Ist diese Strafe zu streng für eine 16 jährige?

11 Antworten

Vielleicht kannst Du Dir jetzt besonders Mühe zu Hause geben, so dass Dein Vater die Strafen vielleicht nach einiger Zeit aufhebt. Das einzige, was ich persönlich schwer machbar und unrealistisch finde ist die Besuchsankündigung. Wenn man mal zusammen Referate machen möchte oder einfach spontan noch etwas nach der Schule machen möchte, ist es unrealistisch, die Freunde um 24-Stunden-Wartezeit zu bitten, um dies Deinem Vater mitzuteilen.

Handy nach 22 Uhr: Textet oder telefoniert Ihr wirklich so oft mitten in der Nacht? Vielleicht kannst Du ab 22 Uhr dann etwas anderes machen, zu dem Du vorher keine Zeit hattest (Filme, Lesen, andere Hobbys etc.), so dass Du das Handy nicht vermisst.

Wie gesagt, ich würde mal ein bis zwei Monate (ich weiß, das klingt lange) "Wohlverhalten" ausprobieren, also alles, was Dein Vater von Dir erwartet, tun und noch ein bisschen extra, freiwillig, und dann noch einmal den Punkt ansprechen, der Dir am schwersten fällt, also entweder die 22-Uhr-Beschränkung an jedem Tag oder das Handyverbot in der Nacht. Es ist natürlich schwierig, wenn mal im WE eine Party läuft und Du ggf. um 21 gehen musst, um rechtzeitig zu Hause zu sein.

Eine andere Möglichkeit wäre, nach einiger Zeit einen Deal auszuhandeln: Könnte man Strafe X gegen Strafe Y austauschen? Also können wir auf das Ausgehverbot nach 22 Uhr verzichten, wenn ich (dies und jenes im Haushalt mache, auf etwas anderes verzichte etc.?).

Du musst bedenken, dass Dein Vater evtl. so reagiert hat, weil er wirklich Angst um Dich hatte. Ich habe schon ein paar Mal erlebt, wie Erwachsene sich um andere Erwachsene Sorgen gemacht haben, weil diese nicht rechtzeitig zu erreichen waren, in einem Fall hatte jemand sein Handy nicht aufgeladen, war einen Tag nicht erreichbar und die Familie dachte, er läge evtl. tot oder schwer verletzt in seiner Wohnung. In anderen Fällen kam jemand ungeplant erst spät abends zurück und die Freunde konnten ihn nicht erreichen und hatten Angst, er hätte einen Unfall gehabt. Evtl. ging es Deinem Vater auch so, besonders, wenn Du vorher immer sehr zuverlässig warst. Frage ihn mal, wie er die Wartezeit erlebt hat und entschuldige Dich ggf. dafür, ihm Sorgen oder Ängste bereitet zu haben. Falls Deine Mutter erst "kürzlich" (also innerhalb der letzten Jahre) gestorben ist, kann Dein Vater auch anfällig dafür sein, in solchen Fällen zu befürchten, dass Dir auch etwas passiert ist.

Allgemein: 

Zeig, dass Du Dir Mühe gibst und versuchst, Deinen Vater zu verstehen und suche noch einmal das Gespräch mit ihm, wenn er sich abgeregt hat. Zeig ihm, dass Du ggf. bereit bist, für Lockerungen bei Punkten, die Dir wichtig sind, Kompromisse einzugehen.

Und ja - ich finde jegliche Art von Strafe, die über ein Jahr geht, zu streng für Jugendliche. Es sei denn, der Jugendliche würde sich wirklich in Gefahr begeben und man müsste ihn mit Einschränkungen davor schützen.

Ich würde dir empfehlen, in ein paar tagen noch einmal ruhig mit ihm darüber zu reden. Er macht das sicher nicht aus boshaftigkeit aber versetz dich mal in seine lage: er hat schon seine frau verloren, du als seine tochter bist noch das letzte, was von seiner familie übrig ist. Und dann ist er großzügig und gibt dir mehr zeit, weil er dir blind vertraut und du rufst ihn dann noch an, um länger zu bleiben, weshalb er merkt: aha, wenn sie doch später kommt sagt sie bescheid. Dann bist du aber um die vereinbarte zeit nicht da und in einer halben stunde kann sehr viel im kopf passieren. Er hatte sicher angst, dass er dich auch noch verlieren könnte und deshalb wollte er mit dieser strafe wahrscheinlich einmal seinen schreck materialisieren und sich selbst beruhigen, dass das in nächster zeit erstmal nicht mehr passieren kann. Ich weiß das klingt ungerecht und das ist es auch, aber sieh es mal von dem standpunkt aus und dann geh mal ganz ruhig und verständnisvoll auf ihn ein, wenn er sich in einer woche oder so beruhigt hat und in dieser woche kannst du ihm sein vertrauen zu dir wieder aufbauen, indem du dich einfach daran hältst. Dann kannst du nämlich sagen: so papa, ich hab mich jetzt an deine strafe gehalten, sehe ein warum du das gemacht hast,werd in zukunft vorher anrufen, damit du dir keine sorgen machen musst usw.

1 Jahr? Bisschen sehr übertrieben, hm? Vor allem wegen ner halben Stunde. Rede nochmal in ein paar Tagen mit ihm und halte dich einfach in der Zeit an seine Regeln, damit er sieht, dass es dir Leid tut und es nicht mehr vorkommt, dann lockert er das sicherlich bald wieder etwas.

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