Stirbt der Handwerksberuf aus?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das große Problem dabei ist eher der massive Preisdruck auf dem Markt, insbesondere aus Osteuropa erhält man für gewöhnlich deutlich günstigere Preise als vom inländischen Handwerker.

Das die finanziellen Hintergründe in Osteuropa allerdings völlig andere Preise erlauben als hier im Inland dürfte klar sein.

Der Handwerksberuf als solches hat in Vergangenheit einen riesen großen Dämpfer erhalten und das ist in meinen Augen eine massive Rückentwicklung für diesen Beruf: Die Meisterpflicht.

Heutzutage kann jeder einen Handwerkbetrieb eröffnen ohne die ehemals nötigen Fachkenntnisse in Form einer Meisterausbildung zu besitzen, dies hat den Markt ebenfalls überschwemmt und drückt die Preise zusätzlich in den Keller. Einerseits sollten so die großen Lücken geschlossen werden die im Handwerk allgegenwärtig waren und auch noch sind, auf der anderen Seite zerstört dies aber auch das deutsche Handwerk weil es schlichtweg kaum noch jemand bezahlen will wenn er auch günstigere Alternativen zur Auswahl hat.

Das Resultat daraus ist nicht selten "Pfusch am Bau", ich habe selbst genügend Neubauten gesehen die von Pfusch nicht zu überbieten waren. Da waren schiefe Wände/Böden noch das geringste Übel, vielmehr ist es der massive Schimmelbefall der innerhalb des ersten Jahres sehr häufig aufgetreten ist.

Natürlich kann man den Pfusch als solches nicht generell ausschließen und auch Handwerkbetriebe in Meisterhand sind davon nicht befreit, es fällt aber schon stark auf das besonders bauten unter osteuropäischer Bauführung davon betroffen sind.

Ich sehe das deutsche Handwerk als solches nicht vom Aussterben bedroht, besonders aber kleinere Betriebe die sich in Vergangenheit gut über Wasser halten konnten leider massivst unter dem Preisdruck aus Osteuropa und müssen schließen. In meinen Augen kann man einen guten Schreiner, Fliesenleger, Maler und andere nicht durch irgendeinen Amateur ersetzen der mit "Mut zum Pfusch" alle Arbeiten erledigt die ihm Geld versprechen, unabhängig davon ob er überhaupt dazu qualifiziert ist.

danke sehr, eine vernüftige antwort

2

Die klassischen Handwerksberufe werden so schnell nicht aussterben, da sich diese Tätigkeiten nicht so leicht automatisieren lassen, wie z.B. solche einfachen Ausbildungsberufe in der Industrie wie Teilezurichter oder Ähnliches. Das das Handwerk so unbeliebt ist hat viele Ursachen, teilweise natürlich auch schlechte Ausbildungsbetriebe, wobei man aber nicht alle über einen Kamm scheren kann. Aber auch die Bezahlung ist in den meisten Handwerksberufen eher schlecht, besonders im Vergleich zur Industrie. Nur die Firmeninhaber können ordentlich Geld machen. Die Nachfrage ist aber weiterhin noch, da ja immer weiter gebaut wird oder auch weiterhin Reparaturen und Instandhaltungen anfallen.

Hallo,

das Handwerk sich sicher nicht, denn irgendwo müssen die Leute ja das Handwerk erst einmal lernen.

Viel Problematischer ist eher das Preisdumping durch Handwerker aus dem Ausland, die dank EU ja hier ganz legal arbeiten dürfen aber wegen der in ihren Heimatländern weitaus niedrigeren Lebenshaltungskosten und wesentlich iedrigeren staatlichen Abgaben einfach billiger einbieten können.

Lernen ist gut. Da lernt man nichts, man wird ausgebeutet als Lehrling und schuftet Ü-Stunden unbezahlt. So war es bei mir den ganzen Tag Türen setzen und Holzdecken montieren. Ich habe mir eigene Werkzeuge gekauft um was zu lernen.

0

Die Handwerksindustrie hat schon seit längerem das nahezu gleich Problem wie es in Pflegeheimen und Krankenhäusern zugeht

Viel Arbeit/Aufträgte zu wenig vorhandenes Personal ausgelöst durch eine [steigende] unattraktivität bezogen auf schlecht bezahlte Arbeit und Arbeitspensum einer Arbeitet für 2 vor allem in den Heimen.

Viele gehen zur Industrie.

ich glaube nicht,im gegenteil er wird immer gefragter vor allem da viele nur abi und studium als zukunft sehn.hab die erfahung gemacht,vor allem handwerker die was können sind sehr gefragt und haben arbeit ohne ende

Was möchtest Du wissen?