Strafe - roter Ampelblitzer

11 Antworten

Du kannst versuchen gegen anzugehen, wirst aber keinen Erfolg haben. Jeder wird dir sagen, dass deine Frau hätte drauf gucken können während du dich auf das Führen des Fahrzeugs konzentrieren sollst.

nun zu meiner Frage: kann man da was machen, da wir auch nicht aus dieser Stadt sind - ein Navi brauchen und auch sehr langsam über die Ampel gefahren sind?

Meiner Ansicht nach könnte man da schon etwas machen, die Erfolgschancen liegen aber nicht eindeutig. Die Rechtsprechung hat für Verkehrsverstöße, für die normalerweise ein Fahrverbot vorgesehen ist, den Begriff des Augenblicksversagens entwickelt. Dieser ist meines Erachtens ziemlich selbst erklärend: Der Verkehrsverstoß muss auf einer augenblicklichen Unaufmerksamkeit beruhen, die dazu führt, dass der Fahrer kurz vom Verkehrsgeschehen abgelenkt ist und daher der Grad der Fahrlässigkeit niedriger zu bewerten ist. Wie das in deinem Fall aussieht, kann ich dir leider nicht sagen, da ich dazu keine exakt passenden Urteile gefunden habe. Für die Suche einer Adresse durch langsames Abfahren der Straße kannst du dir mal den Beschluss des OLG Hamm vom 23.05.2005, Az. 2 Ss OWi 295/05 durchlesen: http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2005/2_Ss_OWi_295_05beschluss20050523.html

Du solltest zunächst abwarten, ob ihr Post bekommt. Als erstes wird der Halter des Fahrzeugs angeschrieben, der als Zeuge Auskunft über den Fahrer machen soll. Meistens ist auf diesem Brief schon ein Ausschnitt des Blitzerfotos zu abgedruckt. Wenn der Fahrer dann ermittelt ist (ggf. durch eigene Feststellungen der Behörde), bekommst du einen Anhörungsbogen. Dort kannst du Angaben zur Sache machen. Im Zweifel solltest du aber lieber die Aussage verweigern bzw. wenn du dich äußern möchtest, einen Anwalt befragen, da der Fall nicht einfach erscheint und du dich leicht um Kopf und Kragen reden könntest. Irgendwann kommt der Bußgeldbescheid. Wenn es gut läuft, wurde zu deinen Gunsten schon auf das Fahrverbot verzichtet. Wenn nicht, kannst du Einspruch einlegen, damit wird die Akte ans Amtsgericht abgegeben, das in der Sache neu entscheidet.

Nun ist die Frage, wie die Bußgeldstelle oder das Gericht deine Einlassung bewertet: Einerseits könnte ein Augenblicksversagen bejaht werden, da du ja ortsunkundig warst, langsam gefahren bist und nur deshalb abgelenkt warst, weil das Navi Probleme gemacht hat. Außerdem war nur wenig Verkehr um diese Zeit.

Andererseits kann man dir auch vorwerfen, dass du bei Problemen mit dem Gerät nicht sofort an den Straßenrand gefahren bist und das in aller Ruhe behoben hast. Du hast daher deinem Gerät mehr Aufmerksamkeit gewidmet als dem Straßenverkehr um dich herum, da du nur auf dein Gerät fixiert warst. Und genau da kann ein Richter ein Augenblicksversagen ablehnen, denn jemand, der eine Adresse sucht, hat seine Augen eher auf der Straße und kann notfalls reagieren als jemand, der sich nur seinem Gerät im Auto zuwendet.

Du siehst, das ist sehr schwierig, hier eine eindeutige Auskunft zu geben. Vielleicht bringt es dir trotzdem etwas. Fürs erste gilt sowieso nur abwarten, bis etwas kommt.

Nur weil man ein Navi braucht weil man in einer Fremden Stadt unterwegs ist heißt das nicht dass man über Rote Ampeln fahren kann. Ne Ampel hat ne lange Gelb-Phase...wie konnte es passieren das ihr mit 10km/h über ne rote Ampel gefahren seid obwohl ihr zuzweit wart? Man sollte schon auf die Straße achten vor allem als Fahrer!!

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