Stubenreiner Hund pinkelt wenn fremder Besuch im Haus ist (nicht beim Empfang)

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8 Antworten

Hallo Janine1969,

natürlich würde es mich - zwecks Weiterbildung - interessieren um welche Sorte von HSH es sich handelt. :)

Kaniden, also auch die Hundeartigen markieren mit Kotausscheidungen und Urin. Eine Duftdrüse an der Rutenoberseite ist zurückgebildet - kann aber bei sehr ursprünglichen Hundesorten (auch HSH darunter) noch ansatzweise funktionieren (macht dann gesundheitl.Probleme).

Feste Ausscheidungen werden markiert mit dem "Duftsekret" der Analbeuteldrüse. Bei vielen Hunderassetypen ist all das Beschriebene "zurückgebildet". Aber alle Hunde markieren mit - Urinausscheidungen.

Des Rätsels Lösung liegt - im Fall Deiner Frage - bei dem Hundetyp, dem Herdenschutzhund. Noch in den 1960er - 1970er Jahren kannte man viele HSH noch gar nicht. Das Interesse an diesen noch archaischen Hunden, welche vom Zusammenleben zwischen Mensch und Hund aus frühen Zeiten erzählen ist erst Ende der 1970er Jahre, durch Reisen von "Abenteurern" - Firmenvertretern, Entwicklungshelfern nach Zentralasien und Vorderasien entstanden.

Viele Herdenschutzhunde haben, trotz exzessiver Engzuchtmethoden nach dem Westen importiert - ihre sehr ursprünglichen Eigenschaften behalten.

Hierzu ein Beispiel aus meiner Erfahrung:

wir besuchten mit unserem HSH Rüden sehr liebe Bekannte, unser Bube durfte derweil deren Wohnung auskundschaften. Er war ausnehmend brav, inspizierte die kleine Gartenterrasse und lag dann entspannt & strategisch günstig um den ganzen Hof zu überwachen, Null Problemo, war ja ein Zaun zur Sicherung des Hundes vorhanden. Kaum waren wir von dem Besuch daheim angekommen - Anruf: Uno Peinichkeit (!) Unser Bube hatte wohl während unserer Unaufmerksamkeit das Ehebett der Bekannten genau an der Stelle üppig mit Urin markiert - an welcher die Katzen ihre Nacht zu verbringen pflegten..... Werde heut noch schamrot, so peinlich war das Ganze.....

Warum? Der Hund hatte die Anwesenheit der Katzen festgestellt und diesen eine deutliche Grenzziehung hinterlassen - Alles Mein´s ! Genau das sollen diese Harnmarkierungen bedeuten!

Der Hund zieht also eine Grenze, eine welche Hunde (Alle!) sofort erkennen und zu respektieren wissen. Bei Menschen ist das aber ein anderes Ding. Weil Menschen, mangels Verständnis an hundischer Fremdsprache und fehlendem Geruchsinn solche Grenzen fast zwingend übertreten können....

Es ist also die Pflicht des Herdenschutzhundbesitzers, diese deutlichste Ansage des Herdenschutzhundes gegenüber den Gästen in dem Territorium des HSH Besitzers (hoffentlich) zu kennen, sofort zu erkennen und - entsprechend zur Sicherung von Gästen und deren passendem Benehmen zu handeln.

Es ist auch nicht korrekt, wenn Gäste einen HSH, wenn dieser zur eigenständigen Kontaktaufnahme mit den Gästen kommt, diesen Hund dann.....

Der Besuch hat ihn nicht besonders beachtet.

....ignorieren

Denn Ignorieren ist eine ranghohe Handlung. Der Hundebesitzer seinerseits sollte in diesem speziellen Fall nicht nur auf seinen Hund und dessen "Urinierverhalten" speziell achten, sondern diesen ggf. an eine bequeme, aber strategisch ungünstige Stelle, der Hundehalter zwischen seinen Gästen und seinem Hund - zu verbringen.

Grenzt der Hund in der Wohnung bei Gästen "seinen" Bereich derartig ab, ist auch auf ungezwungene Bewegungen der Gäste zu achten. Zu schnell ist eine derartige Linie, welche der Hund zur Beobachtung des Verhaltens von Fremden angebracht hat - überschritten !

