Stirbt der Islam so langsam in der Türkei aus?

17 Antworten

Kaum ein Türke hat den Islam angenommen. Sie wurden in den Islam hineingeboren und -erzogen bzw. indoktriniert. Da hatte keiner eine Wahl, wenn die Eltern praktizierende Muslime waren. Da aber Apostasie mit der Todesstrafe bewährt ist, bleiben viele Muslime offiziell Muslim, machen dann aber eben doch ihr Ding. Dazu gehören dann eben auch diese Verhaltensweisen, die Du als unislamisch identifiziert hast. Diese Strömung nimmt tatsächlich seit vielen Jahren zu; das ist korrekt.

Gleichzeitig gibt es aber auch eine Gegenbewegung, die u.a. vom derzeitigen Diktator Recep Tayyip Erdoğan befeuert wird und die vor allem im Osten der Türkei (und in Deutschland) zahlreiche Anhänger findet. Vermutlich ist ihm die Abkehr von einem fundamentalistischen Islam zu seiner Zeit als Oberbürgermeister Istanbuls (1994-1998) besonders heftig in die Nase gefahren. Vermutlich ist das auch seine Hauptmotivation, dieses Land zu regieren. Eine zweite Motivation sehe ich darin, Fethullah Gülen ein Gegengewicht zu bieten.

Ähnliches hin und her findest Du auch in Afrika, wo der Islam durch die hohe Geburtenrate sehr stark wächst und dadurch sage und schreibe jährliche 6 (in Worten: SECHS !!!) Millionen Konversionen zum Christentum mehr als ausgleichen kann.

Der Islam befindet sich also auf der Verliererstraße; und mit aller Gewalt versucht man an unterschiedlichsten Fronten, dies zu verhindern.

"Macht nicht drei, macht fünf Kinder!" hat Recep Tayyip Erdoğan seinen Anhänern in Deutschland schon mehrfach zugerufen.

Ein EX-Muslim

Das ist nur bedingt wahr. Früher sahen die Menschem vielleicht religiöser aus wegen traditioneller Kleidung oder so. Aber der Islam hat schon spätestens seit der Gründung der laizistischen Republik von Mustafa Kemal Atatürk keine grosse Rolle mehr gespielt.

Es ist ähnlich wie das Christentum hier, die meisten glauben zwar irgendwie dran, aber jeder für sich privat.

Die Türken hier wirken so religiös, weil sie sich von den Deutschen manchmal abgrenzen wollen, um eine eigene besondere Identität zeigen zu wollen bspw.

Ich hoffe, dass die Türkei sich von der Richtung auf der sie sich gerade befindet abwendet und wieder/endlich westlich wird. Damit meine ich vor allem die Regierung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Die wenigsten Menschen in Deutschland glauben daran,dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Die wenigsten Menschen sind von neuem geboren und folgen Jesus nach.

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@LoveinChrist

In Deutschland vielleicht aber vorallem in Südeuropa, Osteuropa sind die Menschen viel gläubiger. Im Nachbarland Polen spielt das Christentum eine sehr große Rolle.

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@Ch36799

Soweit ich weiß spielt das kath. "Christentum" in Polen eine große Rolle, ja. Aber ob die Menschen auch alle wiedergeboren sind und Jesus nachfolgen weiß ich nicht. Nach der Bibel sind jedoch viele Lehren der kath. Kirche Irrlehren, die in die Irre führen.

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@LoveinChrist

Da gebe ich dir Recht. Viele sind sicher nicht wiedergeboren und ich sehe das Katholische Christentum auch Kritisch obwohl ich selbst aus einer Katholischen Familie komme. Den Menschen dort ist der Glaube aber dennoch wichtig.

Ich bin zwar selber auch noch nicht wiedergeboren aber habe es ganz fest vor.

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Die Türkei war schon immer in Verhältnis zu anderen ein liberales Land. Vor allem in Großstädten wie Istanbul und Ankara hatten die Menschen sehr moderne Vorstellungen. Kopftücher waren zeitweise sogar verboten. Mit Erdogan entwickelt sich das momentan leider wieder zurück. Er will die Türkei wieder religiöser machen. Dieser Mann schadet seinem Land nur.

P.S.: Ich kann generell nicht verstehen warum man den Islam als Religion annimmt. Wenn man sich damit wirklich mal befasst sieht man was für schreckliche Befehle im Koran stehen. Man kann sich nicht einfach die schönen Sachen rauspicken. Denn eigentlich ist das ja “Gottes Wort“, was nicht verändert werden darf und für alle Zeiten gültig ist. Wer sich also nur teilweise an die Sachen hält, kann es doch gleich lassen, weil er ja scheinbar eh nicht ernst nimmt, dass das Gottes Wort ist und er bestraft wird, wenn er es nicht ernst nimmt.

Wie du schon gesagt hast, die Türken in der Türkei sind eben moderner und westlicher als viele die in Deutschland leben, aber nur weil die Türken in der Türkei kein Kopftuch und kurze Hosen und kürzere Kleider tragen, heißt das ja lange noch nicht, dass sie nicht muslimisch sind. Ich bin selber Türkin, lebe in Deutschland und bin muslimisch, trotzdem trage in kein Kopftuch, bin aber auch gläubig, bloß einfach bisschen moderner.
Also: Der Islam stirbt auf keinen Fall aus, ganz im Gegenteil, einige leben ihn nur moderner aus.

Hoffe ich konnte helfen, LG☺

Er stirbt nicht aus, er wird genau wie der christliche Glaube nur ich vielen Teilen an moderne Gesellschaften angepasst, sprich: liberaler. Ich schätze genau das ist der Grund, wa rum manche Moslem zu radikalen Moslems werden und wild mit Bomben um sich schmeißen. Geh mal mehr ins Landesinnere der Türkei, dann wirst du sicher merken, der Islam ist noch präsent.

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