Studie über Placebowirkung bei Kindern und Tieren

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3 Antworten

Placebos wirken im Gehirn wie Arznei Scheinmedikamente aktivieren Cingulum

Scheinmedikamente aktivieren dieselbe Gehirnregion wie echte Arzneien, weiß der Tübinger Psychologe Paul Enck, das Cingulum Anterior Cingulum. Diejenigen Probanden, die auf Placebos ansprechen, "zeigen eine Schmerzhemmung, die ungefähr so stark ist wie unter einem Opiod." Auch einige Parkinsonpatienten sprechen auf die Behandlung an. Dr. Fabrizio Benedetti vom Medizinischen Institut der Universität Turin hat den Placebo-Effekt sichtbar gemacht: Die Gehirnströme zeigten, dass der Hypothalamus in jedem Fall Hormone weniger ausschüttet, gleichgültig, ob ein Schmerzmittel oder Kochsalzlösung injiziert wurde.

Biochemische Wirkung des Placebo-Effekts gefunden

Gehirne unter Placebos schütten Endorphine aus Placebos regen im Gehirn die Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln an. "Das widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass der Placebo-Effekt rein psychologisch sei", schreibt Jon-Kar Zubieta von der Universität Michigan in Ann Arbor. Das Team um Zubieta untersuchte zwei Gruppen gesunder Versuchspersonen, denen Schmerzen zugefügt wurden. Sieben Menschen erwarteten ein wirksames Schmerzmittel, bekamen aber tatsächlich nur ein Scheinmedikament gespritzt. Sieben weitere Menschen blieben unmedikamentiert. Per Handzeichen übermittelten sie, wie stark sie die Schmerzen spürten, während sie in der Röhre des Positronen-Emissions-Tomographen (PET) lagen. Die PET-Untersuchung machte den Hirnstoffwechsel sichtbar. Die Versuchspersonen der Placebo-Gruppe empfanden weniger Schmerzen als Menschen der Vergleichsgruppe.

Die PET-Bilder der Placebo-Gruppe zeigten, dass im Gehirn Endorphine ausgeschüttet wurden, die als körpereigene Schmerzhemmer wirken. Der Placebo-Effekt in der Medizin ist seit langem bekannt.

Menschen sind unterschiedlich sensibel für Placebos

Jeder reagiert anders "Offensichtlich gibt es bei Placebos eine bestimmte Prädisposition", meint Enck: "Leute, die die Verantwortlichkeit für ihre Gesundheit sehr nach außen verlagern, die 'Externalisierer', reagieren stärker auf Placebos. Diejenigen, die 'internalisieren' und der Ansicht sind, sie könnten sich am besten selbst helfen, reagieren auf Placebos wahrscheinlich am wenigsten." Experiment konnten zeigen, dass sich bei beiden Geschlechtern negative Wirkungen - also "Nocebo"-Effekte - einfacher erzielen ließen als positive Wirkungen. Auch zeigte sich, dass verschiedene Menschen auch unterschiedlich sensibel für bestimmte Stimuli sind.

Wer Placebos als solche erkennt, bei dem wirken sie nicht mehr. Im Gehirn gibt es Schnittstellen, an denen Wahrnehmungen und Gedanken in handfeste biochemische Prozesse umgewandelt werden. Eine wesentliche Rolle bei der Wirksamkeit von Placebos spielt dabei ein Teil der Großhirnrinde, der "Präfrontale Cortex". Dort werden Umweltsignale mit Erfahrungen und Emotionen abgeglichen.

Teure Medikamente helfen besser als billige Präparate

Geiz empfinden viele nicht als das, was die Werbung sagt, nämlich das G-Wort. Je teurer ein Medikament ist, desto besser beurteilen Patienten seine Wirkung - selbst wenn es sich um ein wirkstoffloses Placebo handelt. Angesichts des Ergebnisses müssten Mediziner sich die Frage stellen, wie sich billigere Präparate verschreiben lassen, ohne dass die Patienten deren Wirkung infrage stellten. Dan Ariely von der Duke-Universität und seine Mitarbeiter hatten 82 Versuchsteilnehmern leichte Elektroschocks verabreicht, um die individuelle Schmerzempfindlichkeit zu bestimmen. Dann gaben sie allen Teilnehmern eine Tablette. Die Hälfte der Gruppe erhielt zudem eine Broschüre, in dem das wirkstofflose Präparat als neu entwickeltes Schmerzmittel angepriesen und ein Preis von 2,50 US-Dollar (1,64 Euro) pro Tablette genannt wurde. Die übrigen Versuchsteilnehmer erhielten eine Broschüre, die den Preis der Pille auf nur zehn US-Cent bezifferte.