Das Alter des HSH ist interessant. Mit ca. 3 Jahren werden die meisten HSH auch geistig "erwachsen" und haben eine angeborene Funktion zu erfüllen. Sieht so aus als wollte sich der HSH hier in der Frage ein Bild von Verhaltensweisen der fremden Menschen und des Hundehalters machen

Das tritt meistens dann auf, falls die "Sprache" des HSH Halters eine missverständliche sein könnte.

Das bedeutet nun nicht "hart durchgreifen" und mit völlig kontraproduktiven Rangreduktionsmaßnahmen zu beginnen. Das bedeutet - dringend informieren wie man besser deutlich sprechend und dennoch einfühlsam mit dem HSH umgehen könnte.

http://www.dog-inform.de/seminare-workshops/dog-inform-unterwegs

Hier würde ich folgende Seminare empfehlen. Bitte darauf achten auch draußen außerhalb gehen derartige Seminarangebote auf Reisen.

  • HSH/ Hirtenhunde - Herdenschutzhunde

  • Eintagesseminar “Ressourcensicherung – Ressourcenverteidigung

  • Zweitages-Videoseminar: Hunde lesen lernen – sehen, was Hunde sagen

  • Zweitages-Videoseminar “Hunde – kein Buch mit sieben Siegeln!

  • Zweitages-Workshop: Das Führen eines Hundes

Das Besuchen solcher Seminare (ohne Hund, nur zum Lernen & Informieren) muß nicht sofort allesamt passieren. Aber Seminar HSH / Hirtenhunde - Herdenschutzhunde sowie dem Seminar zum Führen eines Hundes wäre kurzfristig anzuplanen.

Es muss sich nicht jeder HSH Halter, wie Adam und Eva, Erfahrungen mit diesen Hundetyp, mühevoll durch vermeidbare, negative Erfahrungen neu verdienen! Hilfsangebote nutzen ist intelligent für Hund und Halter.

Mit markieren hat das nichts zu tun denke ich, sondern wohl eher damit dass der Hund aufgrund dem Besuch verunsichert war oder Angst hatte.

Nein, das kann es nicht sein. Der Hund hat es gestern wieder getan. Er liegt entspannt irgendwo - steht auf und pinkelt in "Seelenruhe" seinen See. Dieses Mal bei Besuch den er kennt und liebt (3 Männer) und er war 1.5 Stunden vorher draussen auf der Gassirunde.

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@Janine1969

Das wusste ich nicht, tut mir leid ... okay, vielleicht ein Erziehungsfehler oder fehlende Förderung des Tieres? Hüte- oder Herdenschutzhunde neigen wenn sie nicht genügend beschäftigt werden gerne mal zu Verhaltensauffälligkeiten, vllt. hat das ja damit was zu tun.

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@Janine1969

Auch in diesem Fall können es Ängste sein, die man bis dato nicht erkannt hat.

Wann genau NACH der Gassirunde kamen die Besucher und wann hat er uriniert?

1,5 Std. nach Besuchsempfang hat er uriniert oder kamen die Besucher schon früher?

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Hallo Janine1969! :-)

Hmm, ich würde es als Übersprunghandlung werten. Es scheint mit ein Konflikt zwischen zwei Instinkten...Die Besucher waren noch nie zu Besuch, es sind Fremde. Durch Erziehung hat er gelernt "freundlich" zu sein, was eigentlich nicht seine Natur ist. Schließlich hat er ja die Aufgabe, alles zu verscheuchen, bzw,. seine "Herde" zu verteidigen.

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbersprungbewegung

Anders kann ich mir das Verhalten des Hundes nicht erklären :-)

Vielleicht hilft es, jedenfalls würde ich es weiter beobachten.

Freundliche Grüße schickt Dir

Jason

Seh ich auch so. Deshalb hat er auch nicht normal "markiert"... Nur, wo er die Urinmenge dann noch hergeholt hat, wenn der Besitzer so sicher ist, dass er nicht musste....?

Vielleicht ist die letzte Gassirunde in Erwartung des Besuches doch verkürzt worden?

