Strafbarkeit im Kontext psychischer Verhaltensauffälligkeiten und Zwangsmaßnahmen?

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2 Antworten

Variante 3:

Person X (ohne Alkoholeinfluss) wird noch während ihres „Tobsuchts-Anfalls“ mit Autoaggression und / oder Beschädigung ihres eigenen Eigentums (ohne Sachbeschädigung anderer und ohne Fremdaggression) mit Poli konfrontiert…

Da sich Person ja noch nicht „zu Ende“ und zu tief geritzt
hat, „kann sie nicht“ den Weisungen der Polizei (z.B. Messer ablegen) fügen und ritzt stattdessen munter weiter – Hauptsache das (eigene) Blut fließt richtig … Person X bekundet aber ausdrücklich, dass sie nicht im Begriff ist, andere zu verletzten und bittet um / „befiehlt“ Abstand zu wahren, damit niemand (durch einen Überwältigungsversuch) versehentlich verletzt werden kann…

Frage zu 3)

Wären hier eine Ordnungswidrigkeit- oder ein Straftatbestand
erfüllt?

Frage 4) zu allen aufgezeigten unter 1 aufgezeigten Situationen:

Welche Ordnungswidrigkeiten und Straftatbestände wären konkret erfüllt (bitte Verweis zu StgB-Paragraphen); mit welchen Bußgeldern oder Strafen hätte Person X zu rechnen? Würde ein Gericht sich bei Verurteilung wegen ((Widerstand, „tätlichen Angriffs“ (versehentliches Stoßen der Polizeibeamten bei Überwältigungsprozedere)) auf eine Strafe einlassen, die nicht mit existenziellen Konsequenten wie Wohnungsverlust verbunden wäre (Freiheitsstrafe)

In diesem Kontext sei noch zu erwähnen das Person X sonst noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt getreten ist!


Situation 2:

Variante 1:

Person X begeht Ruhestörung durch zu lauter Musik, um was „zu spüren“… Dreht die Musik immer lauter, weil sie im „ausgefahrenen Zustand“ kaum oder „nichts“ mehr richtig wahrnehmen kann (konsumiert keine Drogen, sondern gemeint
sind dissoziative Zustände) …

Variante 2:

Gleiche Situation wie 2.1, aber diesmal wieder mit ordentlicher „Ritz- und Alkohol-Session“ versehen…

Frage zu Situation 2.1 und 2.2:

Inwieweit würde sich Person X in diesem beiden Fällen ordnungswidrig oder strafbar handeln (Betonung bei 2.2 liegt auf unabsichtlich / fahrlässig gehandelt)

Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich schon
mal im Voraus!

Beste Grüße

Dark Delirium

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Kommentar von cool2212
31.10.2016, 00:07

sehr logisch und nachvollziehbar aufgebaut.

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Ich sehe die Frage erst jetzt und vermutlich kennst Du bereits die Antwort.

Meine Einschätzung zu dem Ganzen wäre, dass sich Person X keiner der genannten Sachverhalte schuldig gemacht hat, da sie vorübergehend oder auch dauerhaft nicht in der Lage war ihre Handlungen zu steuern (der Alkohol spielt hier nur eine untergeordnete Rolle). Du sprichst ja auch von Borderline und dissoziativen Zuständen. Dabei handelt es sich um (teilweise schwere) psychische Erkrankungen, die Schuldfähigkeit ausschließen. Allerdings sollte sich Person X darauf einstellen, vorübergehend in medizinische Behandlung gebracht zu werden und so - eher zwangsweise - geholfen zu bekommen. Sobald der seelische Zustand einigermaßen wiederhergestellt ist, kann Person X dann entscheiden, ob sie sich auf eine dauerhafte Therapie einlässt (was ganz sicher empfehlenswert ist). 

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