Studium beginnen oder doch lieber arbeiten?

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2 Antworten

Ich kann verstehen, dass dir das Studium Angst macht. Ich habe selbst Wirtschaft studiert und kann dir versichern, dass diejenigen, die schreien, es wäre soooo fürchterlich schwer, sich in wenige Kategorien unterteilen lassen: 1. Die Faulen/Überforderten, die wirklich ALLES geschenkt möchten, 2. Die Elitären, die sich durch ihr Studium profilieren wollen und deshalb andauernd betonen, dass ihr Studiengang der schwerste und tollste überhaupt ist und 3. Die, die einfach jammern wollen, weil sowieso und immer alles schrecklich ist.

Du hast ein ziemlich gutes Abitur und du hast schon einmal gearbeitet. Das sind super Voraussetzungen, um gut durch's Studium zu kommen. Es wird dir ganz sicher so gehen, dass du am Anfang eine Zeit brauchst, um dich umzustellen. Denn das Lernen an der Uni unterscheidet sich doch sehr vom Lernen für die Schule. Das geht aber nahezu allen Studenten so.

Dass man mit BWL keinen Job findet, stimmt nicht. Ich habe gerade meinen Bachelor abgeschlossen und habe sofort einen Job gefunden. Das ist nicht der, den ich den Rest meines Lebens machen möchte, aber arbeitslos bin ich nicht. ;) 

Außerdem hat man in BWL sehr viele verschiedene Vertiefungsmöglichkeiten. Wenn du Personal oder Marketing studierst, dann hast du natürlich mehr Konkurrenz, als wenn du zum Beispiel Controlling als Schwerpunkt wählst.

Dazu kommt: Selbst wenn du nach ein oder zwei Semestern merkst, dass Studieren nicht das Richtige für dich ist, ist das nicht schlimm. Ich habe selbst erst mit Mitte 20 angefangen zu studieren und rückblickend betrachtet kann ich dir sagen, dass es wirklich kein Beinbruch ist, wenn man ein paar wenige Semester in den Sand setzt. Du musst diese Entscheidung anschließend nur selbstbewusst vertreten können. Es ist nämlich durchaus auch eine Stärke, etwas zu versuchen und sich im Zweifelsfall dann eingestehen zu können, dass es nicht gepasst hat.

Ich würde dir empfehlen, dich auf den Webseiten der Unis über die Studiengänge zu informieren, die dich interessieren. Suche dort nach dem Regelstudienplan, der ist auch oft in der Prüfungsordnung enthalten, und schau dir an, was du belegen musst. Details zu den Modulen findest du im Modulhandbuch. Das ist in 90 % der Fälle ganz einfach zu finden. Dann kannst du besser abschätzen, ob dich die Inhalte interessieren.

An sehr großen Unis, kannst du dich im Prinzip auch einfach mal in eine Vorlesung setzen. Das merkt kein Mensch.

Mein Rat: Trau dich!

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Bastorius 19.04.2016, 21:16

Danke das klingt auf jeden Fall schonmal etwas positiver :) Also hätte man sich auch mit abgebrochenen Studium theoretisch nicht alle Türen verbaut? Wäre es dann evtl sogar möglich, noch eine Ausbildung zu beginnen?

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fairytales 19.04.2016, 21:23
@Bastorius

Nein, damit verbaust du dir erst mal gar nichts. Natürlich gibt es Personaler, die Wert auf einen absolut geradlinigen Lebenslauf legen. Den hast du strenggenommen aber sowieso schon nicht mehr.

Es gibt genau so gut auch Personaler, die es schätzen, wenn man eben diesen geradlinigen Lebenslauf nicht hat. Es wird auch recht selten vorkommen, dass du wegen eines abgebrochenen Studiums direkt aus dem Bewerbungsprozess rausfällst. Realistischer ist, dass du im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen wirst. Und dann musst du eben selbstbewusst sagen können, dass du dich aus Überzeugung für den Abbruch entschieden hast, weil.... zum Beispiel weil dir die Praxis mehr liegt. Oder was auch immer es dann halt war. :) Oder weil du die tolle Stelle entdeckt hast, die du dir nicht entgehen lassen wolltest. ;)

Und eine Ausbildung kannst du natürlich auch noch machen. Da wird das abgebrochene Studium in der Regel überhaupt kein Problem darstellen. Warum auch?

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Wenn du dir unsicher bist dann warte noch was mit dem Studium und gehe erstmal arbeiten dann kannst dir noch etwas Gedanken machen.

Aber etwas mehr Selbstvertrauen bitte du hast deine Ausbildung zum Groß und Einzelhandelskaufmann sehr gut betanden mit 1,8 und das ist auch ein anspruchsvoller Beruf.

