Streit mit Vermieter: Schimmel in der Bude

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7 Antworten

"Stimmt aber nicht, wir lüften regelmässig und lange" <---

Kleinigkeiten wie diese lassen erahnen, dass jemand nicht so recht weiss, wie das Lüften tatsächlich funktioniert. Beim Lüften geht es darum, feuchtwarme Innenluft möglichst rasch gegen kühl-trockene Frischluft auszutauschen. Langes Lüften ist da besonders in der kalten Jahreszeit eher kontraproduktiv, kühlt Wände aus und verpulvert Heizenergie. An kühlen Wänden kann sich dann Luftfeuchte absetzen und Schimmel entstehen.

Wie es geht: http://www.mieterbund.de/942.html

Der Gutachter (oder auch ein einfacher Sachkundiger) wird wohl leicht erkennen können, ob die Ursache von Innen kommt (also quasi von euch), oder ob die Wand an den Schadstellen durchfeuchtet ist (etwa bei undichten Rohren oder eindringendem Regenwasser).

Die Schuldfrage, wenn es von innen kommt, mag etwas komplexer sein. Denn es gibt leichter und schwieriger zu händelnde Wohnungen. Bei konstruktionsbedingten Wärmebrücken (oft an Balkonen, Rollladenkästen etc.) kann man dem Mieter kaum Vorwürfe machen. Aber in den meisten Fällen ist tatsächlich das falsche oder unzureichende Lüften und Heizen Ursache. Ich selbst wohne seit Jahren in einer ehemaligen Schimmelbude. Bei mir ist es knochentrocken.

Meine Frage: kann ich den Gutachter bitten, sich auch den Schimmel in der Wohnung unter uns anzuschauen?

Bitten können Sie Ihn. Ob er es macht ist eine andere Sache.Sie sind nicht der Auftraggeber.

Vielleicht macht er es aus Kulanz oder wegen seiner Berufsehre,weil er sich nicht nachsagen lassen will,dass er nicht obektiv war.

Ansonsten bleibt Ihnen eventuell nur die Möglichkeit ein Gegengutachten erstellen zu lassen.

Hier bezahlt der Vermieter den Gutachter und sie wissen nicht ob der objektiv ist.

Ich hatte mal einen ähnlichen Fall,da war der Vermieter mit dem Gutachter befreundet.

Da ich nicht klein beigebe,wenn ich meine das ich im Recht bin,habe ich geklagt und dieses Gutachten zählte nicht mehr.

Sie könnten auch den Mieterbund um Hilfe bitten.

Sich dort anzumelden kann auch zukünftig Vorteile haben.

Der klassische Fall würde ich sagen. Auf eine zu schwache Dämmung zu spekulieren ist keine gute Lösung. Entscheidend ist da nämlich das Baujahr des Hauses und der damalige Stand der Technik. Also alles was vor, sagen wir mal, 1980 gebaut wurde ist für die heutigen Ansprüche schlecht gedämmt. Und wenn du sparsam heizt, ist oft schnell der Schimmel da. Das liegt an den zu kalten Oberflächen. Dumm ist jetzt nur, das du also entweder viel Geld fürs Heizen raushaust oder ständig lüften musst. Und genau das wird auch der Gutachter feststellen. Ergo - der Vermieter hat keine Schuld. Du hast erwähnt das nur die Wetterseite betroffen ist - welche Himmelsrichtung ist denn das? Nordseiten sind immer sehr anfällig. Ist meist die kälteste Wand. Bei sehr altem Gemäuer können auch die Fugen nicht mehr dicht sein (dann wäre der Vermieter dran). Ein guter Gutachter wird sich das Gebäude auch von aussen angucken; das muss er, wenn du erwähnst, dass die Partei unter dir auch Probleme an dieser Wand hat. Tut er das nicht, ist er nicht seriös. Ob das "durchzieht" hängt von der Art des Schimmels ab und natürlich von der Bausubstanz. Bei Betondecken kann eigentlich nichts passieren, bei Holzdecken sehrwohl. Wenn es richtig dumm läuft, kann er eine komplette Renovierung der Wohnung verlangen - da hilft nur ein Gegengutachten. Kleiner Tipp: Räume alle Fensterbänke frei, bevor der Gutachter kommt. Wenn da Blumentöpfe und sowas stehen, ist deine Behauptung regelmäßig und richtig zu lüften schon hinfällig. Ein Hygrometer hilf auch, um zu dokumentieren, wie hoch die Luftfeuchte ist. Dokumentier das mal über ein paar Tage. Werte über 65% sind i.d.R. kritisch bei älterem Baujahr. Es gibt im Netz eine sogenannte Taupunkttabelle. Da kannst du sehen, bei welcher Oberflächentemperatur und Luftfeuchte es dann zu Kondenswasser kommt, was dann zu Schimmel führen kann.

