Studien zu Kindern, die von Abtreibung bedroht waren

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Meines Wissens gibt es keine seriösen wissenschaftlichen Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang nachweisen zwischen Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Abtreibung, in dem Sinn wie du das hier darlegst, also so quasi ein "Post-abortion syndrom" bei "Überlebenden der Abtreibung". Das ist bloss eine dieser Behauptungen aus Kreisen der Abtreibungsgegner.

Hingegen gibt es Untersuchungen die zeigen, dass ungewollte Kinder, zum Beispiel Kinder von Müttern, die die Schwanderschaft abbrechen wollten, denen die Abtreibung aber verweigert wurde, schlechtere Chancen haben im Leben als Kinder von Kontrollgruppen. "Bei den unerwünschten Kindern zeigten sich deutlich mehr Verhaltensstörungen und psychische Krankheitssymptome sowie soziales Fehlverhalten." Nicht die Abtreibung ist also die Ursache, sondern das Ungewolltsein.

www.svss-uspda.ch/de/facts/kind.htm

KONKRET ZU DEINER FRAGE

  • Es gibt gewiss irgendwelche bescheuerten Studien zu jedem möglichen Thema -- aber gewiss keine seriösen, verlässlichen Studien zu diesem Thema. Leider ist das Thema Schwangerschaftsabbruch extrem stark moralisiert und ideologisch belastet, so dass neutrale und objektive Studien kaum möglich sind.
  • Bedenke vor allem auch, dass Abbrüche gerade oft in Familien mit sozialen Notlagen vorkommen und es sehr schwierig ist in Studien zu unterscheiden, welche der Folgen für die Familie durch eine Abtreibung, eine erwogene Abtreibung oder das Austragen eines ungewollten Kindes zustande kommt.
  • Die psychische Zukunft von Frauen mit Abbruch ist z.B. statistisch nicht nachweisbar anders als von Frauen ohne Abbruchshistorie. Im Gegenteil zeigt sich, dass Frauen mit psychischen Problemen öfter ungewollt schwanger werden und öfter abbrechen -- also genau der umgekehrte Zusammenhang. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich!
  • Es ist bekannt, dass Frauen in Gesellschaften, in denen Abbrüche normal und unkompliziert angesehen werden, so gut wie keine postabortiven Traumata erleiden. Ihr Abtreibungsgegner schafft Euch den aremn Frauen selbst die Probleme, wegen deren Ihr dann dagegen seid. Das halte ich für unmoralisch. Würde man Abbrüche als normalen medizinischen Eingriff darstellen, so würde quasi keine Frau damit hinterher Probleme haben.

ALLGEMEIN

  • Meines Erachtens ist ein Kernpunkt der gesellschaftlichen und gesetzlichen Kontroverse zum Schwangerschaftsabbruch die Frage, inwiefern für alle dieselbe Moral zu gelten hat und inwiefern man Bürgern eine bestimmte Moral vorschreiben darf. Als Vertreter der pro-choice-Fraktion setze ich dabei auf Toleranz und Pluralität.
  • Wenn jemand sagt, er könne aus moralischen Gründen nicht abtreiben und er hielte Abbrüche für verwerflich und falsch, so ist das seine freie Wahl und gewiss muss er das Recht haben, nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligt zu sein. Ich würde niemals versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sondern seine Entscheidung und seine Moral tolerieren.
  • Wenn jemand umgekehrt sagt, er könne Schwangerschaftsabbrüche mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist auch das seine freie Wahl und gewiss sollte er das Recht haben, Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Ich würde auch hier niemals versuchen, seine moralische Einschätzung bezüglich Abtreibung zu verurteilen, sondern seine Moral tolerieren.
  • Die Kontroverse hier bei GuteFrage.net, aber auch generell in der Gesellschaft, entsteht vorallem dadurch, dass Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird. Umgekehrt fordert aber kein pro-choice-Befürworter, dass jemand abtreibt, der dies nicht will, ja nicht einmal, dass der andere Abtreibung für legitim hält. Die pro-choice-Fraktion möchte nur für sich selbst das Recht haben, nach der eigenen Moral zu entscheiden, andere sollen davon gar nicht betroffen sein.
  • Gerade wenn moralische Ansichten, wie die kategorische Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, vorrangig auf religiösen Überzeugungen basieren, ist es für mich persönlich nicht akzeptabel, dass Bürger, die eben nicht jene religiöse Überzeugung teilen, ihr Handeln ebenfalls nach den moralischen Maßstäben der religiös motivierten Gegener der Abtreibung richten müssen. Soll doch bitte jeder nach seiner Facon selig werden, aber nicht nach verordneter Moral und Religion.
  • Ich bin fest überzeugt, dass diese Frage des moralischen Maßstabs im Zentrum der Kontroverse liegt. Persönlich bin ich daher der Meinung, dass man bei Fragen nach Schwangerschaftsabbrüchen einerseits stets mit nüchternen Fakten antworten sollte und andererseits betonen sollte, dass die moralische Komponente eine rein persönliche Meinung ist.

Eine Frage:> Es ist bekannt, dass Frauen in Gesellschaften, in denen Abbrüche normal und unkompliziert angesehen werden, so gut wie keine postabortiven Traumata erleiden. Ihr Abtreibungsgegner schafft Euch den aremn Frauen selbst die Probleme, wegen deren Ihr dann dagegen seid. Das halte ich für unmoralisch.<

Kannst du das beweisen?

Könnte es nicht einen anderen Grund haben?

Könntest du folgendes in Betracht ziehen?

  1. Leider ist so gut wie jede Gesellschaft in irgendeinem Punkt untolerant. Könnte es nicht sein, dass diejenigen Gesellschaften, in denen Abtreibung toleranter behandelt werden, dafür ein gesellschaftlicher Druck entstanden ist, um Abtreibungen keinen so großen Wirbel zu machen?

In jedwener Art von Statistik zu einem Thema sind nur gesicherte Fälle.

Wenn es eine Statistik über die Anzahl der Frauen, die ein postabortives Trauma erleiden, gibt, werden immer die Frauen gezählt, die es auch offiziell haben.

Es werden weder jene Frauen mitgezählt, die sich fürchten, zum Psychologen zu gehen, wenn sie ein solches Trauma haben, aus Angst vor Antworten wie "Sie hätten ja nicht abtreiben müssen", oder es sich gar nicht eingestehen, oder ein solches Trauma haben und es nicht bewusst registrieren, geschweige denn etws dagegen tun.

Ich halte es deswegen für ausgesprochen wahrscheinlich, dass in Gesellschaften, in denen mit Abtreibung liberaler umgegangen wird, postabortive Trauma prozentual auf alle Frauen, die ein solches haben, gesehen seltener festgestellt werden.

Und es ist eine ungültige Verallgemeinerung, zu sagen: > "Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird" <

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ich glaube bei Youtube gibt es eine Frau, die über die Abtreibung ihrer Mutter berichtet. Daneben waren einige Links einiger PL-Organisationen eingeblendet. Leider weiß ich den Namen nicht mehr, nur dass es auf Englisch war, vllt findest du es ja.

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