Stimmt unsere Vorstellung eines Atoms?

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7 Antworten

Hallo
Im Grunde ist das bohrsche Atommodell bereits überholt. Aktuell ist das quantenmechanische Modell der Stand der Wissenschaft. Werner Heisenberg hat mit der Entdeckung der Unschärferelation festgestellt, dass sich die Bewegung der  Elektronen im Atom nicht als Kreisbahnen beschreiben lassen können. Laut seiner Theorie befinden sich die Elektronen in einer Art Elektronenwolke die den Nukleus umgibt. Sie sind also mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten an bestimmten Orten, es lässt sich jedoch nie präzise ermitteln wo genau. Allerdings hatte Bohr mit dem Modell der Energieniveaus bzw. Orbitale recht, welches du bestimmt schon kennst. Solltest du dich dafür interessieren, empfehlen ich dir den Wikipediaartikel dazu (einfach "Atom" eingeben). Dort kannst du dich auch über die Beweislage und weiterführenden Hypothesen und Theorien informieren. Solltest du irgendwelche Fragen haben oder einen Fehler in meinen Ausführungen entdecken-bin leider auch nur ein Mensch :) -schreib mir in den Kommentaren.
Liebe Grüße

Du stellst zu hohe Anforderungen an ein Modell. Wie der Name schon sagt - ein Modell erhebt gar nicht den Anspruch, die Wahrheit darzustellen. Vielmehr "stimmt" ein Modell um so mehr, je besser es unsere Beobachtungen und Messungen erklären bzw. vorhersagen kann.

Abhängig davon, was Du damit erklären willst, stimmt das Bohr'sche Modell (z.B. Emissionsspektren auf Schulniveau) oder auch nicht (z.B. chemische Bindung). Es gibt Modelle, die die Spektren und die Bindung erklären, die somit besser stimmen als das Bohr'sche.

Das heißt nicht ohne Grund "Bohrsches Atommodell" - es ist (wie auch die neueren Atommodelle) lediglich eine Vorstellung: wie ein Atom aussähe, wenn man es denn tatsächlich ausreichend vergrößert betrachten könne, weiß keiner.

Schon der Begriff "Teilchen" für die Bestandteile des Atoms ist eigentlich irreführend: Man assoziiert damit irgendwie kleine Kügelchen, aber wie Protonen, Neutronen usw. "wirklich aussehen", kann keiner sagen - Kügelchen sind es aber ziemlich sicher nicht ...

stimmt das Bohrsche Atommodell?

Das Bohrsche Atommodell ist schon seit den 1920er Jahren überholt bzw. streng genommen: widerlegt. Aber ja, als vereinfachtes Modell des Atoms kann man es zur Beschreibung gewisser Eigenschaften der Materie als gültig erachten.

Noch nie hat jemand ein Atom gesehen, von daher..

Rastertunnelmikroskopie? Rasterkraftmikroskopie? Da hat man schon längst atomare Auflösung erreicht.

Dass die Materie aus Atomen zusammengesetzt ist, daran besteht überhaupt kein (ernstzunehmender) Zweifel.

Und die Modelle haben sich mit der Zeit immer verbessert, wobei aber natürlich entscheidene, bestätigte Erkenntnisse eines Modells auch in den späteren, besseren Modellen übernommen wurden. So wichen, sobald man was vom Kern und der Elektronenhülle wusste (Rutherford), die späteren Modelle (Bohr, und später wellenmechanisches Atommodell) natürlich nicht davon ab, ebenso wie man seit Bohr sicher weiß, dass die Energie der Elektronen gequantelt ist.

Die Geschichte der bestätigten Atommodelle zeigt keine komplette Widerlegung des vorher gedachten, sondern eine Verbesserung/ Erweiterung der vorherigen Modelle.

Und die aktuelle Vorstellung des Atoms ergibt sich aus der Quantenmechanik (Lösung der Schrödingergleichung) bzw. wo es nötig ist, der relativistischen Quantenmechanik usw..

Und ja, diese Vorstellung "stimmt". Sie kann durch evtl. zukünftige, bessere Modelle noch verbessert, erweitert, aber nicht komplett widerlegt werden, dazu ist sie schon viel zu gut bestätigt.

Erklärung der Emissionsspektren, des Franck-Hertzs-Versuchs, die chemische Bindung zu Molekülen,usw. Ja die ganze Chemie baut auf dem Atommodell auf und alle Arten von Bindung können sehr gut erklärt werden (Quantenchemie...). Molekülspektroskopie; Kristallgitter (Röntgenbeugung), Festkörperphysik, kinetische Gastheorie, und dann auch die andere Seite, wenn man tiefer in den Aufbau hineinblickt, Teilchenphysik, usw. usf. - das alles liefert unzählige Beobachtungsdaten, die sich bestens mit unserer Vorstellung vom Aufbau der Materie aus Atomen erklären lassen bzw. die das Atommodell belegen.

Ich kenne mich da nicht so aus, aber da es zu so ziemlich jeder Wissenschaft unterschiedliche Interpretationen gibt, wird das bei Atomen nicht anders sein :) Allerdings ist die Version von Bohr ziemlich plausibel ;)

Das Bohrsche Atommodell hat sich sehr schnell als falsch erwiesen,

weil es wegen der kreisförmigen Elektronenbahnen „flach“ wäre,

wohingegen die Experimente kugelförmige Atome beweisen.

Heute weiß man, dass die Elektronen in „Wahrscheinlichkeitswolken“

(Orbitale) um den Kern verteilt sind.

Nicht direkt. Es ist aber für Schule und so ausreichend.
Man hat es nie gesehen aber es lässt sich wirklich herleiten. Stichwort: Quantenphysik, Standartmodell

Bei fragen...;)

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