Bei 85 Prozent der Patienten, die das vermeintlich teurere Präparat bekommen hatten, ließ das subjektive Schmerzempfinden nach der Tabletteneinnahme merklich nach. In der Gruppe mit dem billigen Präparat berichteten hingegen nur 61 Prozent, dass sich ihre Schmerzen gebessert hätten. "Der Placebo-Effekt ist eine der faszinierendsten und am wenigsten genutzten Kräfte im Universum", kommentierte Ariely das Ergebnis in einer Mitteilung der Duke-Universität.

Die Studie sei auch für praktizierende Ärzte interessant: Diese glaubten normalerweise, dass ein bestimmtes Medikament deshalb besser wirke als ein anderes, weil es tatsächlich besser sei. Möglicherweise übertrage sich aber die eigene Begeisterung für ein Mittel vom Arzt auf die Patienten, meint Ariely. "Über solche feinen Wechselbeziehungen zwischen Ärzten und ihren Patienten müssen wir uns wirklich Gedanken machen."

Eine "Schein-Akupunktur" kann wirken wie eine echte Die Wirkung von Placebo-Effekten zeigte auch eine Akupunktur-Studie: 9140 Ärzte dokumentierten über zwei Jahre 504.000 Behandlungsfälle in Deutschland. Darüber hinaus wurden 6000 Patienten detaillierter befragt. Die Studie ergab außerdem, dass Akupunktur deutlich wirksamer ist als alleinige medizinische Routineversorgung. Nur bei einer der drei untersuchten Krankheiten gab einen deutlichen Unterschied zwischen der Akupunktur nach chinesischer Lehrmethode und einer extra entwickelten "Schein-Akupunktur". Auch eine Placebo-Salbe dämpft effektiv Schmerzzentren im Gehirn, wie US-Forscher festgestellt haben.

Selbst eine Scheinoperation kann Patienten helfen Das gilt auch für Patienten bei der Chirugie, meint der US-amerikanische Orthopäde Bruce Moseley: In einer Studie operierte er die Hälfte seiner Patienten mit Knieproblemen nach allen Regeln der Kunst. Zerstörter Knorpel wurde abgetragen, die Oberfläche sorgfältig mit einer Fräse geglättet, das Gelenk gespült. Die andere Hälfte der Patienten bekam nur zwei kleine Schnitte am Knie. Auf einem Monitor sahen sie die Bilder aus einer echten Operation. Sie waren der festen Überzeugung, dass wirklich operiert würden. Zwischen der echten und der Scheinoperation gab es keinen Unterschied beim Heilungserfolg, auch zwei Jahre später nicht.

Placebo-Medikamente beeinflussen Gefühle positiv Placebos können auch Gefühle positiv beeinflussen, haben Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm ermittelt. Das Scheinmedikament greift bei der Angstverminderung in dieselben grundlegenden Schaltkreise des Gehirns ein, die es auch bei der Schmerzerleichterung beeinflusst. Das Team um den Neurologen Predrag Petrovic testete die Placebo-Wirkung, indem es den Versuchspersonen unangenehme Bilder unter anderem misshandelter Körper zeigte. Nach der Ankündigung und Einnahme von angstmindernden Stoffen am ersten Tag erhielten die Probanden am folgenden Tag nach einer identischen Ankündigung Placebos.

Messungen der Hirnaktivität mittels Kernspintomographie zeigten, dass auch nach Einnahme der Scheinmedikamente die Hirnaktivität zur Vermeidung unangenehmer Gefühle deutlich gestiegen war. Von besonders hoher Bedeutung sei dabei die jeweilige Erwartungshaltung der Testpersonen gewesen, hieß es weiter. Die Probanden, die von den gegebenen Mitteln eine große Angstverminderung erwarteten, zeigten bei der Kernspintomographie auch die größte Aktivitätsänderung im Gefühlszentrum.

Hubertt 16.09.2010, 20:55

Danke auch an die anderen mit ihren ebenfalls sehr hilfreichen Antworten.

