Studiengang Psychologie mit technischem Bereich verbinden (Programmieren, KI)?

2 Antworten

Schau mal nach cognitive science. Das ist quasi die Kombination.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abikram und so :)

Soweit ich mal gehört habe, enthält der Studiengang Psychologie große Mengen an Stochastik. Deine Programmierkenntnisse können dir dann schon bei der Abschlussarbeit helfen, weil du die von dir erhobenen Daten selbst beliebig auswerten kannst, statt nur auf fertige Tools zurückgreifen zu können.

Aber deine eigentliche Frage ist ja, welche Jobs eine Überschneidung von Psychologie und Programmierkenntnissen erfordern.

Da denke ich zuerst an Marketing. Du könntest Werbekampagnen entwerfen und deren Wirkung simulieren (zur Kategorie "Marketing" zähle ich hier auch die Arbeit der PR-Abteilungen von Unternehmen mit belastetem Ruf, z.B. Mineralölhersteller, Tabakindustrie). KI wäre hier während der Kampagne nützlich, um aus Tweets und anderen Datenquellen die Stimmung der Zielgruppe bezüglich des Produkts zu ermitteln und die Kampagne live anzupassen.

Auch das Design von Software richtet sich nach Erkenntnissen aus der Psychologie und unterscheidet sich sogar je nach Kultur. Die Leserichtung etwa ist in den meisten Sprachen von links nach rechts, und entsprechend werden Steuerelemente in der linken oberen Ecke meistens früher wahrgenommen als an anderen Stellen. Wenn du eine Software für sicherheitskritische Dinge entwirfst (z.B. Luftraumüberwachung, Steuerung von Flugzeugen, Atomreaktoren...), die weltweit genutzt werden soll, müssen alle Nutzer unabhängig von ihrer Muttersprache ein intuitives Empfinden für wichtige und weniger wichtige Steuerelemente in der Benutzeroberfläche vermittelt bekommen. Zur Not müssen einzelne Steuerelemente wie ein Not-Aus-Button je nach dem Land, in dem die Software gerade genutzt wird, sogar an andere Positionen versetzt werden. Du wärst in diesem Szenario Teil der Qualitätssicherung. Bedarf für die Anwendung von KI sehe ich hier allerdings keinen.

Ein interessantes Thema ist die Optimierung von Logistikproblemen. Da wäre zum Beispiel die Lenkung von Verkehrsströmen - im Netz gibt es unzählige Simulationen, die ein kleines Straßennetz modellieren (im einfachsten Fall einen Ring), auf dem sich Fahrzeuge mit gewissen zufälligen Eigenschaften bewegen (z.B Höchstgeschwindigkeit, Neigung zum Trödeln etc.) und mit denen dann die Entstehung von Staus erforscht wird. Der Psychologie-Anteil hier wäre: Werden zu viele Autofahrer sich für eine geplante Abkürzung zwischen den Punkten X und Y entscheiden, so dass diese netto eine Verlängerung der Fahrzeiten insgesamt zur Folge hat? Wie kann gerade der richtige Anteil an Autofahrern zur Nutzung der Abkürzung ermuntert werden, während sich der Rest immer noch für die alte längere Strecke entscheidet, so dass sich die Summe aller Fahrzeiten wie erhofft verkürzt? https://de.wikipedia.org/wiki/Braess-Paradoxon

vielen Dank für die interessanten Denkanstöße, damit werde ich mich mal tiefergehend beschäftigen! Das hat mir sehr weitergeholfen!

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