Stimmt ihr meiner Meinung zu,dass Nationalstolz und Nationalismus ein Relikt aus der Vergangenheit sein sollte,und immer nur zu Kriegen und Problemen führt?

19 Antworten

Zu Kriegen und Problemen führen die macht- und geopolitischen Interessen der Machthaber. 

Gerade aber der Nationalismus ist die Ideologie, gemäß der jedes Volk seine eigene Suppe braut. Der Nationalismus predigt das Selbstbestimmungsrecht der Völker und schließt deshalb Unterwerfungskriege, imperialistische Steppvisiten und dergleichen kategorisch aus. Einer Völkerverständigung, wie wir sie nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren haben, steht der Nationalismus sowieso nicht im Weg. Er ist vielmehr die einzig gangbare Variante, eine solche möglichst spannungsfreie Verständigung aufrechtzuerhalten – wie die internationalistischen Bestrebungen der Machtkonzentration und Zentralisierung in Form der Europäischen Union, die vor allem Probleme und Zwiespalt zwischen den europäischen Staaten sät, eindrucksvoll belegen. 

Nationalstolz ist ebenso eine gute Sache, wenn man weiß, worauf man stolz sein sollte. Dies führt nämlich nicht nur zu einer größeren Identifikation mit dem sozialen und staatlichen Gefüge und somit einer friedlichen Integration in diese, sondern kann auch mit dem Bekenntnis zum Erhalt gewisser Werte (Freiheit, Solidarität etc.) verwoben sein (und ist es im besten Fall auch). 

JA , Nationalstolz ist Unsinn. 

Auf was soll man stolz sein? Dass man aus Zufall irgendwo geboren wurde? Verwandt sind wir irgendwie alle miteinander. 

Wer stolz ist auf seine Herkunft oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe, der hat einen sehr engen geistigen Horizont und hat somit nichts auf das er wirklich stolz sein könnte. 

Z.B. auf eine eigene persönliche Leistung oder eine GUTE TAT die er zum Nutzen anderer vollbracht hat. 

So denken Menschen aber nicht!

Zuvorderst steht für jeden (geistig gesunden) Menschen die eigene Existenz und die der eigenen Familie. Dicht gefolgt oder zugleich mit dem persönlichen Freundeskreis.

Die nächste Stufe ist historisch die eigene, regionale Gruppe - heute eher eine Berufs-, Partei- oder Vereinsgruppe.

Dann folgt als nächste Stufe bereits der eigene Staat.

Diese Staffelung resultiert aus dem Wunsch nach möglichst optimaler Überlebensfähigkeit, die nicht mehr gewährt ist, wenn man jedem Eindringling, sei es in Staat/Gruppe/Familie gleich sämtliche Tore öffnet, ohne zu hinterfragen was der wohl will - und ob das den eigenen Interessen dient.

Das ist heute nicht viel anders, denn wir haben kein internationales Rechtssystem - jedenfalls kein anerkanntes und keines, das sich durchzusetzen vermag. 

Insofern ist es noch immer existentiell wichtig äußerer Einflußnahme durch eigene Gegenmaßnahmen zu begegnen.

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@palzbu

Danke für den Link - er reiht sich in eine lange Reihe seit dem Bericht des "Club of Rome".

Damit will ich nicht sagen, daß die Gefahren falsch dargestellt sind, aber meines Erachtens wird eines überall nicht in die Rechnung einbezogen: der menschliche Erfindungsreichtum!

Der Treibhauseffekt wird sicher nicht durchgehen, wie bei der Venus, sondern uns maximal eine Erwärmung bescheren, durch die wir die meisten Küstenregionen verlieren. Das ist fatal, aber nicht das Ende unserer Zivilisation (man kann auch schwimmende Städte bauen).

