Studium soziale Arbeit in der Schweiz?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ein generelles Problem muss das nicht darstellen. Aber du solltest die Unterschiede nicht nur im Bereich Recht nicht unterschätzen. Auch das Sozial- und Gesundheitssystem funktioniert etwas anders als in Deutschland (neben vielen Parallelen).

Im Studium lernt man unter anderem, wie man sich neues Wissen aneignet. Das muss man nach einem Wechsel des Landes dann auch tun. Was man im Sozial- und Gesundheitssystem z.B. bei den Strukturen und Zuständigkeiten beachten muss, ist oft nur für Außenstehende wirklich kompliziert. Wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt hat, steigt man da schnell durch.

Was die Unterschiede im rechtlichen Bereich angeht: Natürlich hat man nicht in jeder Beratungsstelle gleich viel mit rechtlichen Fragen zu tun. Wenn man aber z.B. in der Allgemeinen Sozialberatung tätig ist und Wohngeld (WoGG) nicht von Kosten der Unterkunft (SGB II) unterscheiden kann, wird man viele Beratungsfehler machen. Man kann sich auch nicht immer nur mit allgemeinen Aussagen retten, wenn man bei seinen Klienten dauerhaft glaubhaft rüberkommen will ("Ja, weiß ich auch nicht so genau, frag mal beim Jobcenter oder so" ist für Klienten meist nicht die Antwort, die sie hören wollen).

Wenn du dich bereits während deines Studiums in der Schweiz mit den entsprechenden Strukturen und Regelungen in Deutschland wenigstens grundlegend vertraut machst, dann sollte es bei der Arbeitsuche wenige Probleme geben. Ein Bachelor in Sozialer Arbeit an einer schweizerischen Hochschule sollte in Deutschland auch von Arbeitgebern problemlos anerkannt werden.

Nach dem Bachelor-Abschluss müsstest du dich allerdings auch um die staatliche Anerkennung kümmern, die in der Kinder- und Jugendhilfe fast immer Voraussetzung ist und in anderen Bereichen sehr häufig erfordert wird. Da gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Stellen, die die staatliche Anerkennung bei im Ausland erworbenen Abschlüssen erteilen würden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von aupairamerica
08.03.2017, 16:58

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Du hast mir damit sehr geholfen :)

 

1

Ich bin selbst in der Branche tätig und habe schon viele Bewerbungsverfahren begleitet. Soweit ich das sehe, sollte das kein Problem sein, vorausgesetzt du willst nicht in einem sozialen Bereich arbeiten, der schwerpunktmäßig im Rechtsbereich agiert: z.B. Jugendamt, Schuldnerberatung. Und selbst in diesen Bereichen wird höchstens bei der ersten Anstellung Probleme geben. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von TechnologKing69
08.03.2017, 15:23

Naja, es wird dann schon weiter Probleme geben, wenn der Fragesteller dann andauernd Fehlentscheidungen trifft, weil der die Gesetze verwechselt...

0

Zunächst einmal, bist du dir sicher, dass das Modul einfach "Recht" heisst?  In der Schweiz ist das eigentlich in die einzelnen Bereiche, Strafrecht, Öffentliches Recht usw. gegliedert, aber ich kenne mich natürlich mit deinem Studienmodul nicht so aus.

Was das Arbeiten betrifft, es hängt davon ab, inwiefern das Recht für deine Arbeit dann wichtig ist, aber Fakt ist, wenn du wirklich auch Anwendungswissen in konkreten Rechtsfrage beweisen musst, kannst du eine länderübergreifende Arbeit total vergessen, als Jurastudent in der Schweiz kenne ich die massiven unterschiede zwischen den Gesetzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?