Strafanzeige nach Zivilverfahren?

6 Antworten

Kaum eine Straftat ist in der Beweisführung so problematisch, wie der Betrug. Zum einen wird genau zur Tatzeit die "Absicht betrügen zu wollen" vorausgesetzt (diese spielt sich im wenig zugänglichen Kopf ab). Zum anderen muss eine lückenlose "Tatbestandskette" nachgewiesen werden: 1.) Täuschen über Tatsachen 2. dadurch Irrtumserregung, 3.) dadurch Vermögensverfügung 4.) Schädigung bei Stoffgleichheit. Nur ein (!) Beispiel für das nicht (!) vorliegen eines Betruges: Arbeitsloser verkauft Großmutter an der Tür Abonnements für Zeitschriften. Oma will zunächst nicht. Nun erklärt der Arbeitslose wahrheitswidrig, dass er Medizin (speziell für Alterskrankheiten) studiert und sich mühsam das Studium verdienen muss, Jetzt unterschreibt die Oma das Abonnement. Lösung: kein Betrug, nur straffreie Lüge. Die Oma hat nämlich für ihr Geld einen handelsüblichen Gegenwert erhalten und ist daher nicht geschädigt.

Wenn dein Anwalt das schon meint: warum willst du unbedingt von dir völlig unbekannten Laien deine vorgefasste Ansicht bestätigt bekommen, dass es doch eine prima Idee wäre, noch ein Strafverfahren anzustoßen? Natürlich kannst du das risikolos tun, aber wenn dein Anwalt keinen Anhaltspunkt für einen Betrug sieht, wird der Staatsanwalt vermutlich zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.

Laß gut sein. Du hast Dein Geld zurück. Alles andere, was auch immer Du unternehmen willst, ist eine unnötige Geldausgabe.

Kein Problem, eine Anzeige würde mir weder Geld noch Zeit kosten.

0

Was möchtest Du wissen?