Was ist die Strafe bei diesem Banküberfall?

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8 Antworten

Einen qualifizierten Raub zu begehen ist recht schwierig, vor allem mit einer Spielzeugpistole. Die Pistole muss schon benutzt werden.

Wenn er die Spielzeugpistole während der Tat nur in der Jackentasche mitgeführt hat, dann ist es "nur" ein einfacher Raub nach § 249 StGB, Strafandrohung nicht unter einem Jahr. Hat er aber die Waffe benutzt, um einzuschüchtern, sind wir beim schweren Raub nach § 250 Abs. 1 Nr. 1 b StGB, Strafandrohung nicht unter 3 Jahren.

Schuldunfähigkeit gäbe es ab ca. 3 Promille (solange die Schuldfähigkeit nicht vorverlegt wurde), dann wäre evtl. eine Vollrauschtat zu ahnden (§ 323a ).

Hier ein Link zu einer sehr hochwertigen Seite, der Verfasser weiss sehr genau worüber er schreibt:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/gesetzgebung-raub-strafgesetzbuch

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Hallo,

GoldAnwalt hat die richtige rechtliche Beurteilung abgegeben.

Aus persönlicher Erfahrung mit - zugegebenermaßen nicht wirklich ähnlichen Fällen, da das schon sehr spezielle Details sind - würde mal auf 2 Jahre ohne Bewährung tippen, welche jedoch durch einen Klinikaufenthalt ersetzt werden.

Wirklich beantworten kann dir von uns aber niemand diese Frage, dass weiß nur der Richter... 

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GoldAnwalt 05.01.2016, 11:34

Mit den 2 Jahren ohne Bewährung käme er sehr gut weg. Aber das ist selbstverständlich möglich, wenn das Gericht auf einen minder schweren Fall erkennt.

Man kennt ja die Vorgeschichte und die gesamten Tatumstände nicht. Vor- und Nachtatverhalten usw. . 

Man muss auch immer das Seelische betrachten. Inwiefern darf ein Richter denn strenger urteilen, wenn eine Bankmitarbeiterin einen seelischen Schaden durch den Raub erlitten hat? Eine diesbezügliche Strafzumessungsregel kann ich im § 250 StGB nicht erkennen.

Darf ein Richter dennoch diese Umstände in sein Urteil mit einfließen lassen? Die Raub Summe ist ja für das Urteil auch relevant. 15.000 € oder 150.000 € ist ein Unterschied.

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Dommie1306 05.01.2016, 11:57
@GoldAnwalt

Meine Rede, keiner von uns steckt im Richter drinnen und kennt die ganze Vorgeschichte...

Ich mein, theoretisch wäre sogar ein §323a StGB denkbar...

Aus dem Bauch raus, was würdest du für eine Strafe erwarten?

2 Jahre sind in der Tat wenig, aber bei einem minderschweren Fall, als Ersttäter... zumindest denkbar...

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GoldAnwalt 05.01.2016, 12:30
@Dommie1306

Mein juristischer Bauch denkt nicht so stark und klar wie deiner.  :)

Allein weil du hier auch § 323a StGB ins Spiel gebracht hast. Darauf wäre ich jetzt zum Beispiel nicht gekommen.

Die Umstände sind einfach viel zu heikel, als das man eine klare Aussage bezüglich des Strafmaßes äußern könnte. Was bei Raubüberfällen aber meistens der Fall ist.

War es eine lange geplante Aktion? War es eher eine spontane Affekthandlung? Inwiefern haben die Drogen und Medikamente das Bewusstsein des Täters beeinflusst?

Er ist nicht vorbestraft. Somit hat er auch keine vermögensrechtlich-strafrechtliche Vergangenheit. Ein Pluspunkt. Zudem hat er die Waffe eventuell nicht verwendet, was den ( Mindest- ) Strafrahmen doch schon nicht unerheblich senken würde.

Dazu kommt es auch darauf an, wie genau er gegenüber der Bankangestellten agiert hat. Er ruhig mit doch eher netten, wenn auch fordernden, Worten agiert oder sie richtig bedroht hat. Insofern ist die Zeugenaussage relevant.

