Studium - Erfahrungen - Film-/Medien-/Theaterwissenschaften / Germanistik/Literaturwissenschaften

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo :)

Lustigerweise habe ich das alles schonmal studiert, wenn auch nur im Nebenfach oder kurze Zeit :D.

Erstmal allgemein: An einer Uni Geisteswissenschaften (denn alle diese Studiengänge fallen darunter) zu studieren heißt, dass es um Wissenschaft geht, um Theorie, um Denkmodelle. Da ist gar nichts bis ein minimaler Anteil (1-4 Kurse im ganzen Studium) Praktisches dabei.

Aus diesem Grund habe ich aufgehört, Theaterwissenschaft zu studieren. Es hat NICHTS mit Theaterspielen zu tun. Wir haben gleich zu Beginn z.B. Erving Goffmann, Judith Butler und George Herbert Mead gelesen und ihre Theorien zur Rolle und Identität gelernt (kannst du mal googeln), sowie Theatergeschichte gemacht (griechisches Theater, Shakespearetheater, Commedia del Arte usw.).

Mit Film- und Medienwissenschaft ist es sehr ähnlich. Es geht hauptsächlich um die Theorie, nicht wirklich darum, wie Filme gedreht werden oder man das macht. Man liest James Monaco, Niklas Luhmann, Herbert Mc Luhan und lernt ihre Kommunikationstheorien (kannst auch alles mal googeln). Technik kommt meistens überhaupt gar nicht vor, und wenn doch, dann nur in einem sehr kleinen Teil, vielleicht mal in einem Kurs. Medientechnik lernst du definitiv nicht. Auch Medienpsychologie ist nur ein kleiner Teil, vlt. ein bestimmter Kurs.

Wenn dich Theaterwissenschaft interessiert, lies vorher Andreas Kotte: Theaterwissenschaft, und wenn dich Filmwissenschaft interessiert, liest James Monaco: Film verstehen, wenn dich Medienwissenschaft interessiert, lies Frank Hartmann: Medien und Kommunikation, dann weißt du auch, was da im Studium ungefähr gemacht wird (nämlich viel lesen :P)!

Germanikstik und Literaturwissenschaft ist nochmal was ganz anderes. Da geht es speziell um Texte, Literatur und Textheorien. Bei Germanistik zB lernst du u.U. auch Mittelhochdeutsch, machst Lyrikinterpretation, Literaturgeschichte usw. Lies doch mal Martinez/Scheffel: Erzähltheorie oder ein einführendes Germanistik-Buch (leider habe ich da keinen guten Tip, weil ich da nie eines gelesen habe).

Aber auch hier gilt: Du musst wahnsinnig viel in kurzer Zeit lesen, und es geht natürlich viel um Theorie und Interpretation. Ich liebe es, aber es sollte einem schon klar sein, sonst ist man sehr enttäuscht,w ie ich bei Theaterwissenschaft war.

Wenn du was Praktisches machen willst, studiere auf keinen Fall an einer Uni, sondern gehe an eine Fachhochschule!

Alles Gute wünscht dir Lichtpflicht

Danke schön! Ich werde auf jeden Fall mal nach diesen Büchern schauen. Gegen viel Lesen habe ich ja grundsätzlich nichts, im Gegenteil^^ Aus dem was ich bisher so gelesen / gehört habe, habe ich auch rauslesen können, dass es vor allem bei Theaterwissenschaften nur Theorie ist und nichts mit Theater spielen zu tun hat.

Ich würde natürlich lieber etwas Praktisches machen und an eine Fachhochschule gehen, wie du auch geraten hast, allerdings muss man dafür leider Aufnahmeprüfungen bestehen und ein bisschen Erfahrung oder so ein Studium macht sich da, denke ich, immer gut.

Für Germanistik: Wie gesagt, ich lese gerne viel, und ich interpretiere auch gerne Gedichte/... damit hätte ich kein Problem. Aber Theater & Film wäre eben doch meine erste Wahl.

Also nochmal: Dankeschön! Darf ich vielleicht fragen, was du im Moment beruflich machst, mit diesen ganzen (angefangenen) Studiengängen?