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Fakten zur Verstärkung des Placebo-Effekts Es gibt Wirkungen von Placebos, die kurios klingen, aber tatsächlich vorkommen: Sehr kleine und sehr große Tabletten wirken besser als mittelgroße. Rote Tabletten helfen besser als weiße. Spritzen wirken besser als Tabletten. Wenn die Spritzen von Ärzten gesetzt sind, zeigen sie zudem mehr Wirkung als die von Krankenschwestern verabreichten.

Wissen die Ärzte, welche Patienten das Placebo erhalten, ist es in dieser Gruppe weniger wirksam. Daher werden Versuche meistens als "Doppelblindstudien" angelegt. Hier wissen weder Patienten noch Ärzte wer das echte Medikament erhält.

Je wichtiger der Name des Präparats klingt und je komplizierter die Anweisungen sind, desto größer ist der Heilerfolg. Die Ansprechrate lässt sich dadurch von 20 Prozent bis auf 70 Prozent steigern. Da sich die Homöopathie lateinischer Namen bedient und aufwändige Therapiepläne aufstellt, vermuten Gegner dieser alternativen Heilmethode gerne den Placebo-Effekt hinter ihren Heilerfolgen. Auch Nebenwirkungen treten unter der Einnahme von Placebos auf, darunter Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit, Verstopfungen, Erbrechen und Hautausschläge. Quelle: http://www.netdoktor.de/Medikamente/Rund-ums-Medikament/Placebo-Wirksam-ohne-Wirkstoff-2006.html lg

Hallo :) !

Placebos wirken auch bei Kleinkindern und Tieren Internetseite :tu-dresden.de/-handri-s/ (Wenn ich d.Link hier reinkopiere, ist es ein SPAM :0?)

MIST!!!! Irgendein Aas hat es gelöscht! :( Zum Glück habe ich es rechtzeitig ausgedruckt!

Placebos wirken auch bei Kleinkindern und Tieren:

Viele nehmen an, bei Kleinkindern und Tieren gebe es keinen Placebo-Effekt, also sei in diesen Fällen der Behandlungserfolg direkt abzulesen? Weit gefehlt! Selbstverständlich gibt es Placebo-Effekte in Form von Suggestion auch bei Kindern.Unswar im Vertrauensfall stärker, als beim Erwachsenen! Jeder Kinderarzt weiß, daß man die Mutter in die Behandlung einbeziehen muß: Sie ist Hauptempfänger der psychosozialen Botschaft und gibt sie als ihre Erwartungshaltung unbewußt an das Kind weiter.

Placebo-Effekte wies man in Doppelblindversuchen auch bei Haustieren nach. Diese können die Körpersprache vertrauter Bezugspersonen lesen. Erleben sie deren Vertrauensverhältnis zu dem ihnen unbekannten Therapeuten, so reagieren sie konditioniert im Sinn einer Placebowirkung. Wird das Placebo-Präparat auch noch mit liebevoller Hinwendung verabreicht, hat die Heilung gute Chancen. (26,27).

Zusätzlich führt die Erwartungshaltung des behandelnden Arztes bei diesem selbst zu "selektiver Wahrnehmung": Er neigt dazu, Heilerfolge zu diagnostizieren, die er unbewußt zu finden erwartet."

Und die angegebenen Literaturstellen: (26) Koch T: Placebowirkung bei Tieren. Intern. Praxis 24:587-589 (1984)

(27) Löscher W: Hoöopathie in der Veterinärmedizin. In (35)

(35) Randi J: Science and the Chimera. Vortrag an der Neurologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich, Videofilm (1993

Wieso muss man sowas wichtiges aus dem Netz entfernen? :(

Hoffe, konnte helfen, Gruß: I.B.

Hubertt 14.09.2010, 08:47

Danke, hast du zwei oder mehr links in deine Antwort gestellt ? Du farfst nur einen pro Antwort oder pro Kommentar einstellen.

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blunt 14.09.2010, 12:53
@Hubertt

Ne, nur einen, aber er ging nicht!

Gruß: I.B.

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Hubertt 14.09.2010, 17:38
@blunt

Probiers noch einmal. Dann wissen wir wenigstens ob es am Link oder bloß an einem momentanen Technikfehler lag. Vielleicht war´s auch zu viel Text zusammen mit dem Link.

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