Ein Richter prüft sicher auch, in welchen Dimension und seit wann der Täter Medikamente einnahm. Ob er eventuell auch einen Entzug machte.

Ganz ehrlich:  Viel zu komplex der Fall.  :)

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Dommie1306 05.01.2016, 12:32
@GoldAnwalt

Mein Bauch ist auch kein Jurist;) Ich rede nur aus dem Erfahrungsschatz als Polizist, ich denke dein rechtliche Ausbildung übersteigt meine bei Weitem...

Die Punkte, die du alle aufzählst sind durch die Bank korrekt.

Einigen wir uns also darauf, dass wir das auf gutefrage.net niemals klären werden können?=)  

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GoldAnwalt 05.01.2016, 12:35
@GoldAnwalt

Ich verabscheue zudem Drogen jedweder Art. Natürlich kann ich dennoch neutral urteilen. Aber hier ein Strafmaß vorherzusagen, ist quasi unmöglich.

Aber ich gehe mal stark davon aus das es kein klassischer Freispruch ohne weitere Auflagen wird.

Ist eigentlich auch ein strafrechtlicher Freispruch, aber dennoch im gleichen Atemzug die Einweisung in eine Klinik möglich? 

Du bist Polizist. Das habe ich schon durch deine anderen sehr fundierten Post`s mitbekommen. Somit hast du ja eine "juristische" Ausbildung.  :)

Ich habe überhaupt keine juristische Ausbildung. Auch keine Praktika oder Semester diesbezüglich absolviert!

Von daher eine schmeichelnde Einschätzung von dir.  :)))

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Dommie1306 05.01.2016, 13:14
@GoldAnwalt

Ups, dann nehm ich alles zurück;)

Freispruch mit Einweisung? Du meinst in Richtung 153a StPO? Sollte nicht möglich sein, da ja auch die Einweisung als freiheitsentziehende Maßnahme gilt.

Aber zumindest sind wir uns bei den Drogen einig:)

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GoldAnwalt 05.01.2016, 13:34
@Dommie1306

;)  Naja, ich meinte eher bei Verbrechen, wie eben zum Beispiel Raub.

Begangen durch Unzurechnungsfähigkeit und eventuell sonstigen vorliegenden, akuten Schwachsinn.

Ob dann in der Sache an sich ein Freispruch erfolgen kann, jedoch die gleichzeitig ausgesprochene Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik möglich wäre?

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furbo 05.01.2016, 19:20
@GoldAnwalt

Zudem hat er die Waffeeventuell nicht verwendet, was den ( Mindest- ) Strafrahmen doch schon nicht unerheblich senken würde.

Es ist keine Waffe!

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Dommie1306 05.01.2016, 20:42
@furbo

Dachte es muss für den Geschädigten nur als Waffe erkennbar sein, wenn er diese benutzt oder führt... oder bin ich da gerade auf dem falschen Dampfer?

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furbo 05.01.2016, 21:14
@Dommie1306

Der Waffenbegriff beim Raub meint eine tatsächliche Waffe. Eine Spielzeugwaffe fällt nicht darunter. Sie kann aber durchaus als Druckmittel i.S. des 250 I 1 b StGB benutzt werden (übrigens die einzige Möglichkeit, mit einer Spielzeugwaffe tatsächlich einen schweren Raub zu begehen).

Ich befürchte, dass du wirklich den falschen Dampfer erwischt hast.

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Hey,

Ich vermute jetzt einfach mal:

  • Die Einnahme von Psychopharmaka, vorausgesetzt, sie sind vom Arzt verschrieben, deuten auf psychische Probleme hin
  • Psychopharmaka mit Alkohol können einen sehr „dizzy“ machen, ferner sind 2,2 Promille nicht gerade wenig.

Düse beiden sind mildernde Umstände. Dass die Waffe nicht echt war, wird nicht als mildernder Umstand gewertet.

Wahrscheinlich wird man ihn in eine geschlossene Anstalt einweisen, falls seine psychischen Probleme nachweislich groß genug sind.

An sonsten kann, falls das Problem nicht groß genug für eine Einweisung ist, dieses als weiterer mildernder Umstand gewertet werden.

