Studio Lampen gute Marke / guter Hersteller?

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4 Antworten

Vorab mal die Liste der Komponenten:

2 x YongNuo YN-460 Mk. II .................. 90 EUR 
2 x Licht-Stativ ........................... 35 EUR 
2 x Blitzhalter mit Bowes-Bajonett ......... 60 EUR 
1 x Reflexschirm 84cm ...................... 10 EUR 
1 x Durchlichtschirm 114 cm ................ 15 EUR 
1 x Funkset YongNuo RF-603 ................. 30 EUR 
1 x Interfit INT 410 Belichtungsmesser ..... 70 EUR 
1 x Lightfox® HISY02 Hintergrundsystem ..... 35 EUR 
1 x SEAL GREY Hintergrundpap. 1,35x11m ..... 35 EUR 
1 x Lee-Filter Musterheft ................... 5 EUR 
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SUMME ..................................... 380 EUR

Na dann besprechen wir die Komponenten mal durch...

1) YongNuo YN-460 II - Chinakracher oder Arbeitstier?

Eines Gleich vorab: Definitiv ein Arbeitstier!!!

Das ganze soll nun keine detaillierter Technik-Test sein und darum beschränke ich mich mal auf das wesentliche... Nach nun gut 5.000 - 7.000 Auslösungen mit den YongNuo YN-460 II kann ich eigentlich nichts negatives berichten... 3-4 Sek. muss man auf voller Blitz-Leistung warten bis man wieder schussbereit ist. Auf 1/2-Leistung verkürzt sich die Zeit auf ca. 1 Sek.! Ab 1/8 Leistung ist Dauerfeuer mit 3 FPS möglich und man hat nur ab und an einen Aussetzer ab 1/16 kann man 3 FPS fahren ohne mit der Wimper zu zucken... Runter geht es auf 1/64 der Leistung. Meine 4 Exemplare haben diverse Stürze, Dauerfeuer und kleine Regenschauer überstanden. Dank Metall-Fuß sind die Dinger richtig robust und können auch ganz einfach per Mittenkontakt, eingebauter Slave-Zelle oder Sync-Kabel ausgelöst werden!

Nach dem Großen Bruder YN-560, mit etwas mehr Leistung und Zoom-Reflektor, sind das für mich die besten Blitze wenn es darum geht oldschool manuell zu Blitzen!

2) Lichtstative

Einige Fotografen werden mich nun verbal für das folgende steinigen nur hat eben jeder das Recht auf seine eigene Meinung! Bei mir finden sich keine superschweren, mega-breiten und gefederten Stative. Und ich glaube auch man kann gut ohne leben! Für den Profi, der auf Stative 300 EUR Softboxen und 1000 EUR Blitzköpfe montiert ist es auch fahrlässig und dumm am Stativ zu sparen. Für mich pers. rechen die billigen Dinger auch vollauf. Ich sehe keinen Sinn darin einen 10 EUR Schirm + 40 EUR Blitz auf ein superschweres und mega-stabiles und gefedertes 100 EUR Lichtstativ zu schrauben!

Für mehr Statilität im Outdoor-Einsatz sorgen bei mir Sandsäcke... Die gibt es für ein paar EUR in der leeren Variante. So gut wie in jeder Location findet sich etwas um die Sandsäche zu befüllen. Danach einfach über die Beine des Statives legen und fertig! Für 15-20 EUR gibt es ganz brauchbare Lichtstative mit einer Größe von 80 - 2x0cm.

3) Blitzhalter/-neiger mit Bowes-Bajonett - nicht am falschen ende Sparen

Einige werden sich sicherlich fragen: "Warum denn einen Blitzneiger mit Bowens- Bajonett?" - Ganz einfach um Zugriff auf mehr Lichtformer zu haben. Schirme sind mal die günstigsten Lichtformer aber nicht die einzigen! Natürlich gibt es auch eigens für Aufsteckblitze gemachte Lichtformer... Nur sind diese Speziallösungen wie zB Flash2Softbox fast immer eine ganze Ecke teurer. Außerdem ist das Bowens-Bajonett extrem weit verbreitet und sollte man eventuell später richtige Studioblitze anschaffen wären die Lichtformer dann schon vorhanden bzw. kann die gleichen Lichtformer Mobil und im Studio einsetzen auf beiden Arten von Blitzen!

Weiters hat das Bowens-Bajonett noch einen Vorteil in Verbindung mit den YN-460 und YN-460 II. Die Blitzköpfe sind so klein, dass man auch 2 Blitze in den gleichen Lichtformer blitzen lassen kann. Kopf and Kopf geht sich das gerade aus! Damit kann man die Leistung verdoppeln oder die Geschwindigkeit steigern - sprich 2 Blitze auf 1/2 Leistung laden 3 x so schnell nach wie 1 Blitz auf voller Leistung... Beides liefert jedoch die gleiche Lichtmenge!

