Streit mit Vermieterin - was darf sie und was nicht?

7 Antworten

Den Begriff der "Wohngemeinschaft" kennt das Mietrecht nicht. In einer abgeschlossenen Wohnung kann es einen Hauptmieter und mehrere Untermieter geben, oder die Mieter der Wohnung sind allesamt Hauptmieter. In diesem Fall hat der Vermieter kein allgemeines Zutrittsrecht zur Mietwohnung. Eure besondere Situation stellt sich etwas anders dar. Ihr habt zwar eine Innenvereinbarung als Wohngemeinschaft zu leben aber steht im Außenverhältnis als Einzelmieter eines Zimmers zum Vermieter. Jeder von euch hat weiterhin Nutzungsrechte an Küche, Bad, Flur etc. mit dem Vermieter vereinbart aber nicht den Ausschluss des Vermieters zum Betreten dieser nur zu nutzenden Sozialräume. Daher gewährt der aktuelle Mietvertrag nur die alleinige Nutzung des Zimmers jedem Mieter. Da hat der Vermieter kein allgemeines Zutrittsrecht.

Das heißt jetzt für uns sie darf hier jederzeit unangemeldet reinschneien und uns vorschreiben wie sauber wir zu leben haben?

0
@Kermensch

Eventuell kennt auch die Vermieterin nicht ihre Möglichkeiten in der aktuellen Mietsituation oder überschätzt sie. Ihre Vorschriften über Reinigung und Pflege der Sozialräume müssen genau im Mietvertrag fixiert sein, ein Putzplan mit wöchentlichem Wechsel der Dienste in der WG sollte aufgestellt werden. Die Hausordnung ist als Bestandteil aller Mietverträge verbindlich. Die Kontrolle durch die Vermieterin kann zwar nicht verhindert werden aber terminlich vereinbart werden. Wenn die Vermieterin auf Verhandlungsvorschläge nicht eingeht, dann hilft nur, dass einzelne Mieter kündigen - Erziehung durch Gewinnverlust. Manche Vermieter leiden unter einem Kontrollzwang.

0

Im Mietvertrag wird uns nur ein Zimmer zugewiesen und die Benutzung der Gemeinschaftsräume ... Hat bei dieser Form der Vermieter mehr rechte als normal?

Ja, denn ist es eine Art Wohnheim. Hier darf der Vermieter die Gemeinschaftsräume jeder Zeit, auch ohne Anmeldung, betreten und bestimmen wann und wie was zu putzen/aufzuräumen ist.

Ich glaube, dass hier alle Antworten falsch liegen. Das Hausrecht des Vermieters endet an der Wohnungstür und nicht an der jeweiligen Zimmertür der Einzelmieter. Das bedeutet, die Vermieterin muss mindestens 24 h vor dem Betreten einen Besichtigungstermin einfordern und darf nur eintreten, wenn dem von mindestens einem Mieter zugestimmt wird. Andererseits darf dem Vermieter aber auch nicht ein Zutritt verweigert werden, es sei denn der Vermieter will unverhöltnismäßig häufig die Woghnung besichtigen. Das Hausrecht der Mietsache (Mieterseite) muss gewahrt bleiben. Die Vermieterin darf also auf gar keinen Fall einfach so die Wohnung betreten. Tauscht doch einfach die Schlößer aus. Sicherheitshalber würde ich beim Mieterverein vorsprechen oder einen Fachanwalt fragen, das kostet weniger als man denkt.

Ich weiß, dass deine Antwort falsch liegt. Schwammige Aussagen wie - Vermieterin muss 24h zuvor ihren Zutritt anmelden (bei wem?) und darf danach trotzdem nur zu Kontrollzwecken in die Sozialräume - sind nicht mit dem Mietrecht vereinbar. Un wenn die Vermieterin unverhältnismäßig oft kontrollieren will, dann darf sie nicht mehr in die Wohnung? Hoffentlich merkst du rechtzeitig, dass es so nicht funktionieren kann.

0
@Gerhart

Das Betreten einer Mietsache darf vom Vermieter nicht willkürlich, sondern nur nach Absprache mit dem Mieter erfolgen. Die entscheidende Frage ist doch, ob die Wohnung als Objekt an mehrere Personen vermietet ist (davon bin ich ausgegangen), dann endet der Hoheitsbereich der Vermieterin an der Wohnungsgrenze, also an der Wohnungseingangstür. Wenn die Wohnung nicht als Wohnung vermietet ist, sondern ein Studentenwohnheim betrieben wird, haben wir möglicherweise eine andere Sachlage, obwohl ich Zweifel daran habe, dass hier das Mietrecht ein anderes wäre, weil ja die Wohnungseigangstür eine geschlossene Wohneinheit abgrenzt und baurechtlich entsprechend genehmigt ist. Bei einem Studentenwohnheim gelten andere Bedingungen im Baurecht.

0

Das Hausrecht des Vermieters endet an der Wohnungstür und nicht an der jeweiligen Zimmertür der Einzelmieter.

Der geschuetzte Bereich des Mieters beginnt an der Aussengrenze des Mietobjekts. Bei einem vermieteten Einfamilienhaus ist das i.d.R. die Grundstuecksgrenze, bei einer Mietwohnung die Wohnungstuer und bei einem vermieteten Zimmer eben die Zimmertuer.

0

Was möchtest Du wissen?