LG Anica

0
@anicaeins

Hey du,

es ist an der Uni auch bei Film und Medien sehr theoretisch, nicht nur oder verstärkt bei Theaterwissenschaft. Aber schau dir alles mal an, schau in ein paar der Bücher rein und entscheide dann einfach, was dir interessanter vorkommt. Du kannst ja noch wechseln, das machen viele! Am Anfang kann man sich das alles leider noch gar nicht so richtig vorstellen.

Klar kannst du fragen, aber so viel habe ich gar nicht abgebrochen oder nicht beendet ^^, ich habe nur Theater- und Filmwissenschaft nach 2 Semestern aufgehört, habe dann einen interdisziplinären 2-Fach-Bachelor in Medien-, Literatur- und Kulturwissenschaft und Soziologie/Politik gemacht und einen interdisziplinären Master in deutsche Literatur/Ethik/Kultur draufgesetzt, und gerade schreibe ich meine Masterarbeit :).

Ich fange dann eine Promotion (=den Doktor machen) an und arbeite nebenher (Praktikum und freie Mitarbeit) schon einige Zeit als Journalist bei einem Magazin und in einem Verlag (Lektorat und PR), was ich auch weiter machen kann. Da ich schon immer schreiben wollte, sind meine Pläne trotz Umwege aufgegangen :))!

Irren ist menschlich, und viele irren sich erst mal im Studienfach, woher soll man das vorher auch alles wissen. Probieren geht über studieren :'D!

1

I)ch habe Germanistik studiert (nach Architektur und Medizin), bin dann in die Werbung gegangen und halte jetzt Seminare zu Sprachgestaltung und Journalismus ab.

Als erstes gebe ich Dir die dringende Empfehlung, ein Studium niemals danach auszusuchen, ob Dir die Ausbildung Spaß macht, sondern nur danach, ob Dir der Beruf Spaß machen wird, der sich daraus ergibt. Ein ödes Studium musst Du 4 Jahre ertragen, einen öden Beruf zehn mal so lang.

Ich kann Dir nur empfehlen, möglichst viele Praktika in den verschiedenen Bereichen zu machen. Meine Enkeltochter studiert Kommunikationswissenschaften und Germanistik und wollte ursprünglich eine universitäre Laufbahn einschlagen. Dann hat sie ein Praktikum beim Sender Phoenix angefangen und findet das so interessant, dass sie jetzt nicht mehr an der Uni bleiben will, sondern auf dem Weg ist, fest bei Phoenix zu bleiben.

Nur praktische Erfahrung kann Dir die richtige Richtung zeigen.

Danke, werde ich versuchen.

0

Was wäre denn wenn Du -wissenschaft durch -management ersetzt? Also gerade der praktische Anteil in Medienmanagement Studiengängen ist sehr hoch und vermittelt praxisnah worum es heutzutage im medialen Bereich. Auch wenn mich die Beiträge meines Vorredners sehr begeistern stehe ich zu meinen Medienmanagement Studium :D

Werde ich mir vielleicht auch mal angucken. ;)

0

ich habe literatur-, sprach- und medienwissenschaften studiert, ist allerdings schon einige jahre her.

in den litereaturwissenschaftlichen seminaren ging es um ganz unterschiedliche dinge aber vor allem analytisches zu literarischen werken, geschichtliches (entwicklung der literarischen form des romans z.b.), autorenspezifisches (sprachliche analyse bei shakespeare) oder postkolonialistische literatur als separate gattung. dazu kamen aber viele praktische uebungen, die sich auch mit kreativem schreiben befassten.

in den medienwissenschaften gab es auch praktische bereiche, in denen wir selbst gefilmt und geschnitten haben, aber vorwiegend ebenfalls analytisch vergleichendes, in denen unter einem bestimmten gesichtspunkt unterschiedliche werke betrachtet wurden.

ich fand das studium zum groessten teil sehr interessant. allerdings war das zu meiner zeit ein studiengang, in dem man sehr viel selbst mitbestimmt hat, welche veranstaltungen man waehlte, was fuer manche ein problem war. kann aber sein, dass das mittlerweile ganz anders ist.

Ok, danke. Das ist mal eine andere Art - dass man auch einiges Praktisches macht, habe ich bisher noch nirgends gehört. Aber das hat sich eben vielleicht einfach geändert, wie du auch meintest... :/

0

Was möchtest Du wissen?