Stottertherapie auf Kosten der Krankenkasse?

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4 Antworten

Für eine logopädische Therapie muss der Patient eine Zuzahlung leisten. Diese beträgt 10 Prozent der Behandlungskosten plus 10 Euro Verordnungsgebühr. Das ergibt für 10 Stunden Therapie eine Zuzahlung von maximal 60 Euro. Die Zuzahlung übernimmt die Krankenkasse, wenn Du "arm" bist, d.h. wenn und soweit die Zuzahlung 2 Prozent Deines verfügbaren Einkommens (einschl. Bafög und Zuwendungen der Eltern) überschreitet.

Hallo, Stottertherapien fallen unter die "Heilmittelverordnung", d.h. der Arzt verschreibt die Behandlung beim z.B. Logopäden. Das BMG sagt: "Die Zuzahlung bei Heilmitteln beträgt zehn Prozent der Kosten des Heilmittels zuzüglich zehn Euro je Verordnung, wobei diese mehrere Anwendungen umfassen kann." Details dazu und ein Rechenbeispiel hat das Ministerium auch veröffentlicht: http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/leistungen/arznei-heil-hilfsmittel/heilmittel.html

Tipp Die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. (Web: bvss.de) bietet eine kostenfreie, unabhängige Beratung zur Stottertherapie an. Hier können Sie sich über die verschiedenen Therapiemethoden und -ansätze informieren, um besser entscheiden zu können, welche Therapie zu Ihnen und Ihrem Stottern passt. Anschließend können Sie auch Adressen von TherapeutInnen in Ihrer Nähe erhalten, wenn Sie möchten.

Fachberatung Stottertherapie der BVSS e.V.:

Telefon 0221 - 139 1108, donnerstags 17 - 20 Uhr und freitagas 12 - 14 Uhr

Alles Gute und viele Grüße!

Kleine Korrektur:

Die Therapie des Stottern gilt als "Heilmittel". Das Dokument des Arztes, das sicherstellt, dass die Behandlung (meist zu 90 Prozent) von den Krankenkassen bezahlt wird heißt "Heilmittelverordnung" (und nicht "Rezept", mit einem "Rezept" geht man in die Apotheke, um "Arzneimittel" zu holen). Alle Regeln für die Verordnung von Heilmitteln sind in den "Heilmittelrichtlinien" dargestellt.

Dass man Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und medizinische Fußpflege als "Heilmittel" bezeichnet, schafft schon manchmal arge Verwirrung. Wenn die entsprechenden Berufsgruppen mal für oder gegen etwas demonstrieren, berichten die Medien regelmäßig von einer Demonstration der Apotheker :-) .

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Es gibt verschiedene Therapien unter anderem die Kasseler Stottertherapie, die von den KK unter Umständen übernommen wird. Zunächst wird logopädische Behandlung angezeigt sein, denn hier sind auch Ursachen für das Stottern zu finden. Wenn ein Arzt eine entsprechende Therapie verordnet, dann übernimmt die KK in der Regel auch diese Listung. Bei der o.g. Therapie ist vorher ein Antrag bei der zuständigen KK zu stellen und entsprechende Berichte von Fachärzten einzureicehn. Sollten sie bisher noch nchts unternommen haben, ist zunächst die Logopädie gefordert.

Es ist nicht zwingend, dass einer intensiven Gruppentherapie (wie z.B. der Kasseler Stottertherapie) eine logopädische Therapie (in der Regel Einzeltherapie) vorausgehen muss.

Ich mache z.B. mit einem Kollegen eine intensive Gruppentherapie für Teilnehmer ab 14 Jahren [www andreasstarke 4mal5 html], an denen gelegentlich Leute teilnehmen, die noch nie eine Therapie, außer Atemkursen in Holland oder Hypnosekursen in Westfalen, gemacht haben. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist in der Regel leicht zu erreichen.

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Hallo. Die Logopädie wird als erstmalig vom HNO Arzt verschrieben. Danach macht das der HA. 10 x. Zuzahlung ganz genau 52 € . Da kommen keine 10 € Praxisgebühren dazu. Du bekommst eine Überweisung. Wenn du befreit bist von Zuzahlungen kostet es nichts. Auch Ergotherapie die dein Selbstwertgefühl erhöhen solltest du in Anspruch nehmen oder einen Psychologen. Ergo, das gleiche an Zuzahlung wie Logo. Psychologe nichts. Tammy

Fast richtig, aber

  • Logopädie kann von jedem Arzt verordnet werden. Es muss kein HNO-Arzt sein.
  • Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Behandlungshonorars. Da mir keine logopädische Leistung bekannt ist, die mit 52 Euro honoriert wird, ist die Angabe 52 Euro wahrscheinlich falsch.
  • Vom Patienten sind zusätzlich 10 Euro Verordnungsgebühr zu zahlen. Diese hat mit der zum 01.01.2013 abgeschafften Praxisgebührt (beim Arzt) nichts zu tun. Sie ist nicht abgeschafft worden.
  • Für befreite Patienten, das gilt auch für Kinder unter 18 Jahren, entfällt Zuzahlung und Praxisgebühr.
  • Die Steigerung des Selbstwertgefühls ist im besten Fall ein Nebenzweck der Ergotherapie - ggf. auch ein wichtiger. Für Patienten, die stottern, ist Ergotherapie in der Regel nicht erforderlich.
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