Streetart zwischen Vandalismus und öffentlicher Kunst?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

hier aus:

http://www.goethe.de/ins/ru/lp/prj/drj/top/wtt/011/str/de6944940.htm

"Für den bekannten Berliner Straßenkünsterler Bronco, der vor allem durch seine gesellschaftskritischen Schablonensätze bekannt geworden ist, sind konsumkritische Haltung wie bei Cemnoz und Banksy eine Ausnahme.

Wo viele in den Zeichen an den Wänden der Großstädte immer noch die letzte Bastion des zivilen Ungehorsams sehen wollen, sieht Bronco nur noch rosa Kaninchen. „Klar ist Streetart meist illegal und dadurch rebellisch“, aber seiner Meinung nach gehe es vielmehr um das „ich bin da“, um den „Kick“, als um gesellschaftskritische Motive. „Streetart ist zu einer unreflektierten Rebellion geworden.“, behauptet er resigniert. Anstatt neue politische Aussagen zu formulieren, rutsche die Szene zu sehr in comichafte Motive: „Ich kann diese ganzen bunten Männchen nicht mehr sehen. Für mich ist das keine Streetart.“ kritisiert er so manchen Künstler-Kollegen. Laut Bronco ist die Kunst auf der Straße im Allgemeinen zu niedlich geworden, zu schön. „Die ästhetischen Muster von Streetart werden von der Gesellschaft mittlerweile gemocht, gefordert und was das schlimmste ist: bezahlt.“

der ganze artikel ist ganz gut,und wenn du viele meinungen lesen willst,um dir deine meinung bilden zu können,google "street-art kritik"

:)) evella

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Street Art hat an sich kaum noch was mit Graffiti zu tun. :) Ich halte von Street-Art Künstlern wie Banksy oder Blek le Rat sehr viel, da diese versuchen eine Botschaft zu übermitteln und die Menschen mit schönen und einfallsreichen Ideen zum Denken anregen wollen. Das hat für mich nichts mehr mit Beschmutzung öffentlichen Eigentums zu tun, sondern ist schlichtweg Kunst

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey Yummiiii :)

Zu meinen, Street Art hätte nichts mehr mit Graffiti zutun, ist sehr weit hergeholt.

Street Art, oder umfassender Urban Art, bezeichnet den massiven, künstlerischen, illegalen Eingriff in die Mitgestaltung des urbanen Raumes.

Street Art ist im engeren Sinn die künstlerische Weiterentwicklung des herkömmlichen Graffito unter Zuhilfenahme aller gestalterischer Mittel der Kunst, über das typische Stylewriting mit Spraydose hinaus. Lange Zeit galten Schablonengraffitis, Installationen sowie Plakatarbeiten als Außenseitermedium im Guerilla-Kommunikationssystem Graffiti.

Egal ob typisches Graffiti oder moderne Street Art / Straßenkünstler annektieren für ihre Kunst bewusst den städtischen Raum und nutzen die Öffentlichkeit als Kommunikations- und Präsentationsplattform. Wobei die moderne Street Art gesellschaftlich geduldet wird, während im herkömmlichen Graffiti der Aspekt der Illegalität fest im Fokus steht.

Der Drang zur aktiven Mitgestaltung des öffentlichen Raumes ist ein globales Phänomen und so tief in dem Menschen verwurzelt, wie sein Hang zur Kommunikation selbst.

Kunst als Kommunikationsstrategie im städtischen Kontext, vor der eigenen Haustür und die Öffentlichkeit als stiller, stummer Betrachter und Empfänger. Mal mehr und mal weniger freiwillig nehmen wir die Botschaften wahr, die uns die Street Art Akteure bereitstellen.

Street Art Aktivisten beziehen dabei oftmals Stellung zu politischen oder gesellschaftskritischen Themen und die Künstler lassen bewusst das urbanes Umfeld in ihre Motive einfließen, um neue Kontexte zu schaffen, alltägliche Themen in ein neues Licht zu rücken und im Betrachter den "aha-effekt" zu erwecken.

Von Kreidemalereien und Stickerkunst über mehrfarbige Siebdruckgrafiken bis hin zu übergroßen Paste-Up's und LED Throwies. Es wird gezielt genutzt, was der öffentliche Raum hergibt. Die Kreativpalette kennt dabei keine Grenzen.

Die Straße als Galerie - steht für das Vergängliche, das Augenblickliche und Sterbliche in der urbanen Kunstform Street Art, das sie zum einen so flüchtig erscheinen lässt und zum anderen so reizvoll gestaltet, als würde man etwas in die Stadt hereinrufen und dem Echo lauschen bis es verklingt.

Der Aspekt der Vergänglichkeit ist für Street Art von großer Bedeutung: Die Werke können entwendet, überklebt oder in jeglicher anderer Weise verändert werden, sie sind den Witterungen ausgesetzt und sind, anders als die Kunst im Museum, unbewacht.

Street Art ist mittlerweile ein fester, kultureller Bestandteil unseres Stadtbildes.

Für mehr Infos hierzu stehen das Team von www.urbanesleipzig.de oder ich dir sicher gern zur Verfügung ;)

Liebe Grüße ins Wochenende - toby

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von toby1985
09.03.2014, 11:13

Was davon Vandalismus ist, und was Kunst, hat zum einen der Betrachter zu entscheiden und zum anderen das Gesetz ;)

Egal ob Graffiti im herkömmlichen Sinne oder Street Art, es liegt immer im Auge des Betrachters ob es als Vandalismus oder Kunst eingestuft wird.

Prinzipiell handelt es sich in beiden Fällen um ausgeübte Kunst, wobei es lediglich der Spot, also der Ort an dem die Kunst platziert ist, ins Illegale ausufern lässt.

Ich selbst sehe in Graffiti selten etwas Illegales, wenn dann vielleicht etwas Unästhetisches und Unschönes, weil es mir nicht gefällt. Aber in der Regel suchen sich gute Künstler gute Spots für ihre Bilder. Es steht die Botschaft im Fokus und nicht der Sachschaden.

Die Mittel der Street Art wie z. Bsp.: Paste Ups, Sticker oder Moos-Graffiti lassen sich zwar im Gegensatz zur Lackfarbe eines Graffito einfach und ggf. spurloser wieder entfernen, stehen aber im Angesichts des Gesetz unter dem selben Strafmaß der Sachbeschädigung.

Was da jetzt Vandalismus und was Kunst ist, muss jedoch jeder für sich differenzieren, da gibt es keine klare Linie der Trennung :)

0

Was möchtest Du wissen?