Ob der Gutachter neutral ist kann man aus der Ferne kaum beurteilen. Bitten kann msan einen solchen auch sich ggf. mehr anzusehen als dessen Auftrag ist. Nur machen muss derselbe dies nicht.

Nun zur "nicht" fristgerechten Kündigung. Da Ihr die Wohnung gekündigt habt, führt zu der Annahme dass die neue Wohnung bereits gemietet ist. Also zieht aus, stellt die Mietenzahlung ein und wartet ab was kommt. Ausser für einen späteren Streit um die Kaution, soviel als möglich zu dokumentieren, könnt Ihr eh nicht tun. Vermutlich hat der VM auch nicht schriftlich eingestanden, dass der Fensteraustausch schimmelbedingt erfolgte. Den Rest müsst Ihr dem Gutachter überlassen.

Schokoweck 29.03.2012, 08:36

Zum 1. Juni kann ich in die neue Wohnung und ich werde auch keinen Tag länger warten.

Augenzeugen für den Schimmel habe ich tatsächlich sehr viele, aber dank eines bisher immer sehr guten Verhältnisses mit dem VM habe ich sowas leider nie schriftlich festgehalten.

Ist meine erste Mietwohnung. Das passiert mir auf jeden Fall kein zweites Mal. Und wenn Mutter Theresa selbst vermieten sollte...

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Das Gutachten ist natürlich ein reines Parteigutachten. Ob sich der Gutachter eure Wohnung auch ansieht, weiß man nicht. Das kann er, muss er aber nicht wenn er keinen Auftrag dazu hat. Je nach dem, was aus dem Gutachten hervor geht, werdet ihr auch keine Kenntnis davon bekommen, was ursächlich ist.

Schimmelpilz - wer zahlt?

Wenn in Wohnungen Schimmel auftritt, ist die Sache meist ganz klar - jedenfalls für die Betroffenen - Mieter und Vermieter. Je nachdem, wer gefragt wird, lauten die Antworten:

■Der Mieter lüftet nicht richtig

■Der Vermieter ist schuld, da ein Baumangel vorliegt.

Oft endet dieser Streit in einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Dabei sollten vor Einschaltung eines Rechtsanwaltes folgende Sachen bedacht werden:

hier infos:

http://www.biomess.de/schimmelpilz_-_wer_zahlt__.html

Mal bei den Nachbarn nachfragen, ob sie auch Schimmel haben.

Schokoweck 29.03.2012, 08:24

Kannste knicken, der Nachbar drüber ist die Tochter vom Vermieter... Nur unten haben die auch Schimmel gehabt, bis der VM die Farbe bezahlt hat zum drüberpinseln.

Mir ist noch eingefallen, dass ich im Winter jeden Morgen mein Fenster schön mit einem Wasserschieber (heißt das so?) abziehen kann, um die ganze Feuchtigkeit wegzubekommen, ohne dass meine Fenster total verschmiert sind.

Hoffe ja wirklich, dass der Gutachter die mangelnde Isolierung / zu dünne Fenster / sonstwas feststellt. Habe aber wie gesagt Angst um seine Neutralität.

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