Vorab geklärt - Schirme:

Schirme gibt es in 2 Varianten - als Reflex-Schirm (siehe Punkt 4) üblicher weise in Silber, Gold oder Weiß und als Durchlichtschirm (siehe Punkt 5).

Weiters gibt es noch so eine Art Zwitter-Schirm oder 2-in-1 Schirm. Das ist ein Durchlichtschirm auf den man zusätzlich eine reflektierende Außenhaut spannen kann! In der Theorie klingt das ganz schön. In der Praxis gibt es einige Probleme damit. So ein Zwitter-Schirm kostet ca. gleich viel wie 2 getrennte nur wenn man 2 einzelne Schirme hat kann man auch 2 Blitze damit bestücken und somit kommt der Schirm dann auch deutlich teurer. Ich bin nicht unbedingt der Geiz-ist-Geil-Typ, wenn was praktisch ist darf es auch mal mehr kosten. Sofern man den 2-in-1 als Durchlichtschirm nutzt funktioniert der ja auch gleichwertig. Anders wenn man Ihn mit der Reflex-Bespannung verwendet. Da muss das Licht erstmal durch das matte Durchlicht-Material und trifft dann sofort auf die refektierende Fläche und wird dann zum 2. mal duch das Diffusor-Material gejagt! Das bedeutet einerseits 2 x den Lichtverlust des Diffusor-Materials und andererseits ein viel weicheres Licht als bei einem klassischen Refelx-Schirm. Irgendwie sieht effizient für mich anders aus ganz abgesehen, dass ich einen Reflex-Schrim ja verwende weil ich härteres Licht will und nicht "doppelt aufgeweichtes"... Ganz abgesehen davon, dass durch den doppelten Leistungsverlust der Blitz höher eingestellt werden muss und das kostet Arbeitstempo (wegen der längeren Nachladezeit), Akkuleistung und somit Blitzauslösungen.

4) Der Reflexschirm

Reflexschirme liefern ein etwas gerichteteres Licht und somit auch ein etwas härteres Licht. Darum habe ich den Schirm ebenfalls ein wenig kleiner gewählt! Außerdem liegt es in der Natur das Sache, dass Reflexschirme aufgrund Ihrer Verwendung auch deutlich weiter vom Model weg sind. Als Farbe würde ich Silber empfehlen. Weiß wäre etwas weicher und würde mehr Lichtleistung "schlucken" und Gold liefert deutlich wärmere Farben. Daher ist Silber mal die 1. Wahl. Wenn man das Licht wärmer haben möchte kann man das besser kontrolliert einfärben mittels Farbfolien bzw. Farbfiltern. Möchte man das Licht zusätzlich absoften gibt es s.g. Frost-Filien und Diffusor-Folien... Weiches Licht wieder härter bekommen ist deutlich schwieriger bzw. kostet dann deutlich mehr Leistung! Darum mein Kauftipp für den Anfang - Silber!

Weiters kann man die Härte des Lichtes auch durch den Abstand Blitz zu Schirm bzw. die Zoom-Stellung des Blitzes steuern indem man den ganzen Schirm ausleuchtet oder nur einen Teil.

5) Der Durchlichtschirm

In dem Beispiel habe ich den Durchlicht-Schirm etwas größer gewählt um noch weicheres Licht zu erzeugen. In der Natur der Anwendung liegt es abenfalls, dass der Schirm deutlich näher an das Modell heran kann und somit im Verhältnis nochmals größer ist und damit noch weicher. Viel gibt es über Durchlichtschirme nicht zu sagen... Das Licht muss durch den Schirm durch und wird sogar teilweise Reflektiert und in alle Richtungen gestreut. Der Lichtformer ist zwar alles ander als Lichteffizient aber genau darum geht es. Dadurch kommt das weiche Licht zu stande. Wer effizientere Lichtausbeute und gerichteteres Licht will muss zum Refelxschirm greifen!

6) Funkempfänger und Funkauslöser für Kameras in einem - YongNuo RF-603

Nicht nur die Blitze von YongNuo sind top... Auch die Funksender leisten hervorragende Dienste! Die Konstruktion beeindruckt zusätzlich durch ihre Vielseitigkeit. Man kann mittels Funsender einerseits die Kamera auskösen und andererseits kann man die gleichen Funksender verwenden um Blitze auszulösen... Das Funktioniert zuverlässig auf bis zu 100m Entfernung!!! Damit man sich mit anderen Fotografen nicht in die Quere Kommt haben die RF-603 16 verschiedene Känäle, die man mittels "Mäuseklavier" einstellen kann. Weiters ist die Stromversorgung mittels AAA-Batterien oder Akkus ein großer Vorteil. Zur Not bekommt man AAA-Batterien fast überall.