Schwerer Raub, unter den dieser Fall fällt, kann hier in Deutschland eine Freiheitsstrafe von drei bis 15 Jahren nach sich ziehen.

Durch die Mildernden Umstände würde in diesem Fall die Freiheitsstrafe Deines Cousins im unteren Bereich dieser Strafe liegen, mit etwas Glück und einem guten Anwalt vielleicht sogar unter drei Jahren (allerdings wohl mit anschließender Therapie)

Gruß

Federfell :)

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Hallo.     

Haftstrafe bzw. Unterbringung in der forensischen Klinik?

Das könnte am besten vor Verkündung des Urteils, sein Verteidiger sagen, womit er rechnen könnte.     

Liebe Grüße, FlyingDog

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GoldAnwalt 05.01.2016, 00:27

Naja, eine Straftat in Form eines schweren Raubes ist zwar sehr krass, jedoch kein Fall für die Forensische.

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FlyingDog 05.01.2016, 00:37
@GoldAnwalt

Danke für dein Feedback...☺

Wir durften damals den einen oder anderen derartigen Straftäter ähnlichen Falls, durchaus vom LG in die Fachklinik für Forensische Psychiatrie überführen, das zu beurteilen und zu bewerten wage ich auch in diesem Fall nicht zu tun, da gibt es Fachleute für. Habe nur zwei Möglichkeiten genannt die sein können.     

Liebe Grüße, FlyingDog

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Man könnte hier als schwerstes vorwerfbares Delikt den schweren Raub gem. § 250 I Nr.1 b StGB in Betracht ziehen. Die Mindeststrafe beträgt Freiheitsstrafe nicht unter 3 Jahre. Der Alkoholeinfluss könnte sich ggf. strafmildernd, allerdings nicht ausschließend, auswirken.

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das sollte er lieber seinen Anwalt fragen und nicht eine Community mit überwiegend minderjährigen Laienrichtern!

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Nach § 250, Absatz 1, Satz 1 a), bzw. b) des StGB, erhält man mindestens 3 Jahre Freiheitsentzug, wenn man die "Waffe" beim Raub lediglich mit sich führte, sie also nicht verwendete oder direkt vorzeigte.

Nach § 250, Absatz 2, Satz 1 des StGB, erhält man mindestens 5 Jahre Freiheitsentzug, wenn man die "Waffe" beim Raub direkt verwendet hat.

Ob wegen seines hohen Alkoholwerts und seiner Krankheiten ein minder schwerer Fall nach § 250, Absatz 3 StGB ( Mindeststrafe 1 Jahr Freiheitsentzug ) zutrifft, muss entsprechend ein Richter heraus finden.

Alle Freiheitsstrafen bis 2 Jahre können zur Bewährung ausgesetzt werden.

Auch ist eine Einweisung in eine Klinik zwangsweise möglich.

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furbo 05.01.2016, 19:02

Ich glaube nicht, dass eine Bestrafung nach § 250 Abs. 1 Nr. 1 a oder 250 Abs. 2 StGB erfolgt. Eine Spielzeugpistole ist keine Waffe im Sinne des § 250 StGB.

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GoldAnwalt 05.01.2016, 19:12
@furbo

"sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt...."  ( § 250, Absatz 1, Satz 1 b) StGB )

Ich habe extra mehrere § aufgelistet. Aus meiner Antwort ist klar erkennbar, dass über alles nur gemutmaßt werden kann.

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furbo 05.01.2016, 19:16
@GoldAnwalt

Warum führst du denn die nichtzutreffenden Paragraphen auf, lässt aber den zutreffenden Paragrafen weg?

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GoldAnwalt 05.01.2016, 19:29
@furbo

§ 250, Absatz 1, Satz 1 b) StGB ist in meiner Antwort aufgeführt.

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Ich glaube das zwar nicht was du geschreiben hast aber,ja er würde dafür bestraft werden...

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Jaknux 18.01.2016, 22:32

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung aber er könnte schon mit 1-2Jahren Haftstrafe oder so rechnen ,kann aber natürlich auch total daneben liegen...

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