Stromunfall wenn kein FI Schutzschalter vorhanden ist?

13 Antworten

Entscheidend für die Auswirkungen des elektrischen Stromes ist vor allem gemeinsam mit der Einwirkdauer die Stromdichte, also Stromstärke pro Fläche, durch den Körper bzw. einzelner Gewebe und Organe sowie die dadurch entstehende Wärmeentwicklung.

Je kleiner die durchströmte Fläche, desto geringer muss die Stromstärke oder kürzer die Einwirkdauer sein, damit keine Schäden auftreten. Diese Umstände sind auch für das Maß und Auftreten von Verbrennungen wesentlich, die die Joule’sche Wärme verursachen kann. So besteht die Möglichkeit, dass nach einem tödlichen Stromunfall bei großer Kontaktfläche und geringem Hautwiderstand, vor allem bei Niederspannungsunfällen, keine (äußerlichen) Strommarken an der Körperoberfläche sichtbar sind.

Sämtliche und folgende Angaben über die Höhe der Stromstärken sind nur dann gültig, wenn sich der Strom über die Hand und Haut im Körper verteilt. Wenn etwa Elektroden unterhalb der Haut implantiert sind, sinkt der Widerstand massiv ab, wodurch empfindliche Organe bereits durch viel geringere Stromstärken geschädigt werden können und schon Kriechströme eine erhebliche Gefahr darstellen. Ist der Herzmuskel direkt vom Stromfluss betroffen, genügen bereits 0,02 mA oder sogar 0,01 mA (bei einer Kontaktfläche von 1,2 bis 3,1 mm2) für Herzkammerflimmern. Auch nasse bzw. feuchte Haut senkt den Widerstand, wodurch mehr Strom ins Körperinnere gelangt als bei trockener. Für Frauen und Kinder gelten teilweise noch niedrigere Stromstärken. Träger von medizinischen Implantaten bzw. Schrittmachern sind noch mehr gefährdet. Zusätzlich variieren die Werte stark je nach Einwirkdauer, Weg des Stromes, Frequenz, durchströmter Fläche, Körperwiderstand, Gesundheitszustand bzw. Alter , Studie und Literatur. Ein kürzerer Weg des Stromes, eine kleinere Fläche oder ein geringerer Körperwiderstand kann geringere Stromstärken als die angegeben lebensgefährlich machen. Der Wert für die Stromstärke, die in den Körper gelangt, egribt sich hauptsächlich aus Spannung und (Körper-)Widerstand...

...Wechselstrom ist deutlich gefährlicher als Gleichstrom, je nach Literatur um das Vier- bis Fünffache.

Die Wahrnehmungsschwelle für elektrischen Strom ist individuell sehr unterschiedlich und liegt bei einer Kontaktfläche von 3 cm2 und einer Frequenz von 50 Hz zwischen 10 Mikroampere und 4 Milliampere, wobei Frauen und Kinder unter 12 Jahren empfindlicher als Männer sind. Das durchschnittliche Kind kann die Stromquelle noch zwischen 3 und 5 Milliampere loslassen, der durchschnittliche Erwachsene noch zwischen 6 und 9 Milliampere, wobei bei Frauen 6 Milliampere, bei Männern 9 Milliampere angesetzt werden. An der Skelettmuskulatur werden durch niederfrequenten Wechselstrom schon ab einer Stärke von 10 Milliampere, manchmal sogar bereits ab 8 Milliampere (sog. Loslassschwelle, Gefährlichkeitsbereich AC3 beginnt) Kontraktionen ausgelöst, die aufgrund der stärkeren Ausbildung der Beugemuskeln (Flexoren) gegenüber den Streckmuskeln zu einem „Festhalten“ an den unter Spannung stehenden Teilen und damit zu einer längeren Einwirkzeit führen können. Bereits diese Stromstärke kann für Kinder tödlich sein. Herzrhythmusstörungensind bereits bei Stromstärken von 25 Milliampere möglich. Ab 30–50 Milliampere kann im Bereich des Brustkorbs eine Kontraktur, das heißt Anspannung der Atemmuskulatur und des Zwerchfells, auftreten und damit ein Atemstillstand für die Dauer des Stromflusses. Dieser kann auch erfolgen, wenn der Stromfluss das Atemzentrum im Hirnstamm in Mitleidenschaft[20] zieht (z. B. typisch bei einemBlitzunfall mit Kopfdurchströmung).

