidung verzichte ich schon immer. Die Ausflüge kosten auch selten mehr als 20-30€ pro trip. Realistisch gesehen, wenn die Miete übernommen wird, ich den Regelsatz kriege und mit dem Nebengewerbe aufstocke, würde ich ja nicht viel anders als bisher leben.

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@Designstudi

wenn du dein nebengerwerbe mit 1500 euro hast, bekommst du keine aufstockung mehr. da liegst du mit deinem einkommen weit drüber.

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Hier meine Ideen auf die Schnelle:

Ich würde mich jetzt schon einmal vorsichtshalber arbeitslos melden. Das ist wichtig, damit du auf jeden Fall finanziell abgesichert bist. Du hast keine Ersparnisse. Daher ist die Situation gefährlich.

Von 1500 Euro brutto kann man nicht so gut leben. Denke daran, dass der Staat und die Krankenversicherung bei allen Steigerungen Ihren Anteil haben möchten.

Das Arbeitsamt wird dich bei der Jobsuche unterstützen. Ich selbst würde die Möglichkeit erkunden, eine berufliche Weiterbildung bzw. Umschulung zu machen. Das Arbeitsamt kann dabei ebenfalls wertvolle Unterstützung leisten.

Die Selbstständigkeit hast du nicht genauer beschrieben. Ich würde Risiken minimieren und auf Weiterbildung und Förderung durch das Arbeitsamt setzen. Ist aber nur meine Meinung als Außenstehender.

Er hat doch gerade erst sein Studium beendet - wieso soll er denn jetzt eine Umschulung machen?!

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Weiterbildung wäre witzlos, ich habe meine erste Ausbildung ja gerade erst abgeschlossen...
Und dass 1500 Brutto für einen Selbstständigen verdammt wenig sind, weiß ich auch, deswegen frage ich hier ja. Wohngeld würde sich anbieten, jedoch habe ich Angst, dass die Bearbeitung länger dauern könnte als meine Jobsuche am Ende...

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@Designstudi

Warum wäre eine Weiterbildung witzlos? Habe habe mehrere Arbeitslose kennengelernt, die es kurz nach dem Studium gemacht haben.

Die 1500 Euro sind ja auch eine Prognose. Was ist, wenn Du in einem Monat nur 1000 verdienst? 

Das Wohngeld würde ich sofort beantragen. 

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@l3487171

Weil ich 3 1/2 Jahre meiner Zeit, viel Leidenschaft und ne Menge Geld (da es eine private Einrichtung war) in die Sache gesteckt habe und nun diesem Beruf nachgehen will. Ich bin keiner von denen, die mangels besserer Pläne BWL studieren gehen.

Und genau weil ich weiß, dass die Summe auch so schon extrem knapp ist, stellte ich die Frage hier... denn noch weiß ich nicht, was ich bei Schwankungen tun würde, und werde das Risiko nicht auf mich nehmen, bevor ich keine eindeutige Lösung habe.

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@Designstudi

Es sind alles nur die Optionen, die mir persönlich einfallen würden. Du hast ja das Wort "Brainstorming" verwendet.

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