"Strichzeichnung" als Illustration für Ziat

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2 Antworten

Eine Maschine, ein Computerprogramm, kann kein "selbständiges Werk" im Sinne von UrhG § 24 Freie Benutzung schaffen, weil § 2 UrhG schon besagt: "(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen." http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html

Und so lange wir Computer und Roboter noch nicht als Persönlichkeiten anerkannt haben, können diese auch keine persönliche geistigen Schöpfungen schaffen :-).

Gibt man aber einem befreundeten Zeichner ein paar Fotos von jedem der gefragten Autoren und der macht daraus je ein flottes Portrait oder eine schmissige Karrikatur, dann dürfte der Anspruch von § 24 sicher erfüllt sein; vgl. die Google-Ergebnisse zu "saq.htm#freinutz".

Ob diese Zeichnungen sich dann groß unterscheiden von einem Gimp-generierten Produkt - und ob dies der Urheber des Originalfotos erkennen kann, das sind rein pragmatische Fragen, die mit der reinen Rechtslage nichts zu tun haben.

Doch, insofern, als ein Zeichner immer noch als Zeuge helfen kann, wenn ein Fotograf meint, hier wäre ein Foto von ihm computerverändert oder plump abgezeichnet verbreitet worden.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Die Behauptung von Poster stelari, "Diese Bearbeitung wäre in dem Fall schon eine unzulässige Handlung im Sinne des UrhG.", wird auch nicht wahrer nach der 12. Wiederholung. Laut § 23 UrhG ist nicht die Bearbeitung unzulässig, sondern erst, wenn solche bearbeiteten Werke "veröffentlicht oder verwertet werden"!

Wasterei 24.03.2012, 18:57

Wahrscheinlich bewegt man sich generell auf dünnem Eis, wenn man das Bild eines Fremden in irgendeiner Form in seinem eigenen Werk verwenden und damit wertschätzen möchte (bzgl. dem Nachzeichnen vgl. http://www.traum-projekt.com/forum/94-recht-and-co/51705-urheberrecht-bei-zeichnung-vom-foto.html)

Danke für die Antworten, ich werde wahrscheinlich selbst eigene Zeichnungen gestalten, die -soweit möglich- keinem schon verfügbaren Bild ähneln und dann hoffen, dass vor dem Releasetermin meiner Arbeit kein Foto veröffentlicht wird, das meiner Zeichnung (wirklich) durch Zufall ähnelt. Natürlich werde ich dabei auch die Persönlichkeitsrechte berücksichtigen.

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GerdausBerlin 24.03.2012, 23:12
@Wasterei

Doppelschöpfungen kommen vor und sind zulässig und können von beiden Schöpfern genutzt werden, also das jeweils eigene Werk. Auch von dem, der später kam. Nur die Beweislast liegt halt bei dem, der später kam:

"Im Falle einer Doppelschöpfung genießen beide Werke den gleichen Urheberschutz. Im Streitfall hat jedoch der Schöpfer des später entstandenen Werks die Beweislast. Er muss glaubhaft machen, das bereits vorhandene Werk zum Zeitpunkt seiner Schöpfung nicht gekannt zu haben. Gelingt dies nicht, so liegt offenbar eine Urheberrechtsverletzung vor." http://www.schmunzelkunst.de/saq.htm#doppschoepf

Gruß aus Berlin, Gerd

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Diese Bearbeitung wäre in dem Fall schon eine unzulässige Handlung im Sinne des UrhG. Wenn du schon zitierst, dann musst du es auch richtig machen - Bilder bleiben unverändert und Änderungen am zitierten Text müssen angegeben werden, die vollständige und korrekte Quelle muss angegeben sein am Werk. Eine freie Nutzung kann nicht vorliegen, da die Bilder sicherlich geschützt sind wie die Texte auch.

Deine Bearbeitung würde sich nicht soweit vom Original entfernen als das eine freie Benutzung nach § 24 vorliegen könnte, eher eine unerlaubte Umgestaltung und Bearbeitung nach § 15 UrhG i.v.m. § 23 UrhG - schlimmstenfalls eine Zuwiderhandlung gegen § 14 UrhG wegen Entstellung des Werks.

Wasterei 23.03.2012, 16:33

Vielen Dank für die schnelle Antwort, sie hat mir sehr geholfen!

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