Wechselstrom mit 50 Hz kann, abhängig vom Wirkungsbereich, bei einer Stromstärke ab ca. 50 mA und bei einer Einwirkdauer länger als einer Sekunde zu Herzkammerflimmern führen. Dabei ist der Stromweg maßgeblich mitentscheidend: fließt Strom im Bereich Brust-Rücken oder Brust-linke Hand, ist Herzkammerflimmern bereits bei 27 mA möglich. Wird Hand Richtung Fuß durchströmt, kann ab 40 mA mit Herzkammerflimmern gerechnet werden.

Im Bereich von 50 bis 80 Milliampere kann Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand auftreten, bei über 80 Milliampere Bewusstlosigkeit und Atemstillstand. Ab 100 Milliampere können deutliche Verbrennungen auftreten. Noch höhere Stromstärken ab etwa 10 Ampere führen zur Asystolie und noch stärkeren Verbrennungen.

Quelle: wikipedia.de

Schmelzsicherungen halten auch noch kurzzeitig dem mehrfachen Nennstrom stand. Dann riecht es schon nach verbranntem Fleisch.

Der Strom, der vereinfacht betrachtet von der Phase über den Nullleiter zurückfließt, bildet den Stromkreis. Dieser hat an jeder Stelle die gleiche Stromstärke. Wenn nun eine mit der Erde verbundene Person die Phase berührt, wird ein kleiner Teil des Stromes statt über den Nullleiter über die Erde zurückgeführt, sodass die Stromstärke im ursprünglichen Kreis nicht mehr überall gleich ist. Dieser Fehlerstrom wird durch den elektronisch arbeitenden FI (Fehlerstromschalter) gemessen und zur Unterbrechung des Stromkreises genutzt. Mittels Schmelzsicherung ließe sich diese Schutzmaßnahme gar nicht realisieren, da es dafür kein Kriterium gibt, wonach die Sicherung unterscheiden könnte, ob der fließende Strom einem gewöhnlichen Verbraucher oder einer geerdeten Person zuzuordnen ist.

Der FI-Schalter schützt übrigens nicht davor, wenn sowohl Phase als auch Nullleiter auf einmal berührt werden. In der Unfallpraxis ist das aber ein recht ungewöhnlicher Fall.

Das ist auch der Grund, warum der Nullleiter nicht als Schutzleiter verwendet werden darf und bis zum Schaltkasten getrennt geführt werden muss.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

da hast du was falsch verstanden. die schmelzsicherungen sind eigendlich nur dafür da, die leitung zur unterverteileung und oder die verdrahtung in der verteilung im falle eines kurzschlusses davpr zu bewahren die verteilung und oder das ganze haus anzuzünden.

selbst wenn der körperwiderstand nur 1000 Ohm beträgt, dann fließen hier 0,23 Ampere. die schmelzsicherung löst aber erst bei einem dauerhaften strom von sagen wir 35 Ampere aus. d.h. du bräuchtest rund 150 leute, die sich grillen ließen um diesen strom zu errreichen. und selbst dann würde es eine ganze weile dauern, bis die sicherung kommt.

lg, Anna

Was passiert, wenn man die Schmelzsicherungen aus einen Stromkasten entfernen würde

Was wäre der Fall, wenn man die Schmelzsicherungen(siehe Wikipeida:http://de.wikipedia.org/wiki/Schmelzsicherung) aus dem Sicherungskasten rausdreht. Hat der betroffene Stromkreis dann noch Strom oder ist er komplett lahm gelegt?

...zur Frage

Wie hoch wäre rein theoretisch die Stromstärke in einem Stromkreis ohne Widerstand?