Wenn du das geschafft hast wirst du auch ein Studium schaffen also glaube bitte mehr an dich.

Wünsche dir viel Erfolg und das du die richtige Entscheidung triffst.

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Bastorius 19.04.2016, 21:01

Bei BWL habe ich vor allem die Angst, dass ich nach 3 Jahren Studium ohne Job im Arbeitsamt stehe :/ BWL machen so total viele und da habe ich einfach total Angst, dass die 3 Jahre umsonst waren und ich dann vielleicht nichtmal in meinem Beruf arbeiten kann, da ich ja dann überqualifiziert wäre. Das ist halt hauptsächlich mein Problem :/

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BlackDoor12 19.04.2016, 21:03
@Bastorius

Das stimmt Betriebswirtschaftslehrre ist sehr gefragt in der Berufswelt und die Stellen sind überlaufen.

Was macht dir denn sonst noch Spaß ? Wie wäre es mit einen Studium in einer anderen Richtung ?

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Bastorius 19.04.2016, 21:09
@BlackDoor12

Spaß machen würde es mir. OK zugegeben, Rechnungswesen finde ich absolut langweilig aber den Rest finde ich schon interessant. Ich habe mir halt sämtliche Studiengänge hergenommen und die allermeisten haben mich nicht angesprochen. Übrig geblieben ist dann nur noch BWL, Wirtschaftsingeneur, Informatik und Kommunikationstechnik. An den Wirtschaftsingeneur sowie an Kommunikationstechnik traue ich mich nicht wirklich rann. BWL würde ich auch der Informatik vorziehen, da ich in Informatik praktisch keine Vorkenntnisse habe. In BWL habe ich ja durch die Ausbildung schon einiges an Vorkenntnissen.

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BlackDoor12 19.04.2016, 21:12
@Bastorius

Also Fachinformatik wäre auch eine gute Richtung und hat gute Zukunftschancen. Aber wenn dir da die Vorkenntnisse fehlen ist das schwierig.

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Bastorius 19.04.2016, 21:15
@BlackDoor12

Naja lernen kann man ja vieles. Ich würde dann halt auf dem Stand sein, wie beispielsweise Abiturienten. Aber durch meine Ausbildung habe ich ja im Bereich BWL eigentlich DEN Vorteil

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Bastorius 19.04.2016, 21:17
@BlackDoor12

Im BWL Studium gibt es auch ein Modul das nennt sich "Wirtschaftsinformatik". Meinst du, man könnte sich dann nach dem Studium auf Stellen bewerben, die nach Wirtschaftsinformatikern suchen?

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fairytales 19.04.2016, 21:29
@Bastorius

Den Vorteilszahn möchte ich dir allerdings ziehen. Es stimmt, dass du einen winzigen Vorsprung hast. Der ist aber nach dem ersten Semester dann auch erledigt. Im Studium wird alles viel tiefgehender und ausschweifender behandelt als in der Schule und in der Ausbildung. Es ist ein Vorteil, dass man die Grundlagen schon mal gehört hat, das war's dann aber auch schon.

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fairytales 19.04.2016, 21:04

Da kann ich dich beruhigen. Für fast alle Führungspositionen im Handel ist ein Abitur mittlerweile obligatorisch und ein Studium schadet auch nicht.

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Bastorius 19.04.2016, 21:11
@fairytales

Auf Stellen, die kein Studium erfordern, werde ich mit Studium aufgrund der Überqualifikation dann auch nicht benachteiligt? Habe sowas nämlich schon öfters gelesen, dass Leute nicht eingestellt werden, da sie zu hoch qualifiziert sind)

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fairytales 19.04.2016, 21:27
@Bastorius

Kann natürlich passieren. Pauschal lässt sich sowas immer schwer sagen. Ich habe aktuell eine Stelle, für die nicht mal zwangsläufig eine Berufsausbildung vorgeschrieben war. Hängt vom Unternehmen und vom Personaler ab.

Ich habe vorher bei einer großen Supermarktkette gearbeitet. Da war in der Führungsebene unter Abitur nix los. ;) Mit Ausnahme derer, die sich wirklich im Unternehmen hochgearbeitet haben.

Und (Wirtschafts-)Informatik kannst du auch ohne Vorkenntnisse studieren. Da kenne ich genug, die das gemacht haben. Reine Informatik ist halt sehr, sehr, sehr mathelastig, das muss einem klar sein. Wirtschaftsinformatik überschneidet sich an meiner Uni zu etwa 1/3 mit BWL und der Rest fängt auf Anfängerniveau an. Alles schaffbar.

Wenn ein Studiengang ohne Vorkenntnisse nicht studierbar ist, führt die Uni einen Eignungstest durch. In ihrem eigenen Interesse, denn die Abbruchquote soll niedrig bleiben.

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