Apropos Akkus - Ein kleiner Tipp nebenbei:

Meiner Meinung nach sind die besten Akkus für Blitze und Funksender Sanyo Eneloops! Die zeichnen sich nicht nur durch hohe Leistung aus sondern vor allem durch eine schnelle Abgabe des Stroms im Betrieb was Ladezeiten von Blitzen ein Stück verkürzt. Was noch wichtiger ist - diese Akkus haben eine sehr niedrige Selbst-Entladung. Auch nach wochen- oder monatelanger Lagerung von meinen Reserve-Blitzen mit vollen Akkus kann ich die Geräte nehmen, einschalten und loslegen und merke keinen Unterschied zu frisch geladenen Akkus.

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@mbauer588

7) Blitzbelichtungsmesser Interfit INT 410 - Zuverlässige Blitzmessung für den kleinen Geldbeutel

Naja natürlich kann man auch raten, probieren und mit dem Histrogramm und dem Display alles einstellen. Mit einem Blitz geht das sogar noch ganz gut beim 2. wird es schon schwieriger und wenn es dann obendrein noch darum geht den passenden Lichtabfall zu erzeugen damit der Hintergrund eine gewünschte Helligkeit aufweist dann wird es richtig nervig da mit Dutzenden von Testbildern sich ganz langsam heranzutasten. Der Belichtungsmesser übernimmt aber auch nicht das Denken für den Fotografen sondern liefert einzig und allein ein Nummernbild...

zB: Angeblitzte Seite des Gesichtes f/8, das Streiflicht f/9 und die Schattenseite des Gesichtes f/4. Ist einem f/4 (-2 Blenden) zu dramatisch weiß man schon, dass man einen Reflektor oder eine andere Position für sein Hauptlicht braucht oder das Model mehr zum Licht schauen lassen muss!

Genausogut kann man dann auch messen, dass der Hintergrund mit f/2 dann de facto schwarz ist oder das man im Gesicht eine Blende 8 und am Dekolletee eine Blende 5.6 hat um mehr Aufmerksamkeit auf das Gesicht als auf den Busen zu lenken! Natürlich kann man das auch alles mit Hilfe Dutzender Testbilder erreichen nur geht es so halt schneller und somit effektiver. Außerdem haben die Blitze ein Blenden-System... Messe ich Blende 11 und ich weiß ich will Blende 5.6 dann brauche ich nur die Leistung um 2 Striche zu verringern und ich bin dort.

8) Lightfox® HISY02 Hintergrundsystem mit schwarzen Stoff

Das Ding hab ich eigentlich nur aus zwei Gründen aus den Hut bzw. aus den Angebot von Amazon und ebay gezogen... 1. ist es billig und 2. kommt es mit einem schwarzem Stoffhintergrund der 3x3m hat!

Vorab - Stoffhintergründe sind einfach nur nervig! Die Dinger knittern, ziehen Schmutz magisch an und sind unhandlich. Aber... Das System kommt mit zwei Stativen, einer Tasche und einer Querstange... Das reicht um den Papierhintergrund zu halten! Der schwarze Stoff eignet sich jedoch oftmals für einige Einsatzgebiete... Sei es damit man nicht direkt am Boden liegt oder um Fenster zu verhängen oder um weiße Flächen zu verhängen und Streulicht einzudämmen. Oder einfach gesagt als Abschatter und Allzweck-Stoff.

9) Ein Papierhintergrund in einem mittleren Grau

Ich höre euch förmlich denken: "Mausgrau?! Ist doch echt langweilig!"

Ja, ist es und auch wieder nicht! Etwas mehr Licht macht es heller und viel mehr Licht und es erscheint weiß. Hält man einiges Licht fern wird es dunkler und hält man viel Licht fern wird es schwarz! In Verbindung mit den Lee-Filtern aus Punkt 10 kann so fades graues Papier noch mehr! Blitzt man graues Papier durch eine Farbfolie an nimmt das die Farbe des Blitzlichtes sehr gut auf und erscheint in der Farbe. Mittels Abstand, Stärke und Position des Blitzes kann man von Lichtpunkten über Verläufe bis hin zu mehr oder weniger einheitlichen Farbflächen alles erzeugen. Kurz um - ein mittleres Grau ist universal. Im Studio würde ich mir die ein oder andere zusätzliche Farbe auf Lager legen... Wenn ich jedoch unterwegs bin oder mir etwas Geld sparen will ist Grau perfekt wenn man keine 10 verschiedenen Farbrollen kaufen oder mitschleppen will!