An den Ressourcen nagen wir zwar ganz enorm, aber daß sie in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht sind, davon kann keine Rede sein - sogar Erdöl wird noch ein Weilchen fließen, wenn auch vielleicht nicht in Saudi-Arabien. Es gibt da aber noch eine Ressource, die uns in Deutschland zu teuer geworden ist, wovon wir aber noch massenhaft haben: Kohle!

Eine andere Energieressource wird nur in Deutschland verteufelt, während die Franzosen sich damit recht wohl zu fühlen scheinen, nämlich die klimaneutrale Kernenergie. Ich halte das nur für eine Brückentechnologie, denn in 50 Jahren werden wohl tatsächlich Fusionskraftwerke betriebsbereit sein - und zwar ganz egal, ob die Deutschen womöglich auch dagegen etwas haben - dann kaufen wir den Strom eben aus dem Ausland.

Wir haben ja sogar etwas gegen Windkraftanlagen, wenn ich mir die Proteste so ansehe: "Zu dicht an meinem Haus und die Hochspannungsleitung will ich auch nicht!"

Langfristig (ab 50-100 J) haben wir aber durchaus Ressourcen, die uns völlig von den heute verfügbaren unabhängig machen und zwar massenhaft. Fusionskraftwerke habe ich schon genannt, Solarenergie noch nicht. Nein, nicht die heute üblichen Solarflächen, sondern Solarsatelliten im Weltraum - darüber hat die NASA schon seit der Mondlandung nachgedacht. Das ist sehr teuer, aber wenn wir uns damit befassen, dann wird die Energie fast kostenlos.

Ach so, die Rohstoffe - die müssen wir nicht auf der Erde ausbuddeln - auf einem Asteroiden geht das viel einfacher und völlig ohne Umweltprobleme.

Das heißt, wir müssen die nächsten 50 oder 100 Jahre überstehen, damit wir als Zivilisation überleben können. Und natürlich dürfen wir uns auch nicht zwischendurch die Birne wegschießen...

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@nax11

Technisch alles kein Problem wenn der Mensch einsichtig wäre. 

Ist er nicht.

Und natürlich dürfen wir uns auch nicht zwischendurch die Birne wegschießen...
Hier ist das Problem.

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Nein, dem stimme ich nicht zu. Die Skandinavier sind sehr stolz und haben seit Jahrhunderten keinen Krieg verursacht. Nationalstolz muss naälich nicht zwingend, wie es häufig in Deutschland der Fall ist und war, mit der Herabwürdigung anderer Nationen einhergehen. Man kann auch auf seine Nation stolz sein, ohne die anderen als Untermenschen zu bezeichnen.

Ich bin ein großer Skandinavien-Fan. Dennoch muss ich (leider) ein wenig widersprechen. Im Dreißigjährigen Krieg waren schwedische Truppen plündernd in Deutschland unterwegs (auch im - katholischen - Saarland, bis runter zum Bodensee).

Gustav Adolf II., König von Schweden, fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen (Sachsen-Anhalt).

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_L%C3%BCtzen

Entscheidend war hierbei aber nicht die Nationalität, sondern die Zugehörigkeit zum protestantischen Glauben. Wallenstein führte die katholischen kaiserlichen Truppen (und Wallenstein wäre nach heutiger Betrachtung Tscheche).

Auch die Vasa (vermutlich berühmtestes Schiff in Schweden) wurde zu diesen Kriegszeiten gebaut.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vasa_(Schiff

Es sollte gegen die (katholischen) Polen zum Einsatz kommen, sank aber auf der Jungfernfahrt, da die schweren Kanonen zu hoch im Rumpf des schmalen Schiffes standen.

Auch Dänen und Schweden haben sich früher einige Scharmützel geliefert (das steht aber hierzulande kaum auf dem Lehrplan).

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@OlliBjoern

Du widersprichst nicht, ich habe nicht umsonst geschrieben seit Jahrhunderten. 400 Jahre halte ich für einen akzeptabel Läuterungszeitraum.

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eure meinung zu nationalstolz? wann ist es übertrieben?

is mal ne gute frage

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