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@Blindi56

Urinieren ist kein Übersprungsverhalten, auch ist das psychohydraulische Modell wovon die Instinkttheorie abgeleitet worden ist, heute nicht mehr haltbar.

Eine Übersprungshandlung entsteht durch gegensätzliche Motivationen, dass urinieren aber entspricht in diesem Kontext keiner gegensätzlichen Motivation und entsteht bedignt innerkörperlicher Vorgänge.

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Es könnten da versteckte Ängste dran wirken, diese setzen den Hund unter Stress, Stress wiederum ist für die Sezernierung von Aldosteron zuständig, ein Hormon welches den Wasserhaushalt reguliert und dadurch bedingt muß sich zwangsläufig irgendwann der Hund lösen weil es verständlicherweise extrem drückt.

Aber ohne das gesehen zu haben ist das schier unmöglich zu burteilen, dafür müßte man viel mehr Informationen über den Hund, dass zusammen leben mit den Haltern usw. usf. haben.

Würde mir aber schlüssig vorkommen, gerade weil Du schreibst, dass Personen auf Besuch kamen, die er eben noch nicht kannte.

Stresshormone könnten die grosse Menge des Urins erklären.

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Vielleicht haben sich durch den Besuch seine Gassigehzeiten nach hinten verschoben?! Nicht jeder Hund zeigt an, wenn er sich lösen muß...

Hallo Beutelkind, nein - der Besuch kam nach seiner normalerweise letzten grossen Gassirunde. Es muss also etwas anderes sein. Bei Besuchern, die zum 2. oder 3. mal kommen, hat er das noch nie gemacht. Es sind wirklich nur bei Erstbesuchern - egal ob männlich / weiblich

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@Janine1969

Es deutet schon auf Stress des Hundes hin.

Auch bei Mehrhundehaltung kann Stress zu Urin - und (bei HSH und anderen) zu Kotausscheidungen im Haus, auf Liegeplätzen anderer Hunde führen - um Grenzlinien zu ziehen. Derartiges deutet dann auf Unsicherheiten und sich "abgrenzen wollen" hin.

Mit der angeblichen Markierung zum "Dominieren" wie dieses Ammenmärchen leidet lautet hat das aber absolut garnix zu tun. Das existiert nicht.

Sollte ein Hundeflüsterer derartiges behaupten kann man den sofort in die Tonne treten....wg: Null Ahnung von Hundeverhalten und Stressverhalten.

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Also ein der Hund einen See pinkelt, dann hat er vermutlich sehr dringend pinkeln müssen. Das hat schon nix mehr mit markieren zutun.

Das Thema ist nicht, ob er raus musste oder nicht. Denn, dass musste er DEFINITIV nicht. Er zeigt das im Notfall immer an und wie gesagt, er war ja auch bereits kurz vor dem Besuch auf seiner grossen Gassirunde. Die Freunde haben ja auch nicht zum ersten Mal Besuch. Es ist nur, bei "Erstbesuchern".

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@Janine1969

Ich frag mich dann nur, wo der den "See" noch hergeholt hat, wenn er wirklich nicht musste....

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Quelle für deine Behauptung?? Finde nämlich nichts.

Wenn laut FS die Blase leer gepinkelt ist. Dann ist da nichts mehr in Blase.

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@Einafets2808

Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

Wenn Du Dich damit beschäftigst, dürftest zum selbigen Ergebnis kommen wie wir ;-)

Diese Reaktion ist auch beim Menschen zu sehen, vor Prüfungen oder anderweitig stressenden Dingen müssen viele Menschen noch einmal eben auf die Toilette...

Auch wenn Blase leer gepin... ist, kommt schneller wieder was nach auch ohne direkt zu trinken als Du Dir so denken magst ;-)

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ich nehme an, dass er einfach sein revier markiert hat um dem besuch klarzumachen, dass er hier boss ist

erhat einfach nur sein Revier abgesteckt

Wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn der Hund seinen wertvollen Urin komplett in einen See investiert, anstatt an verschiedene Ecken zu markieren.

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@Certainty

Das ist eine sehr deutliche Ansprache - wohl vermenschlicht - damit seine Interessenkonfliktlage ganz deutlich ausgedrückt ist.

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