10) Lee-Filter - Musterheft

Die Firma Lee erzeugt qualitativ sehr hochwertige Farbfolien. Glücklicherweise bieten Lee-Filters bzw. dessen Wiederverkäufer Musterhefte an. Meist bekommt man die für 3-5 EUR Versandkostenpauschale!

Dieses Musterheft beinhaltet alle möglichen Arten von Filtern. Angefangen bei ND-Filtern und Frost-Filtern (Diffusoren) über diverse Effektfilter (zB.: Lochfolien-artige) bis hin zu Farbfiltern und dort sind im Speziellen Filter wie zB Lee 204 FULL CTO interessant. Das sind Filter, die Blitzlichz in zB Glühlampenlicht verwandeln! Damit kann man Blitze mit dem Licht von Glühlampen kombinieren oder diverse Effekte über den Weißableich spielen. Blitzt man ein Modell zB tagsüber mit der Lee 204er an und stellt den Weißabgleich auf Glühbirne dann wird der Hintergrund kühl und blau werden... Dazu gibt es im Musterheft immer kleine Beschreibungs-Kärtchen auf denen der genaue Effekt auch noch beschreiben steht bzw. in dem Fall sogar die korrekte Kelvin-Zahl für den Weißabgleich!

Mit diesen Musterheften bekommt man einen kompletten Satz Filter fast perfekt passend für einen Aufsteckblitz zugeschnitten. Ich pers. hab immer eine Visitenkarten- Mappe mit den für mich wichtigsten Filtern mit dabei!

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@mbauer588

Mit dem Rest des Geldes kannst du dir noch zusätzlich 2 Jinbai Studioblitze kaufen. Die sind gut und günstig! Im kleinen Heim-Studio reichen 200-300 Ws vollauf.

Heutige Kameras liefern de facto Null Rauschen bei 400 ISO. Hat man 200 Ws bei 100 ISO sind es 400 WS bei 200 ISO und 800 Ws bei 400 ISO!

Oftmals will man auch im Studio eine geringe Schärfentiefe und da ist es dann praktisch wenn man nicht zuviel Licht hat. Bei kleinen Studios stört auch das Streulicht extrem wenn man zu starke Blitze verwendet.

Hat man zu wenig Licht dann kann man ohne Probleme die Lichtleistung mit ISO 200 verdoppeln oder mit ISO 400 vervierfachen!

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um Metamerie-Effekte und Ähnliches zu vermeiden brauchst du Lampen Mit hoher Farbwiedergabe und im Tageslicht-Bereich (also 5000 bis 6500 Kelvin). Hier kommen bei Dauerlicht mit genügend Leistung fast nur HMI Lampen in Frage. Die günstigsten sollten bei Hedler zu finden sein (DX-Serie). Da kosten die "kleinen" mit 150W Nennleistung (Lichtmenge entspricht ungefähr 650W Halogen) etwa 400 bis 450 netto glaube ich. Um einen Greenscreen zufriedenstellend auszuleuchten brauchst du aber mndestens 2 Lampen mit Diffusor, besser natürlich mehr. Je mehr Lampen desto mehr Lichtleistung und desto größer kann auch der Abstand der Lampen zu dem Hintergrund sein was mehr streut und gleichmässiger ausleuchtet. Ausserdem kann man mehr Lampen natürlich auch besser verteilen.

Dazu brauchst du dann aber natürlich auch noch Lampen für den Vordergrund...

Ich würde sagen, dass man als "Einsteiger-Set" mindestens 4 Lampen haben sollte, 2 für den Hintergrund und 2 für den Vordergrund, zzgl. natürlich noch Zubehör (Stative, Klappenrahmen, Lichtformer etc). Da bist du also mindestens 2000€ los wenn du was Anständiges willst. Je weitere Lampe kommt dann nochmal ca. 500 bis 600€ dazu (Lampe + Stativ + Lichtformer etc)

Ohne jetzt die große Ahnung von grennscreen und softboxen zu haben. Aber im Theater werden gerne Leuchtmittel von Philips (broadway-Serie) verwendet. Sind nicht billig, aber zumindest im Theater sehr zuverlässig und daher ihr Geld wert. Vielleicht hilft's ja weiter...

wieso siehst du nicht in einem forum für profis nach

das habe ich! aber keiner antwortet oder raten sachen die bis 10000,- kosten

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