Die Stromstärke lässt sich ja durch die Formel I = U:R berechnen

Bei einer Spannung von 20 Volt und einem Widerstand von 1 Ohm wären das ja dann 20 Ampere. Bei einem widerstand von 0.5 schon 40 Ampere. Wenn man das Spiel mit 0 Ohm macht ist das Ergebnis ja nicht Definierbar, wenn man die Formel rechnen will, oder Unendlich wenn man mal ein wenig darüber nachdenkt. Aber die Elektronen müssten doch auch eine Maximalkraft haben oder nicht?

Es geht mir hier jetzt rein um die Theorie. Das dabei ein Kurzschluss entsteht und nix passiert in dem Sinne ist mir schon klar, ich finds nur erstaunlich wie sich bei einer Halbierung des Widerstandes der Strom verdoppelt, und das ja dann immer so weiter gehen müsste, aber bis wohin?

...zur Frage

Rechenbeispiel zur Stromberechnung?

An einem Widerstand von 2500 Ohm wird eine Spannungsabfall von 4 Volt gemessen. Welcher Strom fließt durch diesen Widerstand ?

ich bekomm 1,6mA , Lösung sagt 10mA. Allerdings kann dies nicht sein oder ? ( U=R*I --> 4 : 2500=0.0016)

...zur Frage

Stromunfall Stromkasten

Hallo Leute,

ich bräuchte von euch ein paar Erklärungen zum Thema Strom, da ich in dem Bereich eher unkundig bin...

Wir haben bei uns in der Nachbarschaft einen Handymasten, bei dem u.a. ein Stromkasten, der ungefähr so aussieht (geschlossen, natürlich): http://payergmbh.at/pics/stromkasten.jpg . Es steht leider nichts oben, das aussagt, wieviel Strom da eigentlich durchfließt. Wieviel Volt schätz ihr, fließen da durch? Oder fließt da gar nichts und ich sehe das falsch?

Mal angenommen, es gab durch Wartungsarbeiten einen Kurzschluss und nun brennt der Stromkasten. Als ein Arbeiter versicht, noch was zu retten und den Kasten angreift, bekommt er einen Schlag und wird Ohnmächtig. Jedoch liegt er blöd und berührt immer noch den Kasten/ein Kabel. Wie lange kann der Arbeiter das überleben? Kann man den Arbeiter retten, in dem man z.B. einen Besen (Holz) zur Hand hat und das berührende Körperteil vom Kasten/Kabel wegschiebt? Oder vernachlässigt man dabei den Selbstschutz zu sehr?

Besteht bei unserem Beispiel überhaupt eine Gefahr, wenn man sich dem Stromkasten nähert? Kann ein ganzer Stromkasten überhaupt unter Strom stehen? Zählt so ein Stromkasten zu einem Starkstrom führenden Objekt? Und kann man einem Stromkasten irgendwie selbst den Saft abdrehen, ohne auf jemanden von den Strombetrieben zu warten (als Einsatzkraft)?

Wäre super, wenn ihr ein paar Antowrten auf meine vielen fragen hättet ;-)

greez, prian

...zur Frage

Blitz gefährlich bei doppelter Erdung?

Hallo,

wenn man Beispielsweise gerade das Waschbecken aus Metall in der Küche anfässt, welches durch den Potentialausgleich des Hauses geerdet ist und dann gleichzeitig z.B noch die Wand berührt, welche ja auch mit dem Boden verbunden ist und Beton ja eine gewisse Leitfähigkeit bietet, müsste dann nicht auch ein Strom zwischen diesen beiden Erdungspunkten aufgrund einer Potentialdifferenz fließen ? Oder ein anderes Szenario welches ich interessant finde: wenn z.B einen eigenen Erdungsstab in die Erde setzen würde und sich mithilfe eines Drahtes damit verbinden würde und dann gleichzeitig eine Wand des Hauses anfassen würde während der Blitz einschlägt, wäre das gefährlich`? Wie sieht es dann aus, wenn man z.B im Keller Barfuß steht und die Beine etwas auseinanderliegen, wäre das nicht ein ähnlicher Fall ?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?